TEST: Merida Big. Trail 600 – Spaß auf Trails und im Alltag

Merida Big Trail

Mit dem Big. Trail präsentiert Merida ein vielseitiges Trail-Hardtail, dass dank potenter Geometrie und Marzocchi Fahrwerk Bergab für Fahrspaß sorgt und mit intelligenten Features im Alltag bestechen kann. Das Hardtail des taiwanischen Herstellers scheint alles zu können, doch wird es seinem Ruf gerecht? Mehr dazu im Test.

Das Big.Trail ist ein noch recht junges MTB im umfangreichen Portfolio von Merida. Der Name gibt zwar schon grob die Ausrichtung vor – auf den Trail – doch wird die Bezeichnung Trail-Hardtail der Vielseitigkeit des Bikes nicht gerecht. Insbesondere dem intelligent konstruierten und mit durchdachten Features ausgestatteten Alurahmen ist es zu verdanken, dass das Big.Trail in vielen Bereichen eine gute Figur machen dürfte – selbst im Alltag oder auch beim Offroad-Bikepacking. Dabei ist das Bike insgesamt im eher günstigen Preisbereich angesiedelt. Unser Testbike, das Merida Big.Trail 600 stellt mit einem Preis von knapp 1.600 Euro bereits das Ende der Fahnenstange dar. Auf der anderen Seite der Skala liegt das Big.Trail 200, mit dem man schon für 849 Euro einen wirklich soliden Einstieg in den Bereich trail-tauglicher MTBs bekommt.

Merida Big Trail

Merida Big.Trail 600 – kurz und schmerzlos:

  • 29″
  • Hardtail
  • Aluminium
  • Marzocchi Z2, 140mm
  • Preis: 1.599 Euro

Vielseitiger Alu-Rahmen

Wir hatten es eingangs bereits erwähnt: Das Merida Big.Trail 600 war das vielleicht vielseitigste Bike in unserem Testfeld. Das versierte Biker-Auge mag dies bereits bei einem genaueren Blick auf den Rahmen erkennen; so befinden sich auf dem Unterrohr gleich vier Schraubösen, um hier bei Bedarf zwei Flaschenhalter montieren zu können. Zusätzlich befindet sich an der Unterseite des Oberrohrs noch eine weitere Montagemöglichkeit, Merida spricht vom “Trail Mount”. Rucksack-Muffel können hier beispielsweise ganz bequem ein Bike-Notfallkit mit Schlauch, Tool und CO² Kartusche anbringen – cool! Damit jedoch noch nicht genug der Ösen: Selbst an entsprechende Montagepunkte für Gepäckträger, Schutzbleche und einen Seitenständer (!) hat man bei der Konstruktion des Rahmens gedacht. Viele Vollblut-Mountainbiker werden jetzt die Nase rümpfen, doch ihr müsst nicht die rote Karte spielen! Die Gewinde sind so gut versteckt, dass sie bei Nicht-Gebrauch unsichtbar bleiben. Und mal ehrlich: Vor allem die günstigeren Ausstattungsvarianten werden durchaus auch als Alltagsräder gebraucht werden von unserem MTB-Nachwuchs oder unseren jüngeren Geschwistern, die mit dem Rad auch zur Schule fahren. Da kann man dann doch glücklich sein, über diese Option, allemal besser als Klemm-Ständer und Steckbleche.

Merida Big Trail

Doch natürlich haben die Jungs und Mädels von Merida auch an die “echten” Mountainbiker gedacht. Das zeigt sich beispielsweise an der großzügigen Reifenfreiheit: Das für 29 Zoll Laufräder ausgelegte Bike verträgt locker Pneus mit bis zu 2,5 Zoll Breite. Das bringt nicht nur Grip, sondern auch zusätzliche Dämpfung, die gerade am Trail-Hardtail immer willkommen ist. Davon abgesehen gibt es wenige Überraschungen: Intern verlegte Züge gehören wie die Boost Achse im Hinterbau mittlerweile zum Standard und das klassisch geschraubte BSA Tretlager freut selbst-Schrauber.

Moderne Geometrie und weitgehend überzeugende Ausstattung

Seine Trail-DNA stellt das Merida Big.Trail 600 auch bezüglich seiner Geometriedaten unter Beweis. Der Lenkwinkel fällt mit 65,5° sportlich flach aus, so dass man es auch mal im steilen Gelände krachen lassen kann, ohne Überschlagsgefühle zu bekommen. Damit es auf dem Weg nach oben nicht allzu beschwerlich wird, hat man dem Bike zudem einen angenehm steilen Sitzwinkel verpasst, der Fahrer oder Fahrerin in eine schön zentrale Sitzposition rückt, die durch das angenehm tiefe Tretlager unterstrichen wird.

SMLXL
Sitzrohr (in mm)380410430450
Oberrohr horizontal (in mm)579600622645
Steuerrohr (in mm)95100110120
Kettenstrebe (in mm)435435435435
BB Drop (in mm)66,566,566,566,5
Lenkwinkel (in °)65,565,565,565,5
Sitzwinkel (in °)75,575,575,575,5
Reach (in mm)415435455475
Stack (in mm)636641650659

Unser Testbike kam in der Topausstattung der Big.Trail Reihe, gehört mit 1.599 Euro aber dennoch zu den eher günstigen Vertretern der Kategorie. Das merkt man den verbauten Komponenten nur an wenigen Stellen an. So kann das Bike beispielsweise mit der Z2 Gabel und 140 mm Federweg punkten. Die Gabel zählt zu unseren Lieblingen in dieser Preisklasse und gefällt uns immer wieder mit ihrem sahnigen Ansprechverhalten. Dazu gibt’s einen 12-fach Shimano Deore Antrieb mit 510% Übersetzungsbandbreite. Dieser muss sich höchstens beim Gewicht vor deutlich teureren Schaltungen verstecken, bei der Performance gibt es hier rein gar nichts auszusetzen. Gleiches gilt für die Laufräder aus Shimano MT400 Naben und den hauseigenen Alufelgen. Diese sind nicht nur tubeless-ready sondern mit 29 mm Maulweite auch breit genug für großvolumige Reifen. Ebenfalls aus eigenem Hause kommt die Variostütze, die an unserem Testrad in Größe L solide 150 mm Verstellweg mitbringt.

Alles super also? So durchdacht und solide die meisten Komponenten auch gewählt sind, hat Merida leider bei den Bremsen den Rotstift angesetzt. Die MT4100 von Shimano ist zwar keine schlechte Bremse, dürfte mit ihren zwei Kolben und den 180 mm Scheiben jedoch hier und da sicherlich an ihre Grenzen stoßen. Weitaus positiver sehen wir die Reifenwahl: Der recht neue Dissector von Maxxis ist ein sehr guter Allrounder und lässt sich auch sehr gut tubeless nutzen. Keine Überraschungen sehen wir am Cockpit: Hier gibt es solide OEM-Teile mit modernen Abmessungen. Im 50 mm langen Vorbau steckt in allen Größen ein 780 mm breiter Riser-Lenker.

RahmenAluminium
FedergabelMarzocchi Z2, 140mm
LaufräderShimano MT410 / Merida Expert TR
Reifen VRMaxxis Dissector, EXO, 2.4
Reifen HRMaxxis Dissector, EXO, 2.4
SchaltwerkShimano Deore, 12-speed
SchalthebelShimano Deore
KurbelRace Face Ride, 32T
BremseShimano MT410
Bremsscheiben180/180
SattelstützeMerida Comp TR
SattelMerida Comp CC
VorbauMerida Expert TR
LenkerMerida Expert TR, 780mm
Preis: 1.599 Euro

Merida Big Trail

Bodenprobe: Das Merida auf dem Trail

Um das Fahrverhalten des Merida Big.Trail 600 nach den Meinungen unserer Tester auf den Punkt zu bringen, fielen immer wieder folgende Worte: Unaufgeregt und Allrounder! Aber eins nach dem anderen…

Dank seiner modernen aber keinesfalls extremen Geometrie fanden sich alle Testfahrer auf Anhieb zurecht. Der 65,5 Grad flache Lenkwinkel verspricht schon nach den ersten Metern einen guten Kompromiss aus Laufruhe und Agilität. Im Uphill unterstützt der relativ steile Sitzwinkel und hält die Front trotz kompakter Kettenstreben auch im steilen Gelände souverän am Boden. Auch im gemäßigten Terrain zeigt sich das Big.Trail vielseitig; der Deore 12-fach Antrieb bietet jederzeit ausreichend Bandbreite und die Maxxis Dissector Bereifung zeigte äußerst gute Rolleigenschaften. Bei schlammigen Bedingungen setzte er sich aber relativ schnell zu und verlor an Traktion.

Geht es bergab, zeigt das Merida deutlich seine ausgewogenen Alleskönner-Eigenschaften. Dabei ist es kein “Spezialist” wie etwa das extrem flache Marin El Roy oder das Orange, sondern zeigt sich agil und ausgewogen. Die Marzocchi Z2 passt wie angegossen zu diesen Fahreigenschaften: Einfach einzustellen und mit unaufgeregt-guter Performance konnte sie uns überzeugen; spricht sensibel an und dämpft souverän. Wird der Speed auf dem Trail etwas schneller, fühlt sich das Big.Trail aber etwas unwohl. Dafür ausschlaggebend ist in erster Linie der Maxxis Dissector Reifen. Die EXO Karkasse spart zwar Gewicht (was sich im Uphill sehr positiv auswirkt), lässt aber ein wenig die dämpfenden Eigenschaften vermissen. Hinzu kommt, dass bei erhöhter Geschwindigkeit auch die Pannenanfälligkeit steigt. Aber gut, Reifen sind immer ein Kompromiss aus Gewicht, Rollwiderstand und Performance. Wer es hauptsächlich bergab krachen lässt und wem der Uphill nur Mittel zum Zweck ist, wie wir, der sollte sich über einen stabileren Reifen Gedanken machen. Trail-Tourer werden in dem Reifen einen guten Freund finden.

Wir wollen spaß, wir geben Gas und hätten deshalb – zumindest vorne – auf eine 4-Kolben Bremse, gesetzt. Das Big.Trail ist “nur” mit 2-Kolben Stoppern aus Shimano´s MT400er Reihe ausgestattet. In Kombination mit 180er Scheiben an Front und Heck konnte uns die Bremse nicht immer überzeugen. Eine hohe Handkraft und nachlassende Bremskraft bei langen Abfahrten wurde häufig von den Testern kritisiert. Zumindest vorne auf eine 203mm Scheibe aufzurüsten, ist sicherlich kein schlechter Tipp.

Genug gemeckert! Für die meisten Mountainbiker, die ein Rad für rund 1500 Euro suchen, sind die Reifen und Bremsen sicher ganz wunderbar. Das Merida Big.Trail hat insgesamt einen sehr positiven Eindruck hinterlassen. Seine Ausgewogenheit und das intuitive und agile Fahrverhalten dürfte für viele (auch Einsteiger) auf Anhieb passen. Mit einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis und den praktischen Rahmenfeatures zeigt es sich als toller Allrounder. Und genau das sollte ein Trail-Hardtail doch sein, oder? Also sehr viel richtig gemacht!

Merida Big Trail

Das Fazit:

Das Merida Big.Trail 600 ist ein Allrounder wie er im Buche steht. Moderne, aber nicht zu extreme Geometrie, solide Ausstattung und Fahreigenschaften mit denen der Einsteiger genauso gut zurecht kommt wie der Profi. Ein Rad was auch für den Alltag oder radreisen funktioniert. Kleine Schwächen bei der Bremse sind angesichts des guten Preis-/Leistungsverhältnisses zu verschmerzen. Wer ein agiles und vielseitiges Hardtail ohne Überraschungen sucht, wird mit dem Merida Big.Trail 600 fündig!

Mehr Informationen zum Merida Big. Trail findet ihr auf: www.merida-bikes.com

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TEST: Canyon Strive CFR – Jack Moir´s EWS Rennmaschine

Canyon Strive

Direkt aus der EWS zu uns in den Test kam das Canyon Strive CFR vom Australier Jack Moir. Ob uns die Spezial-Variante des Enduro-Erfolgsmodells Strive genau so zusagt wie Jack? Wir haben es jedenfalls ausprobiert. Spoilerwarnung: Ganz so schnell wie “Shark Attack Jack” waren wir nicht.

Jack Moir ist seit Anfang 2020 Teil des Canyon Collective Racing Teams und geht dort zusammen mit Ines Thoma, Dimitri Tordo und Co. auf Punktejagd in der Enduro World Series. In der vergangen Saison landete Jack in der Gesamtwertung der EWS auf dem vierten Platz und das Canyon Collective Team – nach leider insgesamt nur drei Rennen – ebenfalls auf dem vierten Platz. Alle drei Fahrer waren unterwegs auf einem Canyon Strive. Nun nehmen wir uns die Racemaschine von Jack vor.

Jack ist neben der EWS auch im Downhill-Worldcup und seit einigen Monaten auch auf YouTube aktiv unterwegs. Wir haben euch ein Video angehängt, in dem ihr euch ein Bild machen könnt, wie Jack auf seinem Strive am Gas hängt.

Canyon Strive CFR
Volle Hütte aus dem Hause Sram und noch viel mehr – seid gespannt!

Tuning ohne Ende an Jacks Canyon Strive

Für unseren Test wurde uns von Canyon Jacks Moir´s Ersatzrad der vergangenen Saison zu Verfügung gestellt. Trotz einer Fahrergröße von 1,90m kam bei uns ein Strive in Größe L an und auch sonst bringt das Bike so einige “nicht-serienmäßige” An- und Umbauten mit. Hier wurde tatsächlich von hinten bis vorne an beinahe jeder Stellschraube gedreht, um es perfekt auf Jack und seinen Fahrstil anzupassen – schauen wir uns das Ganze mal an.

Fangen wir bei der Gabel an. An der Front arbeitet eine Rock Shox Lyrik Ultimate, die mit 180mm statt wie an den Serienbikes mit 170/160mm bei uns ankommt. Diese bietet ganz einfach etwas mehr Reserven, sorgt für eine höhere Front und somit auch einen flacheren Lenkwinkel. Zusätzlich ist direkt über der Gabel – zwischen Krone und Steuerrohr – eine Schale mit 1,5cm verbaut. Diese sorgt in Jack´s Fall, mit Hilfe dreier Spacer unter dem Vorbau für ein extrem hohes Cockpit und eine veränderte Geometrie, doch dazu später mehr. Als Cockpit ist eine G5-Kombi aus einem direkten 50mm Vorbau und einem mit 760mm verhältnismäßig schmalen Lenker verbaut.

Auch beim Dämpfer zeigt sich ein weiterer Unterschied zur Serie, denn statt 60mm Hub baute Jack´s Mechaniker einen Super Deluxe Ultimate mit 65mm Hub ins Heck des Renngeräts. Dieser entlockt dem Hinterbau etwas mehr Federweg und sorgt für noch mehr Reserven – für die Serie gibt´s das jedoch nicht.

Bei den Laufrädern setzte Canyon auf die DT Swiss EX 1501, die mit einer Maxxis-Kombi aus Assegai in 2,5″ an der Front und mit Minion DHR II in 2,4″ im Heck – jeweils mit Downhill-Karkasse. Zum Stehen gebracht wird der LRS von einer Sram Code RSC mit 200mm Scheiben hinten und vorne, die für maximale Performance sorgen sollen. Auch ansonsten finden sich neben Sattel und Griffen von Ergon noch mehr edle Sram-Komponenten wieder. Vertreten durch die Sram X01 Eagle AXS mit einer 10-50t Kassette und die RockShox Reverb AXS mit 150mm Hub. An der X01 Kurbel ist ein 32er Kettenblatt verbaut.

Der Carbonrahmen selbst bringt noch einige Features mit sich. Vor allem der Shapeshifter inklusive Bedieneinheit am Lenker sticht hier ins Auge. Auf Knopfdruck wird eine Gasfeder in der Umlenkung aktiviert, die im Uphill-Modus die Winkel steiler einstellt und für einen strafferen Hinterbau sorgt. Des weiteren findet sich am Strive ein Flaschenhalter, Rahmenschoner und ein Custom-Kettenstrebenschutz wieder. Die Waage bleibt in der “Jack Moir” Edition bei 15,3 Kilo stehen – ordentlich, wie wir finden.

Wie oben bereits kurz angeschnitten bieten die Direktversender diese Variante nicht eins zu eins zum Verkauf an. Jedoch kann man das Canyon Strive in vier verschiedenen Ausstattungsvarianten erwerben – ausschließlich in Carbon. Jede Version ist in zwei Farbvarianten erhältlich und die Preise reichen hier von 2999€ bis 5999€. Zusätzlich ist ein Frame Set für 2999€ inklusive Dämpfer, Sattelstütze und Shapeshifter erhältlich. Alle Infos zu Preisen, Modellen und allen anderen Canyon-Bikes findet ihr hier.

Die Geometrie der “Canyon Strive CFR Jack Moir Edition”

Wir können euch nicht sagen, wie genau die Geometriedaten beim – doch ganz schön modifizierten – Canyon von Jack Moir aussehen. Die enorm hohe Front beeinflusst einige Parameter, wie den Lenkwinkel, doch erheblich. So ist dieser deutlich flacher als die angegebenen 66° in der Serie. Ebenfalls flacht der Sitzwinkel ab, das Tretlager sitzt höher und der Reach fällt deutlich kürzer aus, als die 464mm bei den Serienbikes in Größe L. Besonders letzteres fällt in der Praxis schnell auf, denn das Strive wirkt generell sehr kompakt und auch die 1227mm Radstand fühlen sich unserer Ansicht nach, nach deutlich weniger an. Mittels Shapeshifter lassen sich die Geometriedaten des Canyon Strive zusätzlich verändern – wie, könnt ihr in der folgenden Tabelle sehen.

 SMLXL
Sitzrohrlänge400mm440mm455mm500mm
Oberrohrlänge602mm629mm662mm697mm
Steuerrohrlänge95mm100mm110mm130mm
Lenkwinkel66-67,5°66-67,5°66-67,5°66-67,5°
Sitzrohrwinkel72,9-74,4°72,9-74,4°72,9-74,4°72,9-74,4°
Kettenstrebenlänge435mm435mm435mm435mm
Radstand1166mm1193mm1227mm1266mm
Stack630mm635mm644mm663mm
Reach409mm434mm464mm494mm
Überstandshöhe791mm792mm795mm806mm

Testlocation und Team

Zum Praxistest ging es in die MTB-Zone am Geißkopf. Hier fand sich alles, was es für so einen Enduro-Test vom Feinsten braucht. Von flowigen Bikeparkstrecken, über verschiedene Stages der Trailtrophy, bis hin zu bester Freeride- und Downhillaction fanden wir beinahe alles, was das Bikerherz begehrt. Um unseren Praxiseindruck möglichst aussagekräftig zu gestalten, waren wir mit einem vierköpfigen Team aus Bikern/Testern mit völlig unterschiedlichen Hintergründen und Vorlieben am Werke – an verschiedenen Tagen bei ebenso unterschiedlichen Bedingungen. Vom Genuss-Rider, über Racer bis hin zur Park Rat war in unserem Team alles vertreten. Nachdem wir uns das Strive in Habischried vorgenommen hatten, nahm ich Jack´s Racebike noch für knapp zwei Wochen mit auf meine Hometrails im Bayerischen Wald. So konnte ich mir einen noch deutlicheren Eindruck vom Canyon machen und es auch in Uphill-Passagen unter die Lupe nehmen. Doch nun zum wichtigsten Teil dieses Artikels – Wie macht sich Jack Moir´s Race-Rakete in der Praxis?

Canyon Strive
Das Strive CFR diente zusätzlich als Bike für unseren Enduro-Gabel-Vergleichstest und unser Fazit ist, dass auch die Fox 38 und die RockShox ZEB gut zum Bike passen würden.

Unser erster Eindruck

Gleich zu Beginn fielen uns einige Faktoren auf. Vor allem die Position auf dem Rad bei ersten Runden zur Grobabstimmung auf dem Parkplatz wirkte ziemlich ungewohnt und etwas eigenartig. Grundsätzlich hat man eine zentrale Position im Rad, doch vermittelte es den Eindruck auf ungewöhnliche Weise “wie auf Stelzen” unterwegs zu sein.

Bereits nach wenigen Metern auf dem Trail war der erste Eindruck wie verflogen. Die Position auf dem Strive CFR wirkt ausbalanciert und es lässt sich absolut präzise und direkt manövrieren. Sobald man die Straße verlässt, macht sich ein echter Wohlfühlfaktor bemerkbar. Während der Test-Rides fühlten sich alle Tester ziemlich schnell wohl und auch ein passendes SetUp wurde für jeden Fahrer schnell gefunden. SAG-Werte zwischen 20% und 25% und zwei der drei Spacer unter, statt über den Vorbau waren bei uns allen grob das Maß der Dinge. Das Fahrer-Gewicht bewegte sich bei allen Testern zwischen 70 und 80 Kilo und bei Größen zwischen ca. 1,75m und 1,85m.

Canyon Strive
Das Canyon überzeugt in der Luft mit viel Pop, einfachem Handling und stabilem Luftstand.

Präzision, Geschwindigkeit und Agilität verschmilzt im Canyon Strive

Behäbigkeit bei 29ern? Beim Canyon Strive klare Fehlanzeige. Spritzig und agil sind die Worte, die uns als erstes in den Sinn kamen, wenn es um das Bike des Australiers ging. Schnelle Richtungswechsel erfolgten spielerisch und intuitiv und auch generell wirkte das CFR nicht unbedingt so, wie man sich das typische Twentyniner-Race-Enduro vorstellt. Ein Skandinavian Flick vor der Kurve oder neue Lines auf bekannten Trails checken? – easy mit dem Canyon. Auf Absprüngen oder Kanten im Gelände lässt sich mit dem Strive spielend abziehen und es bietet eine Menge Pop – so konnte es gut und gerne passieren, dass die eine oder andere Landung leicht überschossen wurde. Doch auch wenn es mal etwas weiter in Richtung Keller ging, vermittelte Jack´s Bike verdammt viel Sicherheit und zeigte einen gutmütigen Charakter – nicht zuletzt durch sein sehr solides Fahrwerk. Nur in weinigen Situationen hatten wir das Gefühl, dass das Rad an seine Grenzen kam. Dies war höchstens bei wirklich schnellen Passagen, mit vielen schnellen, harten Impacts der Fall. Doch brauchte es schon so einiges, bis das Strive an seine Grenzen stieß. Größtenteils überzeugte es in roughem Gelände durch Laufruhe und vor allem dadurch, dass das Bike willig jedem Kommando willig folgte und die Linien absolut präzise getroffen wurden.

Kurz um: Bergab ist das Strive nicht nur verdammt schnell, sondern auch eine echte Spaßmaschine. Doch wie sieht es in den Uphills aus? Zuhause im Bayerwald ging ich dem mit einigen Trail-Runden in und um St. Englmar auf den Grund. Natürlich bergauf so gut wie immer im Uphill-Modus des Shapeshifters, um effizienter unterwegs zu sein und Kraft zu sparen. Dieser ließ sich durch die Einheit links am Lenker einfach bedienen und begeisterte mich persönlich. Trotz der fetten Downhillpneus kletterte das Racebike im Verhältnis zu anderen Bikes dieser Klasse solide und machte in den Uphills eine gute Figur.

Canyon Strive
In den Manual lässt sich das Canyon, durch die 435mm Kettenstreben, super einfach ziehen.

An sich gab es an der kompletten Ausstattung des Racebikes aus Koblenz nur sehr wenig bis gar nichts auszusetzen. Neben dem sahnigen Fahrwerk konnte uns vor allem die Kombi aus den DT Laufrädern und den Maxxis Reifen, mit verdammt viel Grip und Pannensicherheit, überzeugen. Die Code RSC bestach mit viel Bremsleistung, konnte jedoch nicht wirklich mit viel Dosierbarkeit punkten und der Druckpunt wanderte für unseren Geschmack etwas zu viel. Elektronik am Bike ist wohl Geschmackssache. Persönlich bin ich kein Fan davon, doch sind rein objektiv die verminderte Anzahl der Leitungen und die Schaltpräzision nicht wegzureden. Beim Test im Matsch konnte jedoch die X01 Eagle AXS nicht mit Schaltpräzision punkten. Sobald sich etwas mehr Dreck in der Kassette befand schalteten die Gänge nicht mehr sauber durch und bei Tretpassagen sprang der ein oder andere Gang. Ganz anders bei der Reverb AXS – diese funktionierte im Test einwandfrei und war mit ihren 150mm Hub für uns optimal abgestimmt. Mit nur ganz wenig Verzögerung ließ sich der Sattel stufenlos auf die gewünschte Höhe bringen.Canyon Strive

Unser Fazit zu Jack´s Canyon Strive CFR:

Obwohl das Strive CFR von Jack Moir genau so in der Enduro World Series gefahren wird, überzeugte es uns nicht nur auf typischen Racestrecken, sondern auch auf eher Bikepark-typischen Lines. Das hatten wir so nicht wirklich erwartet, denn anfangs war ein Großteil des Testteams eher skeptisch, da die vielen Umbauten für uns ungewohnt wirkten. Es überraschte uns und beinah jeder Zweifel ist für uns nach diesem Test wie weggeblasen. Jack´s Strive ist eine echte Rakete und es war für uns eine echte coole Erfahrung das Bike eines der schnellsten Enduro-Racer der Welt zu fahren. Schade, dass das Strive so nicht erhältlich ist, doch findet sich sicher für jeden Interessierten eine passende Variante bei den Direktversendern.

Weitere Informationen und Fahrszenen findet ihr in unserem Test-Video zu Jack Moirs Canyon Strive.

NEWS: Lewis Buchanan unterschreibt bei Norco

Pro Racer Lewis Buchanan verkündete vor einigen Tagen, dass er sich von seinem Rahmen Sponsor Forbidden trennt. Gestern postete er und der kanadische Mountainbike Hersteller Norco auf Instagram, dass sie die kommende Saison zusammenarbeiten werden. Lewis wird 2021 wieder bei einigen Enduro World Series Rennen an den Start gehen und auch wieder ordentlich YouTube Content kreieren. Wir sind gespannt was der junge Brite in der kommenden Saison so reissen wird.

Booom!!! Stoked to signed with @norcobicycles 🇨🇦 for 2021 and continuing this partnership for the future! Big move for me & a dream come true to be a part of the family. Epic brand with a bunch of history and an epic range of bikes that I’ll have the most fun on. I am focusing on racing between 4-6 rounds of EWS, other select events and a bunch of content planned. Over the moon on the complete package and sponsors I have right now, Let’s get it crew!!! More brand announcements coming soon for gear and protection! 📸: @innesgrahamphoto  – Lewis Buchanan auf Instagram

VIDEO: The Back Forty: Ep. 4 Whitehorse

Nach über zwei Wochen und 2500 km sind Micayla Gatto, Casey Brown und Georgia Astle an ihrem Ziel im Yukon angekommen. Zwischen kristallklaren Seen, runden Berggipfeln und farbenfrohen Wäldern machen sich die drei auf die letzten Trails ihrer Back Forty Tour. British Columbia bietet nicht nur ein paar der besten Trails der Welt, sondern auch eine atemberaubende Landschaft, alte Kulturen und mehr Platz, Berge und Wildnis als man sich vorstellen kann.

After 2 weeks on the road and close to 2500 km’s driven, the girls had finally reached the most northern part of the trip: Whitehorse. Driving this far made everyone realize how massive their home province is and was a real eye-opener to the diversity of the landscape. Massive rounded mountain tops, large crystal clear lakes and a canvas of oranges and reds from the leaves slowly falling from the trees.

The late summer temperatures we had in BC were now only a warm memory, we had entered into fall time in the Yukon and the riding got a lot chillier.

We could have spent another week or so exploring this beautiful area, but we had to reluctantly U-turn the trucks, and point them back south. It was a bitter end, but as we left, the sun set perfectly into our rear-view mirrors, like if it was telling us that we will be back one day.

VIDEO: George Brannigan gets rowdy in the Les Gets Backcountry

George Brannigan macht auf seinem Propain das Les Gets Hinterland unsicher. Der World Cup Racer ist auf seinem Enduro auf den losen und sommerlichen Trails in den französischen Alpen unterwegs und beweist, dass er nicht nur auf dem Downhill eine gute Figur macht.

George ‘Grylls’ Brannigan has been visiting Morzine to use as a base for World Cup racing for nearly a decade now. An animal on any bike, it’s awesome to see him make his back to the pointy end of the field after a couple of years on the wrong side of injuries.

George shreds the back country in Les Gets with @scottwindsorfilms

Video: Sam Hill zeigt was das neue Nukeproof Mega 290c kann

Nachdem Sam Hill letzte Woche die Szene ein bisschen auf Spannung gehalten hatte, verkündete er, dass er führ mindestens drei weitere Jahre bei Nukeproof bleibt. Zusammen haben sie die vierte Version des Mega entwickelt und Sam scheut nicht davor zurück das Bike in dem neuen Edit an die Grenzen zu fahren.  

The internet may have just repaired itself from Sam Hill’s breaking it last week. We’re stoked Sam’s staying with Nukeproof for another 3 years (minimum). Probably time to show him riding the new Mega:

With Sam was absent from the 2020 Enduro World Series rounds, he’s not been in full feet up mode, although it has been nice for him to “relax” and enjoy a full year at home with his young family for the first time in his illustrious career. The V4 Mega is a ground up design and Sam’s been out to ensure the bike is dialled for the 2021 season. He’s even been putting in times against the clock (and winning) at his local Western Australia Gravity Series. With Sam taking a hattrick of Enduro World Series titles on the Mega V3, the V4 Mega had some big shoes to fill. But the redesigned V4 Mega has allowed our engineers to implement some fresh thinking and changes on both 27.5” and 29” platforms. Geometry changes, all new linkage and suspension curve and a full carbon frame (with a fully optimised carbon layup).

Sam’s weapon of choice is again will again be the Mega 290c, seen here built to Team Chain Reaction Cycles-Nukeproof spec featuring components from a full selection of Nukeproof & Sam Hill Signature components along with Sram’s AXS set up, Rockshox ZEB fork, MRP AMG guide and DH22 rubber from Michelin.

“My initial impression of the new (V4) Mega is how quick and positive it feels to change lines and direction on the trails. The changes also make it feel a lot more playful to ride, but really stable when you’re going fast.”- Sam Hill

The new 2021 Mega: Race Proven.

Filmed in Western Australia at the awesome Linga Longa. Taking on some of his favourite enduro and downhill trails. For those that may not have been to this area, the park is pretty remote, situated about 3 hours from Perth, towards the southernmost tip of Western Australia. Originally the land was bought in 2012 as a family retreat by owner Boxer (as he put it “to run wild and free”). As a relative local Sam has been instrumental in helping design and build in the park along with hundreds of volunteers. What they have created is a little piece of MTB paradise, well worth a visit https://www.lingalongabikepark.com

VIDEO: 50to01 – TwennyTwenny Mixtape | Josh Lewis

50to01 präsentiert die Besten Momente von Josh Lewis aus 2020. Egal ob Hardtail, Trail- oder Downhill-Bike, das Mixtape aus Kamera, Smartphone und GoPro Aufnahmen zeigt die Skills des 27-jährigen Briten. Good Vibes, Tricks und Stürze garantiert.