Langzeittest: 100% Trajecta – das tragische Ende eines leichten Enduro Fullface Helms

24-Lüftungsöffnungen, wenig Gewicht und viel Sicherheit – Der 100% Trajecta klingt vielversprechend. Wir konnten den Enduro Fullface Helm eine ganze Saison lang testen und haben ihn bis zum letzten Moment ausgenutzt. Hier gibts alle Details. R.I.P.

Enduro Bikes stehen Downhill Bikes in fast nichts mehr nach. Die Strecken die wir auf den langhubigen Bikes fahren, werden auch immer extremer und oft ist ein Halbschalen-Helm zu wenig Schutz für das krasse Terrain. Mit normalen Fullface-Helmen schwitzt man jedoch extrem beim Uphill und einige Enduro Rennen Veranstalter verlangen, dass der Helm auch beim Pedalieren zum Trail getragen werden muss. Was unser Meinung nach auch wichtig ist.

Mittlerweile gibt es genau für diesen Einsatz Helme die den ganzen Kopf schützen und dabei auf ein hohes Maß an Ventilation setzen. So auch beim Trajecta von 100%. Wir konnten den leichten Enduro Helm eine lange Zeit testen und haben ihn bis zum letzten Moment ausgenutzt.

Optik und Features

Eines der herausragenden Merkmale des Trajecta Fullface Helms ist sein Belüftungssystem. Der Helm hat insgesamt 24 Belüftungsöffnungen, darunter  große Frontöffnungen und mehrere hintere Auslassöffnungen, um den Kopf während langer Fahrten kühl und bequem zu halten. Diese Kombination sorgt für einen angenehmen Luftfluss bei längeren Uphill Sektionen und schnellen Abfahrten.

Werbung

Der Trajecta Fullface Helm ist in einer Reihe von Farben und Designs erhältlich, um den persönlichen Vorlieben gerecht zu werden. Das uns zur Verfügung gestellte 2021er Modell kam in der Farbe grau mit dezenten weißen, schwarzen und gelben Decals. Wer es bunter oder schlichter mag wird in dem neuen Sortiment von 100% definitiv fündig.

Das akteulle Sortiment der Trjecta Reihe hat mittlerweile ein Fidlock Verschlusssystem das magnetisch funktioniert. Unsere 2021er Variante verfügt über einen gepolsterten Kinnriemen mit klassischem D-Ring-Verschluss.

Das Visier ist in drei Positionen verstellbar und bricht bei einem Sturz als ganzes Weg ohne zu splittern und das Gesicht zu verletzen. Wir haben es unfreiwillig getestet.

Da ich einen recht großen Kopf mit einem Umfang von 62cm habe, haben wir uns für Größe XL entschieden. Der Trajecta hat auch gepasst, hätte aber auf keinen Fall kleiner ausfallen dürfen. Insgesamt ist der helm in vier unterschiedlichen Größen erhältlich.

100% Trajecta – Material und Sicherheit

Der 100% Trajecta ist aus einer langlebigen Polycarbonat-Schale gefertigt, die bei einem Aufprall standhalten und den Kopf im Falle eines Sturzes schützen soll. Die Schale ist dabei relativ leicht, was dazu beiträgt den Tragekomfort bei langen Ausfahrten zu erhöhen.

Zusätzlich zur Polycarbonat-Schale hat der Trajecta Fullface Helm auch eine multi-density EPS-Schaum-Innenschicht, die bei einem Aufprall absorbiert und das Risiko von Verletzungen weiter reduziert, so heißt es. Der EPS-Schaum besteht aus einer Reihe von Schichten mit unterschiedlicher Dichte, die dazu beitragen, die Kraft eines Aufpralls auf einer größeren Fläche zu verteilen. Dadurch wird angeblich das Risiko von Gehirnerschütterungen und anderen schweren Verletzungen des Kopfes reduziert.

100% Trajecta

Obendrauf gibts das Smartshock Rotational Protective System bei dem das Innenpolster an 13 Punkten mit dem Helm verbunden wird die sich bei einem Aufprall bewegen können. Dadurch soll sie Schleuderwirkung beim Aufprall auf das Gehirn reduziert werden.

Das Innenfutter des Trajecta Fullface Helms ist aus feuchtigkeitsabweisendem Material gefertigt, das dazu beiträgt, den Schweiss abzutransportieren und den Kopf bequem in der Schale hällt. Das Innenfutter hat auch eine antimikrobielle Behandlung, um das Wachstum von Bakterien und Gerüchen zu verhindern, was besonders bei langen oder heißen Fahrten hilfreich sein kann. Die Polster sind herausnehmbar und waschbar.

Meinung: Darum ist ein Helm so wichtig

Beim Shooting der Bilder für den Test des Transition Spire wollte ich meine standard Linie auf dem lokalen Enduro Trail nehmen. Ich bin diese Strecke schon hunderte male gefahren und kenne sie in und auswendig. Doch als ich an diesem Tag mit dem Spire die mittlere Linie zwischen zwei kleine Baumstümpfen nehmen wollte, rutschte das Hinterrad kurz weg, verhakte sich im Stumpf und das Rad katapultierte mich ohne Vorwarnung über den Lenker. Das ging so schnell, dass ich absolut keine Chance hatte zu reagieren. Den Lenker noch in der Hand bin ich dann mit dem Kopf zu erst in den Boden eingeschlagen und stand im nächsten Moment schon wieder auf zwei Beinen.

Was sich Anfangs gar nicht so schlimm angefühlt hat, ging dann schnell in starke Kopfschmerzen und Übelkeit über. Der Helm hat die Wurzel auf die ich eingeschlagen bin, gekonnt abgefedert und seine besten Tage hinter sich gelassen. Tatsächlich war eine große Delle in der Außenwand zu sehen und der innere Schaumstoffkern war gebrochen. Diesen Sturz hätte mit Sicherheit kein Helm überstanden und ich war froh, dass ich mit einer leichten Gehirnerschütterung davon kam. Ein paar Tage ausruhen, starkes Licht vermeiden, die Anzeichen im Auge behalten und auf Sport verzichten war danach sinnvoll.

Das gruselige an der Geschichte war eigentlich nur, dass ich die Strecke schon so oft gefahren bin und dieser winzige Fehler so schnell kam und so unerwartet war, dass ich absolut keine Chance hatte.

Warum fahren dann immer noch so viele Leute ohne Helm?

Im Park stehen überall Schilder, dass ein Helm Pflicht ist und trotzdem sieht man hin und wieder unwissende und ignorante Menschen die auf ein richtig cool aussehendes und lebensrettendes Accessoire verzichten. Hauptsache ein Fahrrad für mehrere tausend Euro unterm Hinter haben, aber keine 50-100 Euro für einen Helm ausgeben?! Traurig.

Mittlerweile kenne ich viele Leute die ohne Helm einfach nicht mehr da wären. Mein Vater wäre vor ca. 22 Jahren einfach auf der Straße gestorben, nachdem er gestürzt war. Selbst mit Helm hat er es nur mit ganz viel Glück geschafft. Freerider Franz Grossmann hat nach einem Sturz im Rennen alltägliche Dinge neu lernen müssen. Er kämpft immer noch mit den Folgen. Tahnee Seagrave hatte die ganze letzte Saison mit den Folgen einer Gehirnerschütterung zu kämpfen, die zu starken Depressionen geführt hat und ihr extrem viele Probleme in ihrem Alltag verursacht hat.

Alle drei hatten Helme auf! Überlegt mal was ohne gewesen wäre.

100% Trajecta

Selbst auf dem Weg zum Bäcker können Unfälle passieren. Die Tage bin ich einfach wie ein Joey am Bordstein entlang gerutscht und darauf umgefallen. Es kann einfach jederzeit passieren und deshalb ist es umso wichtiger, dass ihr euren Freunden und eurer Familie, oder sogar Fremden ohne Helm einfach sagt, dass es unfassbar dumm ist ohne zu fahren. Egal wann, egal wo und egal wie! Denn oft passiert es dann wenn wir uns am sichersten fühlen und die Konzentration nachlässt.

Hält der 100% Trajecta was er verspricht?

Definitiv. Zwar ist er nicht unbedingt der bequemste Helm was aber durchaus auch an meiner Kopfform liegen kann und daran, dass er mir fast ein ganz kleines bisschen zu eng war, jedoch behält man auch bei langen Uphill Sektionen einen kühlen Kopf. Die Ventilation funktioniert ausgezeichnet was ich vor allem bei der Trail Trophy 2021 am Geisskopf gemerkt habe. Beim Pedalieren zum Trail bestand dort nämlich auch Helmpflicht und selbst auf dem recht steilen Uphill Flow konnte ich einen halbwegs kühlen Kopf behalten.

Was mich persönlich oft an Fullface Helmen stört, ist der geringe Luftzug. Ich bekomme zum Beispiel bei meinem alten Troy Lee D3 nichts von der Geschwindigkeit mit. Trägt man dann noch eine Goggle, ist man wie in einer Luftsicheren Kanzel gefangen und kann die Geschwindigkeit kaum noch einschätzen. Der Trajecta vermittelt einem da schon eher das Halbschalen-Feeling und bietet dank der Form und des Kinnbügels ordentlich Sicherheit.

Das habe ich zu einem bei der Trail Trophy gemerkt, als ich bei einem Sturz gegen einen Baum geknallt bin, aber auch beim Shooting des Transition. Zwar hat der Helm letzteres nicht überstanden. Mit einer Halbschale wäre es jedoch weniger gut ausgegangen.

Was mir auch gefallen hat, sind die leicht entnehmbaren Polster. Ich schwitze schnell und da ist es mir wichtig die Polster regelmäßig zu waschen.

Auch positiv fand ich die Geräuschkulisse des Helms. Trotz der vielen Luftöffnungen hört man kein Rauschen oder Pfeifen bei der Abfahrt und kann die Umgebung um sicher herum noch gut wahrnehmen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass es an den Ohren keine großen Öffnungen gibt.

Wer sich für den 100% Trajecta interessiert bekommt diese teilweise schon für 150 Euro was für so einen leichten Fullface Helm absolut in Ordnung ist. Teilweise haben wir sogar Auslaufmodelle für viel weniger im Internet gefunden.

100% Trajecta

Fazit zum 100% Trajecta: ventiliert, leicht und sicher!

Insgesamt ist der 100% Trajecta Helm ein hochwertiger und schicker Helm für den Park oder die anspruchsvollere Enduro Runde. Sein cleveres Belüftungssystem und sein leichter Aufbau sorgen für einen angenehmen Tragekomfort, während seine robuste Konstruktion und die CE-Zertifizierung sicherstellen, dass er im Falle eines Unfalls zuverlässigen Schutz bietet. Obendrauf gibts ein modernes und kompaktes Design was uns richtig gut gefallen hat.

Action-Shots: Paul Kopp (@photographerpaul)

Fahrrad: Transition Spire, YT Jeffsy Core 2

Weitere Informationen zum Helm findet ihr unter: www.sports-nut.de

 

Previous ArticleNext Article