TEST: Bulls Wild Ronin Team – Der Wolf im Schafspelz

140mm Federweg, eine zum Trail-Bike passende Geometrie, Ultimate Fahrwerk und eine edle Optik – Das ist das Bulls Wild Ronin Team. Was das deutsche Carbon Fully kann und wie es sich auf den Trails geschlagen hat, erfahrt ihr hier.

Sind wir mal ganz ehrlich: Bulls ist nicht unbedingt die Marke, die für die begehrtesten Bikes im Mountainbike Sport bekannt ist. Geht es jedoch um große Ergebnisse, sind Athleten wie der deutsche Enduro Meister Christian Textor und Marathon Legende Karl Platt nur ein paar Namen die erfolgreich auf Bulls Equipment sind.

Das Ronin schafft den wohl weitesten Spagat zwischen den Disziplinen Enduro und Cross Country: Egal wie lang die Tour ist, wie heftig das Gelände – dieses Bike meistert alles, ein echtes All Mountain eben, oder vielleicht einfach nur das kompletteste Mountainbike? – Christian Textor

Das Bulls Wild Ronin Team wird vom deutschen Hersteller als kerniger Allrounder mit Spaßgarantie beworben. Mit einem RockShox Ultimate Fahrwerk, 140mm Federweg, Shimano XT Bremsen und einem recht leichten Rahmen könnte das Ronin dieser Aussage durchaus gerecht werden.

Optik und Features

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Optisch reiht sich das Wild Ronin perfekt in das Mountainbike Sortiment von Bulls ein Das Carbon Modell erinnert stark an die Enduro Maschine Wild Creed und verfügt ebenso über den markanten Hauptrahmen mit kantiger Linienführung.

Die Farben des Ronin sind dezent gehalten – hier wird ein leichtes „air blue“ mit schwarzen Decals und einer silbernen RockShox Pike Ultimate kombiniert. Das steuert zu einem edlen und schlichten Gesamtbild bei.

Bulls Wild Ronin

Passend zur Trail-Bike Kategorie gibt es einen leichten Kettenstrebenschutz, der die Strebe im rauen Gelände vor Schlägen der Kette schützt. Falls die Kette mal abspringt hat Bulls einen polierten Alu-Schutz im Bereich des Tretlagers montiert, der das Carbon schützen soll.

Auf langen Touren darf natürlich die Möglichkeit zur Montage einer Trinkflasche nicht fehlen. Hier gibt es im Hauptrahmen genügend Mounts und Platz für gleich zwei Flaschen.

Bulls Wild Ronin

Geometrie – klassischer Allrounder

Bei der Geometrie eines Trail-Bikes ist viel Spielraum möglich. Manche Hersteller produzieren lange und flache Kisten zum Ballern, andere konzentrieren sich eher auf die Balance zwischen Uphill und Downhill. Letzteres war ganz klar das Ziel von Bulls.

Der Lenkwinkel von 66° wird mit einem Reach von 470mm in der Rahmengröße 48cm (Was ungefähr L entspricht) kombiniert. Dazu kommt ein eher kurzer Stack von 621mm und eine Kettenstrebe von kurzen 435 Millimeter. Diese Zahlen geben den Ton des Wild Ronin an und untermalen die Aussage des „kernigen Allrounder mit Spaßgarantie“.

41 cm44 cm48 cm51 cm
A
OBERROHRLÄNGE
582 mm603 mm625 mm647 mm
B
REACH
430 mm450 mm470 mm490 mm
C
STACK
612 mm612 mm621 mm630 mm
D
SITZROHRLÄNGE
41 cm44 cm48 cm51 cm
E
SITZROHRWINKEL
76 °76 °76 °76 °
F
KETTENSTREBE
435 mm435 mm435 mm435 mm
G
RADSTAND
1173 mm1193 mm1217 mm1241 mm
H
TRETLAGEROFFSET
30 mm30 mm30 mm30 mm
I
LENKWINKEL
66 °66 °66 °66 °

Komponenten und Ausstattung

Was bekommt man bei Bulls für 5.199 Euro? Beim Fahrwerk wird auf Rockshox Ultimate Produkte gesetzt. An der Front arbeitet die Pike mit 140mm und am Heck der Deluxe mit 140mm.

Obendrauf gibts eine Menge Shimano Deore XT Produkte. Zum Stehen kommt das Ronin mit der 4-Kolben XT Bremsanlage, die mit großen 203mm Scheiben kombiniert wird. Diese Größe ist auch bei modernen Trail-Bikes nicht ganz üblich und hat uns positiv überrascht. Übrigens gibt Bulls auf der Webseite an, dass das Wild Ronin nicht über eine Rücktrittbremse verfügt. 😉

Shimano

Für die richtige Übersetzung sorgt das XT 12-Fach Schaltwerk (10-51 Zähne) mit einer passenden Kurbelgarnitur (32 Zähne).

Das Ronin rollt auf Schwalbe Nobby Nic Evo Super Ground TLE 29″ Reifen mit einer Breite von 2,4″. Diese sind auf einem DT Swiss XMC 1501 Spline Laufradsatz montiert.

Wem das Wild Ronin Team zu teuer ist, bekommt bei Bulls für wenig Geld schon viel Carbon. Den Einstieg in das Trail-Bike Sortiment mach das Ronin für 2.699 Euro mit Carbon Rahmen, RockShox 35 an der Front und Shimano Deore Parts. Für Tausend Euro mehr bekommt man eine Pike Select RC an der Front und Shimano Deore XT Bremsen und die dazu passende Schaltgruppe. Preislich ist das definitiv attraktiv.

Bulls Wild Ronin

Das Bulls Wild Ronin auf dem Trail

Wir konnten das Wild Ronin auf einige Trails entführen – Von ruppigen Abfahrten auf dem Holy Hansen im Vinschgau bis hin zu unseren Hometrails am Geisskopf musste das 140mm Bike einiges bei Wind und Wetter einstecken.

Aber bevor es zum spaßigen Part kommt, müssen wir über die Performance im Uphill sprechen.

Schon auf den ersten Metern wird klar, dass das Wild Ronin den Weg zum Trail so einfach wie möglich gestalten will. Die Sitzposition ist nicht zu gestreckt und der Sitzwinkel von 76° bietet einem eine tolle Stellung, um ordentlich in die Pedale zu treten.

Generell klettert das Ronin sehr gut den Berg hinauf. Das liegt wie schon erwähnt an der Sitzposition, aber auch am geringen Gewicht von 12,66kg und dem präzise arbeitenden Hinterbau. Dieser funktioniert vor allem auf technischen Klettersektionen hervorragend und bietet ausreichend Traktion, um steile Trails zu erklimmen.

Bulls Wild Ronin
Der Spitzname Endo-Flo passt wie Latsch und Apfelbäume

Da wir aber am meisten Spaß bei der Abfahrt haben, mussten wir uns natürlich auch auf diese konzentrieren. Auch hier fällt der präzise und feinfühlige Hinterbau wieder auf. Dieser schluckt gekonnt kleine Unebenheiten weg und sorgt damit für ein sanftes Fahrgefühl.

Schnell wird auch klar, dass Bulls mit dem beworbenen kernigen Allrounder mit Spaßgarantie recht hat. Die Geometrie und das recht hoch im Federweg stehende Fahrwerk mach das Ronin zum verspielten Trail-Bike. Kleine Gaps, spaßige Line und der ein oder andere Endo-Drop lassen sich spielend leicht meistern. Die Performance der RockShox Ultimate Produkte ist exzellent und bietet auch bei härteren Schlägen genügend Gegenhalt und ausreichend Einstellmöglichkeiten, um ein individuelles Setup zu finden.

Bulls Wild Ronin

Auf flowigen Strecken kommt der kurze Hinterbau und der „kurze“ Reach zur Geltung. Wer schnell durch enge Kurven zirkeln will, kommt hier auf seine Kosten. Der Flow Trail am Geisskopf ist zwar nicht besonders steil, wird aber recht schnell und macht auf dem Wild Ronin tatsächlich extrem viel Spaß, da sich das Rad ausgezeichnet in die Anlieger drücken lässt und sich leicht über die kleinen Tables und Sprünge schiebt.

Auf den Enduro Trails haben wir uns zwar einen etwas längeren Reach gewünscht um mehr Stabilität zu bekommen, jedoch konnten wir die Strecken auf dem Ronin aus einer anderen Sicht begutachten und nicht immer die schnellste Linie sondern die spaßigere wählen.

Weniger spaßig und präzise ist jedoch die Geräuschkulisse. Wie auch schon beim Wild Creed rappelt und klopft es in dem Hinterbau, sodass es fast schon unangenehm und nervend ist. Hier sollte sich Bulls unbedingt eine neue Führung der Züge einfallen lassen.

Das Fazit zum Bulls Wild Ronin Team

Bulls hat vielleicht nicht das beste Image in der Gravity-Mountainbike Szene, verdient aber mit dem Wild Ronin Aufmerksamkeit. Der Präzise Hinterbau, die schicke Optik, die tolle Uphill Performance und ein extrem spaßiges Fahrverhalten machen das Trail-Bike zum Allrounder mit Spaßgarantie. Wer vom klappernden Hinterbau absehen kann, bekommt für 5.199 Euro ein preislich attraktives 29 Zoll Carbon Fully, dass auf Trails und im Bike Park Spaß macht.

 

Weitere Informationen findet ihr unter: www.bulls.de

 

 

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TEST: Specialized Trail-Bekleidung – so gut wie die Mountainbikes?

Specialized gehört zu den größten Marken der Szene. Mit ihren Mountainbikes dominieren sie den Markt und haben Erfolg im Downhill, Enduro und Freeride. Ausnahmsweise haben mal heute aber kein Bike der Kalifornier*innen getestet sondern uns die Trail-Bekleidung genauer angeschaut. Ob die Klamotten so gut sind wie die Räder, erfahrt ihr hier.

1974 wurde Specialized in Kalifornien gegründet und ist nicht mehr aus dem Radsport wegzudenken. Im World Cup räumen Athleten wie Loic Bruni und Finn Illes ab, beim Darkfest ist Chelsea Kimball auf einem Demo in der Luft und in Kamloops macht Matt Hunter die Kurven unsicher. Die Marke steht für Qualität, Erfolg und gehobene Preise.

Bei unserem Field Trip vor wenigen Wochen hatten wir die neue Trail-Bekleidung aus dem Hause Specialized mit und konnten uns einen Eindruck machen. Vom Trail-Long Sleeve, über die Trail Regenjacke im Camo Look bis hin zur passenden Hose und dem euch vor wenigen Wochen vorgestellten Ambush Helm hatten wir alles dabei, was man für den nächsten Enduro Trip braucht.

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Specialized

Unseren ersten Eindruck vom Specialized Ambush Helm findet ihr hier: FIRST RIDE: Der neue Specialized Ambush Trail/Enduro Helm. Den Test zu den Specialized 2FO Schuhen findet ihr hier: Test ein Jahr mit Specialized 2fo-Roost und DH Schuhe

Men’s Altered-Edition Trail Rain Jacket

Könnt ihr euch an die Szene aus Die Rückkehr der Jedi-Ritter erinnern, in der Leia auf Endor mit einem Poncho auf die Ewoks trifft? Genau an diesen erinnert mich die Trail Rain Jacket in Oak Green. Aber vielleicht liegt das auch nur an meiner ausgeprägten Fantasie.

Optisch ist der „Camo“ Look definitiv Geschmacksache, wirkt aber im Vergleich zu anderen Marken nicht ganz so aufdringlich und etwas dezenter. Was uns gefällt sind die fehlenden Specialized Logos. Somit ist die Jacke auch für Besitzer von anderen Marken interessant.

Auf der Brust befindet sich eine Tasche in der man das Smartphone, Tools, oder Ähnliches Verstauen kann. Die Kapuze verfügt über eine Art Visier und lässt sich mit Kordelzügen an die Kopf, oder Helmform anpassen.

Komfort und Verarbeitung

Specialized bewirbt die Trail Regenjacke als extrem atmungsaktiv und dehnbar. Für eine Jacke aus 100% Polyester ist diese auch verhältnismäßig gut belüftet, lässt einen aber bei höheren Temperaturen trotzdem ordentlich schwitzen, was bei leichten Trail Regenjacken aber leider fast immer so ist. Was den restlichen Komfort angeht, haben wir nichts auszusetzen. Die Jacke verfügt über einen angenehmen Stretch, der für ordentlich Bewegungsfreiheit auf den Trails sorgt.

Material und Preis:
  • Material: 100% Polyester
  • Größen: S – XXL
  • Preis: 170,00 Euro

Für eine Marken-Regenjacke ist der Preis der Men’s Altered-Edition Trail Rain Jacket absolut gerechtfertigt. Dazu kommt eine cleane Optik, ordentlich Bewegungsfreiheit und kein auffälliges Branding. Uns gefällt’s.

Latsch

Specialized

Men’s Altered-Edition Trail Long Sleeve Jersey

Im Vergleich zu den anderen Specialized Kleidungsstücken ist das Long Sleeve Jersey mit wesentlich mehr Branding und Logos versehen. Die uns zur Verfügung gestellte Smoke Variante hat ein ähnliches Muster wie die Trail Rain Jacket und kombiniert eine graue Front mit Schwarz. Specialized bietet das Jersey noch in einer etwas helleren Farbvariante an.

Auf der linken Brust ist das Logo der Kalifornier in weiß gedruckt und auf dem Ärmel befindet sich in großen Buchstaben der Markenname.

Komfort und Verarbeitung

Auch hier kann man sich nicht über den Tragekomfort beschweren. Die Stoffmischung liegt sehr angenehm auf der Haut und der Rundhalskragen passt zum lässigen Stil.

Die Kalifornier setzen beim Stoff auf ein besonderes Konzept. Das reflektierende MiniR®-Gewebe soll die Sonne reflektieren, kühl halten und besonders beständig sein.

Material und Preis:
  • Material: 80% Polyester, 14% Baumwolle, 6% Elastan
  • Größen: S – XXL
  • Preis: 65,00 Euro

Das Men’s Altered-Edition Trail Long Sleeve Jersey wirkt sehr leicht, liegt angenehm am Körper und sieht sehr gut aus. Zwar sind hier die Specialized Brandings wesentlich auffälliger, wer aber Fan der Marke ist, wird hier ein echt tolles Jersey für einen super Preis bekommen.

Latsch

Specialized

Trail Pants

Bei der Trail Pant setzt Specialized auf etwas gedecktere Brandings. Wer also wert auf passende Marken legt und auf seinem Trek keine Specialized Klamotten tragen möchte, kann hier vielleicht noch ein Auge zudrücken. Das kleine Logo fällt zumindest kaum auf, was uns persönlich sehr gut gefällt. Die Trail Pant ist aktuell in Schwarz auf der Website von Specialized erhältlich.

Komfort und Verarbeitung

Was beim ersten Anziehen direkt auffällt, sind die sehr eng geschnittenen Beine. Mal schnell an und ausziehen ist hier nicht so leicht. Wer große Füße hat, kommt schwer durch den engen Bund am Knöchel. Sobald die Hose aber sitzt, liegt sie vor allem an den Beinen sehr angenehm eng an. Dank des elastischen Materials bleibt aber auch Platz um sogar DH Knieschoner unter der Trail Pant anzuziehen.

Der klassische MX-Schnallenverschluss macht einen soliden Eindruck und die beiden Taschen bieten Platz für Smartphones und Liftticket.

Material und Preis:
  • Hauptmaterial: 90% Nylon, 10% Elastan – Andere: 82% Nylon, 18% Elastan
  • Größen: 26 – 42
  • Preis: 120,00 Euro

Wenn es etwas zum bemängeln an der Specialized trail Pant gibt, dann sind es wahrscheinlich für viele die sehr engen Beine. Sobald die Hose sitzt, bietet sie aber ordentlich Komfort, sieht sehr gut aus und hat Platz für große Schoner – auch bei „breiteren“ Beinen. Der Preis ist für eine Lange Trail Hose von Specialized durchaus auch fair.

Specialized

Fazit: Specialized = schick, bequem und modern

Wer an Specialized denkt, denkt an tolle aber teure Fahrräder. Im Gegensatz ist die Sportswear der Kalifornier für einen markt-typischen Preis erhältlich und ist teilweise sogar günstiger als bei anderen Herstellern. Dazu kommt, dass Specialized auf ein schickes, schlichtes und modernes Design setzt, das definitiv heraussticht und viele Fans in der modernen Szene finden sollte. Auch die Batik/Camo Optik der Regenjacke und des Jerseys übertreibt nicht und passt sehr gut zum Image. Da Specialized teilweise auf sehr unauffälliges Branding setzt, sind die Produkte auch was für alle die auf anderen Marken die Trails unsicher machen.

Specialized

Mehr Infos findet ihr unter: www.specialized.com

TEST: Rapha Trail Kollektion – neu, schick und teuer?

Rapha ist schon seit Jahren eine der größten Bekleidungsmarken im Rennrad-Bereich. Nun öffnen die Engländer*innen ein neues Kapitel und präsentieren ihre erste Mountainbike Kollektion. Wir haben haben das Mens Trail Outfit mit passenden Knie-Schonern und dem Smith/Rapha Helm auf die Trails entführt und einen ausführlichen Eindruck bekommen. 

Nachdem Rapha im Jahr 2004 von Simon Mottram und Luke Scheybeler in London gegründet wurde, etablierte sich die Marke schnell im Rennradsport. Mittlerweile gibt es eigene Rapha Teams, gesponserte Rennställe und Kollaborationen mit anderen Herstellern die Rapha immer weiter voran bringen.

2021 ging der englische Hersteller einen Schritt weiter und präsentierte seine erste Mountainbike Kollektion mit einem großen Sortiment aus Hosen, Jerseys, Jacken, Schonern und sogar einem Smith Forefront Trail Helm mit Rapha Design.

Zwar scheinen die Preise auf den ersten Blick etwas hoch angesetzt, jedoch bietet die Marke bei Beschädigung der Kleidung einen Reparatur Service an und liefert Patches zum Flicken direkt mit. Andere Marken in der Bike-Branche bieten ähnliche Services an, die gegen die Wegwerfgesellschaft angehen wollen.

„Rapha bietet einen kostenlosen Reparaturservice für die Lebensdauer des Produkts mit gültigem Kaufnachweis an. Dieser Service gilt auch für Kleidungsstücke, die nicht unserer 90-tägigen Rückgabefrist unterliegen. – Rapha“

Vinschgau
Das Vinschgau entwickelt sich immer mehr zu einem der Hot Spots der Mountainbike Szene in Europa. Good Vibes und tolle Trails sind hier garantiert!

Natürlich konnten wir nicht die Finger von der neuen Mountainbike Kollektion lassen und mussten einfach ein paar der Produkte testen. Im Zuge unseres Test-Trips nach Latsch hatten unsere Fahrer das Mens Trail Outfit mit passenden Knie-Schonern und dem Smith/Rapha Helm auf.

MEN’S TRAIL 3/4 SLEEVE JERSEY

Optisch bleibt sich Rapha auch bei der Mountainbike Kollektion treu. Das Design ist clean und verzichtet auf auffällige Farben und fette Logos. Schlicht und Modern trifft es da wohl am besten.

Das Mens Trail 3/4 Sleeve Jersey hat wie der Name schon sagt 3/4 lange Arme, die vor allem zu der langsam kommenden, wärmeren Jahreszeit passen. Unser Modell kam in Blue/Navy ist aber noch in Light Grey/Black und Dark Grey/Light Grey erhältlich. Die beiden anderen Versionen sind ähnlich schlicht gehalten und verzichten auf knallige Farben.

Komfort und Verarbeitung

Laut Rapha besteht das Men’s Trail Jersey aus strapazierfähigem, atmungsaktivem und flexiblem Material für große Bewegungsfreiheit. Nach einigen Abfahrten und ungewolltem Bodenkontakt können wir das auch bestätigen. Das Jersey sitzt sehr angenehm am Körper und bietet trotz etwas engerem Fit ausreichend Bewegungsfreiheit und Komfort. An den Armen wird zusätzlich ein abriebfestes Gewebematerial verarbeitet.

Insgesamt lässt die Verarbeitung keine Wünsche offen. Auch nach mehrfachem Tragen, Waschen und dem ein oder anderen Sturz sieht das Men’s Trail wie neu aus.

Material und Preis:
  • Korpus: 100 % Polyester (68 % recycelt)
  • Ärmel: 76 % Nylon, 13 % Polyester, 11 % Elastan
  • Größen: XS – XXL
  • Preis: 90,00 Euro

Preislich muss man ganz klar sagen, dass sich das Jersey im höheren Preissegment ansiedelt. Allerdings sind auch Komfort und Verarbeitung auf einem hohen Niveau.

Rapha

MEN’S TRAIL SHORTS

Passend zum Jersey gibt es die Trail Short in Navy. Die Optik ist ebenso sauber wie schlicht gehalten und somit finden wir nur ein kleines Rapha Logo in Orange auf der Hose. Der Sitz der Hose ist durch einen verstellbaren Bund mit seitlichen Schnallen an den Körper anpassbar und sorgt mit seiner ergonomischen Schnittführung für uneingeschränkte Bewegungsfreiheit.

Natürlich dürfen keine Taschen fehlen. Deshalb gibt es zwei Einschubtaschen sowie zwei seitliche Taschen mit Reißverschluss und integriertem, leicht erreichbarem Smartphone-Fach.

Komfort und Verarbeitung

Die Men’s Trail Short verfügt über ein robust wirkendes, atmungsaktives und elastisches Material aus Nylon und Elastan das nach Bluesign und Öko-Tex zertifiziert ist.

Material und Preis:
  • Korpus: 88 % Nylon, 12 % Elastan
  • Größen: XS – XXL
  • Preis: 135,00 Euro

Auch die Hose ist mit 135,00 Euro recht teuer. Andere Hersteller bieten für den Preis lange Beine und Downhill Produkte an. Wie aber auch bei dem Jersey kann man sich nicht über den Komfort und die Passform beschweren. Der Bund lässt sich auch sehr angenehm an den Körperbau anpassen und das cleane Design dürfte auch viele Fans finden.

Rapha MTB

TRAIL KNEE PADS

Unter der Men’s Trail Short haben wir die neuen Rapha Knieschoner getragen. Optisch lässt sich hier absolut nichts einwenden. Im Gegenteil – das extrem schicke und cleane Design macht die Knee Pads fast schon auffällig unauffällig.

Rapha

Komfort und Verarbeitung

Sobald man die Schoner anzieht wird einem das sehr bequeme bi-elastische Material auffallen. Das Pad schmiegt sich wie eine zweite Haut an das Bein an und bietet mit seiner nahtlosen Konstruktion in der Kniekehle für zusätzlichen Komfort und verhindert Druckpunkte.

Die ergonomische Formgebung auf der Rückseite und die breite Gummierung am oberen Rand des Schoners sollen für perfekten Halt sorgen. Das können wir auch zum Großteil bestätigen, jedoch sind die Schoner einem unserer Tester hin und wieder bei längeren Abfahrten gerutscht.

Rapha MTB

Die Protektoreneinsätze werden in Zusammenarbeit mit RHEON™ Labs speziell für Rapha gestaltet und sollen auch bei extremer Krafteinwirkung eine hohe Schutzwirkung bieten. Zwar hatten unsere Tester den ein oder anderen Bodenkontakt, jedoch war der bisher nie schwer genug um das volle Potential der Schoner auszuschöpfen – Zum Glück. Die Verarbeitung lässt jedoch keine Wünsche offen und zeigt bisher fast keine Abnutzung oder offene Nähte. Das liegt eventuell auch an dem Material an der Vorderseite das mit SuperFabric™ gefertigt wird, einem zähen synthetischen Gewebe mit extrem robustem Keramik-Polymer-Druck.

Material und Preis:
  • Korpus: 78 % recyceltes Nylon, 22 % Elastan
  • Front: Super Fabric™
  • Protektoreneinsätze: Aktives Polymer von RHEON™Labs
  • Zertifizierte Schutzklasse: 2, Typ B
  • Größe: XS – XL
  • Preis: 95,00 Euro

Für leichte Knieschoner sind auch die Rapha Trail Knee Pads recht kostspielig. Dafür bekommt man aber einen Schoner der wie eine zweite Haut am Bein anliegt, optisch sehr sauber gestaltet ist und sich leicht anfühlt.

Rapha

RAPHA X SMITH FOREFRONT 2 TRAIL HELMET

Rapha hat zusammen mit Smith den Forefront 2 Trail Helm auf den Markt gebracht. Diesen gibt es in gleich vier verschieden Farbvarianten – Grey/Light Grey, Green/Black, Black/Print und dem uns zur Verfügung gestellten Grey Blue Print. Unserer Meinung nach ein absoluter Hingucker.

Komfort und Verarbeitung

Schon auf den ersten Metern wird klar, dass der Forefront einer der bequemeren Helme ist. Das VaporFit-Einstellsystem mit 270° lässt den Helm angenehm an die Kopfform anpassen ohne dabei zu drücken. Auch Mountainbiker*innen mit einem größeren Kopf kommen hier auf ihre Kosten. Wer jedoch zusätzlich noch einen recht runden Kopf hat, wird im Bereich der Schläfe etwas Druck verspüren.

Für ausreichend Ventilation sorgen die knapp 20 Lüftungsschlitze welche an der Front und am Heck des Helms auch zum verstauen einer Brille genutzt werden können.

Im Gegensatz zum Trend ist das Visier nicht am Helm fixiert, sondern lässt sich leicht in der Höhe verstellen. Beim Verschluss handelt es sich um ein klassisches Clip-System.

Schutz – Mips und Koroyd Technologie

Für einen Preis von 205,00 Euro sollte der Rapha Helm mit ausreichend Schutz und Sicherheit glänzen. Der Forefront 2 kommt deshalb mit dem beliebten Multi-Directional Impact Protection System (MIPS), das Rotationsbelastungen bei ungünstigem Aufprallwinkel verringert. Zusätzlich ist der Helm noch mit einer vollflächigen Koroyd-Schutzschicht ausgestattet die für eine optimale Belüftung und Stoßabsorption beim Aufprall sorgen soll.

Material und Preis:
  • Schale und Koroyd Schicht: Polycarbonat
  • Polsterung: EPS-Schicht
  • Größe: S – L
  • Gewicht: 410g (Größe L)
  • Preis: 205,00 Euro

Wer einen großen Kopf hat, sollte sich nicht von der fehlenden Größe XL abschrecken lassen – denn der Forefront 2 in der Größe L passt auch Menschen mit großem Kopf (Patrick hat einen Kopfumfang von 62cm und trägt den Helm sehr gerne auch bei langen Touren). Die Geschichte mit dem Preis zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Rapha MTB Sortiment – Auch für den Rapha Forefront muss man etwas tiefer in die Tasche greifen als für vergleichbare Helme der Konkurrenz. Wer auf das Design der britischen Marke verzichten kann, bekommt den Helm von Smith übrigens für knapp 50 Euro weniger.

Rapha

Unser Fazit zur Rapha MTB Trail Kollektion

Rapha ist schon lange für sein edles Design und tolle Verarbeitung in der Rennrad und Gravel Szene bekannt. Mit der Mountainbike Kollektion schaffen sie nun einen würdigen Einstieg in eine weitere Sportart. Die Verarbeitung und der Komfort sprechen für langjährige Erfahrung und bieten alles was man von einer Trail-Kollektion erwarten kann. Über den tendenziell etwas höheren Preis der Produkte kann man streiten. Wer auf der Suche nach „Bang for the Buck“-Produkten ist, wird um die Kollektion der Briten wahrscheinlich einen weiten Bogen machen. Wer jedoch auf der Suche nach einem hochwertig verarbeiteten, stylischen und bequemen Kit mit einem extra-Schuss Exklusivität ist, sollte sich die Rapha MTB Trail Kollektion auf alle Fälle genauer ansehen.

Rapha
Staubige Trails im März auf knapp 1500 Höhenmeter

Rapha Produkte findet ihr bei einem offiziellen Händler oder unter: www.rapha.cc

TEST: Scor 4060 ST NX – das neue Trail Bike im Test

Die Marke Scor präsentierte 2021 ihr erstes Line Up, das auf einem motorisierten und un-motorisierten Rahmen basiert. Wir haben das Scor 4060 ST in der Short Travel Variante mit 140mm Federweg, Sram NX Komponenten und Rockshox Fahrwerk auf den Trails im Vinschgau genauer unter die Lupe nehmen können. Alle Infos zu der spaßigen Trail-Rakete findet ihr hier.

Scor entsprang der Idee zweier BMC Mitarbeiter die Lust auf ein Spaß orientiertes Mountainbike hatten. BMC ist eher für Wettkamp Crosscountry- und Road-Bikes bekannt und somit fehlte noch etwas mit dem man auf Jumptracks, Flowtrails und im Bike Park Spaß haben konnte. Mit Hilfe der schon zur Verfügung stehenden Ressourcen und dem angesammelten Wissen entstanden schnell die ersten Prototypen und nach gründlichem Testen und Planen das finale Produkt.

Wir waren vor wenigen Tagen auf den stautrockenen Trails im Vinschgau unterwegs und konnten uns die kurzhubige Variante von Scor etwas genauer anschauen. Ob der versprochene Spaßfaktor zur Geltung kam, erfahrt ihr hier und in unserem ausführlichen Test-Video

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Der Name des Trail-Bikes liest sich beim ersten mal wie eine Artikelnummer und im Endeffekt ist der Unterschied auch eher gering. 4060 ist die Bezeichnung des Rahmens. Die Zahlen setzen sich aus dem Federweg zusammen – entweder bekommt man 140mm oder 160mm. ST steht für Short Travel und NX für die Ausstattungsvariante. Somit ist klar, dass wir das kurzhubige Trailbike mit der Sram NX Ausstattung haben. Würde noch ein Z vor dem ST stehen, wäre es das motorisierte Modell.

Scor 4060 ST

Optik – Scor 4060 ST NX

Optisch kann man am 4060 absolut nichts aussetzen. Das Design ist extrem Modern und das tiefe Fahrwerksdesign erinnert an bekannte Specialized und Santa Cruz Modelle. Das uns zur Verfügung gestellte Modell kam in einem Grauton daher und wirkte sehr clean. Das liegt zum einen an den intern verlegten Zügen und zum anderen an den dezenten Decals.

Wer es etwas bunter mag, kann beim ordern des Scor ein individuelles Decal Kit, bzw. Frame-Protection-Kit dazu bestellen.

Scor 4060 ST
Dämmerung im Vinschgau

Mit unseren massgeschneiderten Frame Protectors kann dein Bike so einzigartig und kreativ sein wie dein Fahrstil. Ob dezent oder auffällig, du hast die Wahl. Du willst es ganz individuell? Mit der MySublimstick-App von Slicy und den Vorlagen speziell für deinen Rahmen kannst du dein eigenes, einzigartiges Design mit Fotos, Grafiken und Text entwerfen. – Scor

Flaschenhalter und Kettenstrebenschutz dürfen natürlich auch nicht fehlen. Besonders ist, dass sich unter dem Tretlager eine Stash-Box verbirgt – in dieser ist Platz für einen „kleinen“ schlauch und vielleicht noch ein kleinen Multitool. Aber das beste ist das mitgelieferte Schaltauge, dass in jeder Stash-Box von Scor verstaut ist.

Geometrie – vorne lang, hinten kurz

Das Scor 4060 ist nicht nur optisch ein modernes Trail-Bike, auch die Geometrie Daten sprechen für sich. Der Reach von 485mm entspricht den aktuellen Standards und sollte in Verbindung mit den 29″ Laufrädern Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten bieten. Die Kettenstrebe ist ganz nach dem Spaßorientierten Motto der Marke relativ kurz gehalten und kommt auf eine Länge von 433mm in allen Rahmengrößen.

Scor 4060 ST
Der Flip Chip ist für unterschiedliche Dämpfer mit unterschiedlichem Federweg und Hub

Der Lenkwinkel liegt bei der ST Variante mit 150mm Federweg an der Front und 140mm am Heck bei 65,5° und der Sitzwinkel kommt auf steile 78°. Letzteres sollte sich positiv auf die Uphill Performance ausüben. Theoretisch.

SMLXL
Stack MM599611625636
Reach MM (reach)436461485516
Seat Tube MM (st)400425440470
Top Tube MM (tt)561590621655
Head Tube MM (ht)8799115127
Head Angle (ha)65.565.565.565.5
Chainstay MM433433433433
Front Center MM (fc)752777802832
Wheelbase MM (wb)1185121012351265
BB Drop MM (drop)29292929
Fork Length MM (fl)560560560560
Fork Rake MM (fr)44444444
Standover Height mm714723731741
BB Height MM340340340340
Seat Tube Angle (Effective)78787878
Seat Tube Angle @750mm76.576.576.576.5

Ausstattung und Komponenten

Das Scor 4060 ST NX bietet den Einstieg in das Sortiment des Schweizer Herstellers. Wie schon erwähnt handelt es sich hierbei um das Modell mit der Sram NX Schaltgruppe – natürlich 12-Fach.

Hate it or love it. Am Scor sind Sram Code R 4-Kolben-Scheibenbremsen mit 200mm Centerline Scheiben verbaut. Diese sollten jeden Einsteiger und weniger „ambitionierten“ Mountainbiker zufrieden stellen, wer jedoch lange Abfahrten im steilen Gelände bei hohen Geschwindigkeiten genießen will, wird sich über den leicht dahinschwindenden Druckpunkt ärgern.

Das Fahrwerk macht in Verbindung mit dem sogenannten „lower-link suspension design“ einen wirklich ausgezeichneten Job und lädt zu hohen Geschwindigkeiten im rauen Gelände ein. An der Front arbeitet die RockShox Pike Select und am Heck der RockShox Super Deluxe Select+.

Bei den Reifen wurden sich auch Gedanken gemacht. An der Front rollt der Maxxis Assegai 29 x 2.5″ 3C Maxx Terra mit EXO Karkasse und am Heck der Maxxis Dissector 29 x 2.4″ 3C Maxx Terra und EXO+ Karkasse.

Was den Preis angeht, kann man such auch fast nicht beschweren. Das Scor 4060 ST NX mit Carbon Rahmen ist für 4.299 Euro erhältlich. Wenn man das mit vergleichbaren Modellen von deutschen Direktversendern vergleicht, ist das Rad aus der Schweiz preislich nicht unbedingt unattraktiver.

Scor 4060 ST

Das Scor 4060 ST auf dem Trail – sind das wirklich nur 140mm?

Wir waren auf den Trails im Vinschgau um Latsch unterwegs und haben das 4060 auf den Propain Trails ausgeführt. ausführliche Details zum Fahreindruck und unser Fazit findet ihr im folgenden Video. Vorab: Bergauf kann das 150/140mm leider nicht mit vergleichbaren Bikes der Konkurrenz mithalten, jedoch waren wir von der Performance im Downhill positiv überrascht.

Weitere Informationen zum Scor 4060 ST NX findet ihr unter: www.scor-mtb.com

 Lust auf tolle Trails im Vinschgau? Hier gibts Infos: www.vinschgau.net

Leihbikes in Latsch gibts bei: www.bikereldorado.com

 

Sciu Aspen – Das neue Enduro im ersten exklusiven Test

Die neue Brand Sciu mit ihrem Enduro Aspen sorgte bei der Vorstellung direkt für Aufruhr. Es ging im Web gleich mal heiß her und das Bike wie auch die Marke wurden diskutiert. Darum soll es hier jedoch nicht gehen, denn wir wollten wissen: Wie fährt das Bike denn überhaupt?! Wir haben das Sciu Aspen für einen exklusiven ersten Test mit drei Ridern auf die Trails in Latsch geschickt!

Klar, man kann zu allem eine Meinung haben. Wir werden uns auch noch mit Themen rund um die Brand und den Aussagen der Macher beschäftigen, an denen sich einige Biker gestört haben. Dazu wird es hier beim Gravity-Magazine noch einen Exkurs geben. Darin wollen klären, wer da eigentlich hinter Sciu steckt und ob wir zu einer echten eigenen Meinung über die Marke kommen. Viel wichtiger war uns jetzt aber zunächst das Rad kennen zu lernen. Wie sich ein Bike anfühlt, das bestimmt doch letztlich, ob wir eine gute Zeit auf dem Trail haben! Also ab mit dem Aspen auf die staubigen Vinschgau-Trails, um einen Fahreindruck zu gewinnen. Und der ist, soviel sei schonmal verraten, recht eindeutig ausgefallen…

Das Sciu Aspen – Daten, Fakten und Eckpunkte

Den Rahmen des Aspen bekommt man für 3.399 Euro. Das ist kein Discount-Preis. Da muss dann der Gegenwert schon stimmen. Das Komplett-Bike ist mit 5.999 Euro ebenfalls im höheren Preis-Segment angesiedelt, was ebenfalls Erwartungen weckt. Wenn eine neue Marke im Start-Up-Stil plötzlich da ist und sich im Preisbereich edler Boutique-Brands ansiedelt, dann muss sie auch abliefern. Rein optisch ist das aber auf alle Fälle gelungen.

Sciu Aspen 2022 Test Seitenansicht Antriebsseite

Sciu Aspen 2022 Test Seitenansicht Bremsseite

Das Aspen ist im sehr positiven Sinne unauffällig. Ich will damit sagen, dass auf dem Bike auch der Name einer bereits bekannten Marke prangen könnte. Das Finish der Oberflächen, die Formgebung, die gesamte Anmutung ist sehr erwachsen und gibt keinen Hinweis darauf, dass es sich bei dem Bike um ein Erstlingswerk handelt. Genau das ist vielleicht der einzige Schwachpunkt im Aussehen des Sciu: Es hebt sich nicht extrem von den Mountainbikes ab, die man so kennt. Wem es wichtig ist aufzufallen, der könnte trotzdem auf seine Kosten kommen, denn es wird Fragen zu dem Rad geben, das haben wir jedenfalls so erlebt.

Hoher Qualitätsanspruch und sechs Jahre Garantie

Der gute erste Eindruck sagt jedoch nur bedingt etwas darüber aus, wie es um die Qualität eines Carbon-Rades bestellt ist. Wir stellen diese aber nicht in Frage, weil die Sciu-Macher uns versichern, dass ihre Bikes von denselben Händen gefertigt werden, die auch andere sehr prominente Carbon-Bikes fertigen. Wer sich mal in der asiatischen Bikebranche persönlich umgeschaut hat, der wird selbst festgestellt haben, dass die meisten angesagten Marken aus wenigen, den immer selben, Fertigungsstätten kommen. Wir haben mit eigenen Augen gesehen, wie die selben Mitarbeiter sowohl den „günstigen“ Rahmen, wie auch den 4-mal so teuren gefertigt haben. Ein Rad welches dem Aspen ähnelt ist theoretisch auch (jetzt oder zukünftig) von anderen Marken erhältlich. Sciu gibt an, die Basis des Rahmens, ein „Open Mold Modell“ mit dem Hersteller deutlich weiter entwickelt zu haben. Exakt so gibt es das Bike aber nur von Sciu und das Aspen soll sich in einigen Punkten deutlich von anderen Bikes, die da vielleicht kommen mögen, unterscheiden. Besonders in die eigene Umlenk-Wippe wollen die Macher sehr viel Hirnschmalz gesteckt haben um den Hinterbau zu optimieren. Ob das geklappt hat, das lest ihr weiter unten.

Erfreulich finden wir, dass Sciu sechs Jahre Garantie gibt. Ohne Wenn und Aber, so das Versprechen. Egal, ob ihr der erste oder dritte Besitzer seid. Nur eine Rechnung vom ersten Verkauf muss man vorweisen um zu beweisen, dass die sechs Jahre nicht um sind. Wenn das so klappt, dann ist das echt sehr fein. Das Aspen gibt es übrigens nicht nur in dem „Moss Yellow“, wie wir es hatten, es steht noch „Slate Grey“ zur Wahl.

Sciu Aspen – Die Ausstattung

Die Ausstattung des Aspen, welches wir zum Testen hatten, entsprach nicht zu 100 Prozent der Serie. Die WTB-Reifen, die übrigens einen echt guten Job machen, gibt es nicht am finalen Rad. Auch hatten wir einen O-Chain Spider am Bike. Der soll Hinterbau und Antrieb voneinander entkoppeln und künftig auch als Option bei Sciu erhältlich sein. Kann was bringen, können wir noch nicht wirklich beurteilen, wir bemühen uns aber um ein Testmuster. Mehr Infos dazu gibt es hier: www.ochain.bike

Und hier nun der finale Spec, den alle bekommen, die sich für das Aspen entscheiden:

Sciu Aspen 2022 Ausstattung

SteuersatzSciu Tapered 40er ZS44/28.6 - ZS56/40
GabelRockShox ZEB ULTIMATE 170mm
Dämpfer RockShox Super Deluxe Ultimate RCT 205x65 mm Trunnion
Tretlager Sram DUB
Laufräder Syntace W33I M40 Boost
Reifen V Schwalbe Big Betty Evo, Super Trail, TLE 29x2.4
Reifen H Schwalbe Magic Mary Evo, Super Trail, TLE 29x2.4
Schlauch Schwalbe Aerothan
Kurbeln Sram GX Eagle Boost DUB 12-fach, 175mm, 32T DM
KassetteSram XG-1275 10-52T, 12-fach
Schaltwerk Sram GX Eagle 12-fach
Kette Sram GX Eagle 12-fach
SchalthebelSram GX Eagle 12-fach
Bremsen Magura MT5 Carbotecture
BremsscheibenMagura Bremsscheibe MDR-P, VR: 220 & HR: 203mm, 6-Loch & Adapter
Lenker Spank Oozy 35 bar, 780mm, 35mm Shotpen
Vorbau Spank Split 35 stem, 35mm
Griffe SQ-Lab 7OX medium
SattelstützeRockShox Reverb
SattelSQ-Lab 6OX Infinergy Ergowave active

Mit der Magura Bremse mit großen MDR-P Scheiben hat man immer genug Power und auch Überhitzen wird sehr unwahrscheinlich. Das Rock Shox Fahrwerk und das Spank Cockpit funktionieren einwandfrei und sehen gut aus. Außerdem strahlt die Spank Combi noch einen gewissen Custom-Charme aus. Das ist auch bei den W33 Laufrädern von Syntace der Fall. In der Serie kommt das Rad mit bewährten Schwalbe Pneus, Schwalbe Aerothan Schläuchen und Sattel nebst Griffen von SQ-Lab. Über die Sram GX Eagle Schaltung muss man nicht viele Worte verlieren, sie gehört zu den Preis-Leistungschampions auf dem Markt.

Sciu Aspen – Die Geometrie

Das Sciu lässt sich mit 170er oder 160er Gabel fahren. Theoretisch ist als reines 29 Zoll-Rad oder als Mullet-Bike zu fahren. Letzteres bietet Sciu nicht als Komplettbike an, aber wer will, der kann… Die Geometrie weist keine Ungereimtheiten auf. Das Sciu setzt nicht auf mega-kurze Kettenstreben oder ungewöhnlich lange Oberrohre. Gäbe es das Bike schon länger würden wir vermuten das Rezept wäre: „Never change a running system!“ Drei Größen stehen zur Wahl, M, L und XL. Das soll für Fahrer von 167cm bis 200 cm passen.
Hier alle Geometrietabellen für die vier möglichen Kombinationen:

Sciu Aspen Geometrie 29" 170mm Gabel

 MLXL
Empfohlene Körpergröße (cm)167 - 179 180 - 189>190
Reach (mm)449,1480.2 501.2
Stack (mm)619,1625.3635.4
Lenkwinkel effektiv (°)64,4 64,4 64,4
Sitzwinkel effektiv (°)76,4 76,4 76,4
Oberrohrlänge horizontal (mm)599,3631.8655.1
Kettenstreben (mm)434,6434.6434.6
Radstand (mm)1217,71250.71270.7
BB-Drop (mm)34,834.834.8
Sitzrohr (mm)410445485
Steuerrohr (mm)95 100110
Überstandshöhe (mm)750,8777,6786,7
29 Zoll 160mm Gabel

Sciu Aspen Geometrie 29" 160mm Gabel

 MLXL
Empfohlene Körpergröße (cm)167 - 179 180 - 189>190
Reach (mm)456487508
Stack (mm)614620630
Lenkwinkel effektiv (°)656565
Sitzwinkel effektiv (°)777777
Oberrohrlänge horizontal (mm)600630650
Kettenstreben (mm)435435435
Radstand (mm)1211,31244,31264,3
BB-Drop (mm)303030
Sitzrohr (mm)410445485
Steuerrohr (mm)95 100110
Überstandshöhe (mm)750,8777,6786,7
Mullet 170mm Gabel

Sciu Aspen Geometrie Mullet 170mm Gabel

 MLXL
Empfohlene Körpergröße (cm)167 - 179 180 - 189>190
Reach (mm)439,6470,9491,9
Stack (mm)625.9632.3642.6
Lenkwinkel effektiv (°)63.563.563.5
Sitzwinkel effektiv (°)75.575.575.5
Oberrohrlänge horizontal (mm)601.2633.8657.3
Kettenstreben (mm)434.2434.2434.2
Radstand (mm)1226.81259.81279.8
BB-Drop (mm)46.646.646.6
Sitzrohr (mm)410445485
Steuerrohr (mm)95 100110
Überstandshöhe (mm)761777795
Mullet 160mm Gabel

Kopie von Sciu Aspen Geometrie Mullet 160mm Gabel

 MLXL
Empfohlene Körpergröße (cm)167 - 179 180 - 189>190
Reach (mm)445476497
Stack (mm)623.1628.1637.1
Lenkwinkel effektiv (°)646464
Sitzwinkel effektiv (°)767676
Oberrohrlänge horizontal (mm)602.7632.7652.7
Kettenstreben (mm)435435435
Radstand (mm)121412451267
BB-Drop (mm)44.244.244.2
Sitzrohr (mm)410445485
Steuerrohr (mm)95 100110
Überstandshöhe (mm)761777795

Das Sciu Aspen – so fährt es sich

Wie erwähnt waren wir mit dem Sciu Aspen auf den Trails rund um Latsch unterwegs. Wir, das sind Orga und Fotografen von Gravity-Magazine.de und auf dem Rad haben sich drei sehr unterschiedliche Fahrer abgewechselt. Christian Mallmann, den ihr auf den Fotos seht, mag neben Trails auch Tricks und war auch schon bei den Audi Nines am Start. Florian Strigel, intern „Endo-Flo“ genannt, steht auf technisches Terrain und trägt sein Bike für eine anspruchsvolle Abfahrt auch mal stundenlang den Klettersteig hoch. Der zweite Flo, Flo Drexel, ist für alles zu haben: 24-Stunden-Downhill-Rennen, Bikepark, Trails und auch für das Après-Bike. Alle drei Fahrer waren sich mit ihrem Urteil zu dem Bike, trotz unterschiedlicher Fahrstile, weitestgehend einig.

Im Gesamteindruck war das Aspen leicht und sehr wendig – Das Rad ließ sich sehr gut „rumschmeißen“  bzw. „im Trail pushen“. Gemessen haben wir das Rad ja mit rund 15 Kilo (mit O-Chain), daran kann es also nicht alleine liegen. Wir denken, dass die passende Rahmensteifigkeit, die Funktion des Hinterbaus und die Geometrie ihren Teil dazu beitragen. „Ich war die Hälfte des Trails in der Luft oder im Manual!“ war eine der Aussagen die so wortwörtlich von der Testcrew kam.

Progressiver Hinterbau

In den verblockten Abschnitten am Holy Hansen und auf dem Tschilli Trail hat es auch alles sehr gut weggesteckt. Zwei der Fahrer attestiertem dem Hinterbau, er würde die Zeb Ultimate deutlich übertrumpfen was Traktion und Effektivität angeht. Das war aber nicht sofort so…
Im Vergleich zu anderen Bikes hatten wir erstmal das Gefühl mehr Commitment mitbringen zu müssen. Durch die sportliche Geo (angenehm lang, aber gefühlt im ersten Moment wenig Stack) ist der Schwerpunk tendenziell weiter vorne als bei anderen Enduros, so war unser erster Eindruck. Wir haben allerdings festgestellt, dass knapp 20 Prozent Sag zu wenig sind. Der Hinterbau ist spürbar progressiv und so haben wir dann doch mit deutlich mehr Sag, so um die 30 Prozent, weitere Fahrten unternommen. Das hatte zwei Effekte: Man steht mit dem richtigen Sag schön im Rad und die Lastverteilung ist dann wirklich sehr gut. So vermittelt das Aspen dann auch stets Sicherheit und man kann den Hahn offen lassen.

Was trotzdem weniger gut geht, ist einfach mal drüber rollen und das Bike machen lassen. Das Aspen ist kein Short Travel Downhill-Bike! Was aber dafür umso besser geht, ist aktives Fahren und das Bike bewusst steuern bzw. zu pushen. Das Ganze wird (vermuten wir) noch verstärkt durch den progressiven Hinterbau, der viel „pop“ gibt. Das hat uns extrem gut gefallen. Dieses lebendige Fahrgefühl war auch bergauf angenehm. Das Rad klettert sehr willig und der Hinterbau bietet schönen Gegenhalt. Man hängt also bergauf nicht im Federweg und kann auch lange Uphills gut meistern. Wir würden einige Enduros nicht für Mittelgebirgs-Biker empfehlen, das Sciu schon. Es beherrscht den wilden Ritt, aber auch auf entspannten Touren geht es gut voran.

Wenig Anlass zur Kritik

Was zu meckern haben wir aber auch: Einer der Tester kam sich immer wieder mal mit den Sitzstreben in Kontakt. Auch wenn das den anderen beiden Testern nicht auffiel, fällt beim Blick auf das Sciu trotzdem auf, dass man die Sitzstreben, ähnlich wie es bei den Kettenstreben schon gemacht ist, etwas weniger ausladend gestalten könnte. Was nicht schlecht gelöst ist, aber noch besser sein könnte, ist der Verstellbereich der Sattelstütze. Je nach Körpergröße des Riders und der gewählten Rahmengröße kann nicht jeder Sattelstützen-Hub gefahren werden. Konstruktiv ist durch den Knick im Sitzrohr irgendwo Schluss. Vielleicht geht da bei der 2.0 Version noch ein bisschen was. Uns hätte übrigens auch noch interessiert, wie das Bike ohne den O-Chain Spider bergab geht… dazu fehlte uns leider die Zeit – einen riesigen Unterschied erwarten wir aber ohnehin nicht. Das sind aber eher Randnotizen in einer insgesamt absolut überzeugenden Vorstellung.

Fazit

Darf sich Sciu zurecht „Boutique-Marke“ nennen? Keine Ahnung, das müssen auch wir nicht entscheiden. Kann sich das Aspen aber mit anderen Bikes von etablierten High End Marken messen? Ja, das kann es. Das Aspen ist kein Mini Downhiller sondern das, was wir als echtes Enduro verstehen. Ein Bike mit dem alles Spaß macht, von Tour bis Bikepark oder Hometrails. Die Geometrie ist nicht übertrieben aber doch modern. Der Hinterbau fühlt sich wirklich richtig gut an. Auch scheint ein toller Kompromiss zwischen Laufruhe und Wendigkeit gefunden worden zu sein. Ganz wohlwollend sagen wir es mal so: Bei vielen anderen Brands bekommt man für das Geld eine schlechtere Ausstattung. Und mehr Fahrspaß gibt es wo anders meist auch nicht…

sciubikes.com

www.instagram.com/sciu_bikes

Fotos: Florian Strigel

TEST: Alpina Roca – leichter Enduro Fullface

Der bayrische Hersteller Alpina will mit dem Roca einen leichten Enduro Fullface-Helm  bieten der trotz geringem Gewicht keine Kompromisse beim Schutz eingeht. Wir haben das gute Stück genauer unter die Lupe nehmen können und unser Fazit gibt es hier.

Der Enduro Sport ist so präsent wie noch nie. Im Bike Park und auf den Home Trails sieht man immer häufiger die langhubigen Mountainbikes die so vielseitig sind wie kaum ein anderes Bike.

Mit viel Federweg und modernen Geometrien kommt man aber auch schnell auf hohe Geschwindigkeiten was das Risiko einer Verletzung erhöht. Wer aber im Sommer schon mit einem Downhill Fullface den Berg hinauf getreten ist, weiß dass diese oft zu warm sind. Alpina will mit dem Roca Abhilfe schaffen und einen leichten und gut ventilierten Helm bieten, der in Sachen Sicherheit keine Abstriche machen muss.

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Alpina Roca – kurz und knapp

  • Einsatzbereich: Enduro/Mtb
  • Material: Hi-EPS-Material, 3 Shell Aussenschale
  • Farben: black matt, coffee-grey-matt
  • Größen: 54-55, 56-58, 59-60, 61-63
  • Preis: 199,95 Euro

Alpina Roca

Optik und Features

Den Roca gibt es in zwei schlichten Farbvarianten. Das uns zur Verfügung gestellt Modell kam in einem matten schwarz. Das markante an der Form des Enduro-Fullface ist die große Kante im Übergang zur Oberseite des Helms. Diese wird für Ventilationsöffnungen genutzt und geht formschön in das Visier über. Das Visier ist übrigens nicht verstellbar, sollte sich aber bei einem Sturz leicht lösen und somit nicht brechen. Darunter befindet sich genügend Platz um eine Brille, oder eine GoPro zu verstauen.

Alpina Roca – Polster und Verschluss

Wie man oben schön im Bild sehen kann, lassen sich die Polster komplett entnehmen und somit gut waschen oder bei Verschleiss mit dem mitgelieferten Ersatz Pads austauschen.

Beim Verschluss geht Alpina mit dem Trend und verpasst dem Roca ein magnetisches Fidlock System. Dadurch lässt sich der Helm leicht mit einer Hand am Kinn verschließen und wieder öffnen.

Cube E-Mtb
@ven_linus auf den Hometrails

Material und Sicherheit

Ceramic Shell

Alle Helme von Alpina, die im Inmold-Verfahren hergestellt werden, erhalten eine robuste Ceramic Shell. Dabei wird eine Polycarbonatplatte unter starker Hitze auf die Form des späteren Helms gedehnt und mit hohem Druck auf den Hi-EPS-Körper gepresst und thermisch mit ihm verbunden. Die Ceramic Shell zeichnet sich gleich durch mehrere Qualitäten aus: Sie ist bruch- und kratzfest, UV-stabil sowie antistatisch.

Edge Protect

Edge Protect ist eine zusätzliche Polycarbonatplatte, die Inmold-Helme veredelt. Sie deckt Kanten an der Unterseite des Helms ab. Dadurch wird das Hi-EPS geschont, die Langlebigkeit des Helms erhöht.

HI-EPS

Die Innenschale aller Helme von Alpina besteht aus Hi-EPS (High Expanded Polystyrol). Das Material hat mikroskopisch kleine Luftkammern, welche die Kräfte absorbieren sollen, die bei einem Aufprall auf den Helm einwirken. Hi-EPS soll für eine optimale Schutzwirkung sorgen und gleichzeitig extradünne Wandstärken sowie schmale Helmformen ermöglichen.

Inmold

Beim Inmold-Produktionsverfahren wird die Helmoberschale aus Polycarbonat unter großer Hitze und starkem Druck mit der Hi-EPS-Innenschale des Helmkörpers thermisch verbunden. Dadurch entsteht eine großflächige und untrennbare Verbindung von Ober- und Unterschale. Vorteil: Der Helm ist sehr leicht und gleichzeitig extrem stabil.

Alpina Roca

Test: Alpina Roca

Optisch kam der Helm bei unseren Testern gut an. Das moderne Design und die schlichte Lackierung passt zu jedem Outfit und fällt nicht unnötig auf. Im Uphill fällt schnell auf, das der offene Kinnbügel viel Luft in den Helm lässt und für einen guten Luftfluss am Kopf sorgt.

Auf den Trails sitzt der Roca Fullface feste am Kopf und wackelt nicht. Mit Hilfe des leicht zu schließenden Fidlock Kinnriemens hält der Helm gut und lässt sich mit nur einer Hand wieder öffnen. Aber…

Leider wurde uns schnell klar, dass das Alpina etwas am Polster gespart hat. Der Roca drückt an manchen Stellen doch etwas unangenehm und dürfte bei einem Sturz für die ein oder andere Druckstelle sorgen. Das macht Alpina bei anderen Modellen wesentlich besser.

Alpina Roca

Fazit zum Alpina Roca

Der Alpina macht genau das was er verspricht, denn er ist ein leichter Enduro Fullface-Helm mit ordentlicher Belüftung, einer modernen Optik und das für einen akzeptablen Preis. Wir würden uns in der Zukunft noch über eine Variante mit Mips  und etwas mehr Polster freuen, da diese den Schutz und wahrscheinlich auch den Komfort noch etwas verbessern würde.

Alpina Roca
Checkt gerne mal das Instagram Profil von Paul aus: @photgrapherpaul

Weitere Informationen zum Roca findet ihr auf: www.alpina-sports.com

 

TEST: Sqlab 70X Fabio Wibmer Griffe, 30X Carbon Lenker und 60X Sattel

Sqlab ist für besonders ergonomische Produkte, Komfort und hohe Qualität bekannt. Wir hatten die 70X Fabio Wibmer Griffe, den 30X Carbon Lenker und den 60X Ergowave Sattel im Test. Was die Produkte des deutschen Herstellers können, erfahrt ihr hier. 

„Äskulap gilt in der griechischen Mythologie als der Gott der Heilkunst. Mit seinen magisch heilsamen Kräften galt er als jener, der die Kunst des Heilens beherrschte wie kein anderer. Eine typische Darstellung des Äskulap ist ein bärtiger Mann, der sich auf einen Stab stützt, der von einer Schlange umschlungen ist.“

1992 erblickten die ersten Sqlab Produkte den damals noch kleinen Downhill/Gravity-Markt. Bis 2022 wurde das Sortiment extrem ausgebaut und der deutsche Hersteller präsentiert neben Mountainbike Zubehör nun auch Road und Trekking Produkte. 2021 wurde der „erste made in Germany“ Sattel vorgestellt.

Der 6OX  Sattel „Made in Germany“ ist der Anfang eines spannenden Projekts, an dem SQlab bereits seit vielen Jahren gearbeitet hat. Lokale Herstellung, Qualitätssicherheit und Langlebigkeit sind für das Sqlab Projekt ausschlaggebend.

– Sqlab

Sqlab Griff 7OX Fabio Wibmer

Fabio Wibmer

  • Größen: S, M
  • Länge: 134,8mm
  • Einsatzbereich: Gravity/E-Performance
  • Farben: Gold (Fabio Wibmer), Schwarz, Gelb, Endless Summer
  • Link: www.sq-lab.com
  • Preis: 29,95 Euro
Optik – Gold für die Fans

Die uns zur Verfügung gestellten 70X Griffe kamen in der Fabio Wibmer Edition. Dies lässt sich schnell an der Unterschrift auf der goldenen Klemme erkennen. Der Rest der Griffe ist in Schwarz gehalten und mit kleinen Details und Logos versehen. Auf der Außenseite (Lenkerkappe) befindet sich eine 70X Gravur und auf der Grifffläche finden wir neben dem Sqlab Logo noch einen kleinen Anker.

Features und Material
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Die Kontaktpunkte am Mountainbike sind entscheidend für den Fahrspaß. Wer nicht genügend Grip am Griff und Pedal hat, kann die Spannung im Rad nicht aufrecht erhalten und scheitert an Sprüngen und im technischen Gelände.

Deshalb ist es wichtig den richtigen Griff mit der richtigen Größe zu finden. Den 70X gibt es in zwei Größen die sich in der Länge und im Durchmesser unterscheiden. Für alle die sich nicht sicher sind, welche die richtige ist, sollte einen Blick auf die Sqlab Seite werfen. Dort findet ihr einen ausführlichen Guide zur Griffweitenbestimmung.

Eckig & flächig. Lenker sind rund und weil es einfach ist, sind Griffe auch meist rund. Doch die Finger sind alles andere als rund. Sie rutschen an etwas rundem leicht ab und finden, im Gegensatz zu einer im Beispiel gezeigten flächigen Tischkante, keinen Halt. – Sqlab

Die Sqlab Griffe sind nicht wie die meisten Modelle rund geformt. Um mehr Grip gewährleisten zu können sollen die 70X an die eckige Griffform einer Hand angepasst sein. Das soll den Halt erhöhen und ein angenehmeres Fahrverhalten generieren. Der sogenannte Ergobar ist eine wellenförmige Erhebung auf der Unterseite. Dies ergibt eine flächige leicht eckige Griffunterseite

Die Textur des Gummis ist in zwei Formen gehalten. Der Großteil des Griffs hat eine Diamantförmige Oberfläche die für den optimalen Halt bei jeder Wetterlage sorgen soll. Auf der Unterseite und am Handballen ist das Muster etwas größer gehalten. Diese breite Waben sollen die Griffsicherheit der einzelnen Finger erhöhen.

Die Sqlab 70X Griffe sind übrigens einfach geklemmt. Somit befindet sich an der Innenseite eine Schelle die mit einem Inbusschlüssel befestigt wird.

Scor

Test: Sqlab Griff 7OX

In Sachen Ergonomie macht man mit dem Sqlab 70X nichts falsch. Die Griffe liegen wirklich sehr angenehm in der Hand und passen sich der Form angenehm an. Dank der unterschiedlichen Oberflächentexturen hatten wir auch bei nassen Bedingungen ordentlich halt und konnten das Mtb gut kontrollieren. Für alle Fabio Wibmer Fans dürfte der Signature Griff ein „Must Have“ sein.

Sqlab 30X Lenker Carbon 12° med

sqlab

  • Einsatzbereich: Gravity/E-Performance
  • Breite: 780mm
  • Rise: 30mm
  • Backsweep: 12°
  • Upsweep: 4°
  • Material: Carbon
  • Link: www.sq-lab.com
  • Preis: 229,95 Euro
Optik

Zur Optik gibt es nicht viel zu sagen. Der 30X Carbon Lenker ist clean und schwarz. Neben dem kaum herausstechenden Sqlab Logo gibt es noch die Lenker Bezeichnung zu sehen.

Material und Features

Unser Testmodell ist aus Carbon gefertigt und verfügt über einen Backsweep von 12°. Dieser soll sich auf die Sitzposition auswirken und den Fahrer aufrechter auf dem Fahrrad sitzen lassen. Um das Cockpit individuell gestalten zu können und die perfekte Lenkerposition zu erhalten gibt es den 30X Lenker noch mit 16° Backsweep, 15mm, 30mm und 45mm Rise.

sqlab

Burgtec
Test: 30X Lenker Carbon 12° med

Optisch macht man mit dem Sqlab 30X Carbon nichts falsch. Das Design ist clean und simple gehalten und passt an jedes Fahrrad. Wer nach einem besonders „ergonomischen“ Carbon Lenker mit viel Backsweep sucht, dürfte hier fündig werden. Einziger Nachteil – Der Sqlab 30X ist mit 229,95 Euro ziemlich teuer.

Sqlab Sattel 6OX Infinergy® ERGOWAVE® active 15cm

sqlab ergowave

Wer viel auf dem Rad sitzt, weiß wie wichtig der passende Sattel ist. Es gibt fast nichts schlimmeres als Schmerzen beim Sitzen und Pedalieren.

In den letzten Jahren hat sich Sqlab vor allem mit besonders ergonomischen und bequemen Satteln einen Namen gemacht. In ausgewählten Shops kann man die Sitzknochen berechnen lassen um die optimale Sattelbreite zu ermitteln. Sqlab gehört zu den ersten Herstellern die dieses System anboten.

2021 präsentierten die Oberbayern*innen ihren ersten „made in Germany“ Sattel – 6OX Infinergy® ERGOWAVE® active

  • Einsatzbereich: Gravity/E-Performance
  • Größe: 13, 14, 15, 16cm
  • Länge: 280mm
  • Geschlecht: Unisex
  • Link: www.sq-lab.com
  • Preis: 199,95 Euro
Optik

Eins muss man ganz klar sagen – der 60X Sattel fällt direkt auf. Aufgrund seiner ungewöhnlich großen und breiten Bauart wirkt er am Mountainbike fast schon fehlplatziert. Dieser Eindruck ändert sich jedoch sobald man die ersten Meter auf dem Stalle saß.

Bei unserem Testmodell sind die Decals noch weiß gehalten; wer sich das 2022 Modell kauft bekommt eine noch schlichtere Optik mit schwarzem Logo.

Material und Features

Als erster Sattelhersteller hat SQlab bereits 2002 ein System vorgestellt, um den Abstand der Sitzknochen zu messen und die optimale Sattelbreite zu errechnen. So gibt es mittlerweile alle SQlab Sattelmodelle in bis zu vier unterschiedlichen Breiten. Das soll garantieren, dass die Sitzknochen vollflächig auf dem Sattel aufliegen. Denn nur so können der empfindliche Dammbereich beim Mann und der meist tieferliegende Schambeinbogen der Frau entlastet werden.

  • Rückenfreundlich:

Mit Hilfe der Sqlab active-Funktion soll sich der Sattel der Tretbewegung anpassen. Das soll den Komfort steigern und bandscheibenschonend sein. Die Stärke dieser Dämpfung kann wie gewohnt über die drei, im Lieferumfang enthaltenen, Elastomere von ganz weich bis nahezu blockiert eingestellt und auf das Körpergewicht abgestimmt werden. Die Schale besteht aus einem neuen Kunststoff/Carbonfaser Mix und soll zusätzlich über den Materialflex die active-Funktion ermöglichen.

  • Druckverteilung nach medizinischen Gesichtspunkten:
Für die Druckverteilung nach medizinischen Gesichtspunkten – weg vom Dammbereich und hin zu den Sitzknochen – sorgt die seit zwanzig Jahren bewährte – und immer wieder verbesserte SQlab Stufensattelform. Die im Niveau tieferliegende Sattelnase soll eine bessere Druckverteilung an den Sitzknochen und an den Sitzbeinästen gewährleisten und dementsprechend weniger stark auf die empfindlichen Strukturen des Dammbereichs drücken. Bei Mann und Frau gleichermaßen. Die Vertiefung in der Mitte des Sattels soll ausreichen, um eine hervorragende Blut- und Nervenversorgung zu gewährleisten.
Besondere ist auch der Schaum des Sattels – dieser ist nicht mehr aus klassischem PU Schaum gefertigt, sondern aus dem von Laufschuhen bekanntem BASF Infinergy® Material. Dieses Material ist sehr robust und soll insbesondere im Gelände durch die schnellere Rückstellung den Komfort auf ein neues Level bringen. Der Bezug ist nicht wie bei klassischen Sätteln ganzflächig über den Sattel gezogen. Es befinden sich lediglich an den wichtigen Stellen „Tapes“.
Regionale Produktion
Spannend ist, dass die neuen Sqlab 6OX Infinergy® ERGOWAVE® active Sattel in Deutschland gefertigt werden. Zwar bleibt die Hauptfertigung der Sqlab Produkte weiterhin in Asien, jedoch ist die Fertigung in der Heimat ein Schritt den sich Sqlab schon seit langer zeit vorgenommen hatte.

sqlab

Test: Sqlab Sattel 6OX Infinergy® ERGOWAVE® active

Schon auf den ersten Metern wird einem klar wie bequem der 60X Sattel ist. Die Breite Sitzfläche passt sich angenehm den Sitzknochen an und die abgestufte Bauform des Sattels verhindert unangenehme Druckpunkte. Wer sich für den Sattel interessiert, sollte jedoch vorher genau schauen welche Größe passt – denn das Modell ist recht teuer und sollte deshalb sitzen. Spannend ist auch, dass seit 2021 der 60X Sattel komplett in Deutschland gefertigt wird.

sqlab

Weitere Infos findet ihr unter: www.sq-lab.com