TEST: Bulls Wild Ronin Team – Der Wolf im Schafspelz

140mm Federweg, eine zum Trail-Bike passende Geometrie, Ultimate Fahrwerk und eine edle Optik – Das ist das Bulls Wild Ronin Team. Was das deutsche Carbon Fully kann und wie es sich auf den Trails geschlagen hat, erfahrt ihr hier.

Sind wir mal ganz ehrlich: Bulls ist nicht unbedingt die Marke, die für die begehrtesten Bikes im Mountainbike Sport bekannt ist. Geht es jedoch um große Ergebnisse, sind Athleten wie der deutsche Enduro Meister Christian Textor und Marathon Legende Karl Platt nur ein paar Namen die erfolgreich auf Bulls Equipment sind.

Das Ronin schafft den wohl weitesten Spagat zwischen den Disziplinen Enduro und Cross Country: Egal wie lang die Tour ist, wie heftig das Gelände – dieses Bike meistert alles, ein echtes All Mountain eben, oder vielleicht einfach nur das kompletteste Mountainbike? – Christian Textor

Das Bulls Wild Ronin Team wird vom deutschen Hersteller als kerniger Allrounder mit Spaßgarantie beworben. Mit einem RockShox Ultimate Fahrwerk, 140mm Federweg, Shimano XT Bremsen und einem recht leichten Rahmen könnte das Ronin dieser Aussage durchaus gerecht werden.

Optik und Features

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Optisch reiht sich das Wild Ronin perfekt in das Mountainbike Sortiment von Bulls ein Das Carbon Modell erinnert stark an die Enduro Maschine Wild Creed und verfügt ebenso über den markanten Hauptrahmen mit kantiger Linienführung.

Die Farben des Ronin sind dezent gehalten – hier wird ein leichtes „air blue“ mit schwarzen Decals und einer silbernen RockShox Pike Ultimate kombiniert. Das steuert zu einem edlen und schlichten Gesamtbild bei.

Bulls Wild Ronin

Passend zur Trail-Bike Kategorie gibt es einen leichten Kettenstrebenschutz, der die Strebe im rauen Gelände vor Schlägen der Kette schützt. Falls die Kette mal abspringt hat Bulls einen polierten Alu-Schutz im Bereich des Tretlagers montiert, der das Carbon schützen soll.

Auf langen Touren darf natürlich die Möglichkeit zur Montage einer Trinkflasche nicht fehlen. Hier gibt es im Hauptrahmen genügend Mounts und Platz für gleich zwei Flaschen.

Bulls Wild Ronin

Geometrie – klassischer Allrounder

Bei der Geometrie eines Trail-Bikes ist viel Spielraum möglich. Manche Hersteller produzieren lange und flache Kisten zum Ballern, andere konzentrieren sich eher auf die Balance zwischen Uphill und Downhill. Letzteres war ganz klar das Ziel von Bulls.

Der Lenkwinkel von 66° wird mit einem Reach von 470mm in der Rahmengröße 48cm (Was ungefähr L entspricht) kombiniert. Dazu kommt ein eher kurzer Stack von 621mm und eine Kettenstrebe von kurzen 435 Millimeter. Diese Zahlen geben den Ton des Wild Ronin an und untermalen die Aussage des „kernigen Allrounder mit Spaßgarantie“.

41 cm44 cm48 cm51 cm
A
OBERROHRLÄNGE
582 mm603 mm625 mm647 mm
B
REACH
430 mm450 mm470 mm490 mm
C
STACK
612 mm612 mm621 mm630 mm
D
SITZROHRLÄNGE
41 cm44 cm48 cm51 cm
E
SITZROHRWINKEL
76 °76 °76 °76 °
F
KETTENSTREBE
435 mm435 mm435 mm435 mm
G
RADSTAND
1173 mm1193 mm1217 mm1241 mm
H
TRETLAGEROFFSET
30 mm30 mm30 mm30 mm
I
LENKWINKEL
66 °66 °66 °66 °

Komponenten und Ausstattung

Was bekommt man bei Bulls für 5.199 Euro? Beim Fahrwerk wird auf Rockshox Ultimate Produkte gesetzt. An der Front arbeitet die Pike mit 140mm und am Heck der Deluxe mit 140mm.

Obendrauf gibts eine Menge Shimano Deore XT Produkte. Zum Stehen kommt das Ronin mit der 4-Kolben XT Bremsanlage, die mit großen 203mm Scheiben kombiniert wird. Diese Größe ist auch bei modernen Trail-Bikes nicht ganz üblich und hat uns positiv überrascht. Übrigens gibt Bulls auf der Webseite an, dass das Wild Ronin nicht über eine Rücktrittbremse verfügt. 😉

Shimano

Für die richtige Übersetzung sorgt das XT 12-Fach Schaltwerk (10-51 Zähne) mit einer passenden Kurbelgarnitur (32 Zähne).

Das Ronin rollt auf Schwalbe Nobby Nic Evo Super Ground TLE 29″ Reifen mit einer Breite von 2,4″. Diese sind auf einem DT Swiss XMC 1501 Spline Laufradsatz montiert.

Wem das Wild Ronin Team zu teuer ist, bekommt bei Bulls für wenig Geld schon viel Carbon. Den Einstieg in das Trail-Bike Sortiment mach das Ronin für 2.699 Euro mit Carbon Rahmen, RockShox 35 an der Front und Shimano Deore Parts. Für Tausend Euro mehr bekommt man eine Pike Select RC an der Front und Shimano Deore XT Bremsen und die dazu passende Schaltgruppe. Preislich ist das definitiv attraktiv.

Bulls Wild Ronin

Das Bulls Wild Ronin auf dem Trail

Wir konnten das Wild Ronin auf einige Trails entführen – Von ruppigen Abfahrten auf dem Holy Hansen im Vinschgau bis hin zu unseren Hometrails am Geisskopf musste das 140mm Bike einiges bei Wind und Wetter einstecken.

Aber bevor es zum spaßigen Part kommt, müssen wir über die Performance im Uphill sprechen.

Schon auf den ersten Metern wird klar, dass das Wild Ronin den Weg zum Trail so einfach wie möglich gestalten will. Die Sitzposition ist nicht zu gestreckt und der Sitzwinkel von 76° bietet einem eine tolle Stellung, um ordentlich in die Pedale zu treten.

Generell klettert das Ronin sehr gut den Berg hinauf. Das liegt wie schon erwähnt an der Sitzposition, aber auch am geringen Gewicht von 12,66kg und dem präzise arbeitenden Hinterbau. Dieser funktioniert vor allem auf technischen Klettersektionen hervorragend und bietet ausreichend Traktion, um steile Trails zu erklimmen.

Bulls Wild Ronin
Der Spitzname Endo-Flo passt wie Latsch und Apfelbäume

Da wir aber am meisten Spaß bei der Abfahrt haben, mussten wir uns natürlich auch auf diese konzentrieren. Auch hier fällt der präzise und feinfühlige Hinterbau wieder auf. Dieser schluckt gekonnt kleine Unebenheiten weg und sorgt damit für ein sanftes Fahrgefühl.

Schnell wird auch klar, dass Bulls mit dem beworbenen kernigen Allrounder mit Spaßgarantie recht hat. Die Geometrie und das recht hoch im Federweg stehende Fahrwerk mach das Ronin zum verspielten Trail-Bike. Kleine Gaps, spaßige Line und der ein oder andere Endo-Drop lassen sich spielend leicht meistern. Die Performance der RockShox Ultimate Produkte ist exzellent und bietet auch bei härteren Schlägen genügend Gegenhalt und ausreichend Einstellmöglichkeiten, um ein individuelles Setup zu finden.

Bulls Wild Ronin

Auf flowigen Strecken kommt der kurze Hinterbau und der „kurze“ Reach zur Geltung. Wer schnell durch enge Kurven zirkeln will, kommt hier auf seine Kosten. Der Flow Trail am Geisskopf ist zwar nicht besonders steil, wird aber recht schnell und macht auf dem Wild Ronin tatsächlich extrem viel Spaß, da sich das Rad ausgezeichnet in die Anlieger drücken lässt und sich leicht über die kleinen Tables und Sprünge schiebt.

Auf den Enduro Trails haben wir uns zwar einen etwas längeren Reach gewünscht um mehr Stabilität zu bekommen, jedoch konnten wir die Strecken auf dem Ronin aus einer anderen Sicht begutachten und nicht immer die schnellste Linie sondern die spaßigere wählen.

Weniger spaßig und präzise ist jedoch die Geräuschkulisse. Wie auch schon beim Wild Creed rappelt und klopft es in dem Hinterbau, sodass es fast schon unangenehm und nervend ist. Hier sollte sich Bulls unbedingt eine neue Führung der Züge einfallen lassen.

Das Fazit zum Bulls Wild Ronin Team

Bulls hat vielleicht nicht das beste Image in der Gravity-Mountainbike Szene, verdient aber mit dem Wild Ronin Aufmerksamkeit. Der Präzise Hinterbau, die schicke Optik, die tolle Uphill Performance und ein extrem spaßiges Fahrverhalten machen das Trail-Bike zum Allrounder mit Spaßgarantie. Wer vom klappernden Hinterbau absehen kann, bekommt für 5.199 Euro ein preislich attraktives 29 Zoll Carbon Fully, dass auf Trails und im Bike Park Spaß macht.

 

Weitere Informationen findet ihr unter: www.bulls.de

 

 

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Bike Park Check: So gut ist Leogang wirklich!

Leogang gehört zu den ältesten Bike Destinationen Europas. Der Park in den österreichischen Alpen bietet mit 10 Strecken und einer World Cup Downhill Strecke ein riesen Sortiment für alle Könnerstufen. Doch wie gut ist der Park wirklich und was muss ich vorher wissen? Hier gibts die Infos zum „epischsten“ Spot der Alpen.

Der Epic Bike Park Leogang öffnete 2001 mit vier Strecken seine Pforten. 20 Jahre später gibt es dort knapp 10 Strecken, unzählige Optionen außerhalb des Park und ein massives Angebot für Anfänger und Profis. Von der 8km langen Flowline, über die World Cup Strecke bis hin zum Übungsparcour im Tal, sollte hier jeder auf seine Kosten kommen.

Laps, Laps, Laps – Das sind die Strecken im Park

Also Auswahl sollte hier kein Problem sein. Über 10 Strecken bieten eine menge Potential zum Austoben. Wer Bock auf massig Airtime hat, dürfte sich auf der Hot Shots und Flying Gangster wohl fühlen. Wer neu im Sport ist, sollte auf der Steinberg Line starten. Hier könnt ihr auf fast 8km Strecke Kurven üben und eure Skills erweitern.

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Wer etwas lebensmüde ist und Bock auf ruppige, steile und extrem schnelle Sektionen hat, wird auf der Speedster Laps shredden wollen. Die World Cup Downhill Strecke dürfte euer Können auf die Probe stellen.

Bike Park Leogang

  • Steinberg Line: Leicht, 7,8km, 929hm, Flow Line, Viele Kurven und Anlieger
  • Hangman 2: leichte, 4,2km, 455hm, Anlieger, Tables, auch für fortgeschrittene Spaßig
  • Steinberg Link: leicht, 1,2km, 91hm, Ab dem Hangman II führt diese kurven- & anliegerreiche Line, ausgestattet mit einer großzügigen Northshorebrücke in Richtung Steinbergbahn Talstation
  • Flow Link: Mittel, Freeride Line, 0,8km, 93hm, Richtung Mittelstation, variable Takeoffs, Step Downs, Tables, Berms
  • Hangman 1: Mittel, 2,1km, 358hm, technisch, Wurzeln, Steine, North Shores, enge Kurven, optionale Drops und Boner Logs, Single Trail von Bergstation zum Flow Link
  • Flying Gangster: Mittel, 3,2km, 484hm, Wallrides, Berms, Tables mit optionalen Absrpüngen, Drops von 0,5m – 5m
  • Antonius Trail: schwer, 1,4km, 150hm, naturbelassener Single Trail endet in der Steinberline
  • Bongo Bongo: Schwer, 1,3km, 237hm, zweigt von der Flying Gangster ab, enge Kurven, Stufen, Wurzeln, North Shore, Steinpassagen
  • Speedster: Schwer, 2,3km, 484hm, UCI World Cup Strecke mit großen Sprüngen, technischen steilen Passagen, für Profis
  • Valis Hölle: Schwer, 0,9km, 169hm, Der neue extrem steile und technische Abschnitt der World Cup Strecke, zuerst in der Weltmeisterschaft 2020
  • Hot Shots: Schwer, 3,3km, 352hm, Pro-Jump Line mit viel Airtime, 2,5m Breit, Table, Roller, Wallrides

Bike Park Leogang

Tickets und Preise

Wer keine Gravity Card hat, kann sich für 49 Euro ein Tagesticket besorgen. Damit könnt ihr die Asitz- und die Steinbergbahn nutzen und habt Zugriff auf den gesamten Bike Park. Zusätzlich könnt ihr auch die Bahnen in Saalbach und der Umgebung nutzen. Wer Lust auf ein Abenteuer hat, kann die beiden Regionen mit unterschiedlichsten Trails verbinden und seinen Spaß außerhalb des Parks haben.

Zusammen mit Saalbach Hinterglemm und Fieberbrunn bietet die Region 80km Strecken, 7 Berge und 9 Bergbahnen mit einem Ticket an. Österreichs größte Bike Destination sollte somit für jeden Sportsfan Abwechslung bieten.

Unser Bike Park Check Video – Good Times, Matsch und Airtime 

Genug gelesen! Hier gibts unser Video zum Epic Bike Park. Zusammen mit Sophie, Christof, Micha und Patrick ging es auf die langen, ruppigen und schnellen Trails in Österreich. Wie viel Spaß die vier hatten, erfahrt ihr hier.

Lust auf eine schöne Unterkunft?

Prinzipiell wollen wir hier keine Werbung machen, aber da wir eine wirklich gute Zeit im Hotel Bacher hatten und uns richtig gut aufgehoben gefühlt haben, gibts hier den Link. Leckeres Abendessen, Frühstück, Drinks und einen Infinity Pool mit Blick auf den Park machen diese Location besonders.

https://www.hotelbacher.at

Weitere Informationen zum Epic Bike Park Leogang findet ihr hier:

www.saalfelden-leogang.com

TEST: Scott Gambler Tuned 900 – Das Zeug aus dem Träume gemacht werden

Es gibt in der Downhill Geschichte immer wieder Bikes die das Podium dominieren und Geschichte schreiben. Das Scott Gambler fährt zwar in den letzten Jahren keine großen Siege mehr ein, gehört aber zu den wichtigsten Downhill Boliden der Szene. Wer vom nächsten 200mm Bike träumt, wird um das Rad nicht herum kommen. In Filmen wie Deathgrip war Brendog auf dem Gambler unterwegs, Vincent Tupin macht die Abhänge in Chatel unsicher und wer erinnert sich nicht gerne an die stylischen Edits mit Nico Vink!?

Umso mehr haben wir uns gefreut als wir das Gambler in die Redaktion bekommen haben. Der super cleane Rahmen mit schlanken Rohren, die wunderschöne Tuned Lackierung und das massive Fox Factory Fahrwerk schreien förmlich nach Spaß.

Scott Gambler

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Optik und Features – Schwarz, weiß, Tuned

Optisch lässt sich am Gambler nichts aussetzen. Der Schwarz/Weiß lackierte Carbon Rahmen besticht durch seine schlanken „Rohre“ und innenverlegte Züge und Leitungen. Durch den schwarzen Lack schimmert an manchen stellen das Carbon-Muster hindurch und der weiße Hinterbau ist mit silbernen Decals versehen. Weiß und Schwarz steht dem Gambler auch besser als Orange!

Scott Gambler

Auf dem Unterrohr befindet sich das Logo der Marke, auf dem Oberrohr steht Tuned. Zur cleanen Optik trägt neben den innenverlegten Zügen auch das integrierte Syncros Cockpit bei. Die Lenker-Vorbau-Kombination sieht extrem schick aus, hat aber nicht nur Vorteile.

Da sich das Gambler besonders im extrem harten Einsatz wohlfühlt, hat der Schweizer Hersteller einige Schutzvorrichtungen an dem DH Bike verbaut. Auf der Kettenstrebe sitzt natürlich ein gummierter Schutz der vor Schlägen der Kette schützt und das Bike etwas leiser macht. Falls die Kette mal abspringen sollte, befindet sich im Bereich des Kettenblatts ein Aluminium Schutz an der Kettenstrebe. Das soll tiefe Kratzer und Macken verhindern.

Das Unterrohr wird im Bereich des Tretlager ebenfalls mit einem gummierten Schutzblech geschützt.

Scott Gambler

Geometrie – es geht bergab

Bei Downhill Bikes sind wir am extremsten Ende der Geometrie Daten angekommen. Das Gambler will bergab und dementsprechend ist auch der Rahmen gestaltet. Der Lenkwinkel liegt bei flachen 62,9° beim 29″ Modell. Kombiniert wird dieser mit einem Reach von 460mm und einem Stack von 633,5mm in der Rahmengröße L. Die Kettenstrebe ist in allen Rahmengrößen gleich und liegt bei den Twenty-Niner Modellen bei 438,7mm. Das gibt dem Gambler einen relativ kurzen Hinterbau.

Das Gambler ist aber auch für kleinere und größere Fahrer interessant. Das Modell in S hat einen kurzen Reach von 400mm während die XL Variante auf 490mm kommt. Andere Hersteller bieten ihre Downhill Modelle nicht in so einer Bandbreite an. Die Specialized Demo Modelle fallen zum Beispiel etwas kleiner aus, während das Canyon Sender in drei Rahmengrößen erhältlich ist die mit einem Reach von 460 – 510mm kommen.

Unser Gambler kam als reines 29″ Bike. Was uns jedoch sehr gut gefallen hat, ist die Möglichkeit, mit Hilfe der Headset Kappen, dem Flip Chip und dem Chip am Hinterbau auf Mullet umrüsten zu können. Aber auch der Wechsel von Luft- auf Coil-Dämpfer ist mit Hilfe des Flip Chips möglich. Das bietet Downhill Athleten natürlich einiges an individuellen Einstellmöglichkeiten.

Scott Gambler

Komponenten und Ausstattung – teures High-End DH

Wer davon träumt, ein Downhill Bike zu fahren, das im World Cup unterwegs und lackiert ist wie die Bikes der schnellsten Racer, wird mit dem Gambler Tuned 900 auf seine Kosten kommen. Wer die letzten Rennen verfolgt hat, wird gesehen haben, dass zum Beispiel Brendan Faiclough auf dem Tuned unterwegs ist. Wahrscheinlich mit der ein oder anderen Spielerei an die wir Normalsterblichen nicht kommen, aber das Tuned ist nah dran am Bike eines Racers.

Bei einem World Cup Bike darf natürlich das angemessen Fahrwerk nicht fehlen. Scott setzt beim Gambler auf massive Factory Komponenten von Fox. An der Front arbeitet die Fox 40 mit fetten 40mm Standrohren, 200mm Federweg, Kashima Beschichtung und allen Einstellmöglichkeiten die man sich wünschen kann. Am Heck sitzt der Fox Float X2 Factory Dämpfer der ebenfalls keine Wünsche offen lässt. Vorausgesetzt er funktioniert. 😉

Das Gambler wird mit der 7-Fach Sram X01 Downhill Short Cage Gruppe geschaltet. Die X01 DH DUB Carbon Kurbel ist 165mm lang und wir mit einem 34Zahn Blatt kombiniert. Dieses wird von einem Scott DH Custom Chain- und Bashguard geschützt.

Viele von euch werden sich jetzt freuen, denn die Bremsen stammen nicht von Sram. Scott setzt auf Shimano XT 4-Kolben Bremsen mit 203mm Scheiben. Diese haben uns auch bei längeren Abfahrten nicht im Stich gelassen und den Druckpunkt konstant beibehalten.

SYNCROS

Wie auch bei den anderen Tuned Modellen verbaut Scott am Gambler die Syncros Lenker-/Vorbau-Kombination. Der Syncros Hixon iC DH Carbon Lenker besitzt 15mm Rise, 8° Backsweep und ist 800mm breit. Passend dazu gibt es die Syncros Pro DH dual lock-on grips.

Die Sattelstütze ist ebenfalls von der Eigenemarke Syncros und wird mit dem Syncros Kaslo 1.5 Sattel mit Titan Stangen kombiniert.

Das Gambler rollt auf Raceface Atlas Felgen und Naben die mit Maxxis Reifen bestückt sind. Dabei wird nicht großartig auf Rollwiderstand geachtet, sondern den Fokus komplett auf Grip, Performance und Pannensicherheit gelegt. Das Gambler arbeitet an der Front und am Heck mit dem Maxxis Assegai 29×2.5″ / 2x60TPI / DH / TR / 3C Maxx Grip. Dadurch hatten wir auf losem und hartem Untergrund ordentlich Grip. Auch wenn es über nasse Wurzelpassagen ging, krallten sich die Assegai in den Dreck und brachten uns sicher den Berg hinab.

Als das Gambler bei uns in der Redaktion erschienen ist, war uns schnell klar, dass diese Maschine leicht sein muss. Der edle Carbon Rahmen mit den für ein Downhill Bike recht dünn gehaltenen Rohren kommt in der Rahmengröße L auf knapp 15Kg. Das ist extrem leicht für ein 200mm Bike und nur 1Kg schwerer als das Specialized S-Works Enduro in der Größe S4.

Scott ist nicht unbedingt für günstige Preise bekannt. Wer sich das Scott Gambler Tuned 900 leisten möchte, muss fast 10.000 Euro auf den Tisch legen. Um genau zu sein 9.599 Euro. Ist das Notwendig? Auf keinen Fall. Die meisten von uns bekommen das Fahrwerk und die Komponenten niemals an ihre Grenzen und wären auch mit einer günstigeren Alternative glücklich. Wer Rennen bestreiten will, oder sich einfach ein extrem edles Downhill Bike mit High-End Komponenten leisten möchte, macht hier jedoch nichts falsch.

Scott bietet aber noch günstigere Alternativen mit Aluminium Rahmen an. Diese kommen mit Performance Fahrwerk und sind ab 4.699 Euro erhältlich.

Scott Gambler

TEST: Das Scott Gambler Tuned 900 auf den Trails

Unsere Testfahrer waren schon nach den ersten Metern verliebt. Die Geometrie in Verbindung mit dem exzellenten Fox Factory Fahrwerk macht alles richtig. Schnelle und ruppige Passagen werden gekonnt weggeschluckt und auch bei großen Sprüngen bietet das Gambler mit seinen 200mm Federweg ordentlich Reserven. Das Bike will so schnell es geht bergab und bietet dabei noch extrem viel Sicherheit. Es pusht das Selbstbewusstsein des Fahrers auf die nächste Ebene.

Das Specialized Demo und das Scott Gambler sind sich da in einigen Eigenschaften ähnlich. Die hohe Front der beiden Bikes bietet besonders auf steilen Strecken viel Selbstvertrauen. Das Scott hat auf dem Papier sogar eine noch höhere Front als das kalifornische Gegenstück.

Aber nicht nur auf steilen und anspruchsvollen Downhill Strecken glänzt das Gambler. Auch auf flowigen Strecken bietet das Schweizer Bike viel Potential. Das Factory Fahrwerk lässt ein passendes Setup zu, dass mit ausreichend Rebound und Druckstufe aus der DH Bügelmaschine ein sich nach Air-Time sehnendes Geschoss macht.

Geisskopf

Fazit: Scott Gambler – Leicht und schnell

Mit dem Scott Gambler Tuned 900 wird der Traum des World Cup Race Bikes wahr. Im Downhill besteht keine Möglichkeit für Normalsterbliche dieses Geschoss an seine Grenzen zu bringen. Dazu kommt, dass Optik, Fahrwerk und Komponenten absolut keine Wünsche offen lassen. Wer bereit ist ein kleines Vermögen zu zahlen, bekommt hier die perfekte DH Maschine.

Scott Gambler

Mehr Infos findet ihr unter: www.scott-sports.com

Verlosung: Coros Vertix 2 – High End Uhr für Mountainbiker

Coros präsentiert mit der Vertix 2 eine Abenteuer Uhr für Sportler mit vielen interessanten Features, toller Kartennavigation und bis zu 60 Tage Akkulaufzeit. Diese High-End Uhr für 699 Euro könnt ihr bei uns gewinnen.

Die Kalifornier*innen von Coros produzieren seit 2016 Smart-Produkte für den Performance Sport Markt. 2018 präsentierten sie die erste Smart-Watch in ihrem Sortiment was von da an den Ton der Marke angeben sollte.

Mit der Coros Vertix 2 wurde das Top Modell des Herstellers präsentiert – ein schnellerer Prozessor, größerer Bildschirm, bis zu 60 Tage Akkulaufzeit, weltweiten Offline-Karten und vielen spannenden Features. Unsere Kollegen von Velomotion konnten das schicke Stück ausführlich unter die Lupe nehmen und haben sich auf dem Rennrad und dem Mountainbike von den Stärken und Schwächen der Vertix 2 überzeugen können.

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Den ausführlichen Test findet ihr hier: www.velomotion.de

Spannend für Mountainbiker: Das ein oder andere Modell auf dem Markt hat während einer Tour Probleme mit der automatischen Pause-Funktion. Die Vertix 2 regelt diese Funktion sehr gut. Wenige Sekunden nach dem Anhalten pausiert sie das Tracking und beginnt wieder sobald ihr eure Tour fortsetzt. Selbst bei einem Sturz geht das System in den Pause Modus.

Verlsoung: Coros Vertix 2

Wie könnt ihr die Uhr gewinnen? Beantwortet einfach die folgende Frage, gebt eure Email-Adresse an und los gehts. Wir wünschen euch viel Erfolg.

Rechtliches: Wir benachrichtigen den Gewinner via E-Mail. Es werden keine Daten in irgendeiner Art weitergegeben. Sämtliche Teilnehmerdaten werden nach Auslaufen der Verlosung gelöscht. Teilnehmen darf jeder, der 18 Jahre und älter ist. Mitglieder der Redaktion sowie deren Angehörige sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Teilnahmeschluss ist der 10. August 2022 23:59 Uhr. Wenn du Fragen hast, dann sende uns einfach eine E-Mail.

Coros Vertix
Auf der Jagd noch neuen persönlichen Bestzeiten: Photo by: Paul Kopp

www.coros.com

TEST: Giant Trance Advanced Pro 1 – Mini Enduro mit tollen Features

„Shredde hart und schnell mit diesem lebendigen 29er.“ – So bewirbt Giant das Carbon Mtb mit 130mm Federweg an der Front, 120mm am Heck, Fox Live Valve und einer abfahrtsorientierten Trail-Bike Geometrie. Wir hatten das Trance im Test und erzählen euch hier, was uns gefallen und gestört hat. 

Giant gehört zu den größten und bekanntesten Zweiradherstellern der Welt. Das Taiwanesische Unternehmen produziert seit Anfang der siebziger Jahre Fahrräder aller Art. Im Downhill World Cup kann Remi Thirion Erfolge auf den neusten Prototypen feiern, Freerider Reece Wallace macht die größten Sprünge der Welt auf dem Glory unsicher und das Giant Offroad Team fährt Top 20 Ergebnisse in der Enduro World Series ein.

Mit dem Trance Advanced Pro präsentiert der Industrie Gigant ein Trail-Bike mit 130mm Federweg an der Front, einer modernen Geometrie, spannenden Features und dem Fox Live Valve System. Obendrauf kommt eine fast saubere Optik und tolle Komponenten.

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Wir haben das Giant mir in den Vinschgau genommen und dort die verblockten und schnellen Trails unsicher gemacht. Neben einer Menge Spaß, kamen aber auch gemischte Gefühle auf.

Giant Trance Advanced
Trails, Trails, Trails. Der Vinschgau ist ein Paradies im Frühjahr und Sommer.

Optik und Features

Mit dem Trance präsentiert Giant ein optisch sehr ansprechendes Trail-Bike. Der saubere Rahmen ist mit nur wenigen Decals versehen und besticht durch einen klassischen Aufbau, der sehr ästhetisch wirkt. Das Monocoque-Front-Dreieck ist übrigens aus Giants hochwertigstem Carbon-Verfahren gefertigt und erhält somit den Namen Advanced.

Der Rahmen ist Schwarz lackiert und abhängig von der Ausstattungsvariante in unterschiedlichen Farbgebungen erhältlich.

Wer sich an vielen Leitungen und Kabel stört, dürfte beim Trance Advanced so seine Probleme haben. Aufgrund des verbauten Fox Live Valves Systems sind zusätzliche Kabel an der Gabel, Dämpfer und Oberrohr verbaut die das Fahrwerk steuern. Bei einem so schicken Bike, hätten wir uns zumindest über etwas mehr Integration gefreut.

Bei anderen Herstellern ist der sogenannte Kofferraum im Unterrohr schon länger im Sortiment – Giant bietet diesen nun auch an. Mit Hilfe eines einfachen, aber toll funktionierenden Verschlusses könnt ihr hier auf einen Stauraum zugreifen in dem ihr Tools, Schläuche oder Snacks verstauen könnt ohne diese in einem Rucksack mit euch führen zu müssen. Uns gefällt das sehr gut.

Giant Trance

Die Geometrie – 130mm Trail-Bike

Ein 130mm Mountainbike soll natürlich nicht nur im Downhill glänzen sondern auch gut den Berg hinaufklettern. Dementsprechend muss die Geometrie auch stimmig sein. Auf dem Papier passt das auch ganz gut. Der Reach in der uns zur Verfügung gestellten Rahmengröße L liegt bei 472 – 480mm und wird im Front-Dreieck mit einem Lenkwinkel von um die 66° und einem recht tief wirkenden Stack von 628mm kombiniert. Letzteres bietet einem zwar viel Kontrolle im technischen Gelände, zieht einen aber recht weit über die Front in steilen Passagen.

Der Sitzwinkel ist modern steil und liegt bei ca 77°. Somit sollte im Uphill ordentlich Druck in die Pedale gelangen.

Die Geometrie könnt ihr übrigens mit Hilfe des Flip-Chips an euren bevorzugten Einsatzbereich anpassen. Neben dem uns zur Verfügung gestellten Trance Advanced in L gibt es noch drei weitere Rahmen in S, M und XL.

Giant Trance Advanced

Natürlich setzt Giant auch beim Trance auf den beliebten Maestro Hinterbau. Bei diesem erzeugen strategisch positionierte Drehpunkte und zwei Anlenkungen einen einzigen schwimmenden Drehpunkt für ein aktives und effizientes Ansprechverhalten das uns in den letzten Jahren des Öfteren überzeugt hat und an keinem Bike des Industrie-Riesen fehlen darf.

Giant Trance

Komponenten und Ausstattung – moderne Spielereien 

Das uns zur Verfügung gestellte Giant Trance Advanced Pro 1 ist für 6.799 Euro erhältlich. Der Taiwanesische Hersteller bietet das Trail-Bike aber in vielen weiteren Varianten an. Den Einstieg in das Trance Carbon Sortiment macht das Advance Pro 2 mit Fox 34 Float Rhythm, Shimano SLX Komponenten und Deore Bremsen für 4.999 Euro.

Das Top Modell kommt mit Fox Factory Fahrwerk, Sram XX Eagle AXS Komponenten, Shimano XTR Bremsen, Zipp 3Zero MOTO Carbon Felgen und einer fantastischen Optik für 11.999 Euro.

Das Herzstück des Giant Trance Advanced Pro 1 ist das Fox Live Valve Fahrwerk. Dieses System passt sich mit Hilfe von Sensoren automatisch an die Begebenheiten des Untergrunds an und stellt das Fahrwerk je nach Situation ein. Geht es in den Uphill, regelt das Live Valve das Fahrwerk wie ein Lock und verhindert somit Kraftverlust beim Pedalieren durch Wippen der Federelemente. Fahrt ihr in den Trail öffnen die Sensoren das System und bieten euch die volle Performance der Fox Performance Elite Komponenten.

Die Fox 34 Performance Elite Gabel und der Float X Performance Elite Dämpfer lassen ansonsten keine Wünsche offen und bietet alles was man sich von einem 130/120mm Fahrwerk wünschen kann.

Geschaltet wird mit der Shimano 12-Fach Deore XT Gruppe. Diese bietet eine große Bandbreite für jeden Uphill und ordentlich Power auf den Trails. Passend dazu gibt es XT Bremsen mit 180mm Scheiben an der Front und am Heck.

Bei den Reifen setzt Giant auf eine gute Kombination aus Grip und geringem Rollwiderstand. An der Front rollt das Trance auf einem Maxxis Minion DHF 3C MaxxTerra, mit EXO Karkasse und am Heck auf dem Aggressor Dual Compound ebenfalls mit EXO Karkasse. Beide von Werk aus Tubeless Ready.

Ein Highlight ist die Sattelstütze. Wir haben uns schon so oft über zu kurz Stützen beschwert. Mit Hilfe der TranzX Vario können wir den Hub der Stütze anpassen. Bei der Rahmengröße L lässt sich dieser von 170-200mm verstellen. Dadurch können wir bei der Abfahrt den Sattel schön weit nach unten packen was uns mehr Beinfreiheit im ruppigen Gelände bietet. Sehr schön Giant!

Giant Trance

TEST: Das Giant Trance Advance Pro 1 auf dem Trail

Wir waren mit dem Giant Trance nicht nur auf unseren Home Trails im Bayrischen Wald unterwegs, sondern auch auf den fantastischen Strecken im Vinschgau. Dort gibt es neben flowigen Passagen auch einige ruppige Alpin-Strecken die dem 130/120mm Fahrwerk einiges abverlangen.

Wir sind davon ausgegangen, dass das Trance Advanced Pro im Uphill auf ganze Linie glänzt. Zwar ist es kein schlechter Kletterer, jedoch gibt es einige Bikes in der Kategorie die diesen Job besser machen. Der Maestro Hinterbau wippt zwar auch bei schwerem Wiegetritt nicht und das Live Valve regelt das Fahrwerk, jedoch kommt unteranderem die Bereifung bei losem und steilen Untergrund an die Grenzen des Grips.

Sobald es bergab geht, entfaltet das Giant Trance Advance Pro 1 sein eigentliches Potential. Das 130/120mm Trail-Bike bietet auch auf schnellen und ruppigen Abfahrten ordentlich Stabilität, verlangt aber eine saubere Linienwahl. Unsere Testfahrer waren schnell von dem wendigen und präzisen Handling begeistert und kamen mit einem Strahlen von den Trails zurück – Ein Mini Enduro, das sich leicht in die Luft befördern lässt.

Zwar macht das Trance auch etwas gemütlicheren Fahrern Spaß machen, das eigentliche Potential entfaltet sich jedoch erst bei höheren Geschwindigkeiten im Gelände.

Obendrauf haben uns einige der Details gefallen. Die im Hub verstellbare Sattelstütze und der Kofferraum im Unterrohr sollten an keinem Mountainbike mehr fehlen.

Das Fox Live Valve System ist zwar ein cooles Gimmick und regelt das Fahrwerk intuitiv, wirkt aber aufgrund des Kabelmanagements etwas altbacken. Wer regelmäßig fährt kann sein Fahrwerk auch ganz einfach mit einem Handgriff am Dämpfer locken und das Geld für die Live Valve sparen. Wenn wir schon beim Thema Geld sind – Für 6.799 Euro bekommt man hier ein absolut faires Paket. Die Performance spricht für sich selbst, obendrauf gibts ein Fox Performance Elite Fahrwerk mit Live Valve, Carbon Rahmen und tolle Komponenten. Bei anderen Marken würde man für diese Kombination wesentlich mehr Geld bezahlen.

Fazit: Ballern für aktive Fahrer

Das Giant Trance Advanced Pro ist ein Trail-Bike das vor allem im Downhill seine Stärken hat. Zwar verlangt das Trance einen aktiven Fahrstil und eine gekonnte Linienwahl zaubert einem aber bei schnellen Abfahrten ein Grinsen ins Gesicht und bereitet aufgrund des leichten Designs viel Spaß auf flowigen Sektionen und in der Luft.

Giant Trance Advanced

Mehr Infos findet ihr unter: www.giant-bicycles.com

TEST: Bulls Duro 29 – Spaßiges Trail-Hardtail mit stimmiger Geometrie

Bulls präsentiert mit dem Duro 29 ein robustes Trail-Hardtail mit 130mm Federweg, einer potenten Geometrie mit kurzen Kettenstreben und einer cleanen Optik. Wir waren mit dem Duro im Vinschgau und auf unseren Hometrails unterwegs und konnten viel positives, aber auch die ein oder andere Schwachstelle finden. 

Als wir das Duro zum ersten mal zu Gesicht bekommen haben, ist uns direkt das moderne und nach Spaß aussehende Design ausgefallen. Wir hatten in den letzten Jahren immer wieder Mountainbikes der deutschen Marke in den Händen. Trotzdem oder gerade deswegen fanden wir das frische Design des Hardtails überraschend.

Umso mehr haben wir uns gefreut, dass wir das Bulls Duro mit auf unseren Trip in den Vinschgau nehmen konnten und es dort auf den vielseitigen Trails fahren durften. Dort gibt es neben den bekannten Trails wie den Holy Hansen und den Tschilli Trail auch etwas flowigere Strecken wie den Propain- und den Sunny Benny-Trail. Letztere waren für das Duro perfekt geeignet.

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Bulls Duro 29

Optik und Features

Optisch sieht das Bulls Duro sehr clean und modern aus. Der Alu-Rahmen, die Vario-Sattelstütze und die Schwalbe Reifen mit brauner Wand machen direkt Bock auf Trail-Action. Auf dem weißen Rahmen befindet sich das schwarze Bulls Logo und einige kleinere Decals.

Bulls Duro 29

Leitungen und Züge sind im Rahmen verlegt und tragen zur sauberen Optik bei. Am Vorbau ist ein Clip-System angebracht in das die Leitungen von Bremse und Schaltung eingehakt werden können. Technisch sehr sinnvoll! Optisch ist dieses System definitiv Geschmacksache und sorgte bei unseren Testern für geteilte Meinungen.

Geometrie

Für ein Hardtail aus dem Hause Bulls ist das Duro sehr modern. In der Rahmengröße 43 haben wir einen Reach von 490mm (Bei einem Fully wäre das sehr lang, Hardtails fühlen sich eher kürzer an) , einen Lenkwinkel von 66°, einen Sitzwinkel von 76° und eine erstaunlich kurze Kettenstrebe von 420mm. Auf dem Papier sollte das Duro somit ziemlich viel Spaß auf flowigen Strecken machen und mit einem wendigen Fahrverhalten glänzen können.

Bulls Duro 29

Komponenten und Ausstattung

Um ehrlich zu sein ist das Duro nicht ganz günstig. Für 1.899 Euro bekommt man einen Aluminium Rahmen mit innenverlegten Zügen und einer modernen Geometrie. Aber passen die Komponenten auch zum Gesamtkonzept und Preis?

Bei der Gabel setzt der deutsche Hersteller auf die Rockshox Pike Select RC mit 130mm Federweg. Bei dieser Variante lässt sich die Low-Speed-Druckstufe und die Zugstufe einstellen. Das Ansprechverhalten ist durchaus zufriedenstellend.

Die 12-Fach Schaltgruppe stammt vom Komponenten Giganten Shimano. Mit einer Übersetzung von 10-51 Zähnen bei der Deore Kassette und einem 32 Zahn Kettenblatt an der Front kommt man fast jeden Anstieg angenehm hinauf. Schön zu sehen ist, dass hier von Werk aus ein Chainguide verbaut wurde.

Gebremst wird ebenfalls mit Produkten des japanischen Herstellers. Die hydraulische MT420 Scheibenbremse wirkt jedoch aufgrund ihrer weniger ergonomischen Zwei-Finger-Hebel an dem Duro fehlplatziert. Bei einem so abfahrtsorientierten Trail-Hardtail hätten wir uns eine potentere und zum Einsatzbereich passendere Alternative gewünscht.

Die Limotec Alpha 1 Variostütze verfügt in der Rahmengröße L über einen 170 mm Hub der durchaus zum Rad passt. Ein bisschen negativ ist uns der Bulls Sportive Ergo Sattel aufgefallen. Dieser erinnert mit seinem breiten Aufbau eher an den Sattel eines City Rads und passt nicht wirklich zu einem Trail-Hardtail, dass im Gelände pedaliert wird. Man kommt einfach schwerer hinter den Sattel und wieder nach vorne.

Die Schwalbe Nobby Nic Evo Super Ground Reifen, die ihren Einsatzbereich im XC, Allmountain und Trail haben, passen gut zum Duro. Auch auf den staubigen und lockeren Trails im Vinschgau hatten wir auf diesen Gummis ordentlich Grip. Bergauf rollen diese auch etwas angenehmer als Enduro Reifen.

Bulls bietet das Duro 29 in nur einer Variante an. Da der Rahmen aber so viel Potential bietet würden wir uns über ein Framset freuen – denn viele von uns nutzen Hardtails als Bastelprojekt und verbauen dort Komponenten die wir noch in unseren Werkstätten haben. Der Bulls Duro 29 Rahmen wäre für solche Projekte eine ausgezeichnete Grundlage.

Vinschgau

Test: Das Bulls Duro 29 auf den Trails

Wer zum Trail-Einstieg will, muss erst einmal den Aufstieg bewältigen. Den meistert das Bulls dank seines steilen Sitzwinkels und den gut rollenden Reifen mit Bravour. Auch der Stack von 642mm sorgt für eine aufrechte Position was sich vor allem bei längeren Touren bemerkbar macht.

Wir würden nur den Sattel gegen eine etwas sportlichere Mountainbike-Variante tauschen, da die breite Sitzfläche auf Dauer nicht optimal für sportive Fahrer ist..

Bulls Duro 29

Sobald es auf den Trails bergab geht, wird klar, dass Bulls mit dem Duro ein potentes Trail-Hardtail geschaffen hat. Die Geometrie lädt zum schnellen Fahren ein und überzeugt vor allem auf etwas flowigeren Passagen mit gebauten Kurven und Pumps.

Aber auch in ruppigen und technischen Sektion macht das Duro eine tolle Figur. Zwar ist man dort etwas langsamer unterwegs, dank der kurzen Kettenstrebe und der Tretlagerhöhe lässt sich das Hinterrad jedoch leicht umsetzen und das Duro über Felsen und Wurzeln manövrieren.

Auch die Rockshox Pike Federgabel macht mit ihren 130mm Federweg einen tollen Job und bietet Sicherheit wenn eine Linie mal nicht mit ganz so viel Bedacht gewählt wurde.

Bulls Duro 29

Fazit: spaßiges Trail-Hardtail 

Das Bulls Duro 29 ist ein tolles Trail-Hardtail das mit einer modernen Geometrie im Gelände glänzt und optisch sehr schön dasteht. Wir hatten auf flowigen aber auch technischen Trails eine Menge Spaß und haben das weiße Alu-Bike dank seines verspielten Fahrverhaltens lieb gewonnen. Nur mit der Wahl der Komponenten waren wir nicht ganz zufrieden. Wir hätten uns zum Beispiel eine zum Einsatzbereich passende Bremse gewünscht – das hätte das Gesamtpaket abgerundet.

Weitere Infos findet ihr unter: www.bulls.de

 

TEST: Liv Intrigue Advanced Pro 1 – Die Alleskönnerin im Langzeittest

Liv – die Tochterfirma des Konzerns Giant – baut seit nun mehr als einer Dekade Bikes für Frauen. ‚Im Test hatten wir das Liv Intrigue Advanced Pro 1, welches für 4.999 Euro auf dem Markt erhältlich ist. Ob das Fahrrad trotz des geringen Federwegs von 140/125 mm dazu einlädt, es ordentlich auf dem Trail stehen zu lassen, oder doch ein braver Tourer ist, das haben wir ausprobiert.. 

Es gibt nicht viele Marken die ihren Fokus rein auf Frauen legen. Die Tochter Firma des Industrie Riesen Giant konzentriert sich zu 100% auf die Entwicklung von Bikes für die weibliche Anatomie. Dabei fließen Daten und Körpermaße in das Design der Rahmen ein um das perfekte Fahrgefühl bieten zu können.

Die Rahmen sind nicht einfach nur kleiner, sondern die Geometrie ist von Grund auf anders gestaltet, denn der weibliche Körper unterscheidet sich in Sachen Schwerpunkt und Proportionen vom männlichen.

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Mit dem Intrigue bietet Liv ein spannendes Allmountain-Fully für 4.999 Euro das nicht nur gut aussieht, sondern auch viel Spaß auf den Trails macht. Als Herzstück bringt das Bike einen Vollcarbon Rahmen mit sich und – wie für Liv typisch – ist auch im Intrigue ein Maestro-Hinterbau verbaut, welcher sowohl Feinfühligkeit als auch Effizienz verspricht. Nach einer umfassenden Überarbeitung besitzt das Fahrrad nun 140 mm Federweg in der Front und 125 am Heck. Der Rahmen bietet außerdem Platz für 29“ Laufräder. Diese sollen dem Fahrrad Stabilität und Laufruhe verleihen, wobei durch das Zusammenspiel mit der speziell angepassten Geometrie des Rahmens dennoch auch bei längeren Touren nicht auf Bequemlichkeit in der Sitzposition verzichtet werden muss.

Liv Intrigue

Optik und Features

Auch der Platz für eine Trinkflasche im Hauptrahmen macht längere Touren mit dem Intrigue möglich. Die Lackierung des Rahmens – welche sich „chameleon mars“ nennt – wirkt edel und macht das Rad zu einem optischen Hingucker. Ein Highlight sind die glitzernden Flakes in der Lackierung.

Angebrachte Rahmenprotektoren sollen dafür sorgen, dass dies so bleibt und darüber hinaus die Fahrgeräusche vermindern. Die Optik des Fahrrads wir durch intern verlegte Züge abgerundet.

Liv Intrigue

Geometrie

Das Intrigue ist in den Größen S, M und L erhältlich, laut Hersteller spricht es Frauen mit einer Körpergröße von 1,58m bis 1,81m an. Der integrierte Flip-Chip bietet der Fahrerin eine Auswahl-Möglichkeit in der Geometrie zwischen „high“ und „low“.  

Wenn wir uns Die Daten der Rahmengröße M anschauen wird schnell klar, dass das Intrigue gut in die Allmountain Kategorie passt ohne dabei an Komfort zu verzichten. Der Sitzwinkel von 77° ist steil genug um im Uphill gut in die Pedale treten zu können und wird mit einem Reach von 430mm und einem Stack von 625mm kombiniert. Dadurch sitzt die Fahrerin nicht zu gebeugt auf dem Rad und bekommt auf langen Tour ordentlich Komfort geboten.

Kombiniert man das ganze mit einem Lenkwinkel von 65,8° und einer kurzen Kettenstrebe von 438mm bekommt man ein wendiges Mountainbike, dass sich vor allem auf flowigen Strecken und technischen Uphills beweisen kann. Wird es jedoch mal schnell und ruppig bietet diese Geometrie nicht sonderlich viel Stabilität und Laufruhe. Es ist halt ein Allmountain und kein Enduro.

Liv Intrigue

Komponenten und Ausstattung 

Das Liv Intrigue gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, welche entweder aus Aluminium oder aus Vollcarbon bestehen. Unser Testbike hat die Ausstattungsvariante Advanced Pro 1. Für die 4999€ erhält man hier ein hochwertig ausgestattetes Fahrrad, wodurch das geringe Gewicht von 12,9 kg ermöglicht wird.

Die in der Front verbaute Fox 36 Performance Elite Gabel mit der FIT4 Dämpfung schafft mit ihren 140 mm Federweg ein breites Anwendungsgebiet. Im Cockpit wurden überwiegend Komponenten der Mutterfirma Giant verbaut, die uns bereits auf anderen Bikes überzeugen konnten.

Auch die Laufräder stammen aus den Hallen des Fahrradriesen Giants, durch deren Carbon-Bauweise bieten diese hohe Stabilität bei geringer rotierender Masse. Auf diesen wurden Reifen der Firma Maxxis montiert. Die Kombination aus Minion DHF 29×2,5WT vorne und Dissector 29×2,4WT hinten sorgt für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Grip und Rollwiderstand.

Beim Antrieb setzt die Firma Liv hier auf den Hersteller SRAM mit seiner GX Eagle, diese weist Bandbreite von 520 % auf. Auch die Bremsen stammen aus dem Hause SRAM, hier wurde die G2 R (4-Kolben) verbaut. Je nach Rahmengröße kann der Sattelhub durch die Contact Switch Vario Stütze unterschiedlich stark angepasst werden. 

Bayrischer Wald

TEST: Liv Intrigue Advanced Pro 1 auf den Trails

Bevor das Bike bei der Abfahrt überzeugen kann muss es erstmal auf den Berg. Beim Uphill überrascht und erfreut das Intrigue durch seine Leichtfüßigkeit und den hohen Komfort. Durch das geringe Gewicht und die stimmige Ausstattung stellen selbst lange und steile Anstiege kein Problem dar. Die Sperr-Fuktion der Feder-Elemente wurde ausschließlich bei langen Tretpassagen genutzt, da auch im offenen Zustand wenig Energie verschwendet wird. Auch wenn der Uphill mal etwas steiniger und technischer wurde, klettert das Allmountain wie eine Ziege den Berg hinauf. Beim hoch strampeln konnte das Intrigue somit vollends überzeugen. 

Geisskopf

Oben angekommen, darf sich das Bike dann bei der Abfahrt beweisen. Hierfür waren wir im Rahmen unseres Langzeittests auf zahlreichen Trails unterwegs, welche sehr unterschiedliche Bedingungen geboten haben um eine Einschätzung zu gewinnen. 

Geisskopf

Auf flowigen und weniger steilen Strecken erweist sich das Intrigue als eine hervorragende Begleiterin, vor allem auch für weniger erfahrene Fahrerinnen. Hier vermittelt das Rad Stabilität und Selbstvertrauen aber auch Leichtigkeit und Agilität sorgt somit für ausgelassenen Fahrspaß. Auf schnelleren, verblockten Trails hingegen fordert das Fahrrad einen recht aktiven Fahrstil und schafft es nicht mehr ohne Weiteres die eben beschriebene Sicherheit zu vermitteln, auch durch die fehlende Laufruhe. Zudem fällt im Test auf, dass sich die doch sehr kurz bemessene Sattelstütze (bei Rahmengröße S) in solchen Passagen negativ auf die Bewegungsfreiheit auswirken kann.

Liv Intrigue

Im Rahmen des Tests wurde das Rad überwiegend im „low“-Setting gefahren und erwies sich durchwegs als ein agiles und gut manövrierfähiges Fahrrad. Vor allem auf längeren Touren, bei denen immer wieder getreten werden muss und die Abfahrten weniger technisch anspruchsvoll sind, kommt man mit dem Fahrrad vollkommen auf seine Kosten. Für solche Vorhaben besteht bei dem Liv Intrigue Advanced Pro 1 absolutes Potential zum Lieblingsfahrrad.  

Liv Intrigue

Das Fazit: Die Alleskönnerin? 

Das Liv Intrigue Advanced Pro 1 erweist sich als ein effizientes Leichtgewicht, welches vor allem im Uphill und auf flowigen Trails eine Topfigur macht. Das ideale Zusammenspiel aus den verbauten Komponenten und der Geometrie des Bikes sorgt dafür, dass dieses in vielen Einsatzbereichen glänzt und Spaß macht. Wenn Fahrsicherheit und Laufruhe nicht leiden sollen, bewegt man sich mit dem Intrigue dennoch besser abseits sehr anspruchsvoller Trails. Zusammengefasst kann das Bike damit also als die Fast-Alleskönnerin bezeichnet werden. 

Weitere Informationen findet ihr unter: www.liv-cycling.com