Neue Bike Kingdom App: Moderne Ritterspiele mit digitaler Unterstützung

Mit dem erfolgreichen Launch der Bike Kingdom App setzt das Bike Kingdom Lenzerheide einen neuen Meilenstein in Sachen Tourismus und erweitert das Mountainbike-Vergnügen auf seinen über 900 Kilometern an Singletrails um eine digitale Dimension. Passend zur vollständigen Öffnung des Gebiets am Wochenende des 27. Juni steht die Bike Kingdom App ab sofort zum Download bereit und geht mit ihren Gamification-Elementen weit über die Möglichkeiten herkömmlicher Tourismus-Apps hinaus.

Die Ritterspiele der Moderne finden im Bike Kingdom Lenzerheide mit digitaler Unterstützung statt. Neben den üblichen App-Standard-Funktionen setzt die Bike Kingdom App vor allem auf Gamification und Gratification – sprich: Der analoge Bike-Spielplatz auf den Trails wird um eine virtuelle Dimension erweitert. Die zentralen Elemente sind die „Challenges“ sowie das „Clan Battle“. Bei den Challenges kann sich jeder App-Nutzer individuelle Belohnungen erspielen, indem er beispielsweise 500 Höhenmeter an einem Tag absolviert, an mehr als 5 Sonntagen im Bike Kingdom Lenzerheide unterwegs war oder alle schwarzen Trails der Region während der Saison gefahren ist. Neben den digitalen Badges gibt es zur Belohnung zum Beispiel dann ein kühles Getränk an einer Bar in der Region oder einzigartige Merchandising-Artikel. Bei den sogenannten Clan Battles kommt der Community-Gedanke zum Tragen. Jeder App-nutzende Rider im Bike Kingdom kann einem der drei Clans „Flow“, „Drop“ oder „Shred“ beitreten und zusammen mit seinen Clanmitgliedern im täglichen Clan Battle versuchen, die einzelnen Regionen des Bike Kingdom zu erobern bzw. zu verteidigen. Der siegreiche Clan wird mit exklusiven Vorteilen im Bike Kingdom belohnt.

Dank folgender Standard-Features ist die Bike Kingdom App jedoch weit mehr als ein digitales Spielzeug. Die App fungiert gleichzeitig als Navigationssystem und virtueller Bike-Guide. Neben klassischer Routenplanung können mit der App Live-Informationen wie der Status der Lifte oder Trails gefunden werden. Sie zeigt an, wo das nächste Restaurant liegt und wo es den nächsten Bike-Shop gibt. Durch die GPS-Aufzeichnung ist es außerdem möglich, jedem Rider personalisierte Tipps zu geben und ihn auf Trails aufmerksam zu machen, die zu seinem Riding passen und ihm ebenfalls gefallen könnten.

Auch unter dem Gesichtspunkt der Corona-Virus-Prävention ist die App von großem Vorteil. Mittels der aufgezeichneten GPS-Daten können Hotspots, in denen gerade viel los ist, erkannt und Alternativen vorgeschlagen werden. So stellt die App sicher, dass sich die Mountainbiker besser und vor allem gleichmäßiger in den sechs Regionen des Bike Kingdom verteilen können, wodurch sich das Ansteckungsrisiko automatisch verringert.

„Die App begleitet unseren Gast entlang seines Ferienerlebnisses und bietet ihm automatisiert die für ihn relevanten Informationen und Angebote. Familien werden somit kinderfreundliche Routen gezeigt, während zum Beispiel Nutzern, die nicht vor Ort sind, nicht mit Mittagsmenüs von Bergrestaurants belästigt werden. Sie steht wie kein anderes Element des neuen Bike Kingdoms für unser digitales Mindset und unsere Marschrichtung für die Zukunft. Wir freuen uns mit dieser Verknüpfung aus realer und digitaler Welt einen Meilenstein im Tourismus gesetzt zu haben.“ 

Marc Schlüssel, Marketingleiter der Ferienregion Lenzerheide ist vom Erfolg der Bike Kingdom App überzeugt

Nach erfolgreich abgeschlossener Testphase steht die Bike Kingdom App allen interessierten Besuchern des Bike Kingdom kostenfrei als Download für iOS- und Android-Systeme zur Verfügung. Alle weiteren Infos zur Bike Kingdom App findet ihr hier:

www.bikekingdom.ch/de/Bike-Kingdom-App

#bikekingdom #bikekingdomlenzerheide

Für mehr Information zum Bike Kingdom Lenzerheide: 

www.bikekingdom.ch
Facebook: www.facebook.com/bike.kingdom
Instagram: www.instagram.com/bike.kingdom

Previous ArticleNext Article

TEST: POC VPD Air – Rucksack oder Weste?

Der perfekte Rucksack für alle die eigentlich lieber ohne unterwegs sind. POC kombiniert beim VPD Air alles was man für eine Tagestour braucht: ausreichend Stauraum, schlankes Design, Rückenprotektor und dabei trägt er sich so angenehm wie eine Weste. Mehr Informationen zum Rucksack-Favoriten der Redaktion findet ihr hier.

Der kleine knapp 750g leichte Rucksack des schwedischen Herstellers sieht aus wie ein Rucksack, trägt sich aber wie eine Weste. Das clever gelöste Twin-Strap Closure System verteilt das Gewicht angenehm auf dem Brustkorb und der extrem flexible Rückenprotektor schmiegt sich dabei angenehm an die Wirbelsäule. Diese Kombination bietet nicht nur Schutz sondern auch einen sehr angenehmen Tragekomfort.

Der entnehmbare Protektor ist aus einem flexiblen Material gefertigt und nach EN 1621-2 Level 1 Norm verifiziert.

POC Rucksack
Die Schulterriemen verteilen in Kombination mit den Brustgurten das Gewicht angenehm und machen einen Hüftgurt überflüssig.

POC VPD Air – kurz und schmerzlos: 

  • Volumen: 13 L
  • Gewicht: 748 g
  • Preis: 169,95 Euro

Die Optik des POC VPD Air ist schlicht.

Der kompakte Rucksack ist schlicht in schwarz gehalten und wird von einem weißen POC Logo verziert. Erhältlich ist die “Weste mit Stauraum” in einer Größe und Farbe. Wir waren mit dem Rucksack auf unseren Hometrails und im Bikepark bei starkem Regen unterwegs und können bestätigen, dass der VPD Air komplett wasserdicht ist und uns nie im Stich gelassen hat.

POC Rucksack

Kleiner Rucksack mit ausreichend Stauraum

Auf der Vorderseite des 750 g leichten VPD Air befindet sich die Tasche für den Helm, welche dank verstellbaren Riemen an die unterschiedlichen Helme angepasst werden kann und dann Clip-Verschluss schnellen Zugriff auf den großen Stauraum gewährt. An beiden Seiten befinden sich kleine Fächer, die für das Smartphone, Flickzeug und Ersatzreifen geeignet sind.

Das Hauptfach bietet genügend Stauraum um zum Beispiel eine Regenjacke, Essen und genügend Ausrüstung für eine Tagestour zu verstauen. In der Innenseite ist ein extra Fach für ein 3L Trinksystem und kleinere Taschen für Tools und Zubehör vernäht.

POC Rucksack

Fazit zum VPD Air

Der POC VPD Air ist der perfekte Rucksack für alle die, die eigentlich lieber ohne unterwegs sind. Mit seinem clever gelösten Twin-Strap Closure System und dem extrem anschmiegsamen Rückenprotektor fühlt sich die Tasche eher wie eine Weste an, bietet aber genügend Stauraum für eine Tagestour und ein 3L Trinksystem. Die wasserdichte Verarbeitung überzeugt nicht nur durch ihren eigentlichen Zweck sondern lässt sich dadurch auch noch sehr leicht mit dem Gartenschlauch abspritzen und reinigen. Der POC VPD Air ist der perfekte Begleiter auf jeder Enduro Tour und lässt einen dank seines Tragekomforts fast vergessen, dass man ihn überhaupt trägt.

Mehr Informationen zum Trail-Rucksack der Schweden findet ihr hier: www.poc.com

Video: Crankbrothers X Fabio Wibmer: New Shoe Day

Der österreichische Bike- und YouTube-Star Fabio Wibmer ist bekannt für seine atemberaubenden Videos voll spektakulärer Action und filigranster Bike-Artistik. Während Fabio verschiedene Bikes für verschiedene Gelegenheiten nutzt, trägt er immer denselben Schuh. Egal ob große Sprünge mit dem Big Bike oder technisch anspruchsvolle Lines mit seinem Trial-Prototypen – Fabio hat immer seinen neuen Crankbrothers Signature Stamp Schuh am Fuß. Wie zufrieden Fabio mit seinem neuen Schuhwerk ist, zeigt er auf eindrucksvolle Weise im aktuellen YouTube-Video “Crankbrothers X Fabio Wibmer: New Shoe Day”.

Um seinen neuen Mountainbike-Schuh zu präsentieren, nimmt Fabio uns mit auf eine Runde durch seine Heimatstadt Innsbruck. Zum Kick-Off der Session geht’s – wie könnte es anders sein – auf den Landhausplatz. Danach beginnt eine wilde Urban-Trials-Tour mit Trial- und Mountainbike zu Fabios Lieblingsplätzen, bevor es zum nahegelegenen Crankworx-Gelände geht, wo er den Whip-Off-Jump einige Male springt. Nach einem unglaublich langen Manual, beendet Fabio den Ausflug schließlich mit seinem Signature Trick, dem Handlebar Ride. Mit wechselnden Locations, Bikes, Helmen und sogar Klamotten hat dieses Video nur zwei Konstanten: Fabio selbst und sein neuer Crankbrothers Stamp Lace White / Fabio Wibmer Edition Signature Schuh.

„Ich bin mega gestoked über den Schuh und finde es cool, dass es endlich einen komplett weißen Bike-Schuh gibt. Er ist ein totaler Allrounder. Wie man im Video sehen kann, benutze ich ihn zurzeit für alles, was man auf dem Bike machen kann.“ – Fabio Wibmer

Der Flat-Pedal-Schuh mit dem schlichten weißen Look fügt sich nahtlos in den Stil des 25-Jährigen ein. Als einer von vier Styles des kürzlich gelaunchten Crankbrothers Stamp Lace Modells verfügt der Fabio Signature-Schuh über eine spezielle Gummimischung mit hoher Reibung und garantiert optimalen Grip. Die Stollentiefe sorgt überdies für eine perfekte Aufnahme der Pins. Mit einer auf die Crankbrothers Stamp-Pedale abgestimmten Sohle ist der Schuh die erste Wahl für Fabios zukünftige Big Bike- und Trial-Abenteuer.

Mehr Infos zum Crankbrothers Stamp Lace White / Fabio Wibmer Edition Signature Schuh gibt es hier:

https://int.crankbrothers.com/collections/stamp-shoes/products/stamp-lace?variant=33098538844240

Die neuen Fabio Wibmer Signature Schuhe sind zusammen mit den anderen neuen Crankbrothers Mountainbike-Schuhen ab sofort im Bike- und Sportfachhandel erhältlich.

Mehr zu Fabio Wibmer erfährst Du hier:
youtube.com/fabwibmer
instagram.com/wibmerfabio
facebook.com/wibmerfabio

Mehr zu Crankbrothers erfährst Du hier:
youtube.com/crankbrothers
instagram.com/crankbrothers
facebook.com/crankbrothers

Fotos: Hannes Berger

TEST: Merida Big. Trail 600 – Spaß auf Trails und im Alltag

Merida Big Trail

Mit dem Big. Trail präsentiert Merida ein vielseitiges Trail-Hardtail, dass dank potenter Geometrie und Marzocchi Fahrwerk Bergab für Fahrspaß sorgt und mit intelligenten Features im Alltag bestechen kann. Das Hardtail des taiwanischen Herstellers scheint alles zu können, doch wird es seinem Ruf gerecht? Mehr dazu im Test.

Das Big.Trail ist ein noch recht junges MTB im umfangreichen Portfolio von Merida. Der Name gibt zwar schon grob die Ausrichtung vor – auf den Trail – doch wird die Bezeichnung Trail-Hardtail der Vielseitigkeit des Bikes nicht gerecht. Insbesondere dem intelligent konstruierten und mit durchdachten Features ausgestatteten Alurahmen ist es zu verdanken, dass das Big.Trail in vielen Bereichen eine gute Figur machen dürfte – selbst im Alltag oder auch beim Offroad-Bikepacking. Dabei ist das Bike insgesamt im eher günstigen Preisbereich angesiedelt. Unser Testbike, das Merida Big.Trail 600 stellt mit einem Preis von knapp 1.600 Euro bereits das Ende der Fahnenstange dar. Auf der anderen Seite der Skala liegt das Big.Trail 200, mit dem man schon für 849 Euro einen wirklich soliden Einstieg in den Bereich trail-tauglicher MTBs bekommt.

Merida Big Trail

Merida Big.Trail 600 – kurz und schmerzlos:

  • 29″
  • Hardtail
  • Aluminium
  • Marzocchi Z2, 140mm
  • Preis: 1.599 Euro

Vielseitiger Alu-Rahmen

Wir hatten es eingangs bereits erwähnt: Das Merida Big.Trail 600 war das vielleicht vielseitigste Bike in unserem Testfeld. Das versierte Biker-Auge mag dies bereits bei einem genaueren Blick auf den Rahmen erkennen; so befinden sich auf dem Unterrohr gleich vier Schraubösen, um hier bei Bedarf zwei Flaschenhalter montieren zu können. Zusätzlich befindet sich an der Unterseite des Oberrohrs noch eine weitere Montagemöglichkeit, Merida spricht vom “Trail Mount”. Rucksack-Muffel können hier beispielsweise ganz bequem ein Bike-Notfallkit mit Schlauch, Tool und CO² Kartusche anbringen – cool! Damit jedoch noch nicht genug der Ösen: Selbst an entsprechende Montagepunkte für Gepäckträger, Schutzbleche und einen Seitenständer (!) hat man bei der Konstruktion des Rahmens gedacht. Viele Vollblut-Mountainbiker werden jetzt die Nase rümpfen, doch ihr müsst nicht die rote Karte spielen! Die Gewinde sind so gut versteckt, dass sie bei Nicht-Gebrauch unsichtbar bleiben. Und mal ehrlich: Vor allem die günstigeren Ausstattungsvarianten werden durchaus auch als Alltagsräder gebraucht werden von unserem MTB-Nachwuchs oder unseren jüngeren Geschwistern, die mit dem Rad auch zur Schule fahren. Da kann man dann doch glücklich sein, über diese Option, allemal besser als Klemm-Ständer und Steckbleche.

Merida Big Trail

Doch natürlich haben die Jungs und Mädels von Merida auch an die “echten” Mountainbiker gedacht. Das zeigt sich beispielsweise an der großzügigen Reifenfreiheit: Das für 29 Zoll Laufräder ausgelegte Bike verträgt locker Pneus mit bis zu 2,5 Zoll Breite. Das bringt nicht nur Grip, sondern auch zusätzliche Dämpfung, die gerade am Trail-Hardtail immer willkommen ist. Davon abgesehen gibt es wenige Überraschungen: Intern verlegte Züge gehören wie die Boost Achse im Hinterbau mittlerweile zum Standard und das klassisch geschraubte BSA Tretlager freut selbst-Schrauber.

Moderne Geometrie und weitgehend überzeugende Ausstattung

Seine Trail-DNA stellt das Merida Big.Trail 600 auch bezüglich seiner Geometriedaten unter Beweis. Der Lenkwinkel fällt mit 65,5° sportlich flach aus, so dass man es auch mal im steilen Gelände krachen lassen kann, ohne Überschlagsgefühle zu bekommen. Damit es auf dem Weg nach oben nicht allzu beschwerlich wird, hat man dem Bike zudem einen angenehm steilen Sitzwinkel verpasst, der Fahrer oder Fahrerin in eine schön zentrale Sitzposition rückt, die durch das angenehm tiefe Tretlager unterstrichen wird.

SMLXL
Sitzrohr (in mm)380410430450
Oberrohr horizontal (in mm)579600622645
Steuerrohr (in mm)95100110120
Kettenstrebe (in mm)435435435435
BB Drop (in mm)66,566,566,566,5
Lenkwinkel (in °)65,565,565,565,5
Sitzwinkel (in °)75,575,575,575,5
Reach (in mm)415435455475
Stack (in mm)636641650659

Unser Testbike kam in der Topausstattung der Big.Trail Reihe, gehört mit 1.599 Euro aber dennoch zu den eher günstigen Vertretern der Kategorie. Das merkt man den verbauten Komponenten nur an wenigen Stellen an. So kann das Bike beispielsweise mit der Z2 Gabel und 140 mm Federweg punkten. Die Gabel zählt zu unseren Lieblingen in dieser Preisklasse und gefällt uns immer wieder mit ihrem sahnigen Ansprechverhalten. Dazu gibt’s einen 12-fach Shimano Deore Antrieb mit 510% Übersetzungsbandbreite. Dieser muss sich höchstens beim Gewicht vor deutlich teureren Schaltungen verstecken, bei der Performance gibt es hier rein gar nichts auszusetzen. Gleiches gilt für die Laufräder aus Shimano MT400 Naben und den hauseigenen Alufelgen. Diese sind nicht nur tubeless-ready sondern mit 29 mm Maulweite auch breit genug für großvolumige Reifen. Ebenfalls aus eigenem Hause kommt die Variostütze, die an unserem Testrad in Größe L solide 150 mm Verstellweg mitbringt.

Alles super also? So durchdacht und solide die meisten Komponenten auch gewählt sind, hat Merida leider bei den Bremsen den Rotstift angesetzt. Die MT4100 von Shimano ist zwar keine schlechte Bremse, dürfte mit ihren zwei Kolben und den 180 mm Scheiben jedoch hier und da sicherlich an ihre Grenzen stoßen. Weitaus positiver sehen wir die Reifenwahl: Der recht neue Dissector von Maxxis ist ein sehr guter Allrounder und lässt sich auch sehr gut tubeless nutzen. Keine Überraschungen sehen wir am Cockpit: Hier gibt es solide OEM-Teile mit modernen Abmessungen. Im 50 mm langen Vorbau steckt in allen Größen ein 780 mm breiter Riser-Lenker.

RahmenAluminium
FedergabelMarzocchi Z2, 140mm
LaufräderShimano MT410 / Merida Expert TR
Reifen VRMaxxis Dissector, EXO, 2.4
Reifen HRMaxxis Dissector, EXO, 2.4
SchaltwerkShimano Deore, 12-speed
SchalthebelShimano Deore
KurbelRace Face Ride, 32T
BremseShimano MT410
Bremsscheiben180/180
SattelstützeMerida Comp TR
SattelMerida Comp CC
VorbauMerida Expert TR
LenkerMerida Expert TR, 780mm
Preis: 1.599 Euro

Merida Big Trail

Bodenprobe: Das Merida auf dem Trail

Um das Fahrverhalten des Merida Big.Trail 600 nach den Meinungen unserer Tester auf den Punkt zu bringen, fielen immer wieder folgende Worte: Unaufgeregt und Allrounder! Aber eins nach dem anderen…

Dank seiner modernen aber keinesfalls extremen Geometrie fanden sich alle Testfahrer auf Anhieb zurecht. Der 65,5 Grad flache Lenkwinkel verspricht schon nach den ersten Metern einen guten Kompromiss aus Laufruhe und Agilität. Im Uphill unterstützt der relativ steile Sitzwinkel und hält die Front trotz kompakter Kettenstreben auch im steilen Gelände souverän am Boden. Auch im gemäßigten Terrain zeigt sich das Big.Trail vielseitig; der Deore 12-fach Antrieb bietet jederzeit ausreichend Bandbreite und die Maxxis Dissector Bereifung zeigte äußerst gute Rolleigenschaften. Bei schlammigen Bedingungen setzte er sich aber relativ schnell zu und verlor an Traktion.

Geht es bergab, zeigt das Merida deutlich seine ausgewogenen Alleskönner-Eigenschaften. Dabei ist es kein “Spezialist” wie etwa das extrem flache Marin El Roy oder das Orange, sondern zeigt sich agil und ausgewogen. Die Marzocchi Z2 passt wie angegossen zu diesen Fahreigenschaften: Einfach einzustellen und mit unaufgeregt-guter Performance konnte sie uns überzeugen; spricht sensibel an und dämpft souverän. Wird der Speed auf dem Trail etwas schneller, fühlt sich das Big.Trail aber etwas unwohl. Dafür ausschlaggebend ist in erster Linie der Maxxis Dissector Reifen. Die EXO Karkasse spart zwar Gewicht (was sich im Uphill sehr positiv auswirkt), lässt aber ein wenig die dämpfenden Eigenschaften vermissen. Hinzu kommt, dass bei erhöhter Geschwindigkeit auch die Pannenanfälligkeit steigt. Aber gut, Reifen sind immer ein Kompromiss aus Gewicht, Rollwiderstand und Performance. Wer es hauptsächlich bergab krachen lässt und wem der Uphill nur Mittel zum Zweck ist, wie wir, der sollte sich über einen stabileren Reifen Gedanken machen. Trail-Tourer werden in dem Reifen einen guten Freund finden.

Wir wollen spaß, wir geben Gas und hätten deshalb – zumindest vorne – auf eine 4-Kolben Bremse, gesetzt. Das Big.Trail ist “nur” mit 2-Kolben Stoppern aus Shimano´s MT400er Reihe ausgestattet. In Kombination mit 180er Scheiben an Front und Heck konnte uns die Bremse nicht immer überzeugen. Eine hohe Handkraft und nachlassende Bremskraft bei langen Abfahrten wurde häufig von den Testern kritisiert. Zumindest vorne auf eine 203mm Scheibe aufzurüsten, ist sicherlich kein schlechter Tipp.

Genug gemeckert! Für die meisten Mountainbiker, die ein Rad für rund 1500 Euro suchen, sind die Reifen und Bremsen sicher ganz wunderbar. Das Merida Big.Trail hat insgesamt einen sehr positiven Eindruck hinterlassen. Seine Ausgewogenheit und das intuitive und agile Fahrverhalten dürfte für viele (auch Einsteiger) auf Anhieb passen. Mit einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis und den praktischen Rahmenfeatures zeigt es sich als toller Allrounder. Und genau das sollte ein Trail-Hardtail doch sein, oder? Also sehr viel richtig gemacht!

Merida Big Trail

Das Fazit:

Das Merida Big.Trail 600 ist ein Allrounder wie er im Buche steht. Moderne, aber nicht zu extreme Geometrie, solide Ausstattung und Fahreigenschaften mit denen der Einsteiger genauso gut zurecht kommt wie der Profi. Ein Rad was auch für den Alltag oder radreisen funktioniert. Kleine Schwächen bei der Bremse sind angesichts des guten Preis-/Leistungsverhältnisses zu verschmerzen. Wer ein agiles und vielseitiges Hardtail ohne Überraschungen sucht, wird mit dem Merida Big.Trail 600 fündig!

Mehr Informationen zum Merida Big. Trail findet ihr auf: www.merida-bikes.com

TEST: Scott Trail Protect FR 20 – Der 2-in-1 Rucksack

Der Scott Trail Protect bringt gleich mehrere für den Mountainbiker interessante Features mit sich: Eine Kombination aus ausreichend Stauraum für eine Tagestour, D3O Rückenprotektor und einem abnehmbaren Hauptfach, dass ihn zur Protektor-Weste transformiert, begeistert nicht nur auf der Enduro Runde, sondern auch beim Bike Park Besuch.

Die Schweizer scheinen es mit ihrem Trail Protect Rucksack auf gleich mehrere Gruppen abgesehen zu haben. Der Trailrucksack bietet mit 20 L genügend Stauraum für Tagestoueren, kann aber nach dem Entnehmen des Hauptfachs auch ganz schnell zum perfekten Rückenprotektor mit Stauraum im Bike Park zum Einsatz kommen. Ein durchaus durchdachter Rucksack mit vielen integrierten Features und einer interessanten Design-Idee.

Scott Trail Protect FR 20

Scott Trail Protect FR 20 – kurz und schmerzlos:

  • Gewicht: 932 g
  • Volumen: 20 L
  • Protektor: TÜV-zertifizierter D3O Multi-Impact-Rückenprotektor
  • Preis: 199,95 Euro

Polyester und Wabenoptik

Die Optik des Scott Trail Protect ist schlicht gehalten und verzichtet auf viel Schnick Schnack wie kleine Seitentaschen und Riemen. Das Finish ist leicht glänzend und gefällt uns nicht ganz so gut, da es etwas nach Turnbeutel aussieht. Der Trail Protect ist noch in zwei weiteren Farbvarianten erhältlich: acrtic blue und dark grey/white. Das Obermaterial ist zu 100% aus Polyamid; das Futter aus 100 % Polyester.

D3O Rückenprotektor

Der komplett integrierte und TÜV-zertifizierte D3O Multi-Impact-Rückenprotektor sorgt für ausreichend Schutz. Die Waben-Optik des Protektors dient dem Feuchtigkeitsmanagment und die plastisch geformte Rückseite schmiegt sich angenehm dem Rücken an. Etwas schwierig sehen wir nur die Hygiene des komplett eingenähten D3O Materials, da die Waben durchaus als Dreckfang dienen können und sich schwer reinigen lassen.

Wer ein 2-in-1 Produkt möchte, ist hier absolut richtig. Wer auf den heimischen Strecken unterwegs ist, eine Tour fährt oder im nächsten Trail-Center seine Runden dreht, kann den Trail Protect in seiner ursprünglichen Form nutzen. Geht es dann jedoch mal in den Park und man kann auf die 15L fassende Haupttasche verzichten, kann man diese entnehmen und den Rucksack somit in eine Protektorweste mit 5L Stauraum umwandeln.

Ebenfalls clever ist das Helmtragesytem. Wenn man im Uphill seinen Helm nicht auf dem Kopf oder am Lenker tragen will, kann man die seitlich versteckten Tragriemen entnehmen und einen Halbschalen- oder Integralhelm befestigen. Das Ganze ist auch bei entnommenem Hauptfach möglich.

Im Boden des Rucksacks befindet sich der mitgelieferte Regenschutz, den man leicht entnehmen kann und der sich dank Gummizug schnell befestigen lässt. Dies ist natürlich auch ohne Hauptfach möglich.

Das abnehmbare Hauptfach verfügt über ein Werkzeugfach auf der Vorderseite, das mit praktischen Netztaschen zum Organisieren von Tools, Pumpe und Ersatzteilen versehen ist. Das große Fach bietet Platz für Regenjacke, Essen und auch für eine Trinkblase. Letztere kann auch bei entnommenem Hauptfach verwendet werden und bietet mit der kleinen Netztasche Stauraum für Smartphone und Schlüssel.

Fazit zum Trail-Rucksack:

Scott bietet mit dem Trail Protect FR 20 einen Trailrucksack mit interessanten Features. Dank ausreichend Volumen ist genügend Platz für eine Tagestour bei der Werkzeug, Regenjacke und Essen nicht fehlen dürfen. Mit dem abnehmbaren Hauptfach bieten die Schweizer einen praktischen Rückenprotektor der mit Platz für Smartphone und Trinkblase für eine gute Zeit im Bike Park sorgt. Ein kompakter und gut durchdachter Rucksack mit D3O Protektor, der jedoch leider komplett vernäht und nicht entnehmbar ist.

Mehr Informationen zum Scott Trail Protect FR 20 findet ihr hier: www.scott-sports.com

TEST: Orange Crush Pro – verspieltes Hardtail mit Allround Stärken

ORANGE CRUSH

Während hierzulande die Trails fest in der Hand der Fullys sind, haben in Großbritannien Trail-Hardtails eine lange Tradition. Ein ganz klassischer Vertreter dieser Kategorie ist das Orange Crush. Mit verspieten 650B Laufrädern, einem flachen Lenkwinkel und 150mm Federweg scheint das Alu-Rad einiges an Spaß im Downhill zu garantieren.

Orange Bikes aus Nordengland ist zweifellos ein besonderer Fahrradhersteller. Über all die Jahre, die sie mittlerweile vor allem im MTB-Bereich aktiv sind, konnten die Briten ihre Grundsätze bewahren. Viele dürften mit Orange den fast schon ikonischen Eingelenker-Hinterbau verbinden, doch auch Hardtails gehören schon seit einiger Zeit fest zum Programm; das Crush bildet dabei den günstigsten Einstieg. Erhältlich als 650b (Crush) und 29er (Crush 29), basiert das Bike auf einem modernen Alu-Rahmen, der in vielen kleinen und großen Details die Erfahrung der Engländer widerspiegelt. Da wäre zum einen die Tatsache, dass – abgesehen von der Dropper Post – sämtliche Leitungen und Züge außen am Rahmen verlaufen. Oldschool? Das kann man so oder so sehen: Orange beweist hier ein Herz für Schrauber, denn so spart man sich bei Wartung und Reparaturen wertvolle Zeit. Außerdem kann im Rahmeninneren nichts klappern – was also optisch vielleicht nicht ganz so elegant ist, erleichtert das Leben im Biker-Alltag. Schön außerdem, dass man dem Crush eine vollwertige ISCG 05 Aufnahme am Tretlager spendiert, wo man eine ausgewachsene Kettenführung anbringen kann. Auch wenn die modernen Kettenblätter kaum noch Abwürfe produzieren, wissen wir diese Option gerade am Hardtail sehr zu schätzen.

Das Crush Pro – kurz und schmerzlos:

  • 27.5″
  • Hardtail
  • Aluminium
  • Fox 34, 150 mm
  • Preis: 2.700 Euro

Unser Crush Pro Testmodell kommt mit 650b Laufrädern und einer 150 mm Gabel an der Front. Letztere zeigt schon, dass das Crush kein trailtaugliches Tourenhardtail ist, sondern ein tourentaugliches Trailhardtail – das beweist auch die üppige Reifenfreiheit: Orange sagt, im Hinterbau haben 2,6 Zoll Pneus Platz, unser Auge sagt, da würde sogar noch mehr gehen. Jedenfalls muss man sich auch bei einer ordentlichen Schlammpackung keine Sorgen machen, dass der Reifen irgendwie steckenbleibt.

Entsprechend der Gesamtausrichtung des Orange Crush Pro ist auch die Geometrie klar auf den Trail-Einsatz und anspruchsvolles Gelände abgestimmt.  Zum sehr flachen 64° Lenkwinkel gesellt sich ein geräumiger Hauptrahmen, der in Größe L 465 mm Reach mitbringt und damit viel Bewegungsspielraum bietet. Auffällig ist der sehr hohe Stack, mit dem man trotz der Länge des Rahmens nicht zu gestreckt sitzt – fraglich ist nur, ob man so auch noch genügend Druck auf’s Vorderrad bringt, wenn nötig.

SMLXL
Sitzrohr (in mm)381432457508
Oberrohr horizontal (in mm)605627648672
Steuerrohr (in mm)100110120130
Kettenstrebe (in mm)430430430430
BB Drop (in mm)58585858
Radstand (in mm)1179120312281252
Lenkwinkel (in °)64646464
Sitzwinkel (in °)74747474
Reach (in mm)425445465485
Stack (in mm)625635643652

Gut durchdachte Ausstattung mit sportlichem Preis

Das von uns getestete Orange Crush Pro ist das “Mittelklasse”-Modell der Crush-Reihe; angesichts dessen und auch angesichts des Alu-Rahmens scheint der Preis von 2.700 Euro ziemlich sportlich. Andererseits: Orange ist nun auch nicht unbedingt ein Hersteller, der über einen niedrigen Preis seine Fans erreicht. Stattdessen bekommt man eine von A bis Z solide und gut durchdachte Ausstattung mit dem einen oder anderen Highlight. Die Fox 34 Gabel in der Performance Variante ist eine alte Bekannte und kann mit einfachem Setup und überzeugender Performance punkten. Dass im Gegensatz zu den höherwertigeren Versionen die Dämpfer-Performance etwas abfällt, dürfte nur – Hand auf’s Herz – auf dem Trail nur den wenigsten wirklich auffallen.

Beim Antrieb gibt es solide Hausmannskost: Das GX Eagle Schaltwerk wird von einem SX Eagle Schalthebel bedient. Die Kette wechselt die Ritzel auf einer SX Eagle Kassette, die leider mit 11-50 etwas weniger Bandbreite bietet als “ausgwachsene” Eagle Varianten und zudem noch sehr schwer ist. Hier hätten wir uns angesichts des Preises dann doch zumindest eine GX Eagle Kassette gewünscht. Erfreulich sind dagegen die leichten Laufräder mit hauseigenen Naben und WTB ST Light i30 Felgen. Letztere sind tubeless-fähig und halten mit ihrer 30er Maulweite auch breite Reifen zuverlässig. Apropos Reifen: Hier machen die Briten wenig Kompromisse und spendieren dem Crush einen grip-starken Maxxis Minion DHF in 2,6″ Breite an der Front. Dass das Treten nicht gar so schwer fällt, kommt dann am Hinterrad mit dem Rekon+ ein etwas zahmerer Pneu zum Einsatz.

Keine Blöße gibt sich das Crush außerdem beim Thema Bremsen. Die 4-Kolben Variante der Shimano SLX bringt eine Menge Power mit, zumal sie am Vorderrad mit einer großen 203 mm Scheibe kombiniert wird. Ein kleines Highlight ist für uns die Tellis Stütze aus dem Hause SDG, die 150 mm Verstellweg bietet und deren Remote-Hebel sich fast widerstandsfrei betätigen lässt.

Rahmen:6061-T6 Custom Butted
Gabel:Fox 34 Performance 150 mm
Laufräder:WTB ST Light i30 Felgen / Strange 27 Naben
Reifen VR:Maxxis Minion DHF 2,6"
Reifen HR:Maxxis Rekon+ 2,6"
Schaltwerk:Sram GX Eagle
Schalthebel:Sram NX Eagle
Kurbel:Sram Descendant 6K Dub
Bremsen:Shimano SLX M7120
Bremsscheiben:Shimano RT66 203 / 180mm
Sattelstütze:SDG Tellis Dropper 150 mm
Sattel:WTB Silverado Comp
Vorbau:Race Face Chester 40 mm
Lenker:Burgtec RideWide Enduro 800mm
Preis:2.700 Euro

Bodenprobe: Das Crush auf dem Trail

Lang, flach und tief – so kennt man Bikes von der britischen Insel. Und so empfing uns das Orange Crush Pro gleich auf den ersten Blick. Danach folgte die erste Überraschung: 27.5 Zoll! Wie sich die “kleinen” Laufräder auf das Fahrverhalten auswirkten, sollte sich schnell zeigen.

Nach dem ersten Kennenlernen war das Setup schnell gefunden. Die Fox 34 Performance war kinderleicht angepasst: Sag (Negativfederweg) über den Luftdruck wählen, Rebound (Zugstufe) anpassen und los. Über den Druckstufen-Versteller kann dann noch – je nach persönlicher Vorliebe – die Charakteristik angepasst werden: Von geschmeidig-soft bis straff mit ordentlich Feedback (kräftige Unterarme vorausgesetzt). Alle Tester haben sich auf Anhieb auf dem Orange wohlgefühlt; die Sitzposition ist sportlich-modern, ohne auf Einsteiger ggf. befremdlich zu wirken. Also ab in den Uphill!

ORANGE CRUSH

Schon nach den ersten Metern war klar: Das Orange Crush Pro klettert verdammt gut! Im Steilen hat man selten ein “Überschlagsgefühl” und kann selbst mit der doch recht langen Gabel (150mm Federweg) noch ordentlich Druck auf das Vorderrad geben. Die Reifenwahl ist ein guter Kompromiss aus Traktion und Rollwiderstand – selbst auf glattem Untergrund. Orange verzichtet am Heck auf maximale Traktion und verringert mit dem leichter rollenden Maxxis Rekon+ den Tretwiderstand. Der 12-fach Antrieb aus dem Hause Sram zeigte sich tadellos und verwöhnte uns mit knackigen Schaltvorgängen. Schade: Orange spart an der Kassette und verbaut eine Sram SX Eagle. Aufgrund der etwas geringeren Bandbreite vermisst man bei hohen Geschwindigkeiten mitunter einen Gang und so recht passt die “Einstiegskassette” auch nicht zum UVP von fast. 3.000 Euro.

Im Downhill zeigte das Orange Crush Pro dann starke Parallelen zum Marin El Roy und man merkte auf Anhieb, dass der Spaß definitiv im Vordergrund steht! Die Geometrie vermittelt eine hohe Sicherheit, selbst oder gerade wenn das Tempo etwas höher wird. Agilität? Hier kommen die anfangs neugierig begutachteten 27.5 Zoll Laufräder ins Spiel! Denn trotz seines guten Geradeauslaufs, wechselt das Crush willig seine Richtung und treibt einem auf technischen Trails förmlich ein Grinsen ins Gesicht. Wie bereits erwähnt, ist die Reifenwahl ein Kompromiss aus Rollwiderstand, Dämpfungseigenschaften und Traktion. Wer konsequent und ohne Rücksicht auf Verluste die direkte Linie wählt, sollte über einen Hinterreifen mit stabilerer Karkassen und somit besserem Pannenschutz bzw. Dämpfungseigenschaften nachdenken. Die 34er Fox Performance saugt Unebenheiten konsequent auf und ihre Dämpfung lässt sich nur bei absolutem Highspeed an ihre Grenzen bringen; dann ist der “starre” Hinterbau eines Hardtails aber auch schon längst an seiner Grenze. Die 4-Kolben Stopper von Shimano hingegen zeigten sich durchwegs positiv und konnten hinsichtlich Bremskraft, Standfestigkeit und Dosierbarkeit überzeugen.

Das Orange Crush Pro ist konsequent auf maximalen Fahrspaß getrimmt. Durch die moderne aber nicht extreme Geometrie und scheut es auch nicht vor Toureneinsätzen zurück. Ein tolles Spaßgerät mit Allround-Eigenschaften!

ORANGE CRUSH

Mehr Informationen zum Crush findet ihr auf: www.orangebikes.co.uk

TEST: Marin El Roy – Made For Fun

Marin El Roy

Marin goes back to the Roots?! Stahlbikes haben bei der Kultmarke seit über 30 Jahren Tradition. Mit dem neuen Stahl-Monster bringen die Kalifornier ein Vollblut Enduro-Hardtail auf den Markt, das mit seiner progressiven Geometrie den Fullies auf dem Trail die KOM-Krone streitig machen möchte. Ob das klappt und wie viel Spaß das schmucke schwarze Bike in der Praxis bringt – wir verraten’s euch!

Klar man könnte den Artikel mit dem klassischen “Wir sind ja damals alle auf einem Hardtail gestartet” anfangen, aber irgendwann ist damit auch mal gut. Ganz ehrlich: Ich kann mich tatsächlich nicht mehr erinnern, wie es ist ohne Dämpfung über den Trail zu ballern, da ich seit Jahren auf Fullys, vom Enduro bis zum Downhiller unterwegs bin. Die erste amtliche Ausfahrt mit dem Marin war für mich entsprechend ein echter Augenöffner. Verflucht! Hardtails machen verdammt viel Spaß.

Das El Roy ist das ultimative aggressive Hardtail, das dich locker auf den Berg bringt, aber dann bei der Abfahrt erst so richtig strahlt: Ein würziger Mix aus progressiver Geometrie und zuverlässigem Stahl. – Marin

Marin El Roy

Das El Roy – kurz und schmerzlos:

  • 29″
  • Hardtail
  • CroMo/Stahl
  • Marzocchi Z1, 36mm Standrohre
  • 14,85 kg
  • Preis: 2.799 Euro

Optik vom Feinsten

Als ich das erste Mal vor dem El Roy stand, war ich direkt von der Optik begeistert; Der flache Lenkwinkel mit der dicken Marzocchi Gabel lässt das Bike einfach unglaublich aggressiv wirken; Es schreit förmlich nach Downhill-Spaß. Ein weiteres Highlight ist der besondere Lack der in einem dunklen Anthrazit-Ton daherkommt und bei näherem Betrachten glänzende Flakes erkennen lässt. Ebenfalls stimmig ist die Rote Z1 Gabel in Verbindung mit den farblich passenden Marin Decals.

Die außen verlegten Kabel tragen zum markanten Look bei und stören die gelungene Optik überhaupt nicht. Vorteil: einfacherer Zugang bei Wartung und Austausch und keine klappernden Geräusche im Rahmen.

Marin el roy

Rahmen und Geometrie

Das El Roy basiert auf einem stabilen Serie 3 CroMo-Rahmen mit integriertem Drop-In Headset und ist EPD-beschichtet um Rost vorzubeugen.

Die Geometrie ist mit dem bloßen Augen schon klar. Der extrem flache Lenkwinkel mit 63° und der Reach von 480mm beim Regular und 510mm beim Grande versprechen Potential für die Abfahrt und der steile Sitzwinkel mit 78° soll für eine angenehme Sitzposition im Uphill sorgen. Dennoch zählt der Weg zum Gipfel nun nicht unbedingt zu den großen Stärken des Marins, da sind andere Trail-Hardtails meist deutlich flinker. Andererseits dürfte das auch den Köpfen hinter dem Bike klar gewesen sein und der Fokus liegt ohnehin auf Spaß und Speed in der Abfahrt.

RegularGrande
Sitzrohr (in mm)420430
Oberrohr horizontal (in mm)617647
Steuerrohr (in mm)120120
Kettenstrebe (in mm)435435
BB Drop (in mm)6565
Lenkwinkel (in °)6363
Sitzwinkel (in °)7878
Reach (in mm)480510
Stack (in mm)645645

Komponenten fürs Grobe

Mit knapp 2.800 Euro zählt das Marin El Roy zu den teureren Trail-Hardtails, was sich nur teilweise in der Ausstattung widerspiegelt – aber klar, auch der hochwertige Stahlrahmen hat seinen Anteil am sportlichen Preispunkt. Doch gleich vornweg: Dort, wo es drauf ankommt, hat man bei Marin eben nicht gespart und deshalb ein rundes Komponentenpaket geschnürt. Das beginnt schon bei der Gabel: Die Bomber Z1 von Marzocchi ist rundum überzeugend und zählt im mittleren Preissegment zu unseren absoluten Lieblingen am Markt. Mal ganz davon abgesehen, dass sie mit ihrem roten Casting optisch perfekt an das Marin passt, bringt sie eben auch ein sensibles Ansprechverhalten und überzeugende Dämpfung mit.

Bei der Schaltung kommt man in den Genuss von satten 510% Bandbreite der neuen Shimano Deore 12-fach Gruppe, an der es aus unserer Sicht rein gar nichts auszusetzen gibt – außer vielleicht ein paar Gramm Übergewicht, was jedoch angesichts von knapp 15 Kilogramm beim El Roy dann auch nicht mehr so wirklich entscheidend ist. Ebenfalls von den Japanern kommen die MT420 Bremsen, die zwar zu den eher günstigen Stoppern gehören, dank ihrer 4 Kolben vorn und hinten und der 203er Scheibe an der Front auch für längere Abfahrten einige Reserven mitbringen. Die Laufräder mit Shimano MT400 Naben und den hauseigenen, tubeless-kompatiblen Alufelgen mit 29 mm Innenweite sind solide Kost, auf denen jedoch mit dem Assegai von Maxxis einer der besten Enduro-Reifen überhaupt Platz findet. Damit jedoch nicht genug: Die mächtigen 29×2,5″ Pneus sind hier hinten in der griffigen Maxx Grip Gummimischung und der extrem pannensicheren DoubleDown Karkasse verbaut, vorn etwas leichter mit MaxxTerra und Exo+. Hier kann man mit dem Druck so richtig schön weit runter gehen, ohne sich Sorgen um etwaige Durchschläge machen zu müssen.

Selten verbaut, aber dennoch überzeugend ist die Manic Dropper Post von X-Fusion, bei der auch der ergonomische Hebel zu überzeugen weiß. Last but not least: Das Cockpit mit Deity Vorbau und einem 800 mm breiten Deity Carbonlenker ist durchaus ein Highlight am El Roy.

Bodenprobe: Das El Roy auf dem Trail

Schon auf den ersten Blick war klar: Das Marin El Roy ist konsequent auf maximalen Fahrspaß bergab getrimmt! Schlanker Stahlrahmen, 63 Grad Lenkwinkel, 78 Grad Sitzwinkel, Maxxis Assegai Reifen und die 36mm Standrohre der Marzocchi Z1 – das El Roy strotzt förmlich vor potenten Features.

Fans von langen und flachen Bikes werden sich auf Anhieb auf dem Marin zurecht finden. Durch den steilen Sitzwinkel gelingen selbst knifflige Anstiege; die sehr gut gewählte Übersetzung (32T, 10-51T) des Shimano Deore 1×12 Antriebs tut dafür ihr Übriges. In der Ebene oder auf Transferetappen kommt das El Roy allerdings mitunter ins Straucheln. Das steile Sitzrohr rückt die Tretposition sehr weit über die Kurbel, was sich mit Muskelkater in bis dato unbeachteten Muskelpartien des Oberschenkels bemerkbar machte. Das hohe Gesamtgewicht und der schwere, weiche Reifen erfordern speziell auf schnellem Untergrund etwas mehr Tretleistung. Doch genug mit den Fahreigenschaften des Marin im einfachen Gelände, das El Roy will auf den Trail – bergauf wie bergab! Also runter mit der angenehm langen Dropper Post (150 oder 170mm) und rein in den Downhill!

Marin El Roy

Die auf glattem Untergrund zäh rollenden Reifen sind auf dem Trail ein wahrer Spaßgarant und vermitteln Sicherheit wie man sie von einem Hardtail nicht für möglich gehalten hätte. Dank stabiler Karkasse und Tubeless-Montage konnten wir den Luftdruck äußerst gering halten – ohne der ständigen Gefahr eines Plattfußes. Das Resultat war teilweise fast schon (positiv) beängstigend: Die Kombination aus langem Reach, super-flachem Lenkwinkel, satter Marzocchi Z1 Gabel und den genannten Maxxis Reifen ließ uns teilweise vergessen, dass wir auf einem Hardtail sitzen. Apropos Gabel: Die Marzocchi Z1 konnte mit ihren 36mm Standrohren nicht nur hinsichtlich ihrer Steifigkeit glänzen; Mit ihrem butterweichen Ansprechverhalten, einem sehr guten Support im mittleren Federwegsbereich und nicht zuletzt mit dem simplen und schnellen Setup, konnte sie vollends überzeugen und wurde zu unserem Liebling

Ist das Marin auf Geschwindigkeit gebracht (und das geschieht mit einer stoischen Sicherheit), gilt es das Rad vor dem nächsten Anlieger wieder zu verzögern. Die verbauten Shimano MT420 4-Kolben-Stopper verrichteten ihren Dienst recht ordentlich. Dafür ausschlaggebend waren sicherlich die üppig dimensionierten Bremsscheiben mit 203mm vorne und 180mm am Heck. Lediglich auf langen Abfahrten und mit hohem Fahrergewicht konnten wir die Hinterradbremse ans Limit bringen, was sich mit einem schwammigen Druckpunkt und leicht erhöhter Handkraft bemerkbar machte. Ein Upgrade auf 203mm Bremsscheiben auch am Heck sollte hier aber relativ schnell Abhilfe schaffen.

GRÖßERegular, Grande
RAHMENCroMo/Steel
GABELMarzocchi Z1, 140mm, EVOL Air Spring, Grip Damper
FELGENMarin, Alu 29"
NABE, HINTENShimano HB-MT410B, 148x12mm, Centerlock
NABE, VORNEShimano HF-MT410B, 110x15mm, Centerlock
SPEICHEN14g Black Stainless Steel
REIFENMaxxis Assegai 29x2.5", MAXX GRIP, Double Down, Tubeless Compatible
UMWERFERShimano Deore, 12-Speed, SGS
SCHALTHEBELShimano Deore, M6100, 12-Speed
KURBELSATZFSA Comet, Modular 1x, 32T Direct Mount Chainring
TRETLAGERMego EXO 73mm BSA
KETTEKMC X-12 Silver and Black
KASSETTEShimano, Deore 12-Speed, 10-51T
BREMSE, VORNEShimano MT420, 4-Piston Hydraulic Disc Brake, 203mm Rotor
BREMSE, HINTENShimano MT420, 4-Piston Hydraulic Disc Brake, 180mm Rotor
BREMSHEBELShimano MT4100 Hydraulic Lever
LENKERMarin Mini-Riser, 6061 Double Butted Aluminum, 780mm
VORBAUMarin 3D Forged Alloy, 35mm
GRIFFEMarin Single Clamp Locking
KOPFLAGERFSA Orbit 40 No.42 ACB
SATTESTÜTZEX Fusion Manic, Regular = 150mm Travel, Grande = 170mm Travel
SATTELMarin Speed Concept
EXTRASBolt-On Thru-Axle
FARBEAnthrazit mit Flakes
PREIS2.700 Euro

 

Das Fazit zum kalifornischen Stahl-Monster

Wer seine Hometrails mal wieder ganz anders erleben möchte, sollte sich definitiv Gedanken über den Kauf eines Baller-Hardtails machen. Das El Roy glänzt durch seine Abfahrts-orientierte Geometrie, langem Reach, Laufruhe bei hoher Geschwindigkeit und einer richtig schicken Optik. Vielleicht lässt sich mit dem Hardtail der Kalifornier sogar die ein oder andere Strava Rekordzeit schlagen. Wer jedoch nach einem verspielten Fahrrad sucht, das bergauf effizient ist und bergab wendige Manöver zulässt, sollte stattdessen vielleicht eher das San Quentin aus gleichem Hause ins Auge fassen.

Wir hatten auf jeden Fall eine Mengen Spaß mit dem El Roy und werden den schwarzen Stahl-Rahmen mit der schönen Roten Z1 vermissen.

Marin El Roy
Es stimmt: Das El Roy ist das ultimative aggressive Hardtail, das Dich locker auf den Berg bringt, aber dann bei der Abfahrt erst so richtig strahlt: Ein würziger Mix aus progressiver Geometrie und zuverlässigem Stahl.

Mehr Infos zum Marin El Roy findet ihr auf: www.marinbikes.com