TEST: Schneller langsamer – Drei Downhill-Anker im Test

Bericht erschien exklusiv in der Gravity Mountainbike Magazine Ausgabe #036 [März & April 2017]

Augen auf bei der Bremsenwahl! Die Stopper am Bike sind eure Lebensversicherung und sollten einiges zu bieten haben. Zuverlässigkeit steht an erster Stelle. Gerade für lange Abfahrten in den Bergen und knackige Downhills bedarf es einer standfesten Bremse. Also einer, die nicht schnell heiß wird und keinen schwammigen Druckpunkt hat.
Dazu große Scheiben – unter 203 Millimeter ist für den Wettkampf vielleicht sinnvoll, doch selbst die 180er Scheibe bringt ein 70 Kilo Max Mustermann je nach Streckenlänge und Steilheit an die Grenzen. Vor allem die Bremse dauerhaft schleifen zu lassen, lässt die Bremse schnell heiß laufen und ist daher nicht zu empfehlen, manchmal aber eben unerlässlich. Damit die Hitze gut abgeleitet wird, greifen die Hersteller zu verschiedenen Tricks: Shimanos „Ice-Tec Freeza“-Scheiben haben einen Aluminiumkern und sind mit Kühlrippen versehen. Hope bietet „Vented Discs“ an – innenbelüftete Bremsscheiben wie aus dem Motorsport.
Für die volle Power sollten die Bremsen am Downhill-Bike vier Kolben haben. Doch schiere Kraft allein bringt nichts, wenn sie nicht kontrollierbar ist. Also müssen Bremsen gut dosierbar sein – am besten in allen Situationen.
Dann geht’s zu den Hebeln: Ergonomisch sollen sie sein und sich ins Cockpit integrieren. Stellt die Hebel so nah an den Lenker, wie es euch am angenehmsten passt. Viele schwören auf diese Methode: Bei ausgestrecktem Zeigefinger sollte die Fingerkuppe noch vor dem Hebel liegen. Und der Hebel sollte so stehen, dass der Zeigefinger die gerade Verlängerung des Unterarms ist. Zumindest ergonomisch ist das die schonendste Haltung, in der ihr die beste Kontrolle und Kraft habt.
Checkt vor der Fahrt unbedingt, ob das System dicht ist und die Bremsen zupacken. Bei neuen Belägen oder Scheiben das Einbremsen nicht vergessen!
Drei der besten Stopper am Markt haben wir für euch auf den Zahn gefühlt.

Hope – „Tech 3 V4“

Die feine Schmiede aus Barnoldswick fertigt den Bremssattel der „Tech 3 V4“ aus einem Stück. In edler Fräsarbeit wird das 2014 T6 Aluminium zu wunderschönen Bremsen verarbeitet – „Made in U.K.“. Der dicke „V4“-Bremssattel ist das Flaggschiff von Hope.

Der „Tech 3“-Hebel bietet 5 Prozent mehr Bremskraft als sein Vorgänger. Sehr gut: Die Griffklemme ist mit Shimanos „I-Spec“-Schalthebeln kompatibel und der neue Ausgleichsbehälter fällt etwas schlanker aus, um eine bessere Kompatibilität mit Triggern und Fernbedienungen zu gewähren. An den Hebeln lassen sich die Griffweite und der Druckpunkt einstellen. Bei der Druckpunkt-Einstellung – besser: „bite point control“ (BPC) – wird über die Einstellschraube der Bremshebel leicht angezogen und der Leerweg verringert – so wird der Hebelweg verkürzt.
Die Lochung der Bremshebel bietet bei jeder Witterung einen guten Grip. Trotz der Druckpunkt-Einstellung fällt der Hebelweg nie kurz aus und die Bremse bleibt stets sehr gut dosierbar. Bis die Bremse über ihre lange Dosierung zum Blockieren gebracht wird, bedarf es doch mehr Handkraft als erwartet. An die Giftigkeit und den Biss der Kollegen reicht sie nicht heran. Die großen Stärken liegen bei Dosierbarkeit und Standfestigkeit. Der Druckpunkt bleibt in allen Situationen stabil, kein Fading, nichts. Kein Wunder: Unsere Hardcore-Version mit Stahlflex-Leitungen und großen, innenbelüfteten Scheiben zeigt sich von den meisten Strecken unbeeindruckt und bleibt „cool“ – im wahrsten Sinne des Wortes. Ob man die Bremse auf einer steilen Abfahrt lange schleifen lässt oder die 1000 Höhenmeter am Stück abreißt, spielt dabei keine Rolle. Die „Tech 3 V4“ schwächelt nicht und selbst die Scheibe zeigte keine Verfärbungen.
Bereits nach kurzer Zeit waren die Stopper eingebremst und voll da. Befüllt wird das System mit DOT-Bremsflüssigkeit. Die Entlüftung gestaltet sich über das bekannte Ausgleichsbehälter-System recht einfach. Bei den „Vented Rotors“ zieht die Luft durch die Bremsscheibe – das reduziert die Wärmeentwicklung um bis zu 15 Prozent gegenüber den normalen, schwimmend gelagerten Scheiben von Hope. Die innenbelüfteten Bremsscheiben können nicht mit anderen Bremsen verwendet werden, die Scheiben sind um einiges dicker als die Norm. Die Standard-Bremsscheiben und die schwimmend gelagerten sind kompatibel – Hope bietet hier auch alle erdenklichen Durchmesser an. Die schwimmend gelagerten Rotoren sind wie die Bremsen in sechs schicken Eloxal-Farben erhältlich. Toller Nebeneffekt: Sind die Bremsen exakt montiert, bleiben sie schleif- und quietschfrei. Kundenfreundlich: Zum Lieferumfang gehört ein zweites Paar Bremsbeläge. Das soll aber nicht bedeuten, dass sich die Beläge schnell runterfahren – im Gegenteil, im Test erwiesen sie sich als sehr haltbar. Geht an der hochwertigen Bremse doch einmal irgendetwas kaputt, hat die Hope-Schmiede jedes einzelne Ersatzteil dafür – ein Garant, um lange Freude an dieser Bremse zu haben.

Fazit: Die „Tech 3 V4“ ist die perfekte Bremse für sehr lange Abfahrten. Das Gesamtgewicht des dicken Ankers braucht sich selbst mit den schwereren Stahlflex-Leitungen nicht zu verstecken. Die „Vented Discs“ fallen deutlich schwerer aus als herkömmliche Scheiben, spielen aber besonders auf langen Abfahrten ihre Stärken aus. Einzig die Bissigkeit dürfte etwas kräftiger ausfallen.

Pro:

  • Standfestigkeit
  • geringe Hitzeentwicklung
  • Dosierbarkeit
  • Einstellungen
  • CNC-Kunstwerk
  • Farbwahl

Contra:

  • Handkraft
  • etwas geringere Bissigkeit im direkten Vergleich

Unverbindliche Preisempfehlung: 235,- € (pro Bremse), 130,- € (pro Bremsscheibe, innenbelüftet), 60,- € (pro Bremsscheibe normal, schwimmend) | Farben: black, silver, red, blue, purple, orange | Gewicht: 337 g Hinterradbremse mit 1700 mm Leitung (Stahlflex), 293 g Vorderradbremse mit 1000 mm Leitung (Stahlflex), 243 g Bremsscheibe 203 mm (Floating Disc) | Scheibengrößen: 140, 160, 180, 183, 185, 200, 203, 205 mm | www.hopetech.com

 

Shimano – „Saint BR-M820“

Die starke Downhill-Bremse von Shimano ist schon eine Weile auf dem Markt und erfreut sich einer großen Fangemeinde. Die kurzen Bremshebel der „Saint“ lassen kaum die Power erwarten, die dahinter steckt.

Dank „Servo Wave“-Technologie kein Problem. Die ergonomisch geformten Hebelchen bieten durch ihre runden Vertiefungen auch bei Nässe guten Halt. Neben der werkzeuglosen Einstellung der Hebelweite, lässt sich über eine – am Mountainbike etwas altmodische – Kreuzschlitz-Schraube der „Free Stroke“ einstellen. Der ist für den Leerweg zuständig und führt, wenn auch nur minimal, den Hebel ein Stück in Richtung Lenker. Ist die Bremse perfekt entlüftet, ist der Leerweg einigermaßen gering. Manche Tester empfanden ihn dennoch als etwas lang. Das ist bauartbedingt, der Abstand von Belägen zur Scheibe ist etwas größer als üblich. Das sorgt im Umkehrschluss aber leichter für schleiffreie Bremsen. Etwas gewöhnungsbedürftig ist auch das erhöhte Losbrechmoment des „Servo Wave“-Hebels. Liegen die Beläge auf den Scheiben an, lässt sich die Bremse fein dosieren und hat auch guten Biss und sehr gute Bremskraft – das funktioniert auch auf langen Abfahrten tadellos. Die benötigte Handkraft um ordentlich zu ankern, fällt trotz der kleinen Hebel noch gering aus.
Kundenzufriedenheit: Die Shimanos laufen mit schonendem Mineralöl und sind dadurch sehr servicearm. Auch eine nette Eigenschaft der „Saint“: Man kann die Leitungen kürzen, ohne danach die Bremse entlüften zu müssen – zumindest, wenn man sich nicht dumm anstellt. Shimano verpasste der „Saint“ zur Kühlung ein leichtes Kühlrippen-Design, sowie Bremsbeläge und Bremsscheiben mit Kühlrippen. Die „Ice-Tech Freeza“-Bremsscheiben haben dazu noch einen Aluminiumkern, sind aber leider nur mit „Centerlock“-Aufnahme erhältlich. Das Zusammenspiel der Kühlung soll die Betriebstemperatur der „Saint“ um bis zu 50 Grad gegenüber der herkömmlichen „IceTech“-Scheiben senken. Im Test hatten wir keine großen Probleme mit Überhitzung und dem daraus resultierenden Fading. Allerdings reagiert die „Saint“ auf pumpen – schnelles Betätigen und Loslassen des Bremshebels -, wodurch der Druckpunkt schnell nach vorne wandert. Besonders bei großer Hitze lässt sich das leicht provozieren und kann sogar kurzfristig zu einem Schleifen der Bremse führen – was sich aber schnell wieder legt. Es sind zwei weitere Bremsscheiben für die „Saint“ erhältlich: eine ganz einfache und eine „Ice-Tech“-Scheibe ohne Kühlrippen. Die „Ice Tech“ soll die Temperatur gegenüber der Standard-Scheibe um 100 Grad senken – sie ist auch mit 6-Loch-Aufnahme in allen gängigen Größen von 140 bis 203 Millimeter erhältlich. Mit Kühlrippen kosten die Beläge einen Ticken mehr als ohne, bringen aber wirklich was und die Haltbarkeit ist auch gut.

Fazit: Die „Saint“ entstammt keiner kleinen CNC-Schmiede, dennoch überzeugt das Produkt durch seine Leistung, Qualität und den dazu fairen Preis. Der Leerweg ist nicht jedermanns Sache, sorgt aber für stets schleiffreie Bremsen. Hebelergonomie, Dosierbarkeit und Standfestigkeit machen die „Saint“ zum voll empfehlenswerten Downhill-Stopper.

Pro:

  • Hebelergonomie
  • Preis/Leistung
  • Dosierbarkeit
  • Bissigkeit
  • Standfestigkeit
  • Wartungsarmut

Contra:

  • Gewicht
  • Leerweg bis zum Druckpunkt

Preis: ca. 150,- € (pro Bremse) | Farben: schwarz | Gewicht: 332 g Hinterradbremse mit 1700 mm Leitung, 316 g Vorderradbremse mit 1000 mm Leitung, 172 g Bremsscheibe 203 mm (SM-RT99) | www.paul-lange.de | www.ridesaint.com

 

Trickstuff – „Direttissima“

Der Ruf der „Direttissima“ eilt ihr weit voraus. Als die Testbremse in der Redaktion ankommt, freuen wir uns über die schicke Holzverpackung, die genauso gut mit drei Flaschen Wein gefüllt sein könnte. Nachdem ich die Bremse bestaunt habe, erschrecke ich, als ich einen Organspende-Ausweis in der Verpackung finde. Ist das ein Scherz? Nein, sogar auf der beiliegenden Packliste ist der Organspende-Ausweis aufgeführt. An sich eine gute Sache, doch die Tatsache, dass dieses Dokument einer Bremse – quasi der Lebensversicherung am Bike – beiliegt, ist etwas makaber. Irgendwie, als würde mir der Autohändler einen Prospekt für eine Lebensversicherung und ein gutes Bestattungsunternehmen mitgeben.

Ob die „Direttissima“ schlicht oder auffällig wie ein Kanarienvogel sein soll, bleibt dem Kunden überlassen – bei Trickstuff gibt’s die volle Palette an Eloxalfarben, und das für fast jedes Anbauteil der Bremse. Pumpengehäuse und Fittings in Schwarz oder Silber, Fingerhebel, Bremssattel und Ausgleichsbehälter gibt’s in Schwarz, Silber, Grau, Rot, Blau, Cannondale Green, Gold, Trickstuff-Orange und Violett. Das feine Fräskunstwerk erscheint glatt, schlank und ohne Spielereien. So ist es, die ergonomisch geformten Hebel sind trotz minimaler Struktur sehr glatt. Das ist von Trickstuff so gewollt, der Finger soll über den Bremshebel rutschen je mehr sich der Hebel dem Lenker nähert und der natürlichen Bewegung beim Bremsen folgen.
Um die Hebelweite einzustellen, benötigt es einen kleinen Inbus-Schlüssel, um die Schraube zwischen Hebel und Griff zu erreichen. Mit einem Multitool auf dem Trail, Schalthebeln und dicken Griffen mit eventuellem Flansch im Weg, ist die Schraube nur schwer zu erreichen. Trost: Die Einstellung muss nicht ständig auf dem Trail korrigiert werden. Falls doch, einfach die Schelle etwas lösen und die Bremse leicht zu Seite klappen – das erleichtert die Erreichbarkeit. Auf eine Druckpunkt-Verstellung wurde gleich verzichtet. Als wir die Bremse ans Bike montiert haben, wissen wir sofort warum: Der Druckpunkt ist da. Und wie! Perfekt.
Die Lenkerklemmung wurde nach der beliebten „Cleg“ nochmals abgespeckt, konsequent auf Zug- und Druck-Belastung reduziert und kommt mit einer Schraube an der schlanken Schelle aus. Der Clou: Die spezielle Klemmung umschließt die Lenker so großflächig, dass es zu keinen Punktbelastungen kommt. Dadurch ist die Bremse besonders für Carbonlenker geeignet. Trickstuff bietet für die „Direttissima“-Klemmung Interfaces an für Shimanos „I-Spec“- 1 und 2, sowie für Sram-Schalthebel. Nicht nur bei der Erstmontage ist es mit Trickstuff immer wieder eine Wonne, auch bei Reifenpannen & Co. gestaltet sich der Radeinbau dank „Dächle-Disc“ komfortabel. Jeder kennt das Problem: Die kantigen Beläge bleiben an den kantigen Bremsscheiben hängen, es sind nur wenige Millimeter Platz und wer nicht aufpasst, macht sich die Beläge kaputt. Neben den 60 Grad spitz zulaufenden „Dächle“-Bremsscheiben hat Trickstuff auch die Beläge der „Direttissima“ abgeschrägt. Selbst ein eher unscheinbares Anbauteil, der Bremsadapter, fällt bei Trickstuff entsprechend High-End aus und ist um etwa 50 Prozent leichter als bei der Konkurrenz. Auch die Bremsanlage selbst ist trotz Stahlflex-Leitungen ein absolutes Leichtgewicht – vor allem in dieser Klasse.

Auf den ersten Metern fällt sofort auf: Die Bremse braucht keine Einbremszeit. Kurz checken: Sind Beläge und Scheiben wirklich völlig neu? Sind sie. Die Bremspower und Bissigkeit der „Direttissima“ scheint keine Grenzen zu kennen. Ein Leerweg ist nicht vorhanden, es geht sofort sportlich zur Sache – das gefällt. Nach einer kurzen Eingewöhnung an die Macht dieser Bremse lässt sie sich auch gefühlvoll dosieren. Als Bremsflüssigkeit setzt Trickstuff bei der „Direttissima“ auf ein spezielles Mineralöl mit einem extrem hohen Siedepunkt. Das funktioniert erstklassig, neben dem brachialen Druckpunkt, bleibt die Bremse auch auf langen Downhills stabil und benötigt stets nur sehr wenig Handkraft. Die „Direttissima“ ist tatsächlich die aktuell stärkste Bremse am Markt. Ob in Zukunft eine Bremse diesem Anker das Wasser reichen kann?

Fazit: Die „Direttissima“ ist eine Bremse ganz nach unserem Gusto: brachiale Power, knackiger, stabiler Druckpunkt, haltbar, standfest, dazu ein Leichtgewicht und schön verarbeitet. Qualität made in Germany hat ihren Preis für die Kleinserie.

Pro:

  • definierter
  • knackiger Druckpunkt
  • geringes Gewicht
  • Bissigkeit
  • Individualisierungsmöglichkeit
  • Verarbeitung
  • Qualität
  • Standfestigkeit
  • brachiale Bremspower

Contra:

  • Erreichbarkeit der Hebelweiten-Einstellung

Unverbindliche Preisempfehlung: 375,- € (pro Bremse); 39,90 € Goodridge Stahlflex-Leitung Upgrade | Farben: Schwarz, Silber, Grau, Rot, Blau, Cannondale Green, Gold, Trickstuff-Orange und Violett | Gewicht: 313 g Hinterradbremse mit 1700 mm Leitung, 271 g Vorderradbremse mit 1000 mm Leitung, 195 g Bremsscheibe 203 mm | www.trickstuff.de

 

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Video: Gee Atherton’s GoPro Course Preview: DH World Cup Lousa

Gee Atherton

Die letzten Zwei Rennen der World Cup Saison finden in Lousa, Portugal statt und Gee Atherton nimmt uns mit auf die erste Strecke des Rennwochenende. Die 2,5km lange Strecke hat von flachen Sprint-Sektionen, zerbombten Anlegern, über extrem steile und wurzelige Passagen einiges zu bieten und wird für ein spannendes Rennen am Freitag sorgen. 

The 2020 UCI MTB Downhill World Cup will conclude on the lush, green slopes above the picturesque town of Lousa. This Portuguese venue will host the World’s elite DH riders for the first time and the setting for the final two races of the season could not be better. The 2,5km long track includes everything needed for a world class downhill spectacle – from fast open sections, tight berms & loose loam to insanely steep sections full of roots, flat out pedalling sections and jump lines. – Red Bull

Mehr über Gee Atherton findet ihr hier: Instagram, YouTube, Atherton Bikes

Video: Bernard Kerr – der ultimative Track Walk

Bernard Kerr

Bernard Kerr nimmt uns in diesem fast 30 minütigen Video mit hinter die Kulissen eines World Cups und zeigt uns die komplette Strecke in Lousa. Beim Track Walk trifft er auf andere Athleten wie Brendog, Aaron Gwin und den Action-Sports Filmer Clay Porter. 

Wer Lust auf einen ausführlichen Track-Walk hat und etwas hinter die Kulissen eines UCI Rennen schauen will, sollte sich unbedingt die Videos von Bernard anschauen. Denn er zeigt nicht nur die perfekte Fassade eines World Cups, sondern ermöglicht tiefere Einblicke, spricht über Sponsoren und zeigt den Alltag eines Mountainbike-Profis auf sympathische Art und Weise.

Mehr über Bernard Kerr findet ihr hier: Instagram, YouTube, Pivot

 

Video: Wyn TV – Track Walk World Cup Lousa

Wyn TV

Das World Cup Jahr 2020 neigt sich dem Ende zu und die letzten zwei Rennen finden diese Woche im “trockenen” Lousa in Portugal statt. Wyn Masters ist wieder auf dem Track unterwegs und unterhält sich mit den Athleten über die neue Strecke und die perfekte Linienwahl.

Wyn Masters ist mittlerweile wohl eins der bekanntesten Gesichter des World Cups. Der sympathische Neuseeländer ist nicht nur durch seine Erfolge im Sport bekannt, sondern auch durch sein Engagement für die MTB-Szene. Seit einiger Zeit produziert er bei sämtlichen World Cups und EWS Rennen sein YouTube Format Wyn Tv bei dem er Athleten und Kollegen interviewt und einen großen Einblick in den Sport gewährt.

Mehr über Wyn findet ihr hier: Instagram, Wyn TV, GTbicycles

 

Alutech eFanes – CNC-Gefrästes Alu Monster

eFanes

Das neue Alutech eFanes wird Liebhabern von Aluminium, fetten Schweißnähten und deutscher Handwerkskunst einiges an Freude verursachen. Denn das norddeutsche Unternehmen präsentiert mit seinem ersten E-Bike ein CNC-gefrästes, aus zwei Hälften bestehendes und zusammengeschweißtes Mountainbike, dass unteranderem mit viel Federweg und einer beeindruckenden Optik punktet.

Über die Fertigung des eFanes

Der aus 6061er Aluminium bestehende Rahmen wird in zwei Hälften aus dem vollen Block gefräst. Dieser Fertigungsprozess findet in Deutschland statt. Der dabei entstehende Fräsabfall wird einerseits zur Produktion von Kleinfrästeilen weiter verwendet, andererseits zu 100% recycelt. Der ganze Fräsprozess braucht dabei zwischen sechs bis 24 Stunden, wobei hier schon an einer Optimierung gearbeitet wird.

E-MTB

Wenn die zwei Hälften fertiggestellt sind, werden sie unter der Verwendung eines Speizalschutzgases bei niedrigeren Temperaturen und einer Dauer von bis zu sechs Stunden zusammengeschweißt.

Alutech schafft mit diesen Prozessen eine Produktion mit geringen Stückzahlen, Fertigungen auf Anfrage und flexible Formgebungen. Die Materialstärken können dabei an die Kraftverläufe angepasst werden, was zu einer Gewichtsreduktion führt. Ein CNC gefräster eFanes Rahmen soll somit leichter als ein vergleichbarer Rahmen aus einem Rohrsatz sein.

Stolz ist das Unternehmen auch auf die Möglichkeiten die das Verfahren bietet, sowie, dass die Produktion in Deutschland stattfinden kann und wollen somit ein Zeichen setzten, dass die Herstellung von Rahmen und Teilen nicht im Ausland stattfinden muss.

Alutech eFanes

Die Komponenten und Spezifikationen

Das neue E-MTB der Schleswig-Holsteiner kommt mit 170mm Federweg, einer Fox 38 Float in der Front und einem Fox Float X2 Dämpfer im Heck. Geschaltet wird Dank Sram Eagle AXS elektronisch und für genügend Bremskraft soll die Sram Code RSC mit 203mm Scheiben sorgen.

Einsatzbereich:Enduro
Laufradgröße:275 / 29 (Mullet)
Modelljahr:2021
Versandgewicht:30,000 Kg
Artikelgewicht:21,150 kg / Stk
Farbe / Design:alu gebürstet - ohne Klarlack
Dämpfer:FOX Float X2 Kashima 230-65mm (170mm Federweg)
Gabel:FOX 38 Float / Grip2 / 29 / Kashima / 170mm / 1.5 / black
Steuersatz:Acros mit Lenkanschlag
Vorbau:TwinWorks CNC, 35mm, 5°, schwarz
Lenker:SQLab 30X Carbon high 12° backsweep
Griffe:SQLab 7OX medium
Sattelklemme:BikeYoke Squeezy 39mm
Sattelstütze:Bike Yoke Revive 185mm 34.9mm
Sattel:SQLab 60X
Schalthebel:SRAM XX1 Eagle AXS Controler / 12speed
Schaltwerk:SRAM XX1 Eagle AXS with battery cover / 12speed
Kettenführung:e*thirteen Typ EP8
Kurbelsatz:e*thirteen Typ EP8 carbon / 165mm / Kettenblatt 34Zähne
Kette:SRAM XX1 Eagle rainbow 12speed
Kassette:SRAM XX1 Eagle XG1299 12speed 10-52T Rainbow color
Bremsen:SRAM Code RSC 203/203mm
Laufräder:DT Swiss HXC / Carbon rim 30mm / front 29 15x110mm / rear 275 12x148mm
Bereifung:Maxxis Minion DHF 29x2,5 / Maxxis DHRII 27,5x2,6
Schläuche:Schwalbe SV19 40/62-584/635 (275/29x1.50-2.50)
Pedale:optional
Preis: 15.999,90 €

Die Kombination aus hohem Fertigungsstandard und premium Komponenten führt natürlich zu hohen Kosten. Somit kommt der CNC gefräste Alu-Bolide mit Fox Fahrwerk auf einen stolzen Preis von 15.999,90 €. 

eFanes

eFanes Geo

ML
A Reach450 mm480 mm
B Stack613 mm623 mm
C Oberrohr (Horizontal)596 mm625 mm
D Oberrohr (Parallel)575 mm602 mm
E Sitzrohrlänge435 mm450 mm
F Einbaulänge Dämpfer230x65 mm230x60 mm
G Sitzwinkel76,5°76,5°
H Sitzwinkel (Parallel)70,0°70,0°
I Kettenstrebe428,5 mm428,5 mm
J Radstand1214 mm1244 mm
K Länge Front785 mm815 mm
L Tretlagerhöhe*353 mm353 mm
M Überstandshöhe*718 mm723 mm
N Tretlagerabsenkung9 mm9 mm
O Lenkwinkel64°64°
P Nachlauf42 mm42 mm
Q Gabel Einbaulänge562 mm562 mm
R Steuerrohr Länge110 mm120mm
* VR: 29 x 2.5” / HR: 27.5 x 2.6“ | Front: 29 x 2.5” / Rear: 27.5 x 2.6”

Mehr Infos zum neuen Alutech eFanes findet ihr unter folgender Internet-Adresse:

www.alutech-cycles.com

 

Test-Ride: Orbea Rise E-MTB

Orbea Rise

Mit dem neuen Rise E-MTB  will Orbea den Markt verändern. Den Spaniern gelingt die Kombination aus geringem Gewicht, viel Fahrgefühl und Unterstützungsleistung wie keiner anderen Marke. Für sportliche E-Mountainbiker ist das mit speziellem Shimano EP8-RS Motor ausgestattete und unter 17 kg leichte Bike ein Traum.

Orbea Rise: Die technischen Daten

Antrieb: Shimano EP8-RS
Akku: 360 Wh integriert
Federweg: 140 mm / 150 mm
Laufradgröße: 29 Zoll

Gewicht: ab 16,5 kg
Preis: ab 5.999 Euro

Ein E-MTB für E-MTB-Muffel?

Mal ehrlich – E-Mountainbikes gibt es inzwischen in sämtlichen Ausprägungen und für fast alle Fahrertypen. Vom klischeehaften Biergarten-Touristen bis hin zum Gravity-liebenden Bikepark Fahrer ist inzwischen für fast jeden etwas dabei. Dennoch beäugen viele Mountainbiker den Trend nach wie vor kritisch. Zu schwer sind ihnen die motorisierten Bikes und schlicht zu weit weg vom „echten“ MTB. Auch bei den Spaniern von Orbea gibt bzw. gab es diese Stimmen. Die Basken haben mit dem Wild FS zwar ein absolutes Top-E-MTB im Programm, das sich jedoch ebenfalls nicht von den eingangs angesprochenen Kritikpunkten freimachen kann.

Deshalb wurde hinter den Kulissen schon seit vielen Jahren an einem anderen E-MTB getüftelt. Eines für die Mountainbiker dort draußen, die mit dem Thema E-MTB bislang wenig anfangen konnten. Leicht, sportlich, aber dennoch mit so viel Unterstützungsleistung, dass man – entsprechende technische und konditionelle Fertigkeiten vorausgesetzt – auch im technischen Uphill seinen Spaß haben kann.

Herausgekommen ist nun dabei das brandneue Orbea Rise. Trotz ausgewachsenem Mittelmotor von Shimano bringt es in seiner Top-Variante lediglich 16,5 kg auf die Waage und ist damit kaum schwerer als ein modernes Enduro ohne Motor. Das als klassisches Trailbike konzipierte, neue E-MTB möchte den Markt aufmischen und nach einer ersten Testfahrt würden wir sagen – es hat das Zeug dazu.

Shimano EP8-RS: Besonderer Motor für ein besonderes E-MTB

Das Antriebssystem bestimmt wesentlich den Charakter eines E-Mountainbikes; der spezielle Ansatz hinter dem Orbea Rise erfordert hier deshalb auch wenig überraschend eine Sonderlösung. Man hat sich bei Orbea lange mit dieser Frage beschäftigt und auch die Konstruktion eines eigenen Systems in Betracht gezogen. Als Shimano jedoch vor einiger Zeit die ersten Infos zum EP8 veröffentlichte, war klar: Dieser Motor wäre perfekt. Kompakte Abmessungen, sportlicher Charakter und mit 2,6 kg Gewicht sehr geringes Gewicht – er scheint wie gemacht für das Orbea Rise, zumindest auf den ersten Blick.

Der neue E-MTB Antrieb der Japaner ist jedoch nicht nur klein und leicht, sondern mit 85 Nm auch ausgesprochen kräftig. Eigentlich eine positive Eigenschaft, doch mag das irgendwie nicht so recht zum sehr sportlichen Charakter des Rise passen und würde zudem einen großen Akku erfordern, um den kräftigen Motor während eines langen Trail-Tags zuverlässig mit Energie zu versorgen. Weniger Drehmoment, höhere Effizienz, kleiner Akku – das waren die Anforderungen der spanischen Konstrukteure an den Motor des Rise. Tatsächlich gelang es dann, Shimano von diesem Vorhaben zu überzeugen und der EP8-RS war geboren.

Orbea Rise

Der Motor ist hardwareseitig identisch mit dem bekannten EP8, jedoch wurde die Software teils drastisch verändert und auf den Charakter des Orbea Rise angepasst. Der größte Unterschied ist wahrscheinlich die Begrenzung des Drehmoments auf „nur“ 60 Nm. Das ist zwar einerseits deutlich weniger als bei einem „ausgewachsenen“ E-MTB, andererseits jedoch auch klar mehr als beispielsweise beim Specialized Levo SL mit 35 Nm, das einer der wenigen Konkurrenten im Bereich leichte E-MTBs derzeit ist. Auch die Unterstützungscharakteristik wurde angepasst. Der EP8-RS unterstützt vor allem in dem für sportive Fahrer interessanten Kadenzbereich zwischen 75 und 90 U/m und gibt auch schneller mehr Power ab, um ein lebendiges und agiles Fahrgefühl zu vermitteln.

Fest integrierter Akku mit 360 Wh und optionaler Range Extender

Durch die Begrenzung des Drehmoments und die Feinabstimmung bei der Unterstützungsleistung erreicht man eine messbar höhere Effizienz und so war es auch kein Problem, die Akkukapazität zu verringern. Im extrem schlanken Unterrohr des Rise steckt ein fest verbauter 360 Wh Akku, der laut Orbea jedoch für mindestens 1.700 hm (in der höchsten Unterstützungsstufe) Reichweite bzw. -höhe sorgen soll. Das Laden erfolgt über eine seitlich des Sitzrohrs und mit fester Klappe versehene Buchse.

Orbea Rise
Der 360 Wh Akku ist fest im schlanken Unterrohr verbaut.

Wem die 360 Wh nicht ausreichen, der hat die Option einen Range Extender nachzurüsten, der ganz einfach im Flaschenhalter befestigt wird. Mit diesen 252 Wh Zusatzkapazität kommt man auf 612 Wh Gesamtleistung, die wiederum dann für beeindruckende 4.000 hm im Eco-Modus ausreichen sollen.

Orbea Rise Reichweite

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INTEGRIERTER AKKU (360 WH)
Unterstützung Eco Trail Boost
Laufzeit (Herstellerangabe) 4,5 Stunden 3 Stunden 2 Stunden
Reichhöhe (Herstellerangabe) 2.500 hm 1.700 hm 1.200 hm
+ Range Extender (612 Wh)
Laufzeit (Herstellerangabe) 8 Stunden
Reichhöhe (Herstellerangabe) 4.000 hm
Der Range Extender fällt optisch kaum auf. | Foto: Orbea

Ab Werk ohne Display, dafür mit innovativer Garmin-Schnittstelle

Passend zu diesem reduzierten Ansatz kommt das Orbea Rise in allen Ausstattungsvarianten ab Werk komplett ohne Display. Zwei kleine, im Kabel der neuen Shimano-Steuereinheit integrierte LEDs geben rudimentär Auskunft über Ladestand des Akkus und die gewählte Unterstützungsstufe. Wer auf ein Display nicht verzichten möchte, hat am Rise jedoch einige Optionen: So lässt sich über MyO beispielsweise das bekannte Shimano Display für einen Aufpreis nachrüsten. Alternativ kann man über die entsprechende neue Shimano App die Daten auf seinem Smartphone anzeigen lassen. Garmin-Besitzer erhalten am Rise zudem ein einzigartiges Feature; der EP8-RS lässt sich per Garmin IQ App mit zahlreichen Endgeräten koppeln (auch Smartwatches z.B. Fenix), die dann als Display-Ersatz fungieren können.

Modernes Trailbike mit Reserven

Nun genug der Worte über Antrieb, Akku, Display und Konnektivität – lasst uns über das Orbea Rise als Mountainbike sprechen. Die Spanier platzieren das neue E-MTB ganz klar im Bereich der Trailbikes – mit 140 bzw. 150 mm Federweg vorn, 140 mm hinten, 29er Laufrädern und der modernen Geometrie scheint es hier auch perfekt zu passen. Durch die verschiedenen Modellvarianten (siehe unten) hat man zudem die Wahl, ob man eher mit gewichts-optimierten oder robusten Komponenten unterwegs sein möchte.

Orbea

Der Hinterbau ist auf dem Papier fast durchweg progressiv und dürfte damit insgesamt deutlich straffer sein als beispielsweise beim Wild FS, dafür aber auch viele Reserven für Sprünge, Schläge und flotte Fahrten über anspruchsvolle Trails mitbringen. Die Reifenwahl mit dem Maxxis Rekon am Hinterrad mit robuster Exo+ Karkasse und dem Dissector Vorderreifen scheint dem Einsatzbereich ebenfalls angemessen. Etwas verwundert waren wir über die 180 mm Bremsscheibe am Vorderrad, die für leichte, geübte Fahrer zwar ausreichen dürfte. Dennoch hätten wir die wenigen Gramm Mehrgewicht für größere Fading-Reserven wohl in Kauf genommen.

Orbea
Die 140 mm des Orbea Hinterbaus sind angenehm progressiv, was für große Reserven und ein straffes Fahrverhalten sorgt.
Ungewohnt: Die kleinen 180 mm Bremsscheiben an der Front könnten bei schweren Fahrern ins Schwitzen kommen.

Die Geometrie des Rise scheint gelungen: Mit 66° bzw. 65,5° fällt der Lenkwinkel flach genug für trail-erprobte, aktive Fahrer aus, ohne Anfänger zu verschrecken. Der steile Sitzwinkel rückt den Schwerpunkt in eine effiziente Tret- und Kletterposition und die nicht zu kurzen Kettenstreben versprechen Traktion am Hinterrad beim Erklimmen von Steilstücken. Dank des großzügigen Reach von über 470 mm in Größe L bietet das Bike jedoch viel Platz für Gewichtsverlagerungen.

Geometrie Orbea Rise 140 mm
SMLXL
Sitzrohr (in mm)381419457508
Oberrohr horizontal (in mm)565592619649
Steuerrohr (in mm)95105120140
Kettenstrebe (in mm)445445445445
Tretlagerhöhe (in mm)336336336336
BB Drop (in mm)35353535
Radstand (in mm)1180120512291255
Lenkwinkel (in °)66666666
Sitzwinkel (in °)77777777
Reach (in mm)425450474500
Stack (in mm)604613627646
Geometrie Orbea Rise 150 mm
SMLXL
Sitzrohr (in mm)381419457508
Oberrohr horizontal (in mm)565592619649
Steuerrohr (in mm)95105120140
Kettenstrebe (in mm)445445445445
Tretlagerhöhe (in mm)336336336336
BB Drop (in mm)32323232
Radstand (in mm)1180120512291255
Lenkwinkel (in °)65.565.565.565.5
Sitzwinkel (in °)76.576.576.576.5
Reach (in mm)425450474500
Stack (in mm)604613627646

Orbea Rise: Vier Ausstattungsvarianten zwischen 6.000 und knapp 10.000 Euro

Mit vier Ausstattungsvarianten geht das Rise an den Start: Trotz der preislich großen Diskrepanz von fast 4.000 Euro haben alle Modelle sowohl den Carbonrahmen als auch den Shimano EP8-RS Motor mitsamt 360 Wh Akku gemein. Unterschiede gibt es neben den verbauten Komponenten auch bei der Ausrichtung: Während das M10 und M-Team mit 150 mm Federweg an der Front, Dämpfer mit Piggyback und insgesamt abfahrtslastiger Ausstattung daherkommen, sind das Einstiegsmodell M20 und das sehr leichte M-LTD mit 140 mm vorn und gewichts-optimierten Parts ausgestattet.

Orbea Rise
Farbenfrohe Vielfalt: Dank MyO sind der farblichen Gestaltung des Rise kaum Grenzen gesetzt.

Farblich bietet Orbea jeweils drei Varianten – zudem lassen sich alle Orbea Rise Modelle per MyO farblich und bei einigen Komponenten auf die individuellen Bedürfnisse anpassen.

Orbea Rise M20Orbea Rise M10Orbea Rise M-TeamOrbea Rise M-LTD

Antrieb: Shimano EP8-RS<

Akku: Orbea RS Internal 360 Wh
Gabel: Fox 34 Performance 140 mm
Dämpfer: Fox float DPS Performance
Schaltung: Shimano SLX M7100
Bremsen: Shimano Deore M6100
Laufräder: Race Face AR 30c

Gewicht: ca. 18 kg
Preis: 5.999 Euro

Antrieb: Shimano EP8-RS
Akku: Orbea RS Internal 360 Wh
Gabel: Fox 36 Factory Grip2 150 mm
Dämpfer: Fox DPX2 Factory
Schaltung: Shimano XT M8100
Bremsen: Shimano XT M8120
Laufräder: Race Face Turbine R30

Gewicht: ca. 18 kg
Preis: 7.599 Euro

Antrieb: Shimano EP8-RS
Akku: Orbea RS Internal 360 Wh
Gabel: Fox 36 Factory Grip2 150 mm
Dämpfer: Fox DPX 2 Factory
Schaltung: Shimano XTR M9100
Bremsen: Shimano XTR M9120
Laufräder: Race Face Turbine R30

Gewicht: ca. 17,5 kg
Preis: 8.999 Euro

Antrieb: Shimano EP8-RS
Akku: Orbea RS Internal 360 Wh
Gabel: Fox 34 Factory 140 mm
Dämpfer: Fox Float DPS Factory
Schaltung: Shimano XTR M9100
Bremsen: Shimano  XTR M9120
Laufräder: Race Face Next-SL

Gewicht: ca. 16,5 kg
Preis: 9.599 Euro

Erste Trail-Impressionen mit dem Orbea Rise

Wir hatten die Möglichkeit das neue Orbea Rise einen knappen Tag lang im Bikepark Geißkopf zu testen. Der Geißkopf stellt dabei für uns das ideale Testrevier dar. Abwechslungsreiche Strecken – von flowig bis knüppelhart – sowie eine speziell für E-Mountainbikes gebaute Uphillflow-Strecke machen nicht nur Spaß, sondern geben auch relativ schnell einen ersten Eindruck über die Eigenschaften eines Bikes.

The Pack
Noch vor dem ersten Aufsitzen zog das Rise die Blicke magisch auf sich.

Der erste Kontakt mit dem Orbea Rise erfolgte beim Entladen der Räder aus dem Van und wurde prompt mit den Worten „Oha, das ist leicht!“ begleitet. Aber auch das Erscheinungsbild des Rise wusste sofort zu gefallen. Schlanke, wohl-proportionierte Rohrformen ließen das Orbea nur auf den zweiten Blick (hin zum Motor) als E-Bike erkennen. Das Fahrwerkssetup war schnell gefunden, wobei die Fox 36 Grip2 Gabel mit zwei Druck- und Zugstufen ein wenig Erfahrung erfordert.

Im Uphill fühlt man sofort die Unterschiede des Shimano EP8 RS Motors gegenüber der Standard-Version. Klar, 60 Nm sind nicht nur auf dem Papier deutlich weniger als 85 Nm, auch auf dem Trail ist dieser Unterschied spürbar. Auch merkt man, dass die maximale Leistungsabgabe des EP8 RS erst zwischen einer Trittfrequenz von 75 – 90 U/min erfolgt. Wer aber denkt, das Orbea Rise lässt sich nur unter hoher Kraftanstrengung bewegen, der irrt. Mit der richtigen Kadenz und höchster Unterstützungsstufe lässt sich das Bike trotzdem sehr kraftsparend bergauf bewegen – nur eben etwas langsamer als klassische E-MTBs mit stärkeren Motoren. Die Geräuschkulisse entspricht übrigens genau dem, was man von anderen EP8 Bikes kennt, schließlich wurde die Hardware nicht angetastet. Der Motor ist entsprechend weder besonders leise, jedoch auch nicht besonders laut.

Orbea in Action
Trotz „nur“ 60 Nm klettert das Rise auch knifflige Kletterpassagen nach oben.

Seine großen Stärken zeigt das Orbea Rise dann im Fahrverhalten bergab. Durch das geringe Gewicht hat man selten den Eindruck auf einem E-Bike zu sitzen. Spielend wechselt das Bike die Richtung, lässt sich dank der sehr gut gewählten Kettenstrebenlänge von 445 mm einfach aufs Hinterrad ziehen und macht vor allem eines: Spaß! Das Fahrwerk ist sehr potent und der straffe, sehr schluckfreudige Hinterbau kann mehr einstecken als es seine 140 mm Federweg vermuten lassen. Die Shimano XTR Bremsen mit (nur) 180 mm Bremsscheiben an Front und Heck lassen sich vorzüglich dosieren und bieten ausreichend Bremsleistung. Schwere Fahrer sollten allerdings über das Nachrüsten von größeren Scheiben nachdenken. Überzeugend zeigte sich auch die Bereifung. Die Dissector (VR) und Rekon (HR) aus dem Hause Maxxis sind ein guter Mix aus geringem Gewicht und Traktion. Die EXO+ Karkasse am Hinterrad erhöht zudem den Pannenschutz. Ein kleiner Kritikpunkt war für uns die in der Abfahrt etwas höhere Geräuschkulisse, die einerseits vom Klappern des EP8-Freilaufs herrührte, jedoch auch von den intern verlegten Zügen und Leitungen. Zumindest bei letzterem kann man jedoch selbst recht einfach Abhilfe schaffen.

M5 stehe

Cornering

Die kurze Testsession des Orbea Rise hat uns vor allem eines gezeigt; nämlich wie viel Fahrspaß leichte E-Bikes tatsächlich bieten! Dabei betritt Orbea hier keineswegs Neuland. Leichte E-MTBs gibt es bereits. Diese haben meist aber auch ein spürbar schwächeres Antriebssystem mit an Bord. Das optimale Verhältnis von (Motor-)Leistung zu Gewicht ist Orbea perfekt gelungen. Zwar können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussage über die tatsächliche Reichweite treffen, aber mit dem optional erhältlichen Range Extender sollten auch Reichweiten-Phobiker beruhigt sein.

Chapeau Orbea!

www.orbea.com

Video: UCI World Cup Maribor 2020 Highlights

Maribor World Cup 2020

Die World Cup Saison 2020 begann mit gleich zwei Rennen an einem Wochenende im slowenischen Maribor. Die Franzosen dominierten beim ersten Rennen am Freitag doch beim zweiten sorgte Nina Hoffmann für eine Überraschung mit ihrem wohlverdienten Sieg. Die Highlights des spannenden und rutschigen Rennwochenende findet ihr hier:

The UCI Mountain Bike Downhill World Cup season 2020 started with a double header in Maribor, Slovenia. Two races & two different variations of the track equaled twice the excitement during an action packed racing weekend. From wet and technical qualifications to near dry & lightning fast finals, the venue and its guests lived up to all expectations of a thrilling downhill race. – Red Bull