TEST: Radon Skeen Trail – Ultimate Fahrwerk, Magura MT5 – 2699€

Radon ist bekannt für ein faires Preis-/Leistungsverhältnis. Mit den neuen Skeen Trail Modellen schießen sie jedoch fast schon den Vogel ab – Rockshox Pike Ultimate, Magura MT5, eine moderne Geometrie und das für „nur“ 2.699 Euro. Wir haben das Trail Bike auf den Strecken im Vinschgau etwas genauer unter die Lupe nehmen können. Unser Fazit gibts hier.

Im letzten Jahr waren wir schon auf dem Radon Swoop unterwegs. Das Freeride Bike des deutschen Direktversenders konnte mit einer modernen Geometrie, viel Potential im rauen Gelände und einem fairen Preis glänzen.

Anfang 2022 waren wir im Vinschgau unterwegs und hatten das brandneue Radon Skeen Trail AL am Start. Das ist der der aus Metal gefertigte kleine Bruder des Carbon Skeen Trail und siedelt sich mit 130mm Federweg an der Front und 120mm am Heck in die Kategorie Downcountry oder Trail-Bike ein.

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Optik und Features

Das Skeen AL ist ein klassischer Viergelenker-Hinterbau und ist in zwei verschieden Farbvarianten erhältlich. Das uns zur Verfügung gestellte Modell kam in einem schlichten Schwarz. Die zweiter Variante wäre ein Metallic-Silver.

Was uns sehr gut gefallen hat sind die dezenten Schweißnähte. Diese werten den Aluminium Rahmen auf und lassen ihn schön schlicht da stehen. Auch die dezenten Decals und im Rahmen verlegten Züge tragen zu der cleanen Optik bei.

Beim Top-Modell sticht die silberne Rockshox Pike Ultimate etwas heraus. Was aber durchaus gewollt wirkt und uns definitiv gefallen hat. Wer will schon sein Ultimate Fahrwerk verstecken?

Radon Skeen Trail

Geometrie – Trail Bike oder Downcountry

Länger, flacher = schneller ist beim Radon Skeen Trail Al nicht das Motto. Das Trail-Bike setzt noch auf den gewohnten Charakter eines Mountainbikes, dass sowohl bergauf als auch bergab performen muss. Andere Marken bieten mittlerweile Bikes mit 130-140mm Federweg an die eine Geometrie haben wie Downhill-Maschinen von vor ein paar Jahren. Das mag zwar dem ein oder anderen gefallen, aber nicht jedem von uns sicher den Berg hinab oder komfortabel bergauf bringen.

Das Skeen wird es in vier verschiedenen Rahmengrößen geben mit einem Reach der in der kleinsten Größe bei 437mm liegt und beim größten Modell auf 490mm kommt. Auch das oben erwähnte Thema spiegelt sich im Lenkwinkel wieder. Dieser bietet zwar mit seinen 67° einiges an Abfahrts-Potential kann aber in schnellen und ruppigen Sektionen nicht mit erhöhter Stabilität glänzen.

Dafür bietet der Sitzwinkel von 76,4° in Kombination mit dem Stack von 623mm in der Rahmengröße 20″ eine sehr angenehme Position bei Uphill Sektion und längeren Touren.

Zwar ist die Geometrie nicht besonders Modern, macht das Skeen jedoch wesentlich verspielter wie die lange und flache Konkurrenz.

RADON SKEEN TRAIL AL
Rahmengröße16"18"20"22"
Sitzrohr [mm]392425455490
Oberrohr horizontal [mm]567588.6611.5633.5
Sitzwinkel eff. [Grad]76.4
Steuerrohrwinkel [Grad]67
Kettenstreben [mm]
direkt435
Steuerrohr [mm]100110120135
Radstand [mm]1172.51194.171217.811240.76
front center [mm]738.7760.3783.95806.89
Tretlagerhöhe zur Nabenachse [mm]-32
Überstandhöhe*
(80mm vor Tertlagermitte gemessen)
717744759788
Reach [mm] X437454474490
Stack [mm] Y605614623636
* Wheel radius [mm]373
rear travel [mm]121

Komponenten und Ausstattung – Der Preis ist heiß

Radon war so freundlich und hat uns das Skeen AL in der super attraktiven Top-Variante zur Verfügung gestellt. Den für 2.699 Euro bekommt hier ein besonderes Paket mit Ultimate Gabel und bissigen Magura Bremsen.

Das auffälligste Feature am Skeen ist definitiv die silberne Rockshox Pike Ultimate mit 130mm Federweg. Kombiniert wird diese mit einem Deluxe Select+ mit 120mm am Heck. Mit dieser Kombination macht man definitiv nichts falsch.

Aufgrund der Pandemie mussten viele Hersteller auf einen bunten Mix an Komponenten zurückgreifen, was vielen Mountainbikes gut getan hat, einigen aber auch nicht. Ob das auch beim Skeen der Grund war, können wir nicht sagen. Aber Radon setzt anstatt auf zur Gabel passenden Sram Bremsen auf Magura MT mit 180mm Scheiben an der Front und am Heck. Das wird viele von euch freuen, denn diese Bremse ist für ihre konstante Leistung bekannt und sollte jeden zum Stehen bekommen.

Radon Skeen Trail

Weiter gehts mit dem Antrieb. Hier wird wieder auf Sram gesetzt. Das Skeen Trail ist mit einer Sram GX Eagle 12-Fach bestückt die mit einer X1 Dub Kurbel und NX Hebel kombiniert wurde.

Ein Trail-Bike muss den Berg hinauf und Bergab kommen. Deshalb müssen die Reifen einen geringen Rollwiderstand und ordentlich Grip kombinieren. Das versucht Radon mit dem Maxxis Forecaster, Dual, Exo Protection 29″ Reifen an der Front und am Heck. Maxxis will mit diesem Reifen ein Zwischending von XC und Enduro Modellen bieten. Das gelingt auch, denn der Forecaster sollt angenehm den Berg hinauf und hat uns auf den staubigen Trails im Vinschgau nicht im Stich gelassen. Wenn es jedoch nass ist oder der Untergrund zu lose wird, kommt der Reifen an seine Grenzen.

Alle weiteren Komponenten findet ihr in den folgenden Tabs. Auch die etwas günstigere Variante Skeen AL 7 findet ihr hier.

Radon Skeen Trail 7Radon Skeen Trail 8

SKEEN TRAIL AL 7.0
PreisPrice2199
RahmenFrameSKEEN TRAIL AL 29
GabelForkRockShox Pike Select, Charger RC, Boost
DämpferRear suspensionRockShox Deluxe Select+, Debon Air
Federweg FrontTravel fork130mm
Federweg RearTravel rear suspension120mm
LaufradsatzWheelsetSUNringlé Düroc 35, 31mm, 110/148mm
BremseBrakesMagura MT Thirty Custom
BremsscheibenBrake discsMagura MDR-C, 180/180mm, 6-bolt
KurbelCrankShimano SLX FC-M7100, 32T, 175mm
InnenlagerInner bearingShimano BB-MT500PA, Pressfit, 92mm
SchalthebelShifterShimano DEORE SL-M6100-R
SchaltwerkRear derailleurShimano SLX RD-M7100-SGS, 12-speed
KassetteCassetteShimano DEORE CS-M6100, 10-51
KetteChainShimano DEORE CN-M6100
KettenführungChain GuideMRP 1X, ISCG05
LenkerHandlebarRace Face Ride, 35 x 760mm, 20mm rise
VorbauStemRace Face Ride, Ø35mm
SteuersatzHeadsetVP, ZS44/ZS56
GriffeGripsSDG Thrice
SattelstützeSeatpostRadon Dropper, 31.6mm
SattelSaddleSDG Bel Air V3
ReifenTiresSchwalbe Nobby Nic, ADDIX Performance Line, 29" x 2.4"
FarbeColourmetallicsilver / black
GewichtWeight14,50 kg*
RahmengrößenFrame size16", 18", 20", 22"
LaufradgrößeWheelsize29"
PedalePedalsnot included
Zulässiges GesamtgewichtMaximum weight allowed115 kg

SKEEN TRAIL AL 8.0
PreisPrice2699
RahmenFrameSKEEN TRAIL AL 29
GabelForkRockShox Pike Ultimate, Charger 2.1 RCT3, Boost
DämpferRear suspensionRockShox Deluxe Select+, Debon Air
Federweg FrontTravel fork130mm
Federweg RearTravel rear suspension120mm
LaufradsatzWheelsetSUNringlé Düroc 35 Expert, 31mm, 110/148mm
BremseBrakesMagura MT Trail Custom
BremsscheibenBrake discsMagura MDR-C, 180/180mm, 6-bolt
KurbelCrankSRAM X1 1000 DUB, 32T, Boost, 175mm
InnenlagerInner bearingSRAM DUB, Pressfit, 92mm
SchalthebelShifterSRAM NX Eagle, Shiftmix
SchaltwerkRear derailleurSRAM GX Eagle, 12-speed
KassetteCassetteSRAM GX Eagle XG-1275, 10-52
KetteChainSRAM SX Eagle
KettenführungChain GuideMRP 1X, ISCG05
LenkerHandlebarRace Face Æffect R, 35 x 780mm, 20mm rise
VorbauStemRace Face Æffect R, Ø35mm
SteuersatzHeadsetVP, ZS44/ZS56
GriffeGripsSDG Thrice
SattelstützeSeatpostRadon Competition Dropper, 31.6mm
SattelSaddleSDG Bel Air V3
ReifenTiresMaxxis Forecaster, Dual, Exo Protection, TR, 29" x 2.35"
FarbeColourdarkpetrol / deepblack
GewichtWeight14,35 kg*
RahmengrößenFrame size16", 18", 20", 22"
LaufradgrößeWheelsize29"
PedalePedalsnot included
Zulässiges GesamtgewichtMaximum weight allowed115 kg

 

Radon Skeen Trail 7

SKEEN TRAIL AL 7.0
PreisPrice2199
RahmenFrameSKEEN TRAIL AL 29
GabelForkRockShox Pike Select, Charger RC, Boost
DämpferRear suspensionRockShox Deluxe Select+, Debon Air
Federweg FrontTravel fork130mm
Federweg RearTravel rear suspension120mm
LaufradsatzWheelsetSUNringlé Düroc 35, 31mm, 110/148mm
BremseBrakesMagura MT Thirty Custom
BremsscheibenBrake discsMagura MDR-C, 180/180mm, 6-bolt
KurbelCrankShimano SLX FC-M7100, 32T, 175mm
InnenlagerInner bearingShimano BB-MT500PA, Pressfit, 92mm
SchalthebelShifterShimano DEORE SL-M6100-R
SchaltwerkRear derailleurShimano SLX RD-M7100-SGS, 12-speed
KassetteCassetteShimano DEORE CS-M6100, 10-51
KetteChainShimano DEORE CN-M6100
KettenführungChain GuideMRP 1X, ISCG05
LenkerHandlebarRace Face Ride, 35 x 760mm, 20mm rise
VorbauStemRace Face Ride, Ø35mm
SteuersatzHeadsetVP, ZS44/ZS56
GriffeGripsSDG Thrice
SattelstützeSeatpostRadon Dropper, 31.6mm
SattelSaddleSDG Bel Air V3
ReifenTiresSchwalbe Nobby Nic, ADDIX Performance Line, 29" x 2.4"
FarbeColourmetallicsilver / black
GewichtWeight14,50 kg*
RahmengrößenFrame size16", 18", 20", 22"
LaufradgrößeWheelsize29"
PedalePedalsnot included
Zulässiges GesamtgewichtMaximum weight allowed115 kg

Radon Skeen Trail 8

SKEEN TRAIL AL 8.0
PreisPrice2699
RahmenFrameSKEEN TRAIL AL 29
GabelForkRockShox Pike Ultimate, Charger 2.1 RCT3, Boost
DämpferRear suspensionRockShox Deluxe Select+, Debon Air
Federweg FrontTravel fork130mm
Federweg RearTravel rear suspension120mm
LaufradsatzWheelsetSUNringlé Düroc 35 Expert, 31mm, 110/148mm
BremseBrakesMagura MT Trail Custom
BremsscheibenBrake discsMagura MDR-C, 180/180mm, 6-bolt
KurbelCrankSRAM X1 1000 DUB, 32T, Boost, 175mm
InnenlagerInner bearingSRAM DUB, Pressfit, 92mm
SchalthebelShifterSRAM NX Eagle, Shiftmix
SchaltwerkRear derailleurSRAM GX Eagle, 12-speed
KassetteCassetteSRAM GX Eagle XG-1275, 10-52
KetteChainSRAM SX Eagle
KettenführungChain GuideMRP 1X, ISCG05
LenkerHandlebarRace Face Æffect R, 35 x 780mm, 20mm rise
VorbauStemRace Face Æffect R, Ø35mm
SteuersatzHeadsetVP, ZS44/ZS56
GriffeGripsSDG Thrice
SattelstützeSeatpostRadon Competition Dropper, 31.6mm
SattelSaddleSDG Bel Air V3
ReifenTiresMaxxis Forecaster, Dual, Exo Protection, TR, 29" x 2.35"
FarbeColourdarkpetrol / deepblack
GewichtWeight14,35 kg*
RahmengrößenFrame size16", 18", 20", 22"
LaufradgrößeWheelsize29"
PedalePedalsnot included
Zulässiges GesamtgewichtMaximum weight allowed115 kg

Gravity Magazine

Das Skeen auf den Trails

Wer keinen Lift in der näher hat, oder generell einfach lieber Tritt, wird sich über die Performance des Skeen im Uphill freuen. Der Sitzwinkel in Verbindung mit dem nicht zu tiefen Stack und des „kurzen“ Reachs machen die Front komfortabel und sorgen für eine aufrechte Position. Das macht sich vor allem bei langen Aufstiegen und Touren bemerkbar. Wir sind im Vinschgau einige Kilometer auf den steilen Bergstraßen unterwegs gewesen und wurden vom Radon Skeen nicht enttäuscht.

Wie schon erwähnt, ist das Skeen aufgrund seiner Geometrie (steiler Lenkwinkel, kurze Kettenstrebe) kein Bike für hohe Geschwindigkeiten in steilen und verblockten Sektionen. Das haben wir auf unseren Runden im Vinschgau schnell gelernt. Wo das Trail-Bike des deutschen Direktversenders jedoch glänzt, ist wenn es um das Spielen auf den Trails geht. Die kurze Kettenstrebe lässt es zu, die Front leicht zu heben, der steile Lenkwinkel und der Reach machen das Rad etwas kürzer wodurch es sich in der Luft einfach bewegen lässt. Im Endeffekt lädt das Skeen zum dazu ein auf dem Trail aktiv zu fahren statt drüber zu bügeln. Es macht Laune bei Jibbs und Tricks und funktioniert dadurch auf flowigen Strecken besonders gut. Nur Fahr-Fehler verzeiht es mit seinen 130mm Federweg nicht ganz so gut.

Das Fazit zum Radon Skeen Trail AL

Was macht das Skeen Trail AL besonders? Wir haben hier ein solides Trail-Bike, dass euch angenehm den Berg hinauf bringt und euch eine gute Zeit auf den Trails beschert. Das liegt vor allem an der Kombination aus einer stimmigen Geometrie mit einer fantastischen Ausstattung – denn das Rockshox Fahrwerk mit der Ultimate Gabel holt auch noch den letzten Rest an Performance aus dem Mountainbike heraus. Ein Knaller ist auf alle Fälle der Preis. Wo bekommt man noch für 2.699 Euro solche Komponenten? Und auch das günstigere Modell ist einen Blick wert, da ist die Preis-Leistung keinesfalls schlechter!

Radon Skeen Trail

Weitere Infos zum Radon Skeen Trail AL findet iher: www.radon-bikes.de

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TEST: Nicolai Saturn 16 – lang, länger, Nicolai

Die Edel-Schmiede aus Niedersachsen ist bekannt für progressiver Geometrien, wunderschöne Schweissnähte, toll verarbeitetes Aluminium und eine abfahrtsorientierte Performance. So soll es auch beim Nicolai Staurn 16 sein. Aber wie gut lässt sich ein Mountainbike mit 160mm Federweg und einem Reach von 494mm in der Rahmengröße M eigentlich fahren?  

Wenn wir ein Test-Bike anfragen versuchen wir immer die perfekt Größe zu finden. In unserer Redaktion arbeiten Mitarbeite mit einer Körpergröße von 1,75m – 1,90m. Der eine mag das Bike etwas verspielter, ein andere mag es etwas länger. Meistens fällt die Wahl auf einen L Rahmen, da diese bei den meisten Herstellern bei einem Reach von 470mm – 485mm liegen. Nicht so bei Nicolai. Das Saturn 16 ist nämlich in den Größen Small bis XXX-Large erhältlich. Der kleinste Reach liegt bei 465mm und wächst im größten Modell auf ganze 576mm.

Wir haben uns dann für das Modell in der Größe M entschieden und waren uns immer noch nicht sicher, ob die Entscheidung die richtige war. Warum erfahrt ihr hier.

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Nicolai Saturn 16

Optik und Features

Nicht jeder ist Fan von der Optik eines Nicholai Bikes. Die runden Alu-Rohre des Hauptrahmens werden mit einem etwas kantigeren Hinterbau kombiniert und an den Schweißpunkten befinden sich CNC gefräste Verstärkungen. Aber wo sich alle einig sind, ist die Perfektion der handgemachten Schweißnähte. Handmade Look!

Denn die Rahmen werden per Hand im WIG-Verfahren geschweißt. Die Schweißer sind dafür speziell geschult und verfügen über langjährige Erfahrung. Für jedes Modell und jede Rahmengröße wird eine präzise Schweißvorrichtung gebaut, die sogenannte Rahmenlehre. Darin werden die CNC-geschnittenen Rohrsätze mit sämtlichen Dreh- und Frästeilen eines Rahmen, die verschweißt werden sollen, passgenau zusammengesetzt und fixiert. Die Rahmenbauteile werden zuerst mit einzelnen Schweißpunkten geheftet, an genau vorgegebenen Stellen in definierter Reihenfolge und dann, um Verzug und Verspannungen zu minimieren, in mehreren Durchgängen verschweißt.

Weiter geht es mit der Farbgebung und den Decals. Wer schon mal ein paar Nicolai Bikes gesehen hat, weiß, dass es die Mountainbikes in den unterschiedlichsten Farben gibt. Wer online eins bestellt, kann sich sein Bike nämlich individuell gestalten und dort selbst die kleinsten Komponenten farblich anpassen.

Das uns zur Verfügung gestellte Saturn 16 kam in einem schlichten grauem Look mit knallig blauen Decals, blauer Dämpferwippe und goldenem Fox Factory Fahrwerk mit orangener Stahlfeder. Schlicht ist vielleicht das Falsche Wort denn das blau springt schon sehr stark ins Auge.

Die Züge und Kabel sind außen am Rahmen verlegt, was die Optik des eh schon industriell aussehenden Rahmen keineswegs beeinträchtigt. Ein Vorteil ist ganz klar die leichte Wartung. Ich persönlich bin Fan von außen verlegten Leitungen.

Da es sich beim Saturn um ein Enduro/All-Mountain handelt, dass auch den Berg hinauf getreten werden will, darf natürlich der Mount für einen Flaschenhalter nicht fehlen. Der befindet sich auf dem Unterrohr und bietet ausreichend Platz für große Flaschen.

Geometrie – lang, länger, Nicolai 

Ich muss gestehen, dass ich ein Fan von etwas längeren Rahmen bin. Diese bieten in Verbindung mit einer ausbalancierten Geometrie ordentlich Stabilität auf ruppigen und steilen Trails und geben mir einfach etwas mehr Selbstbewusstsein in der Abfahrt.

Bei Nicolai wird es jedoch spannend. Wie schon erwähnt ist es gar nicht so leicht einen passenden Rahmen auf Anhieb zu finden. Die Größe S war uns mit 465mm Reach etwas zu klein, aber der 490mm Reach in der Rahmengröße M schon fast zu lang. Ja. Rahmengröße M hat einen Reach von 490mm. Im Vergleich – Das Specialized Enduro in der Größe S4 hat einen 487mm Reach und das längste Modell des kalifornischen Herstellers  kommt auf 511mm. Das überbieten die Niedersachen ganz schnell.

Die weiteren Daten sind modern aber nicht zu extrem. Der Lenkwinkel von 64° passt zum Enduro/Allmountain Einsatzbereich. Die Kettenstrebenlänge ist abhängig davon ob ihr euch für ein 650B oder 29″ Saturn entscheidet. Bei unserem Twenty-Niner in M haben wir eine Länge von 447mm.

Nicolai Saturn 16

Beim Hinterbau wird übrigens auf einen klassischen Horts-Link Vier-Gelenker gesetzt. Ein Horst-Link ist übrigens das Gelenk, dass am Ende der Kettenstrebe kurz vor der Hinterradachse sitzt. Laut Nicolai wurde dieser Aufbau bei ihnen in den letzten Jahren so verfeinert, dass die Anti-Squat-Charakteristik der Federung deutlich verbessert werden konnte.

Tatsächlich spricht der Hinterbau auch sehr feinfühlig an und bietet ein geschmeidiges Gefühl auf ruppigen Abfahrten. Ein Luftfederdämpfer könnte für die Touren-orientierten und kletterwilligen Biker aber noch besser passen. Wer mag, kann sein Saturn deshalb auch zwischen Stahlfeder- und Luftdämpfung umrüsten und dabei auf verschiedene Dämpferaufnahmen setzen die mit einem unterschiedlichen Offset die Kennlinie beeinflussen. Wer gerne an seinem Bike schraubt und mit der Geo spielt, wird sich über solche Features mit Sicherheit freuen.

Mutatoren

Nicolai verbaut an den Lagerpunkten sogennante Mutatoren. Diese dienen als Adapter für Geometrie Tuning und zur Anpassung an 27,5″ oder 29″ Laufräder. Druckstreben-Mutatoren ermöglichen durch verschiedene Längen die Anpassung des Rahmens an die Laufradgrößen 27,5 oder 29 Zoll. Gleichfalls sind sie dazu geeignet,  Lenkwinkel und Tretlagerhöhe in feinen Abstufungen zu regeln. Schwingenmutatoren ermöglichen dagegen ein Feintuning der Kettenstrebenlänge in Hinblick auf Schwerpunkt , Handling, Wendigkeit und Laufruhe.

Rahmengrößensmallmediumlargex-largexxlargexxxlarge
29"27,5"29"27,5"29"27,5"29"27,5"29"27,5"29"27,5"
Empfohlene Rahmengröße164-172 cm170-180 cm178-188 cm185-195cm193-202cm198-210cm
Oberrohrlänge593 mm620 mm647 mm671 mm695 mm713 mm
Sitzrohrlänge405 mm440 mm455 mm475 mm520 mm550 mm
Steuerrohrlänge110 mm110 mm130 mm150 mm170 mm190 mm
Radstand1247 mm1239 mm1272 mm1265 mm1306 mm1340 mm1334 mm1369mm1363 mm1391mm
Sitzrohrüberstand45 mm80 mm80 mm80 mm80 mm80 mm
Überstandshöhe720 mm703 mm720 mm703 mm734 mm717 mm754 mm734 mm798 mm781 mm827 mm810 mm
Reach465 mm469 mm490 mm494 mm515 mm519 mm535 mm539 mm555 mm558 mm570 mm576 mm
Stack618 mm615 mm618 mm614 mm635 mm632 mm654 mm651 mm672 mm669 mm690 mm684 mm
Hinterbaulänge447 mm438 mm447 mm438 mm447 mm453 mm447 mm453 mm447 mm453 mm
Schwingenlänge355 mm347 mm355 mm347 mm355 mm360,5 mm355 mm360,5 mm355 mm360,5 mm
Schwingenmutator41 mm33 mm41 mm33 mm41 mm47 mm41 mm47 mm41 mm47 mm
Druckstrebenlänge368 mm368 mm368 mm368 mm368 mm374,5 mm371 mm374,5 mm371 mm374,5 mm371 mm376,5 mm
Druckstrebenmutator3,5 mm3,5 mm3,5 mm3,5 mm3,5 mm10 mm6,5 mm10 mm6,5 mm10 mm6,5 mm12 mm
Lenkwinkel64,0°64,5°64,0°64,3°64,0°64,5°64,0°64,5°64,0°64,3°64,0°64,5°
Sitzwinkel effektiv78,25°78,5°78,25°78,5°78,25°78,5°78,25°78,5°78,25°78,5°78,25°78,8°

Nicolai Saturn 16

Komponenten und Ausstattung

Eins vor weg – Nicolai bietet keine fertig aufgebauten Bikes auf der Website an. Dafür könnt ihr euch im Konfigurator euern individuell gestaltetes Dream-Bike zusammenstellen oder für 2.799Euro das Frameset bestellen.

Das uns zur Verfügung gestellte Saturn 16 kam mit einer edlen Ausstattung und hat uns keine Wünsche offen gelassen. An der Front arbeitet die Fox Float 36 Factory Gabel mit 160mm Federweg und am Heck der DHX2 SLS Factory Coil Dämpfer. Nicolai hat uns basierend auf unseren Angaben (Gewicht, Körpergröße, Setup Vorlieben) eine 600lb Feder mitgeliefert die jedoch zu hart war. Wir haben die dann durch eine 500lbs Feder getauscht wodurch der Hinterbau sehr sensibel gearbeitet hat.

Gaschaltet wird unser Testmodell mit der Sram GX Eagle und gebremst mit der bissigen Magura MT7 Anlage. Wer nach einer kraftvollen und gut dosierbaren Bremse sucht wird mit dieser definitiv zufrieden sein. Nur die Haptik der Bremshebel ist nicht jedermanns Geschmack.

Die Bereifung stammt aus dem Hause Continental und bietet mit der Kombination aus Baron an der Front und Trail King am Heck ordentlich Grip auf den Trockenen Flow und Enduro Strecken am Geisskopf.

Die Sattelstütze stammt von Bike Yoke und ist in vielen unterschiedlichen Längen erhältlich, sodass auch Fahrer mit langen Beinen den Sattel schön Tief versenken können. Über den Sattel von Sqlab kann man sich streiten. Die einen lieben ihn, wir mochten ihn nicht da uns die vordere Nase zu breit ist und bei langen Uphills sehr unangenehme Druckstellen erzeugt.

Nicolai Saturn 16

Das Nicolai Saturn 16 auf dem Trail

Das Saturn 16 wirkt auf den ersten Blick zwar etwas klobiger und schreit nach DH Geballer, hat uns aber vor allem im Uphill überrascht. Hier klettert es komfortabel den Berg hinauf ohne das der Dämpfer zu wippen beginnt und wir einen Kraftverlust beim Pedalieren spüren. Auch die Sitzposition trägt zu einer tollen Kraftübertragung bei, denn der Sitzwinkel liegt bei steilen 78,5°.

Geht es Bergab wird eins schnell klar – die Kiste ist sehr lang. In der Rahmengröße M ist der Stack jedoch nicht zu hoch, was durchaus für mehr Druck auf dem Vorderrad sorgt und somit mehr Traktion in flachen Kurven bietet. Für mich mit einer Körpergröße von 1,86m war die Länge perfekt und lies sich von mir leicht kontrollieren und ordentlich durch Kurven ziehen. Das viel mir vor allem auf dem Flow Trail am Geisskopf auf denn dort war das Saturn 16 extrem schnell und besaß erstaunlich viel Pop auf den Sprüngen.

Unserem Tester Christof (siehe Bilder) war das Nicolai etwas zu groß, wodurch er es weniger Agil auf den flowigen Strecken befunden hat. Trotzdem war auch er davon begeistert wie leicht das Saturn 16 in die Luft geht und hat es auch auf dem „großen“ Kicker quer stellen können.

Nicolai Saturn 16

Wo das Nicolai Saturn 16 ganz offensichtlich glänzt sind schnelle und verblockte Enduro Trails. Hier sorgt die Kombination aus langem Hauptrahmen, 29″ Laufrädern und flachem Lenkwinkel für viel Stabilität und Sicherheit. Der Progressive Hinterbau braucht zwar ein bisschen Zeit bis das richtige Setup steht, bügelt dann jedoch gekonnt die Unebenheiten auf dem Trail weg.

Fazti: Nicolai Saturn 16 – lang, schnell und besonders

Das Saturn 16 bietet alles was man sich von einem Enduro wünschen kann, eine moderne Geometrie, ein tolles Fahrwerks Design und eine besondere Optik. Spannend ist auch die Balance aus Uphill und Downhill Performance die das Saturn gekonnt meistert. Auch wenn die Marke für Lange und extreme Geometrien bekannt ist, übertreibt es Nicolai beim Saturn nicht und bietet abgesehen vom recht langen Reach einen modernen aber nicht zu extremen Rahmen an. Lang, Flach und Schnell ist hier aber trotzdem noch das Motto.

Nicolai Saturn 16

Weitere Informationen findet ihr unter: www.nicolai-bicycles.com

 

 

 

TEST: Yeti 160 E – Wie gut ist das Race Enduro mit Motor?

2023 wird es die erste E-Enduro Weltmeisterschaft geben. Yeti hat für solche Einsätze ein passendes Bike mit Enduro Genen, einem nicht ganz so großen Akku und einer abfahrtsorientierten Geometrie geschaffen. Was das Yeti 160 E kann, erfahrt ihr hier.

Nicht jeder freut sich über die Existenz von E-Mtbs auf den heimischen Trails. Wer jedoch mal auf einem der unterstützten Bikes saß, der kann fast nicht mehr abstreiten, dass es Spaß macht. Die steilsten Klettersektionen sind auf einmal möglich und die Uphills machen plötzlich noch mehr Spaß. Auch wenn es mal schnell gehen soll, sind E-Bikes wie ein eigenes Shuttle, dass einen angenehm zum Trail-Einstieg befördert.

In der E-Enduro World Series ist das Level der technischen Uphills und Downhills jedoch auf einem ganz anderen Niveau. Die Racer kämpfen sich steilste Kletter-Passagen hinauf und müssen danach die gleichen Trails wie in der klassischen EWS hinabfahren. Dafür braucht es natürlich ein E-Mtbs das nicht zu schwer ist, ausreichend Power besitzt und Bergab mit ordentlich Reserven glänzen kann. Yeti präsentiert genau für diesen Einsatzbereich das 160 E.

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WHILE EVERYONE ELSE WAS RACING
TO MAKE AN E-MTB, WE WERE
MAKING AN E-MTB FOR RACING – Yeti

Optik und Features

Optisch macht das 160 E einiges her. Die schlichte Farbgebung hat uns besonders gut gefallen und passt hervorragend zum cleanen Gesamtbild. Die intern verlegten Züge und die geraden Linien des Rahmens stehen dem modernen E-Mtb wirklich sehr gut.

Die Decals am Rahmen halten sich Grenzen. Das Yeti Logo auf dem Unterrohr ist von der Seite kaum zu sehen und am restlichen Bike sind kleine Details wie die Bezeichnung des Hinterbaus versteckt. Edel ist auch das abgesetzte Yeti Emblem auf dem Steuerrohr.

Was an einem Enduro ebenfalls nicht fehlen darf, ist der Flaschen-Mount. Im 160 E Rahmen befindet sich dafür ausreichend Platz.

Geometrie – Vollgas E-Enduro

Das Yeti 160 E ist in vier Größen erhältlich mit einem Reach der von 430mm – 505mm reicht. Somit sollten sich fast alle Körpergrößen auf dem amerikanischen E-Mtb wohl fühlen. Der Lenwkinkel liegt bei 64,5° und wirkt sich in Verbindung mit dem steilen Sitzwinkel von 78° und den verhältnismäßig langen Kettenstreben von 446mm positiv auf die Uphill Performance aus. Wie macht sich das bemerkbar? Der steile Sitzwinkel sorgt für eine gute Kraftübertragung beim Pedalieren und der lange Hinterbau lässt die Front in sehr steilen Uphill Passagen nicht zu schnell steigen. Der Nachteil ist, dass sich das Bike im Downhill nicht ganz so leicht auf das Hinterrad befördern lässt.

Die Kombination aus einem langen Reach, langen Kettenstreben und dem recht flachen Lenkwinkel lassen das Yeti jedoch im ruppigen, schnellen und steilen Downhill sehr stabil und ruhig auf dem Trail liegen. Wer das Bike etwas verspielter mag, sollte sich eine Größe kleiner aussuchen.

SMMDLGXL
SEAT TUBE LENGTH380.0410.0450.0495.0
TOPTUBE LENGTH560.9591.8613.4641.5
HEADTUBE ANGLE64.564.564.564.5
EFF. SEAT TUBE ANGLE78.078.078.078.0
CHAINSTAY LENGTH446.0446.0446.0446.0
WHEELBASE1208.31239.71262.11291.9
ESTIMATED BB HEIGHT350.0350.0350.0350.0
STANDOVER754.0754.0754.0754.0
HEADTUBE LENGTH95.098.3103.8114.9
AXLE TO CROWN583.7583.7583.7583.7
OFFSET44.044.044.044.0
STACK617.0620.0625.0635.0
REACH430.0460.0480.0505.0
FRONT CENTER762.3793.7816.1845.9

Komponenten und Ausstattung – Edel Racer

Edel trifft es ganz gut. Jedem von uns ist bekannt, dass die Marke aus Colorado nicht gut fürs Portmonee ist. Wer sich aber mit der Geschichte des 1985 gegründetem Unternehmen beschäftigt, weiß wie gut der Ruf der Bikes ist und welche Erfolge mit Fahrern wie Richie Rude, Reed Boggs und Robin Goomes gefeiert werden.

Gibt es Marken mit einem besseren Preis-/Leistungsverhältnis? Mit Sicherheit, aber wer ein Stück vom Image und dem Lifestyle des Brands haben will, wird das gekonnt ignorieren müssen und wollen. Dieser Sport ist nicht vernünftig. Apropos unvernünftig – Das Yeti 160 E in der uns zur Verfügung gestellten T1 Variante kostet schlappe 13.999 Euro. Wer auf die goldene Gabel verzichten mag und sich mit den ebenso guten Performance Komponenten zufrieden gibt, bekommt das Yeti 160 E C1 für ca. 11.450 Euro.

Wie schon erwähnt. Die High End Variante kommt mit komplettem Fox Factory Fahrwerk. Am Heck arbeitet (wenn er funktioniert) der Fox Factory Float X2 butter weich und unterstützt die Performance des sensiblen Hinterbaus. Mit Hilfe des Flip Chips (SixFinity System) kann die Progressivität des Hinterbaus in drei Schritten (25%, 30%, 35%) verändert werden und an den Stil des Fahrers und die Begebenheiten des Trails angepasst werden.

An der Front des 160 arbeitet die Fox Factory 38 E-Tuned mit 170mm Federweg. Diese braucht wohl keine großen Erklärungen mehr. Das Ansprechverhalten und die Performance sind auf einem Top Level und wird nicht ohne Grund an so vielen Bikes von Pro-Racern verbaut.

Des weiteren haben wir einen interessanten Mix an Komponenten am Bike. Die Schaltung stammt aus dem Hause Shimano während bei den Bremsen auf Sram gesetzt wird. Manch einer hätte sich das Umgekehrt gewünscht, jedoch funktionieren beide Komponenten ausgesprochen gut. Die Shimano XT Schaltgruppe mit einer 10-51 Zahn Kassette verfügt in Verbindung mit dem EP8 Motor über eine ausreichende Bandbreite und die Sram Code RSC lässt normalerweise auch keine Wünsche offen. Kombiniert wird diese übrigens mit 220mm Scheiben an der Front und 200mm am Heck. Ausreichend Bremskraft ist hier definitiv vorhanden.

Für den passenden Grip im Uphill und auf den Trails sorgt die Bereifung von Maxxis. Das Yeti 160 E rollt auf einer Kombination aus dem Assegai 2.5 EXO+ an der Front und dem Minion DHR II 2.4 mit Double Down Karkasse am Heck. Unsere Meinung nach eine tolle Kombination für den Enduro Einsatz.

Die Jungs und Mädels setzten beim Yeti 160 E auf den Motor vom japanischen Komponenten Riesen Shimano. Der EP8 bietet mit seinen 85Nm, 250Wh und einem 630Wh Akku ordentlich Power im Uphill und bei Touren. Zwar gibt es mittlerweile stärkere Motoren die auch spezifisch auf den Race Einsatz ausgelegt sind, jedoch sollte das natürliche verhalten des EP8 einer großen Bandbreite von Sportsfreunden gefallen.

Wir haben uns jedoch gefragt ob der 630Wh Akku so angemessen ist? Klar wurde das 160 E unter dem Aspekt designed ein E-Mtb für Enduro Rennen zu bieten und somit sollte das Bike nicht zu schwer werden. Jedoch ist das Yeti in Rahmengröße L und ca. 23,3kg etwas schwerer als vergleichbare E-Mtbs mit größerem Akku.

Das Yeti 160 E auf dem Trail

Starten wir mit dem theoretisch etwas langweiligerem Part. Im Uphill sind E-Mtbs teilweise Mittel zum Zweck und als Mtb mit integriertem Shuttle gedacht. Wer sich aber mal an steile und verblockte Passagen ran traut die ohne Motor nicht zu schaffen sind, wird auf das volle Potential von E-Mountainbike treffen.

Und genau dort glänzt auch das Yeti 160 E. Wie schon bei der Geometrie erwähnt, klettert das Enduro aus Colorado extrem gut. Die Geometrie lässt die Front nicht zu schnell steigen und sorgt somit für Stabilität in wirklich steilen Bergauf Sektionen. Das lädt dazu ein sonst unfahrbare Sektionen zu erforschen und macht unheimlich viel Spaß.

Gehts bergab funktioniert das Yeti mindestens genauso gut. Das Fahrwerk lässt keine Wünsche offen und spricht in Verbindung mit dem tollen Hinterbau Design sehr sensibel an und bietet mit 170mm Federweg ordentlich Reserven für die härtesten Trails. Wenn es steil und schnell wird, liegt das Bike sehr ruhig auf dem Trail und hält seine Spur. Das liegt zu einem an der Länge, aber auch an dem Gewicht und dem potenten Fahrwerk.

Wird es etwas flowiger kommt das 29″ Mountainbike gut durch die Kurven, wirkt aber etwas schwerfälliger als kürzere Bikes. Wer gerne mit dem Rad spielt, sollte sich vielleicht nach einer kleineren Größe umschauen um die Front leichter hoch zu bekommen und etwas agiler in der Luft zu sein.

Die Reifen Kombination aus Assegai und Minion DHR II funktioniert sehr gut und bietet mit der Double Down Karkasse am Heck auch ordentlich Pannenschutz im gröbsten Terrain.

Fazit: Yeti 160 E – Edel Race Enduro

Das Yeti 160 E ist ein Vollblut Enduro mit einer edlen Ausstattung. Das Fox Factory Fahrwerk unterstreicht die Performance der Geometrie gekonnt und macht das E-Mtb aus Colorado zu einem Biest im Downhill. Aber auch im Uphill glänzt das 160 E dank der gekonnten Kombination aus längerem Hinterbau, steilem Sitzwinkel und tiefer Front. Wer sich den Edel Schlitten leisten kann, bekommt also ein ausgewogenes E-Race-Enduro mit dem man die härtesten Trails bergauf und bergab fahren kann.

Mehr Infos zum Yeti 160 E findet ihr hier: www.yeticycles.com

TEST: Transition Spire – Das 170mm Enduro/Freeride Geschoss

Das Transition Spire soll Uphill Performance und Downhill Potenz dank seiner modernen Geometrie, viel Federweg und einer edlen Ausstattung beweisen. Doch was das Enduro-/Freeride-Bike wirklich kann und wie gut es die Balance schafft, erfahrt ihr hier. 

Seid ihr Abergläubisch? Kann es sein, dass manche Bikes vom Pech verflogt werden? Es fing an mit einem defekten X2 Dämpfer. Dann stürzte Christian ohne Fahrfehler, brach sich das Schlüsselbein und wenige Tage später bin ich mit dem Spire eingeschlagen und hab meinen Enduro Fullface Helm komplett zerstört.

Natürlich lag das nicht am Transition Spire, sondern an unvorhersehbaren Trail-Bedingungen und einer extrem schlechten Linienwahl meinerseits. Ach und der Dämpfer ist halt ein X2… sorry Fox. Wenn er funktioniert, macht er seinen Job ausgezeichnet. Wir haben aber mit der Haltbarkeit durchwachsene Erfahrungen…

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Mit dem Spire präsentiert die Bike Schmiede aus Bellingham, Washington ein Super-Enduro/Freeride-Bike, dass Bergab einer reinen DH-Maschine in nichts nachstehen soll. 170mm Federweg, eine moderne Geometrie und edle Komponenten klingen schon mal viel versprechend.

Transition Spire
Photo: Paul Kopp

Optik und Features

Auf den ersten Blick sieht man dem Spire schon seinen Einsatzbereich an. Der flache Lenkwinkel ist direkt zu erkennen und das schnittige Rahmendesign untermalt die brachiale Optik. Typisch Transition ist das Spire schlicht gehalten. Die Züge sind intern verlegt und die Linienführung des Rahmens ist clean und verzichtet auf viele Kurven und Rundungen.

Das uns zur Verfügung gestellte Modell kam in der Primer Grey Farbvariante. Wer das nicht mag, kann die Carbon Modelle auch in Lila und die Alu Varianten in Orange und Alu Raw ergattern. Auf ein klassisches Schwarz wird verzichtet.

Die Decals sind nicht zu aufdringlich – am Unterrohr befindet sich das Transition Logo und am restlichen Rahmen sind Linien platziert, die die Kanten des Spire untermalen.

Natürlich gibt es die Möglichkeit einen Bottlecage zu befestigen und unter dem Oberrohr befindet sich ein Mount für Tools oder ähnliches.

Transition Spire

Geometrie – lang, flach, schnell?

Der amerikanische Hersteller bewirbt das Spire als DH Bike, dass auch den Berg hinauf getreten werden kann. Dementsprechend fällt auch die Geometrie aus.

The Spire blends DH bike capability with mid-travel efficiency in such a way it’s almost two bikes in one. – Transition

Bei dem uns zur Verfügung gestellten Modell in der Größe L haben wir einen Reach von 480mm im low setting. Kombiniert wird dieser mit einem sehr flachen Lenkwinkel von 62,5°, einem Stack von 633mm und einer 448mm langen Kettenstrebe. Auf dem Papier klingt das schon mal sehr nach Stabilität bei schnellen und steilen Abfahrten.

Aber das Spire soll ja auch den Berg hinauf kommen. Dafür gibts einen steilen 78° Sitzwinkel der bei der Kraftübertragung in die Pedale hilft.

Insgesamt ist das Spire in fünf Größen von S – XXL erhältlich. Dabei macht der Reach zwischen den Größen knapp 20mm Sprünge (von 430mm in S – 535mm in XXL).

SM
HIGH/LOW
MD
HIGH/LOW
LG
HIGH/LOW
XL
HIGH/LOW
XXL
HIGH/LOW
A. REACH430 / 425460 / 455485 / 480510 / 505535 / 530
B. STACK619 / 624619 /624628 / 633637 / 642646 / 651
C. EFFECTIVE TT LENGTH547 / 550577 / 580605 / 608633 / 636661 / 664
D. SEAT TUBE LENGTH360390430460490
E. EFFECTIVE ST ANGLE79.6° / 79.1°78.8° / 78.3°78.1° / 77.6°77.5° / 77°77.2° / 76.7°
SADDLE HEIGHT FOR EFFECTIVE ST ANGLE600660720780820
ACTUAL ST ANGLE70.5° / 70°70.5° / 70°70.5° / 70°70.5° / 70°70.5° / 70°
SEAT TUBE OFFSET AT BB100100100100100
F. HEAD TUBE LENGTH100100110120130
G. HEAD TUBE ANGLE63° / 62.5°63° / 62.5°63° / 62.5°63° / 62.5°63° / 62.5°
H. CHAINSTAY LENGTH446 / 448446 / 448446 / 448452 / 454452 / 454
I. WHEELBASE1227 / 12291257 / 12591287 / 12891322 / 13241352 / 1354
J. BOTTOM BRACKET DROP25 / 3225 / 3225 / 3225 / 3225 / 32
K. ESTIMATED BB HEIGHT350 / 343350 / 343350 / 343350 / 343350 / 343
L. STAND OVER HEIGHT685 / 680700 / 695715 / 710730 / 725745 / 740
M. FORK OFFSET4444444444

Komponenten und Ausstattungen

TrailToys war so freundlich und hat uns das Spire in der XT Carbon To Variante zur Verfügung gestellt. Für 7.599Euro bekommt ihr einen High End Carbon Rahmen mit lebenslanger Garantie und eine Menge edler Komponenten.

Das Fahrwerk stammt aus dem Hause Fox. An der Front bügelt die 38 Float Factory mit ihren 170mm Federweg fast alle Unebenheiten weg. Am Heck arbeitet der X2 Float Factory Luftferderdämpfer mit dem das Heck ausgesprochen sensibel anspricht.

Am Bike findet sich die namensgebende komplette Shimano XT Ausstattung. Die XT Bremsen werden mit 203mm Scheiben kombiniert die zwar ordentlich Biss haben, aber an so einem potenten Mountainbike auch durch 220mm Scheiben ersetzt werden könnten.

Geschaltet wird mit der XT Gruppe die über eine Kassette mit 10-51 Zähnen verfügt. Aufgrund des etwas tieferen Tretlalgers hat sich Transition für etwas kürzere 165mm Kurbeln entschieden, was unserer Meinung nach eine gute Entscheidung war.

Die EX 1700 Spline 30 Felgen aus dem Hause DT Swiss sind für ihre Robustheit bekannt und werden aus Aluminium gefertigt. Passend dazu gibt es DT Swiss 350 Straight Pull 36sl Naben.

Passend zum Einsatzbereich gibt es eine Bereifung mit ordentlich Grip. An der Front krallt sich der 29″ Schwalbe Magic Mary, Super Trail, Soft in den Boden und am Heck versucht der Big Betty, Super Trail, Soft mitzuhalten. Prinzipiell ein tolle Mischung, jedoch hatten wir das Gefühl, das es uns hinten etwas an Grip gefehlt hat.

Übrigens. Wer auf Carbon verzichten kann und ca. 1.200Euro sparen möchte, bekommt die gleiche Ausstattung mit Aluminium Rahmen.

XT CarbonGX CarbonXT AluminiumGX AluminiumDeore AluminiumNX AluminiumFrameset Carbon Frameset Aluminium
FRAMESpire Carbon 170mmSpire Carbon 170mmSpire Alloy 170mmSpire Alloy 170mmSpire Alloy 170mmSpire Alloy 170mmSpire Carbon 170mmSpire Alloy 170mm
REAR SHOCKFox Float X2 Factory
2 Position (205x65)
RockShox Super Deluxe
Ultimate Air (205x65)
Fox Float X2 Factory
2 Position (205x65)
RockShox Super Deluxe
Ultimate Air (205x65)
Fox Float X Performance
2 Position (205x65)
Fox Float X Performance
2 Position (205x65)
Fox Float X2 Factory
2 Position (205x65)
Fox Float X2 Factory
2 Position (205x65)
FORKFox Float 38 Grip 2 Factory
170mm Travel/44mm Offset
RockShox ZEB Ultimate
170mm Travel/44mm Offset
Fox Float 38 Grip 2 Factory
170mm Travel/44mm Offset
RockShox ZEB Ultimate
170mm Travel/44mm Offset
Marzocchi Bomber Z1 Air
170mm Travel/44mm Offset
Marzocchi Bomber Z1 Air
170mm Travel/44mm Offset
HEADSETFSA NO.55R/57FSA NO.55R/57FSA NO.55R/57FSA NO.55R/57FSA NO.55R/57FSA NO.55R/57FSA NO.55R/57
(included)
FSA NO.55R/57
(included)
STEMANVL Swage (40mm)ANVL Swage (40mm)ANVL Swage (40mm)ANVL Swage (40mm)RaceFace Aeffect R (40mm)RaceFace Aeffect R (40mm)
HANDLEBARANVL Mandrel Alloy 35
SM (800x20) MD/LG/XL (800x30) XXL (800x40)
ANVL Mandrel Alloy 35
SM (800x20) MD/LG/XL (800x30) XXL (800x40)
ANVL Mandrel Alloy 35
SM (800x20) MD/LG/XL (800x30) XXL (800x40)
ANVL Mandrel Alloy 35
SM (800x20) MD/LG/XL (800x30) XXL (800x40)
RaceFace Chester 35
SM (780x20) MD/LG/XL/XXL (780x35)
RaceFace Chester 35
SM (780x20) MD/LG/XL/XXL (780x35)
GRIPSODI Elite FlowODI Elite FlowODI Elite FlowODI Elite FlowODI Elite FlowODI Elite Flow
SADDLEANVL Forge CromoANVL Forge CromoANVL Forge CromoANVL Forge CromoANVL Forge CromoANVL Forge Cromo
SEATPOSTOneUp Dropper PostOneUp Dropper PostOneUp Dropper PostOneUp Dropper PostOneUp Dropper PostOneUp Dropper Post
BRAKESShimano XT M8120SRAM Code RSCShimano XT M8120SRAM Code RSCShimano Deore M6120SRAM Code R or SRAM Guide RE 4-Piston
ROTORSShimano RT86 (203mm)SRAM Centerline (220mm/200mm)Shimano RT86 (203mm)SRAM Centerline (220mm/200mm)Shimano RT70 (203mm)SRAM Centerline (220mm/200mm)
SHIFTERShimano XT M8100SRAM GX EagleShimano XT M8100SRAM GX EagleShimano Deore M6100SRAM NX Eagle MMX
DERAILLEURShimano XT M8100SRAM GX EagleShimano XT M8100SRAM GX EagleShimano Deore M6100SRAM NX Eagle
CASSETTEShimano XT M8100 (10-51t)SRAM XG 1275 (10-52t)Shimano XT M8100 (10-51t)SRAM XG 1275 (10-52t)Shimano Deore M6100 (10-51t)SRAM PG 1230 (10-50t)
CHAINShimano XT M8100SRAM GX EagleShimano XT M8100SRAM GX EagleShimano Deore M6100SRAM NX Eagle
CHAINGUIDEOneUp Bash GuideOneUp Bash GuideOneUp Bash GuideOneUp Bash GuideOneUp Bash GuideOneUp Bash Guide
CRANKShimano XT M8100 (30t/165mm)SRAM GX Alloy DUB (30t/165mm)Shimano XT M8100 (30t/165mm)SRAM GX Alloy DUB (30t/165mm)RaceFace Aeffect R (30t/165mm)SRAM Descendent 6K DUB (30t/165mm)
RIMSDT Swiss EX 1700 Spline 30Stans Flow S1DT Swiss EX 1700 Spline 30Stans Flow S1Stans Flow DStans Flow D
SPOKESDT Swiss CompetitionSapim Race Double ButtedDT Swiss CompetitionSapim Race Double ButtedPillar Double ButtedPillar Double Butted
HUBSDT Swiss 350 Straight Pull 36SLStans Neo DurasyncDT Swiss 350 Straight Pull 36SLStans Neo DurasyncShimano MT410-BNovatec D791SB-B15/D902SB-B12
TIRE/FRONTSchwalbe Magic Mary, Super Trail, Soft (29x2.4)Schwalbe Magic Mary, Super Trail, Soft (29x2.4)Schwalbe Magic Mary, Super Trail, Soft (29x2.4)Schwalbe Magic Mary, Super Trail, Soft (29x2.4)Schwalbe Magic Mary, Super Trail, Soft (29x2.4)Schwalbe Magic Mary, Super Trail, Soft (29x2.4)
TIRE/REARSchwalbe Big Betty, Super Trail, Soft (29x2.4)Schwalbe Big Betty, Super Trail, Soft (29x2.4)Schwalbe Big Betty, Super Trail, Soft (29x2.4)Schwalbe Big Betty, Super Trail, Soft (29x2.4)Schwalbe Big Betty, Super Trail, Soft (29x2.4)Schwalbe Big Betty, Super Trail, Soft (29x2.4)
INCLUDEDTubeless Valves & SealantTubeless Valves & SealantTubeless Valves & SealantTubeless Valves & SealantTubeless Valves & SealantTubeless Valves & Sealant
WEIGHT33.8 lbs / 15.33 kg (Size MD)33.3 lbs / 15.1 kg (Size MD)36.8 lbs / 16.92 kg (Size MD)36.3 lbs / 16.46 kg (Size MD)36.44 lbs / 16.53 kg (Size MD)36.7 lbs / 16.65 kg (Size MD)7.6 lbs / 3.45 kg (Size MD w/shock)10.6 lbs / 4.81 kg (Size MD w/shock)
Photo: Paul Kopp

Das Transition Spire auf dem Trail

Starten wir mit dem etwas langweiligerem Teil. Wenn die Amerikaner*innen schon mit Vielseitigkeit im Uphill und in Downhill werben, muss sich das Spire auch beweisen. Und tatsächlich geht das lange, flache 170mm Biest gut bergauf. Das liegt unteranderem an der angenehmen Sitzposition bei der man über dem Tretlager sitzt und nicht das Gefühl hat nach vorne zu treten und zum anderen an dem recht leichten Aufbau. Das Spire kommt nämlich in der Rahmengröße L und mit oben genannter Ausstattung „nur“ auf etwas über 15Kg.

Hier hat uns auch die Kombination aus dem griffigen Magic Marry und dem etwas mehr Kompromisse eingehenden Big Betty nicht sonderlich gestört, im Gegenteil, hier macht der Hinterradreifen durchaus Sinn.

Sobald es bergab geht, wird klar, dass das Spire die beworbene Balance schafft. Die progressive Geometrie gibt einem eine gehörige Prise Selbstbewusstsein auf schnellen und steilen Passagen und das potente Fahrwerk schluckt härtere Einschläge gekonnt weg. Auf unseren heimischen Enduro Trails konnten wir es somit ordentlich krachen lassen, hatten eine Menge Spaß und hatten das Gefühl etwas anspruchsvollere Linien nehmen zu können. Zumindest dachte ich das. Hat mich dann einen Helm gekostet, aber das lag an meinem Übermut und an der Kamera die auf mich gerichtet war.

Transition Spire
Photo: Paul Kopp

Unser Tester Christian steht prinzipiell auf etwas verspieltere Mountainbikes die sich angenehm in der Luft bewegen lassen, sich schnell durch Kurven zirkeln lassen und leicht aufs Hinterrad gehen. Das war mit dem Spire auch möglich, hat aber etwas mehr Arbeit und Kraft benötigt. Er tat sich auch etwas schwerer ein passendes Setup zu finden, was den Hinterbau anfangs etwas unruhig wirken lassen hat.

Sobald das Setup jedoch steht, bügelt das Spire über jede Wurzel, verzeiht überschossene Drops und zaubert einem ein Lächeln ins Gesicht. Obendrauf gibts auch sehr bissige Shimano Bremsen, die auch bei längeren Abfahrten einen angenehmen Druckpunkt beibehalten haben. Über größere Scheiben würde sich jedoch der ein oder andere von uns freuen.

Fazit: Transition Spire Vielseitiges Enduro-/Freeride-Bike

Für einen durchaus fairen Preis bietet Transition mit dem Spire ein potentes Enduro mit 170mm Federweg, einer progressiven Geometrie und einer vielseitigen Performance die die Balance zwischen Up- und Downhill gekonnt meistert. Wer eine Maschine für den Bike Park und die lokalen Enduro Trails sucht, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen.

Transition Spire

Weitere Informationen zum Transition Spire findet ihr hier: www.trailtoys-shop.de

Track Check: Epic Bike Park Leogang – Extrem viel FLow auf der Steinbergline

Wir waren vor wenigen Wochen im Epic Bike Park Leogang und haben uns dort für mal etwas genauer umgesehen. Der Park bietet neben viel Air-Time, schnellen Tracks und einer Downhill World Cup Strecke auch einen blauen Flow Trail für Einsteiger und alle Fans von Kurven und Panorama. Im folgenden Video gibts die Strecke in ihrer ganzen Pracht für euch. 

Unseren Bike Park Check findet ihr hier: bike-park-check-so-gut-ist-leogang-wirklich

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Bike Park Check: Lenzerheide – Das MTB-Paradies in der Schweiz

In einem wunderschönen Tal auf über 1000m liegt Lenzerheide. Das Dorf in den Schweizer Alpen bietet neben einem fantastischen Panorama auch einen der bekanntesten Bike Parks Europas. Mit einer World Cup Downhill Strecke, fetten Sprüngen, flowigen Trails und einer wunderschönen Szenerie lockt die Region jährlich viele Freunde des Sports an. Wir waren vor Ort und haben uns von der Atmosphäre und dem Bike Park überzeugen können. Und vielleicht ist dabei auch noch eine brandneue Fox 40 zerstört wurden. 

Falls ihr keine Lust habt zu lesen, könnt ihr euch auch unseren Bike Park Check als Video anschauen. Das findet ihr am Ende des Artikels.

Nach fünf Tagen in Leogang und Lienz ging es für uns in die Schweiz. Fünf einhalb Stunden und gefühlte 10 Maut Stationen später kamen wir endlich in dem idyllischen Alpental an. Eingecheckt wurde im Revier Hotel direkt an der Talstation des Bike Parks. Da wir direkt von der Stimmung und dem Ambiente des Hotels überzeugt waren, können wir es euch nur empfehlen. Kleiner Tipp: Ihr könnt dort für kanpp 210 Euro könnt ihr hier zwei Nächte übernachten, bekommt ein ausgezeichnetes Frühstück und obendrauf gibts für zwei Tage das Arosa Lenzerheide Ticket mit dem ihr im Park und auf allen Trails im Tal unterwegs sein könnt.

Das Abendessen ist dort zwar nicht günstig, dafür gibts dort einfach die besten Süßkartoffel-Pommes die wir jemals hatten. Für Bier Fans gibts ebenfalls eine riesige Auswahl. Definitiv empfehlenswert.

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Weitere Infos zum Hotel findet ihr hier: lenzerheide.revierhotels.de

Tickets 

Vorab: Der Euro und die Schweizer Franken haben einen ähnlichen Kurs. Die Region Arosa Lenzerheide ist übrigens in der Gravity Card inklusive, lediglich der Bike Park Chur ist noch nicht mit drin.

Kids bekommen das Arosa Lenzerheide Ticket ab 25CHF, ab 16 Jahren müssen 50CHF auf den Tisch gelegt werden. Dafür bekommt ihr 4 Trails im Park, großartige Öffnungszeiten im Sommer und die Möglichkeit die weiteren Trails der Region mit jedem Lift zu erkunden.

Wer nach der Arbeit noch seine Runden drehen mag, bekommt das Late Ticket ab 15CHF.

Öffnungszeiten:

Hier wird es spannend. Denn wo andere Parks an ihren Öffnungszeiten ganzjährlich festhalten, passt das Bike Kingdom sich an. Wer also nicht müde zu kriegen ist, kann von Juli bis August von 8:30 – 21:00 Uhr im Bike Park shredden. Besser gehts nicht.

26. bis 29. Mai 2022 – 8.30 bis 16.00 Uhr
4. Juni bis 14. Juli 2022 – 8.30 bis 17.00 Uhr
15. Juli bis 14. August 2022 – 8.30 bis 21.00 Uhr
15. August bis 23. Oktober 2022 – 8.30 bis 17.00 Uhr

Die Trails: Flow, Air-Time, World Cup Downhill

FLOWline: Der blaue Flow-Trail am Berg schlängelt sich auf ca. 3,2km den Berg hinab und macht dabei knapp 397 Tiefenmeter. Im Gegensatz zu anderen Parks in den Alpen nutzt die FLOWline den Berg gut und wird dabei niemals zu steil. Anfänger werden hier definitiv viel Spaß haben und können sich an kleineren Tables an die erste Air-Time gewöhnen. Fortgeschrittene Fahrer können sich hier bequem warm fahren und durch die gut gebauten Anlieger ballern. Flow ist hier definitiv Programm.

PRIMEline: Das ist der Rote Trail im Bike Park. Wer Bock auf größere Tables hat, sich in der Luft wohl fühlt und nicht vor hohen Geschwindigkeiten zurückschreckt, wird hier auf seine Kosten kommen. Kurz nach dem Start der FLOWline zweigt die PRIMEline ab und schlängelt sich dann auf verspielten 3,2km den Berg hinab. Hier gibts massive Anlieger, alternative Drops, Gaps, große Tables, einen kleinen Abstecher auf World Cup Features und steile Sektionen. Fortgeschrittene Fahrer werden hier Spaß haben, Anfänger sollten mit Vorsicht an den Trail gehen.

SHORE-/STYLEline: Dieser Trail zweigt im oberen Teil der roten PRIMEline ab und sollte sich vorher definitiv erst einmal angeschaut werden. Denn – Neben einfachen North-Shore Sektionen gibt es hier auch technischen Holz-Hips und große Drops die nicht direkt einsehbar sind. Wer mit seinem Rad umgehen kann, wird hier über den größten Tables des Parks fliegen. Am Trickspung der STYLEline werden hin und wieder Whip Offs ausgetragen. Nach dem Sprung geht es wieder über Holzbrücken ins Tal. Auch hier könnt ihr über alternative Sektionen mit Drops und Hips fliegen, wer mit den Rädern lieber am Boden bleibt, sollte hier den richtige Weg wählen.

STRAIGHTline/World Cup Strecke: Jetzt wird es anspruchsvoll. Die Straightline schlängelt sich auf ziemlich steilen 1,7km den Berg hinab. Anfänger sollten ganz weit weg von dieser Strecke bleiben, denn hier wird es steil, schnell und sehr technisch. Zwar können auch fortgeschrittene Fahrer hier fahren, jedoch sind einige der Feature wirklich auf einem ganz anderen Niveau. Wer Profi ist, kann die alternativen Linien aus den World Cup Downhill Rennen nehmen – Hier gibts dann extrem steile Steingärten, technische Drops, große Gaps und sehr hohe Geschwindigkeiten. Definitiv ein schwarze Strecke die einem aber nicht die Profi-Linien aufzwingt.

Das coole an den Strecken ist, dass viele Lines mit einander kombiniert werden können. Wer also merkt, dass die Downhill Strecke zu steil ist, kann wieder auf die Rote wechseln. Das gilt auch für die blaue Strecke. Wer mag, kann hier Strecken miteinander kombinieren und vielleicht findet ihr auch die ein oder andere versteckte Linie im Wald. #loamer

Ninos Gold Trail: Falls ihr eure Lycra Klamotten dabei habt und euch mal so richtig auspowern wollt, ist der Trail des Crosscountry Weltmeisters etwas für euch. Hier habt ihr im Bereich der Talstation einen 3,7km labgen XC Trail der 242 Höhenmeter macht. Auf dem Trail findet ihr steile Anstiege, gebaute Kurven, Tables und naturbelassene Sektionen. Das richtige für brennende Oberschenkel.

Übungsparcour und Drop-Batterie

Natürlich gibt es auch im Bike Park Lenzerheide Möglichkeiten für Einsteiger und Kids die ersten Meter auf dem Mountainbike zu rollen. Unten im Tal gibt es einen großen Rundkurs mit kleinen Hindernissen, Holzelementen und Features. Wer mag kann hier auch Kurse belegen und somit mehr Sicherheit auf dem Rad trainieren.

Wer es vor der Liftschlange nochmal krachen lassen will, kann den fetten Bike Kingdom Drops springen.

Lenzerheide, Arosa, Chur – Trails ohne Ende

Da wir nur für zwei Tage in der Region waren und im Park sehr viel zu filmen war, haben wir es leider nicht mehr auf die vielen Enduro Trails der Region und in den Bike Park Chur geschafft. Das spannende an der Schweiz ist nämlich, dass Wanderwege auch für Mountainbiker erlaubt sind. Dementsprechend gibt es sehr viele Alpine Enduro Trails in dem Gebiet um den Park. Neben geteilten Strecken könnt ihr aber auch auf gebauten Trails von den höchsten Gipfeln bis ins Tal fahren und erlebt dort vom felsigen Untergrund der Berge, über wurzeligen Nadelboden bis hin zu lehmigen Sektionen im Tal eine hohe Abwechslung auf nur einer Abfahrt.

Lenzerheide hat aber nicht den einzigen Park der Region. Nur wenige Auto-Minuten entfernt liegt die Stadt Chur. Dort gibt es einige Lines die nur so vor Air-Time und Flow strotzen. Wer will kann die beiden Parks mit unterschiedlichen Lifts und Trails verbinden.

Ihr merkt schon – die Region bietet viel mehr als man denkt. Wir haben uns zwei Tage im Park Lenzerheide aufgehalten und dort noch nicht jedes Feature entschlüsselt. Wenn man sich dann noch die weitere Auswahl an Trails anschaut, dürfte man hier selbst in einer Woche nicht alles entdecken.

Wie gut ist das Bike Kingdom wirklich?

Wir waren von dem Ambiente und den Menschen begeistert. Das sehr internationale Team im Hotel und in der Shaper Crew, die vielen Bike Schulen mit kleinen Shreddern, das gute Essen und die wunderschöne Landschaft hat uns leichte Kanada Flashbacks gegeben. Der Vibe ist fantastisch und gibt einem Urlaubs-Feeling. Obendrauf kommt, dass in der Region alles auf den Ski und Bike Tourismus ausgelegt ist und man sich dadurch überall willkommen fühlt. Ihr könnt sogar euer Dwonhill Bike hinten am Bus einhängen.

Zwar waren die Trails aufgrund der langen Trockenzeit sehr zerbombt, jedoch war auch hier die Crew schon wieder am Nachbessern. Schön das hier was gemacht wird und obendrauf gibts sehr coole Umfahrungen.

Die große Auswahl an Strecken, verspielten Features und das fantastische Ambiente haben uns definitiv überzeugt und wir werden nächstes Jahr nochmal in die Schweiz fahren um uns die Alpinen Trails anzuschauen und die ein oder andere Rechnung mit der Downhill Strecke zu begleichen.

Mehr Informationen und Fahrszenen von den Strecken findet ihr im folgenden Video:

Weitere Infos zur Region gibts unter: www.bikekingdom.ch

 

Bike Park Check: Lienz – Der Geheimtipp in Osttirol

Am Rande der Dolomiten liegt eine mittelalterliche Stadt umgeben von Bergen, Flüssen und wunderschöner Natur. Lienz ist für seine Wanderrouten, Feste und Musik bekannt – Doch seit 2017 gibt es am Rande der Osttiroler Stadt einen vielversprechenden Bike Park. Wir waren vor Ort und haben uns mal angeschaut ob diese Location wirklich ein Geheimtipp ist. 

Die Anfahrt nach Lienz war entspannt. Von Leogang konnten wir über idyllische Bergstrassen nach Osttirol fahren und wurden mit Sonnenschein begrüßt. Geparkt wird direkt vor dem Lift. Früh kommen ist hier wichtig – nicht weil hier extrem viele Mountainbiker unterwegs sind, sondern weil der Lift von vielen Familien und Wanderern genutzt wird. Anstehen muss man als Mountainbiker definitiv nicht.

Seit 2022 ist der Park übrigens in der Gravity Card inklusive. Wer keine hat, bekommt die Tageskarte für 37€. Wer später kommt, kann sich das vier Stunden Ticket für 31€ besorgen.

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Das Lift Personal ist wirklich extrem entspannt und hilft Kids beim einhängen der Bikes. Ihr habt die Möglichkeit mit der Gondel zu fahren, oder euer Bike an den Sessellift zu hängen. Was direkt auffällt – Der Lift ist schnell oben.

Bike Park Lienz

An der Moosalm angekommen ist die Suche nach den Trails etwas verwirrend. Hier sollte der Park etwas mehr Schilder aufstellen, denn wir waren nicht die einzigen die den Family Flow Trail nicht direkt gefunden haben. Was auch auffällt ist das große Freizeit Angebot an der Alm. Neben einem Spielplatz gibt es hier einen Hochseilgarten, einen Streichelzoo, Minigolf und eine moderne Sommerrodelbahn. Die Region scheint in den Berg investiert zu haben.

Die Trails – Flow, Jumps und exzellente Kurven

Flow Family Trail – Roll oder Spring!

Mit diese Line will Lienz den Einstieg in den Sport ermöglichen. Die vie Kilometer lange Strecke bietet extrem gut gebaute Kurven, kleine Tables, Pumps und Roller. Wer hier auf Geschwindigkeit kommt, sollte jedoch aufpassen, denn der ein oder andere Roller entwickelt sich bei genügend Speed zu fetten Doubles und verwandelt den Trail in eine Strecke für Fortgeschrittene. Also erst einmal anschauen und dann Gas geben.

Wer Bock auf Air-Time hat, ist hier auch richtig. Denn wie schon gesagt lassen sich viele Pumps doublen und zusätzlich gibt es alternative Gaps die es wirklich in sich haben.

Wir waren echt fasziniert wie gut die Kurven auf dieser Strecke gebaut waren. Die FLow Family Line ist ein toller Trail für Einsteiger und Fortgeschrittene und Startet etwas versteckt hinter der Moosalm an der Mittelstation.

Bike Park Lienz

Alban Lakata Trail – Steil, Loose und Schnell

Ebenfalls an der Moosalm startet der nach dem Marathon Weltmeister benannte Lakata Trail. Die rote Strecke mach auf zwei Kilometern länge knapp 355 Tiefenmeter und bietet einen Spielplatz für fortgeschrittenere Fahrer.

Gestartet wird mit einer schnellen Kurvenkombination die kurz darauf in einer steileren und verblockten Sektion endet. Wer Lust auf felsigen Untergrund, alternative Naturdrops und schnelle und loose Sektionen hat, wird hier auf seine Kosten kommen.

Der Alban Lakata Trail ist eine tolle Freeride Line die mit Alternativen Features Fortgeschrittenen und Profis Spaß machen sollte.

Peter Sagan Trail – Speed, Air-Time und Flow

Von der Moosalm kann man mit einem gemütlichen Sessellift bist zur Sternalm hinauffahren. Der nach dem dreifachen Radweltmeister benannte Trail ist auch für Einsteiger geeignet, sollte aber mit Vorsicht genossen werden – Denn hier gibt es große Tables für die eine hohe Grundgeschwindigkeit und Sprung-Erfahrung benötigt wird.

Wer sich in der Luft wohl fühlt, ist hier richtig. Die Sprünge sind steil, schicken einen ordentlich in die Luft und bieten einem mit jeden Abfahrt neue Möglichkeiten zum Spielen. Auch die gebauten Kurven sind ausgezeichnet. Wer auf den fünf Kilometern Sagan Trail keinen Spaß hat, sollte nochmal über sein Hobby nachdenken 😉

Und wem das noch nicht an Flow gereicht hat, der kann einfach direkt am Ende des Trails in die Flow Family Line abbiegen – Neun Kilometer Kurven, Sprünge und Spaß sollten für eine gute Zeit ausreichen.

Bike Park Lienz

Welcome to the jungle – Wurzeln, Rinnen und Wurzeln

Die einzige schwarze Strecke am Berg zweigt vom Peter Sagan Trail ab und mündet nach knapp 600 Metern wieder in die rote Line. Auf dieser Strecke gibt es sehr große Wurzelteppiche die mit einem teilweise starken Gefälle kombiniert werden und somit die Strecke anspruchsvoller machen. Wer Spaß an der Wahl der Linie hat, kann hier spielen, denn der Trail bietet sehr viele Alternative Wege nach unten.

Eine sehr coole Line für Fortgeschrittene mit einer sehr spaßigen „Loamer“-Sektion am Ende.

Werkstatt, Shop, Alternativen?

Abgesehen von der vier Trails gibt es noch einen kleinen Pumptrack an der Talstation. Neben an gibt es eine gemütlich Bar mit kalten Drinks und einen Bike Shop bei dem ihr Räder und Ausrüstung leihen könnt.

Falls ihr mal eine Panne habt, könnte der Shop jedoch aufgrund seiner Größe an seine Grenzen kommen. Das ist aber nicht schlimm – Nur knapp 5 Minuten entfernt gibt es einen großen Bike-Shop in dem ihr definitiv fündig werden solltet.

Großglockner, Enduro, Gravel, Shopping

Wir haben es zeitlich leider nicht geschafft, aber die Region bietet extrem viel. Am Großglockner gibt es einen weiteren Park der mit seiner alpinen Landschaft und den anspruchsvollen Strecken eine tolle Alternative für Enduro Fans sein dürfte.

Aber auch Renn- und Gravelfahrer dürften in der Region auf ihre Kosten kommen. Osttirol bietet ein riesiges Netz aus Radrouten und Radwegen mit tollem Panorama und Einkehrmöglichkeiten.

Abgesehen davon hat Lienz ein großes Freizeitangebot mit Schwimmbädern, Badeseen und eine tolle Altstadt mit Bars, Restaurant und Festen. Also Tagsüber Laps im Park und Abends Feiern – Besser gehts kaum.

Bike Park Lienz

Unser Fazit zum Bike Park Lienz

Wer Lust auf einen Bike Park ohne Gäste hat, wird hier fündig. Wir waren noch nie so einsam auf Strecken. Warum das noch so ist, ist eine gute Frage. Die Strecken sind extrem gut gebaut, gute gepflegt und abseits von Diddie Schneider Trails und Whistler sind wir schon lange nicht mehr so gute Anlieger gefahren. Man merkt hier, dass die Shaper sich selbst eine kleine Perle in den Berg gezimmert haben und wussten was sie da machen.

Obendrauf gibt es sehr freundliche Menschen, eine familiäre Atmosphäre und einen schnellen Lift. Laps, Laps, Laps.

Zwei Stunden von Leogang entfernt liegt also ein kleiner Geheimtipp der definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient hat und mit tollen Strecken, viel Air-Time und perfekten Kurven die Reise definitiv wert ist.

Mehr Details und viele Action-Shots findet ihr auch in unserem folgenden Video:

Weitere Informationen findet ihr unter: 

www.osttirol.com