Interview: Christian Textor – über die Enduro World Series, Familie und Sponsoren

Christian Textor

Seine Ursprünge hat er im Dirtjump und Trials, er fuhr Erfolgreich Downhill Rennen und ist mittlerweile der erfolgreichste deutsche Enduro Racer; Christian Textor. Wir hatten den 29 Jahre jungen Familienvater und 3-fachen deutschen Enduro-Meister aus dem beschaulichen Siegerland im Interview und haben uns über seine Motivation, EWS Karriere und den Support durch seine Familie unterhalten.

In den letzten Jahren hat sich der Mountainbike-Sport immer wieder verändert, neue Disziplinen kamen dazu und andere verschwanden fast ganz von der Bildfläche. Doch keine Sportart dominierte in den letzten Jahren so stark wie Enduro. Fahrrad-Hersteller richteten ihre ganze Aufmerksamkeit auf diesen neuen Markt, MTBs wurden neu Entwickelt, Abfahrtsorientierte Boliden konnten nun auch bergauf getreten werden und Singlecrown Gabeln wurden immer steifer und potenter. 2013 fand das erste offizielle Rennen der Enduro World Series (EWS) statt und setzte somit den Startpunkt für ein ganz neues Kapitel der Mountainbike-Geschichte.

Christian Textor dominiert nicht nur die Deutsche Enduro Meisterschaft sondern fährt seit einiger Zeit ziemlich erfolgreich in die Top 20 Ränge der EWS. Im Gespräch erzählte er uns einiges aus seinem Leben, wie er zum Sport kam und wie ihn seine Familie dabei unterstützt.

Christian Textor
Christian beim Rennen der EWS in Rotorua, Neuseeland / photo by: Boris Beyer

Hallo Christian, stell dich doch bitte einmal kurz vor.

Ich bin der Christian, werde in weniger als zwei Monaten 30 Jahre alt, komme aus dem schönen Siegerland, bin glücklich verheiratet und habe zwei Kinder. Ich komme selbst aus einer großen Familie und genieße es. Bin ein absoluter Familienmensch.

Wie steht denn deine Familie zum Sport?

Meine Familie liebt den Sport. Ich habe auch einen Haufen Nichten und Neffen die sich total für den Radsport begeistern. Das ganze Thema Fahrradfahren wird immer mehr ein Teil der Familie.

Jetzt wo du die nächste Generation zum Sport bringst. Wie fing denn eigentlich bei dir alles an?

Das fing eigentlich alles mit meinem großen Bruder an. Er hat damals mit Trials im Garten gestartet, hat Paletten aufgestellt und Tricks geübt. Als kleiner Bruder will man natürlich immer mithalten und deshalb war da der Ehrgeiz bei auch ziemlich groß und der Progress etwas schneller als bei ihm.

Wie ging es dann weiter. Wie kamst du zum deinem ersten Rennen?

Eigentlich hatte sich bei mir der ganze Sport eher Richtung Freeride und Dirtjump entwickelt. Damals habe ich in Magazinen die ersten Einflüsse vom Sport bekommen, habe von Kids-Races gelesen, aber kam leider Anfangs nicht selbst dazu. Der Sport war damals noch nicht so bekannt und meine Eltern natürlich noch nicht so involviert, deshalb war es für mich nicht leicht an ein Rennen zu kommen. Somit fand erst mal alles daheim statt. Aber das hat sich dann durch die ganzen Magazine und Filme wie New World Disorder weiterentwickelt, das Ganze hat mich sehr inspiriert und geprägt. Durch diese Inspiration habe ich mich dann an die ersten Sprünge und Tricks getraut.

Also bist du erst mal beim Dirtjump und Freeride geblieben?

Ja. Die ersten Jahre bin ich hauptsächlich Dirtjump gefahren und habe auch an Contests teilgenommen. War aber schon immer eher ein technisch versierter Fahrer und lieber auf Trails unterwegs. Mit 19 hat mich dann ein Kollege mit auf ein Donwhillrennen geschleppt und da wurde ich auf Anhieb Zweiter mit meinem Slopestyle Bike.

Und da kam dann der Umschwung zum Downhill?

Mir wurde durch das Rennen klar, dass ich auf herausfordernden Rennstrecken echt gut aufgehoben bin. Habe mir damals auch im folgenden Jahr direkt ein Downhill-Bike gekauft und bin beim German- und European-Cup als Freeman an den Start gegangen. Habe direkt alle Rennen in der Hobby-Klasse gewonnen. In der nächsten Saison habe ich mir eine Lizenz geholt und bin dann in der entsprechenden Klasse gestartet. Ich habe mich damals nur leider verletzt, habe mir den Oberschenkel und die Hüfte gebrochen. Das war bei einem Fotoshootings in Schweden zum dem mich die deutschen Profi-Fahrer mitgenommen hatten, Ich war dort der Underdog und deshalb war das ganze eine große Sache für mich.

Christian Textor
Christian bei der EWS in Neuseeland / photo: Boris Beyer

Das klingt übel. Wie ging es dann weiter für dich?

Das Shooting und die Rennen haben mich heiß auf die Szene gemacht. Ich wollte damals mehr. Habe mir wieder eine Lizenz gelöst, bin mehr Rennen gefahren, haben auch ganz gut danach gefeiert und hatten einfach eine gut Zeit. Ich habe damals gemerkt, dass meine Ambitionen sehr hoch sind, bin teilweise in die Top 10 gekommen.

Jetzt warst du aber im Downhill recht erfolgreich. Wieso kam der Wandel zum Enduro

Das kam tatsächlich dadurch, dass ich mir für das Training ein Bike besorgt hatte mit dem ich Kilometer schrubben konnte. Bei mir daheim gibts es nur Hügel, kleinere Berge, aber keinen Lift, deshalb muss man einfach bergauf fahren um dann Trails ballern zu können. Mein Training für die Downhill-Rennen war damals quasi das was wir heute Enduro nennen.

Ich bin auch weiterhin DH gefahren. Sogar recht erfolgreich. Bin im European Cup unter die Top 10 gekommen, habe German Cups gewonnen und hatte einige Podium Plätze bei Deutschen Meisterschaften.

Und 2016 kam dann Bulls auf mich zu und fragte mich ob ich nicht Lust auf Enduro Rennen hätte?! Ich hatte zwar immer Bock auf das ganze, bin es aber nie angegangen und dank der Möglichkeit durch Bulls ging dann das ganze offiziell für mich los.

Was war für dich der Reiz am Enduro?

Ich hatte direkt Spaß daran neue und unbekannte Strecken zu fahren. Es ist einfach was ganz anderes wenn du die Strecke nicht kennst und auf Sicht fahren musst; viel intuitiveres Fahren. Und die Stimmung im Sport ist unglaublich entspannt.

Fing das Sponsoring von Bulls dann mit deiner Enduro Karriere an?

Nein. Das mit Bulls ging schon 2013 los. Es gab damals eine Kooperation mit der Mountainbike Rider, die ein Downhill Team gründeten, bei dem Wyn Masters und noch ein paar deutsche Fahrer dabei waren. Das lief etwas über drei Jahre und wurde dann beendet.

Ich stand damals als einziger Fahrer im Raum und Bulls kam auf mich zu und fragte mich ob ich nicht weiterhin für sie fahren will und bin dann in der Saison 2016 parallel zum DH auch noch bei Enduro Rennen an den Start gegangen.

Das war quasi eine One-Man-Show. Da es kein nationales Team gab, war ich neben Mark Opperman (fährt inzwischen für Bulls E-Bike Rennen) der einzige deutsche im Enduro.

Ich habe gelesen, dass du damals noch nicht auf einem Enduro Mountainbike unterwegs warst, sondern mit dem Bulls Wild Ronin gestartet bist.

Es gab Anfangs keine Enduro Bikes von Bulls. Das Wild Ronin ist ein All-Mountain und war nicht für den harten Enduro Einsatz geschaffen. Wir haben es damals zweckentfremdet, Komponenten ausgetauscht, haben sogar einen verstärkten Link produziert und das ganze hat tatsächlich gut genug funktioniert. Bin so in meiner ersten EWS Saison auf drei Top 20 Positionen gekommen.

Wie hat Bulls auf den Erfolg reagiert?

Das war die Bestätigung für sie weiterhin aktiv mit mir in einer Kooperation zu bleiben und ein neues Enduro Modell zu entwickeln. Ich bin super zufrieden mit unserer Zusammenarbeit. Bulls hat mich damals in den kompletten Entwicklungsprozess des Wild Creed mit einbezogen. Ich bin super happy mit dem Endprodukt und dem konstanten Fortschritt im Hause.

2019 bin ich dann auf Madeira den ersten Prototypen des Wild Creed gefahren.

EWS Whistler
EWS Whistler Stage Top of the world mit dem Gipfel des Black Tusk im Hintergrund / photo by: Boris Beyer

Klingt nach einer traumhaften Zusammenarbeit. Nach deiner erfolgreichen 2019er Saison kam das leider etwas holprige Jahr 2020. Wie lief die von Covid geprägte Saison?

2020 war eine schwierige Saison. Interessant, kurz, aber anstrengend, da man nie wusste wo man wirklich dran ist. Ich habe immer wieder mit dem Training für die Rennen begonnen, dann wurde aber wieder alles verschoben, dann musste man wieder neu trainieren und das hat ehrlich gesagt alles sehr stressig gemacht. War echt anstrengend für Geist und Seele und es war dann ganz nett am Ende einen Schlussstrich zu ziehen. Ich freue mich auf eine hoffentlich “normale” Saison 2021.

Du hattest dich vor deinem ersten Rennen in Zermatt verletzt?

Ja. Die Saison startete tatsächlich nicht so gut für mich. Habe mir kurz vorher bei einem Sturz drei Kapseln in der Hand gerissen und das hat mir die entscheidende Phase im Training geraubt. War aber in Zermatt trotzdem ready und bin dann leider bei einem Überholmanöver auf der ersten Stage im Rennen weggerutscht und wieder auf die Hand gestürzt. Und das obwohl mir die sehr speziellen Bedingungen in Zermatt echt gefallen haben (Schnee, Matsch und Regen).

Somit war meine Hand wieder kaputt und der Reha-Prozess ging dann wieder von vorne los.

Aber in Pietra Ligure warst du wieder am Start?

Da war ich wieder gerade so ready. Habe vorher nur knapp vier Tage im Bikepark trainieren können und somit hat mir etwas Pace gefehlt. Ich war zwar körperlich fit, aber im Vergleich zu den anderen Fahrern hatte ich viel zu wenig Zeit auf dem Rad und auf Trails. Das Rennen war schwer für mich und ich hatte Mühe auf Speed zu kommen und dran zu bleiben. Mich hat es zwar gefreut mit meiner verletzten Hand das Rennen fahren zu können, jedoch waren es nicht die erhofften Ergebnisse.

Lief es dann im EWS Klassiker Finale Ligure besser für dich?

Ich konnte die Zeit zwischen den Rennen in Italien noch sehr gut zum trainieren nutzen und fühlte mich für Finale und die folgenden Rennen sehr fit. Mir der Absage der letzten zwei Rennen kam dann nur leider der nächste Dämpfer. Ich habe mich echt bereit gefühlt und war richtig traurig, dass die Saison dann leider doch so früh rum war.

Mit Finale hatte ich noch eine Rechnung offen. Die letzten Jahre endeten für mich immer mit einem Crash und deshalb war ich umso mehr motiviert gut zu fahren. Ich habe dann trotz meiner erschwerten Vorbereitung auf den schwierigen Strecken zwei Top 20 Ergebnisse holen können und war auch auf den tretlastigen Sektionen stark.

Das hat mein Selbstbewusstsein dann nochmal gestärkt.

Die Saison 2021 geht ja aber auch quasi bald schon wieder los.

Genau. Ende März gehts nach Südamerika, falls Covid nicht dazwischen kommt. Ich hoffe das Beste.

Christian Textor
Whistler 2019 / photo by: Boris Beyer

Nun noch zu einem letzten Thema. Du bist Berufssportler, viel auf Reisen und zwischen den Saisons musst du trainieren. Wie packst du Familie und Sport-Karriere unter einen Hut?

Bis Anfang des Jahres waren wir noch zu dritt, dann kam unsere Tochter zu Welt. Ich sollte eigentlich kurz nach der Geburt nach Südamerika, aber da das Rennen abgesagt wurde, konnte ich daheim bleiben und quasi Vaterschafts-Urlaub nehmen. Das war dann ein ganz positiver Nebeneffekt.

Und wenn du Unterwegs bist, begleitet dich deine Familie auf deinen Reisen?

2019 sind wir auf fast allen Reisen gemeinsam unterwegs gewesen. Meine Frau und mein Sohn waren immer mit; wir haben zusammen viel erlebt, die Welt gesehen, Neuseeland bereist und einen Roadtrip durch Nordamerika gemacht.

Jetzt mit vier Personen wird das ganze bestimmt nicht einfacher, aber wir versuchen trotzdem alle unter einen Hut zu bekommen und zusammen zu reisen. Wenn die Kids in den Kindergarten kommen, wird es natürlich auch noch mal etwas schwieriger werden, dann sind wir weniger flexibel und ich werde quasi alleine auf Geschäftsreisen gehen müssen.

Im Winter wollen wir aber zusammen als Familie für meinen Trainingsblock nach Italien reisen.

Also, deine Frau und Familie unterstützt dich und begleitet dich überall, oder?

Ja. Wir haben mittlerweile viele gemeinsame Freunde durch den Sport. Sie ist gerne dabei und unterstützt mich immer.

Ich bin wirklich sehr dankbar für die Unterstützung meiner Familie.

Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast!

 

Neuseeland Vizes
Christian mit seiner Frau und Sohn am Strand in Neuseeland / photo by: Boris Beyer

Mehr über Christian findet ihr auf seinen Sozialmedia-Accounts: Instagram, YouTube, Bulls

 

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TEST: Canyon Strive CFR – Jack Moir´s EWS Rennmaschine

Canyon Strive

Direkt aus der EWS zu uns in den Test kam das Canyon Strive CFR vom Australier Jack Moir. Ob uns die Spezial-Variante des Enduro-Erfolgsmodells Strive genau so zusagt wie Jack? Wir haben es jedenfalls ausprobiert. Spoilerwarnung: Ganz so schnell wie “Shark Attack Jack” waren wir nicht.

Jack Moir ist seit Anfang 2020 Teil des Canyon Collective Racing Teams und geht dort zusammen mit Ines Thoma, Dimitri Tordo und Co. auf Punktejagd in der Enduro World Series. In der vergangen Saison landete Jack in der Gesamtwertung der EWS auf dem vierten Platz und das Canyon Collective Team – nach leider insgesamt nur drei Rennen – ebenfalls auf dem vierten Platz. Alle drei Fahrer waren unterwegs auf einem Canyon Strive. Nun nehmen wir uns die Racemaschine von Jack vor.

Jack ist neben der EWS auch im Downhill-Worldcup und seit einigen Monaten auch auf YouTube aktiv unterwegs. Wir haben euch ein Video angehängt, in dem ihr euch ein Bild machen könnt, wie Jack auf seinem Strive am Gas hängt.

Canyon Strive CFR
Volle Hütte aus dem Hause Sram und noch viel mehr – seid gespannt!

Tuning ohne Ende an Jacks Canyon Strive

Für unseren Test wurde uns von Canyon Jacks Moir´s Ersatzrad der vergangenen Saison zu Verfügung gestellt. Trotz einer Fahrergröße von 1,90m kam bei uns ein Strive in Größe L an und auch sonst bringt das Bike so einige “nicht-serienmäßige” An- und Umbauten mit. Hier wurde tatsächlich von hinten bis vorne an beinahe jeder Stellschraube gedreht, um es perfekt auf Jack und seinen Fahrstil anzupassen – schauen wir uns das Ganze mal an.

Fangen wir bei der Gabel an. An der Front arbeitet eine Rock Shox Lyrik Ultimate, die mit 180mm statt wie an den Serienbikes mit 170/160mm bei uns ankommt. Diese bietet ganz einfach etwas mehr Reserven, sorgt für eine höhere Front und somit auch einen flacheren Lenkwinkel. Zusätzlich ist direkt über der Gabel – zwischen Krone und Steuerrohr – eine Schale mit 1,5cm verbaut. Diese sorgt in Jack´s Fall, mit Hilfe dreier Spacer unter dem Vorbau für ein extrem hohes Cockpit und eine veränderte Geometrie, doch dazu später mehr. Als Cockpit ist eine G5-Kombi aus einem direkten 50mm Vorbau und einem mit 760mm verhältnismäßig schmalen Lenker verbaut.

Auch beim Dämpfer zeigt sich ein weiterer Unterschied zur Serie, denn statt 60mm Hub baute Jack´s Mechaniker einen Super Deluxe Ultimate mit 65mm Hub ins Heck des Renngeräts. Dieser entlockt dem Hinterbau etwas mehr Federweg und sorgt für noch mehr Reserven – für die Serie gibt´s das jedoch nicht.

Bei den Laufrädern setzte Canyon auf die DT Swiss EX 1501, die mit einer Maxxis-Kombi aus Assegai in 2,5″ an der Front und mit Minion DHR II in 2,4″ im Heck – jeweils mit Downhill-Karkasse. Zum Stehen gebracht wird der LRS von einer Sram Code RSC mit 200mm Scheiben hinten und vorne, die für maximale Performance sorgen sollen. Auch ansonsten finden sich neben Sattel und Griffen von Ergon noch mehr edle Sram-Komponenten wieder. Vertreten durch die Sram X01 Eagle AXS mit einer 10-50t Kassette und die RockShox Reverb AXS mit 150mm Hub. An der X01 Kurbel ist ein 32er Kettenblatt verbaut.

Der Carbonrahmen selbst bringt noch einige Features mit sich. Vor allem der Shapeshifter inklusive Bedieneinheit am Lenker sticht hier ins Auge. Auf Knopfdruck wird eine Gasfeder in der Umlenkung aktiviert, die im Uphill-Modus die Winkel steiler einstellt und für einen strafferen Hinterbau sorgt. Des weiteren findet sich am Strive ein Flaschenhalter, Rahmenschoner und ein Custom-Kettenstrebenschutz wieder. Die Waage bleibt in der “Jack Moir” Edition bei 15,3 Kilo stehen – ordentlich, wie wir finden.

Wie oben bereits kurz angeschnitten bieten die Direktversender diese Variante nicht eins zu eins zum Verkauf an. Jedoch kann man das Canyon Strive in vier verschiedenen Ausstattungsvarianten erwerben – ausschließlich in Carbon. Jede Version ist in zwei Farbvarianten erhältlich und die Preise reichen hier von 2999€ bis 5999€. Zusätzlich ist ein Frame Set für 2999€ inklusive Dämpfer, Sattelstütze und Shapeshifter erhältlich. Alle Infos zu Preisen, Modellen und allen anderen Canyon-Bikes findet ihr hier.

Die Geometrie der “Canyon Strive CFR Jack Moir Edition”

Wir können euch nicht sagen, wie genau die Geometriedaten beim – doch ganz schön modifizierten – Canyon von Jack Moir aussehen. Die enorm hohe Front beeinflusst einige Parameter, wie den Lenkwinkel, doch erheblich. So ist dieser deutlich flacher als die angegebenen 66° in der Serie. Ebenfalls flacht der Sitzwinkel ab, das Tretlager sitzt höher und der Reach fällt deutlich kürzer aus, als die 464mm bei den Serienbikes in Größe L. Besonders letzteres fällt in der Praxis schnell auf, denn das Strive wirkt generell sehr kompakt und auch die 1227mm Radstand fühlen sich unserer Ansicht nach, nach deutlich weniger an. Mittels Shapeshifter lassen sich die Geometriedaten des Canyon Strive zusätzlich verändern – wie, könnt ihr in der folgenden Tabelle sehen.

 SMLXL
Sitzrohrlänge400mm440mm455mm500mm
Oberrohrlänge602mm629mm662mm697mm
Steuerrohrlänge95mm100mm110mm130mm
Lenkwinkel66-67,5°66-67,5°66-67,5°66-67,5°
Sitzrohrwinkel72,9-74,4°72,9-74,4°72,9-74,4°72,9-74,4°
Kettenstrebenlänge435mm435mm435mm435mm
Radstand1166mm1193mm1227mm1266mm
Stack630mm635mm644mm663mm
Reach409mm434mm464mm494mm
Überstandshöhe791mm792mm795mm806mm

Testlocation und Team

Zum Praxistest ging es in die MTB-Zone am Geißkopf. Hier fand sich alles, was es für so einen Enduro-Test vom Feinsten braucht. Von flowigen Bikeparkstrecken, über verschiedene Stages der Trailtrophy, bis hin zu bester Freeride- und Downhillaction fanden wir beinahe alles, was das Bikerherz begehrt. Um unseren Praxiseindruck möglichst aussagekräftig zu gestalten, waren wir mit einem vierköpfigen Team aus Bikern/Testern mit völlig unterschiedlichen Hintergründen und Vorlieben am Werke – an verschiedenen Tagen bei ebenso unterschiedlichen Bedingungen. Vom Genuss-Rider, über Racer bis hin zur Park Rat war in unserem Team alles vertreten. Nachdem wir uns das Strive in Habischried vorgenommen hatten, nahm ich Jack´s Racebike noch für knapp zwei Wochen mit auf meine Hometrails im Bayerischen Wald. So konnte ich mir einen noch deutlicheren Eindruck vom Canyon machen und es auch in Uphill-Passagen unter die Lupe nehmen. Doch nun zum wichtigsten Teil dieses Artikels – Wie macht sich Jack Moir´s Race-Rakete in der Praxis?

Canyon Strive
Das Strive CFR diente zusätzlich als Bike für unseren Enduro-Gabel-Vergleichstest und unser Fazit ist, dass auch die Fox 38 und die RockShox ZEB gut zum Bike passen würden.

Unser erster Eindruck

Gleich zu Beginn fielen uns einige Faktoren auf. Vor allem die Position auf dem Rad bei ersten Runden zur Grobabstimmung auf dem Parkplatz wirkte ziemlich ungewohnt und etwas eigenartig. Grundsätzlich hat man eine zentrale Position im Rad, doch vermittelte es den Eindruck auf ungewöhnliche Weise “wie auf Stelzen” unterwegs zu sein.

Bereits nach wenigen Metern auf dem Trail war der erste Eindruck wie verflogen. Die Position auf dem Strive CFR wirkt ausbalanciert und es lässt sich absolut präzise und direkt manövrieren. Sobald man die Straße verlässt, macht sich ein echter Wohlfühlfaktor bemerkbar. Während der Test-Rides fühlten sich alle Tester ziemlich schnell wohl und auch ein passendes SetUp wurde für jeden Fahrer schnell gefunden. SAG-Werte zwischen 20% und 25% und zwei der drei Spacer unter, statt über den Vorbau waren bei uns allen grob das Maß der Dinge. Das Fahrer-Gewicht bewegte sich bei allen Testern zwischen 70 und 80 Kilo und bei Größen zwischen ca. 1,75m und 1,85m.

Canyon Strive
Das Canyon überzeugt in der Luft mit viel Pop, einfachem Handling und stabilem Luftstand.

Präzision, Geschwindigkeit und Agilität verschmilzt im Canyon Strive

Behäbigkeit bei 29ern? Beim Canyon Strive klare Fehlanzeige. Spritzig und agil sind die Worte, die uns als erstes in den Sinn kamen, wenn es um das Bike des Australiers ging. Schnelle Richtungswechsel erfolgten spielerisch und intuitiv und auch generell wirkte das CFR nicht unbedingt so, wie man sich das typische Twentyniner-Race-Enduro vorstellt. Ein Skandinavian Flick vor der Kurve oder neue Lines auf bekannten Trails checken? – easy mit dem Canyon. Auf Absprüngen oder Kanten im Gelände lässt sich mit dem Strive spielend abziehen und es bietet eine Menge Pop – so konnte es gut und gerne passieren, dass die eine oder andere Landung leicht überschossen wurde. Doch auch wenn es mal etwas weiter in Richtung Keller ging, vermittelte Jack´s Bike verdammt viel Sicherheit und zeigte einen gutmütigen Charakter – nicht zuletzt durch sein sehr solides Fahrwerk. Nur in weinigen Situationen hatten wir das Gefühl, dass das Rad an seine Grenzen kam. Dies war höchstens bei wirklich schnellen Passagen, mit vielen schnellen, harten Impacts der Fall. Doch brauchte es schon so einiges, bis das Strive an seine Grenzen stieß. Größtenteils überzeugte es in roughem Gelände durch Laufruhe und vor allem dadurch, dass das Bike willig jedem Kommando willig folgte und die Linien absolut präzise getroffen wurden.

Kurz um: Bergab ist das Strive nicht nur verdammt schnell, sondern auch eine echte Spaßmaschine. Doch wie sieht es in den Uphills aus? Zuhause im Bayerwald ging ich dem mit einigen Trail-Runden in und um St. Englmar auf den Grund. Natürlich bergauf so gut wie immer im Uphill-Modus des Shapeshifters, um effizienter unterwegs zu sein und Kraft zu sparen. Dieser ließ sich durch die Einheit links am Lenker einfach bedienen und begeisterte mich persönlich. Trotz der fetten Downhillpneus kletterte das Racebike im Verhältnis zu anderen Bikes dieser Klasse solide und machte in den Uphills eine gute Figur.

Canyon Strive
In den Manual lässt sich das Canyon, durch die 435mm Kettenstreben, super einfach ziehen.

An sich gab es an der kompletten Ausstattung des Racebikes aus Koblenz nur sehr wenig bis gar nichts auszusetzen. Neben dem sahnigen Fahrwerk konnte uns vor allem die Kombi aus den DT Laufrädern und den Maxxis Reifen, mit verdammt viel Grip und Pannensicherheit, überzeugen. Die Code RSC bestach mit viel Bremsleistung, konnte jedoch nicht wirklich mit viel Dosierbarkeit punkten und der Druckpunt wanderte für unseren Geschmack etwas zu viel. Elektronik am Bike ist wohl Geschmackssache. Persönlich bin ich kein Fan davon, doch sind rein objektiv die verminderte Anzahl der Leitungen und die Schaltpräzision nicht wegzureden. Beim Test im Matsch konnte jedoch die X01 Eagle AXS nicht mit Schaltpräzision punkten. Sobald sich etwas mehr Dreck in der Kassette befand schalteten die Gänge nicht mehr sauber durch und bei Tretpassagen sprang der ein oder andere Gang. Ganz anders bei der Reverb AXS – diese funktionierte im Test einwandfrei und war mit ihren 150mm Hub für uns optimal abgestimmt. Mit nur ganz wenig Verzögerung ließ sich der Sattel stufenlos auf die gewünschte Höhe bringen.Canyon Strive

Unser Fazit zu Jack´s Canyon Strive CFR:

Obwohl das Strive CFR von Jack Moir genau so in der Enduro World Series gefahren wird, überzeugte es uns nicht nur auf typischen Racestrecken, sondern auch auf eher Bikepark-typischen Lines. Das hatten wir so nicht wirklich erwartet, denn anfangs war ein Großteil des Testteams eher skeptisch, da die vielen Umbauten für uns ungewohnt wirkten. Es überraschte uns und beinah jeder Zweifel ist für uns nach diesem Test wie weggeblasen. Jack´s Strive ist eine echte Rakete und es war für uns eine echte coole Erfahrung das Bike eines der schnellsten Enduro-Racer der Welt zu fahren. Schade, dass das Strive so nicht erhältlich ist, doch findet sich sicher für jeden Interessierten eine passende Variante bei den Direktversendern.

Weitere Informationen und Fahrszenen findet ihr in unserem Test-Video zu Jack Moirs Canyon Strive.

NEWS: Lewis Buchanan unterschreibt bei Norco

Pro Racer Lewis Buchanan verkündete vor einigen Tagen, dass er sich von seinem Rahmen Sponsor Forbidden trennt. Gestern postete er und der kanadische Mountainbike Hersteller Norco auf Instagram, dass sie die kommende Saison zusammenarbeiten werden. Lewis wird 2021 wieder bei einigen Enduro World Series Rennen an den Start gehen und auch wieder ordentlich YouTube Content kreieren. Wir sind gespannt was der junge Brite in der kommenden Saison so reissen wird.

Booom!!! Stoked to signed with @norcobicycles 🇨🇦 for 2021 and continuing this partnership for the future! Big move for me & a dream come true to be a part of the family. Epic brand with a bunch of history and an epic range of bikes that I’ll have the most fun on. I am focusing on racing between 4-6 rounds of EWS, other select events and a bunch of content planned. Over the moon on the complete package and sponsors I have right now, Let’s get it crew!!! More brand announcements coming soon for gear and protection! 📸: @innesgrahamphoto  – Lewis Buchanan auf Instagram

VIDEO: The Back Forty: Ep. 4 Whitehorse

Nach über zwei Wochen und 2500 km sind Micayla Gatto, Casey Brown und Georgia Astle an ihrem Ziel im Yukon angekommen. Zwischen kristallklaren Seen, runden Berggipfeln und farbenfrohen Wäldern machen sich die drei auf die letzten Trails ihrer Back Forty Tour. British Columbia bietet nicht nur ein paar der besten Trails der Welt, sondern auch eine atemberaubende Landschaft, alte Kulturen und mehr Platz, Berge und Wildnis als man sich vorstellen kann.

After 2 weeks on the road and close to 2500 km’s driven, the girls had finally reached the most northern part of the trip: Whitehorse. Driving this far made everyone realize how massive their home province is and was a real eye-opener to the diversity of the landscape. Massive rounded mountain tops, large crystal clear lakes and a canvas of oranges and reds from the leaves slowly falling from the trees.

The late summer temperatures we had in BC were now only a warm memory, we had entered into fall time in the Yukon and the riding got a lot chillier.

We could have spent another week or so exploring this beautiful area, but we had to reluctantly U-turn the trucks, and point them back south. It was a bitter end, but as we left, the sun set perfectly into our rear-view mirrors, like if it was telling us that we will be back one day.

VIDEO: George Brannigan gets rowdy in the Les Gets Backcountry

George Brannigan macht auf seinem Propain das Les Gets Hinterland unsicher. Der World Cup Racer ist auf seinem Enduro auf den losen und sommerlichen Trails in den französischen Alpen unterwegs und beweist, dass er nicht nur auf dem Downhill eine gute Figur macht.

George ‘Grylls’ Brannigan has been visiting Morzine to use as a base for World Cup racing for nearly a decade now. An animal on any bike, it’s awesome to see him make his back to the pointy end of the field after a couple of years on the wrong side of injuries.

George shreds the back country in Les Gets with @scottwindsorfilms

Video: Sam Hill zeigt was das neue Nukeproof Mega 290c kann

Nachdem Sam Hill letzte Woche die Szene ein bisschen auf Spannung gehalten hatte, verkündete er, dass er führ mindestens drei weitere Jahre bei Nukeproof bleibt. Zusammen haben sie die vierte Version des Mega entwickelt und Sam scheut nicht davor zurück das Bike in dem neuen Edit an die Grenzen zu fahren.  

The internet may have just repaired itself from Sam Hill’s breaking it last week. We’re stoked Sam’s staying with Nukeproof for another 3 years (minimum). Probably time to show him riding the new Mega:

With Sam was absent from the 2020 Enduro World Series rounds, he’s not been in full feet up mode, although it has been nice for him to “relax” and enjoy a full year at home with his young family for the first time in his illustrious career. The V4 Mega is a ground up design and Sam’s been out to ensure the bike is dialled for the 2021 season. He’s even been putting in times against the clock (and winning) at his local Western Australia Gravity Series. With Sam taking a hattrick of Enduro World Series titles on the Mega V3, the V4 Mega had some big shoes to fill. But the redesigned V4 Mega has allowed our engineers to implement some fresh thinking and changes on both 27.5” and 29” platforms. Geometry changes, all new linkage and suspension curve and a full carbon frame (with a fully optimised carbon layup).

Sam’s weapon of choice is again will again be the Mega 290c, seen here built to Team Chain Reaction Cycles-Nukeproof spec featuring components from a full selection of Nukeproof & Sam Hill Signature components along with Sram’s AXS set up, Rockshox ZEB fork, MRP AMG guide and DH22 rubber from Michelin.

“My initial impression of the new (V4) Mega is how quick and positive it feels to change lines and direction on the trails. The changes also make it feel a lot more playful to ride, but really stable when you’re going fast.”- Sam Hill

The new 2021 Mega: Race Proven.

Filmed in Western Australia at the awesome Linga Longa. Taking on some of his favourite enduro and downhill trails. For those that may not have been to this area, the park is pretty remote, situated about 3 hours from Perth, towards the southernmost tip of Western Australia. Originally the land was bought in 2012 as a family retreat by owner Boxer (as he put it “to run wild and free”). As a relative local Sam has been instrumental in helping design and build in the park along with hundreds of volunteers. What they have created is a little piece of MTB paradise, well worth a visit https://www.lingalongabikepark.com

VIDEO: 50to01 – TwennyTwenny Mixtape | Josh Lewis

50to01 präsentiert die Besten Momente von Josh Lewis aus 2020. Egal ob Hardtail, Trail- oder Downhill-Bike, das Mixtape aus Kamera, Smartphone und GoPro Aufnahmen zeigt die Skills des 27-jährigen Briten. Good Vibes, Tricks und Stürze garantiert.