#FullgasMTB: Emotionaler Comeback-Sieg von Rissveds – van der Poel bezwingt Schurter und Flückiger

 

Der Mercedes-Benz UCI Mountain Bike World Cup ging am Sonntag mit den Cross-Country-Bewerben emotional und hochklassig zu Ende. Jenny Rissveds (SWE) und Mathieu van der Poel (NED) begeisterten 13.000 Zuschauer. Nino Schurter und Mathias Flückiger (SUI) hielten mit den Plätzen zwei und drei am letzten Tag der MTB-Festspiele am Rothorn die schweizer Fahnen hoch.

 

Trockene und sonnige Bedingungen begrüßten Athleten und Zuschauer am Sonntag zu den mit Spannung und vor allem auch mit Begeisterung erwarteten Cross-Country-Rennen. Die Hoffnungen 13.000 Fans ruhten auf den Lokalmatadoren Jolanda Neff und Nino Schurter (beide SUI) – doch der Tag sollte eine andere emotionale Wendung nehmen. Nach vier zweiten Plätzen im Cross Country 2019 hatte Neff nur ein Ziel: ihren ersten Saisonsieg und gleichzeitig ihren ersten Heimsieg einfahren. Schon in der Einführungsrunde übernahm die amtierende Gesamtweltcupsiegerin die Führungsarbeit. Der Tempoverschärfung von Anne Terpstra (NED) in der dritten von fünf Runden konnte Neff jedoch nicht mehr folgen. Nur Jenny Rissveds (SWE) und Pauline Ferrand-Prévot (FRA) konnten mit der Niederländerin mithalten. Eine Runde später musste auch Short-Track-Siegerin Ferrand-Prévot abreißen lassen und fuhr hinter dem Spitzenduo einen ungefährdeten dritten Platz ein. Den Tagessieg holte sich Rissveds. Die Schwedin attackierte am langen Anstieg zu Beginn der fünften und letzten Runde, distanzierte Terpstra und fuhr einem emotional überwältigenden zweiten Weltcupsieg entgegen. Schon auf der Zielgeraden konnte Rissveds ihre Emotionen kaum zurückhalten, im Ziel ließ sie ihren Tränen freien Lauf.

 

Zwei Jahre lang war Rissveds wegen Depressionen, wie sie offen und öffentlich bekannte, nahezu von der Bildfläche verschwunden. Die Olympiasiegerin von 2016 kehrte in diesem Jahr in Nové Město (CZE) wieder auf die große Weltcup-Bühne zurück. In Vallnord (AND) fuhr sie als Fünfte erstmals wieder auf das Podium und erzielte in der vergangenen Woche in Val di Sole (ITA) den dritten Platz. Ihre atemberaubende Comeback-Saison krönt die erst 25-Jährige nun mit dem Triumph in Lenzerheide. «Dieser Sieg bedeutet mir unfassbar viel. Die vergangenen zwei Jahren hatte ich eine extreme Lebenskrise. Mein Erfolg soll auch als Message für alle zu sehen sein, die in einer ähnlichen Lage sind, wie ich damals war: Gebt niemals auf! Mit dem Sieg hat sich für mich ein Kreis geschlossen», sagte eine emotionale Rissveds, die 2016 in Lenzerheide ihren ersten Weltcupsieg feierte.

 

Im Ziel freute sich die zweitplatzierte Terpstra mit ihrer Rivalin: «Ich freue mich wahnsinnig für Jenny. Nach all dem, was sie durchmachen musste, ist es schön sie gewinnen zu sehen. Für mich war die gesamte Woche harte Arbeit. Ich muss meinem Team danken, das mir extrem geholfen hat, da ich zunächst kein gutes Gefühl auf dem Bike hatte und ohne die Hilfe des Teams auf dem technischen Kurs den zweiten Platz nie erreicht hätte», sagte die Niederländerin. Hinter der Dritten Ferrand-Prévot verlor Neff ihren sicher geglaubten vierten Platz durch einen Defekt am Hinterreifen in der letzten Runde. Die 26-Jährige musste sogar noch ihre große Rivalin im Kampf um den Gesamtweltcup passieren lassen und überquerte hinter der siebtplatzierten Kate Courtney als Achte die Ziellinie. Im Weltcup führt Neff vor dem anschließenden Event in Snowshoe (USA) mit 73 Punkten vor Courtney. Vierte und damit beste Schweizerin wurde Sina Frei. Catharine Pendrel (CAN) komplettierte das Podium als Fünfte.

 

Van der Poel sichert sich doppeltes Double – Schweizer auf Rang zwei und drei
Damit lagen alle Hoffnungen auf einen Heimsieg auf Nino Schurter und der Lokalmatador machte seine Absichten schon in der ersten Runde deutlich. Der Antritt des zweifachen Saisonsiegers zog das Feld auseinander. So führten die Protagonisten vom Freitag, Schurter, Henrique Avancini (BRA) und Mathieu van der Poel (NED) zunächst das Feld an. Aber Mathias Flückiger (SUI) hat beflügelt von der heimischen Kulisse den Anschluss geschafft und vorübergehend die Spitze in ein Quartett verwandelt. Schon in der zweiten von sechs Runden trat van der Poel an und der Zweikampf zwischen ihm und Schurter um den Tagessieg begann, denn kein Verfolger konnte mit dem Top-Duo mithalten. Bis zum vorletzten Umlauf wechselten sich die beiden Spitzenathleten mit der Führungsarbeit ab, ehe der Niederländer erneut seinen Turbo zündete und in der letzten Runde den Vorsprung souverän ins Ziel brachte. Wie sehr das Radsport-Phänomen in seiner eigenen Liga fährt, zeigt, dass van der Poel in der fünften Runde sogar schneller war als in der verkürzten Einführungsrunde. Nach 1:17,50 Stunden stand der historische Sieg des 24-Jährigen fest. Mit seinem zweiten Doppelsieg in Folge erzielte van der Poel eine neue Bestmarke. Zudem war es sein achter Saisonsieg, der dritte im olympischen Cross Country nach seinen Siegen in Nové Město und Val di Sole.

 

«Der Sieg bedeutet mir viel. Es ist der wahrscheinlich schwierigste im ganzen Jahr, weil Nino vor seinem Heimpublikum natürlich noch motivierter ist. Der Gesamtweltcup wird vielleicht irgendwann ein Thema, vorerst bleibe ich bei meinem Plan und werde nicht nach Snowshoe fahren. Ich habe noch andere Ziele. Mit meiner Mountainbike-Saison bin ich sehr zufrieden», sagte van der Poel. Schurter erreichte das Ziel mit 25 Sekunden Rückstand, wo er den Sieg seines Rivalen neidlos anerkannte: «Es war wahnsinnig hart heute. Mathieu war stärker und so ist es keine Schande hinter ihm Zweiter zu werden. Mein Plan war, dass ich von Beginn hohes Tempo gehe und ihm so den Zahn ziehe. Das hat leider nicht geklappt. Trotzdem war es ein gutes Rennen von mir und es ist einfach immer überragend hier zu starten. Dass van der Poel nicht zum Saisonfinale reist ist natürlich schade. Er tut dem Mountainbike-Sport gut», sagte der amtierende Weltmeister nach Rennende.

 

Den gelungenen schweizer Auftritt vervollständigte Mathias Flückiger (SUI) als Dritter. «Ich bin sehr zufrieden mit meinem Rennen. Ich wollte am Start nicht überpacen und war überrascht, dass ich so schnell wieder an die Spitze gekommen bin. Dann haben mir die entscheidenden Körner gefehlt. Aber mein Heimpublikum hat mir viel Kraft gegeben und mich aufs Podium gehievt, worüber ich sehr zufrieden bin. Ich werde nicht nach Snowshoe reisen, sondern mich auf meine Mountainbike Marathonziele vorbereiten.»

 

Die schweizer Elite-Athleten blieben bei ihrem Heimrennen zwar ohne Sieg, sorgten mit insgesamt sieben Podiumsplatzierungen dennoch für strahlende Gesichter bei den Besuchern.

 

U23: Eibl gewinnt Gesamtweltcup – Heimsieg für Colombo
Den Auftakt am Sonntag machten die U23-Frauen: Dort fuhr Ronja Eibl (GER) auf den zweiten Platz. Nach drei Siegen und drei zweiten Plätze hat sich die Deutsche damit vorzeitig den Gesamtweltcupsieg gesichert. Der Tagessieg ging an Martina Berta (ITA) und Haley Batten (USA) wurde Dritte. Im letzten Rennen des Wochenendes sorgte Filippo Colombo für einen erfolgreichen schweizer Abschluss. Colombo setzte sich im Sprint gegen Vlad Dascalu (ROU) durch und sicherte sich seinen zweiten Saisonsieg bei den U23-Männern. Jofre Cullell Estape (ESO) landete auf dem dritten Platz.

 

MTB-Festspiele begeistern Zuschauer
Die Mountainbike-Festspiele am Rothorn wurden erneut ihrem Ruf gerecht: Action, Drama, Ekstase, Emotionen und Hochspannung – die Short-Track-Rennen am Freitag, die Downhill-Wettbewerbe am Samstag und die Cross-Country-Hauptrennen am Sonntag beinhalteten alles, was das Mountainbike-Herz begehrt und zogen insgesamt zirka 28.500 in die Bike-Arena gepilgerten Zuschauer in ihren Bann.

 

«Wir wussten nicht, was uns erwartet», sagte OK-Präsident Christoph Müller. Andere Veranstalter hätten davon berichtet, dass nach einer Weltmeisterschaft das Interesse der Zuschauer abflache. «Bei uns war das aber nicht der Fall, im Gegenteil», freute sich Müller. «Die Zuschauerzahlen von knapp 30.000 über das gesamte Wochenende übertraf alle Erwartungen. Das Short-Track-Format von Freitagabend war ein zusätzliches Highlight, das bereits früh viele Besucher anlockte und als überaus gelungene Premiere bezeichnet werden darf. Die Stimmung war einfach gigantisch und wir freuen uns schon auf nächstes Jahr!»

Die spannenden Rennen von Elite Damen und Herren sind als Video-on-Demand kostenlos auf www.redbull.tv verfügbar.

 

All photos by ©  Piotr Staron

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VIDEO: George Brannigan gets rowdy in the Les Gets Backcountry

George Brannigan macht auf seinem Propain das Les Gets Hinterland unsicher. Der World Cup Racer ist auf seinem Enduro auf den losen und sommerlichen Trails in den französischen Alpen unterwegs und beweist, dass er nicht nur auf dem Downhill eine gute Figur macht.

George ‘Grylls’ Brannigan has been visiting Morzine to use as a base for World Cup racing for nearly a decade now. An animal on any bike, it’s awesome to see him make his back to the pointy end of the field after a couple of years on the wrong side of injuries.

George shreds the back country in Les Gets with @scottwindsorfilms

Video: Sam Hill zeigt was das neue Nukeproof Mega 290c kann

Nachdem Sam Hill letzte Woche die Szene ein bisschen auf Spannung gehalten hatte, verkündete er, dass er führ mindestens drei weitere Jahre bei Nukeproof bleibt. Zusammen haben sie die vierte Version des Mega entwickelt und Sam scheut nicht davor zurück das Bike in dem neuen Edit an die Grenzen zu fahren.  

The internet may have just repaired itself from Sam Hill’s breaking it last week. We’re stoked Sam’s staying with Nukeproof for another 3 years (minimum). Probably time to show him riding the new Mega:

With Sam was absent from the 2020 Enduro World Series rounds, he’s not been in full feet up mode, although it has been nice for him to “relax” and enjoy a full year at home with his young family for the first time in his illustrious career. The V4 Mega is a ground up design and Sam’s been out to ensure the bike is dialled for the 2021 season. He’s even been putting in times against the clock (and winning) at his local Western Australia Gravity Series. With Sam taking a hattrick of Enduro World Series titles on the Mega V3, the V4 Mega had some big shoes to fill. But the redesigned V4 Mega has allowed our engineers to implement some fresh thinking and changes on both 27.5” and 29” platforms. Geometry changes, all new linkage and suspension curve and a full carbon frame (with a fully optimised carbon layup).

Sam’s weapon of choice is again will again be the Mega 290c, seen here built to Team Chain Reaction Cycles-Nukeproof spec featuring components from a full selection of Nukeproof & Sam Hill Signature components along with Sram’s AXS set up, Rockshox ZEB fork, MRP AMG guide and DH22 rubber from Michelin.

“My initial impression of the new (V4) Mega is how quick and positive it feels to change lines and direction on the trails. The changes also make it feel a lot more playful to ride, but really stable when you’re going fast.”- Sam Hill

The new 2021 Mega: Race Proven.

Filmed in Western Australia at the awesome Linga Longa. Taking on some of his favourite enduro and downhill trails. For those that may not have been to this area, the park is pretty remote, situated about 3 hours from Perth, towards the southernmost tip of Western Australia. Originally the land was bought in 2012 as a family retreat by owner Boxer (as he put it “to run wild and free”). As a relative local Sam has been instrumental in helping design and build in the park along with hundreds of volunteers. What they have created is a little piece of MTB paradise, well worth a visit https://www.lingalongabikepark.com

VIDEO: 50to01 – TwennyTwenny Mixtape | Josh Lewis

50to01 präsentiert die Besten Momente von Josh Lewis aus 2020. Egal ob Hardtail, Trail- oder Downhill-Bike, das Mixtape aus Kamera, Smartphone und GoPro Aufnahmen zeigt die Skills des 27-jährigen Briten. Good Vibes, Tricks und Stürze garantiert.

NEWS: Danny Hart fährt 2021 für das Cube Factory Team

Der zweifache Downhill World Champion trennte sich kurz vor dem letzten World Cup in 2020 von seinem Sponsor Madison Saracen. Nachdem die Gerüchteküche lange genug brodelte, verkündeten Cube und Danny heute auf Instagram, dass der Brite die nächste Saison für den deutschen Rennstall fahren wird.

Hard for it to be kept a secret with @robwarner970 on the mic!! 🙈 Looking forward to throwing my leg over the new toy and getting back between the tape with @cube.factoryracing for the 2021 season and beyond. – Danny Hart

Welcome Danny Hart 🔥

Two-time Downhill World Champion @dannyhart1 signs with the new @cube.factoryracing team and will ride the TWO15 and Stereo 170 for 2021 and beyond.

“I’m stoked on the new team and the bike. The first tests with the TWO15 were super promising and I can’t wait to be out there racing on it. I was welcomed into the CUBE family straight away and really felt at home,” says the CUBE Factory Racing rider. – Cube

TEST-VIDEO: FOX 38 Factory vs. RockShox ZEB Ultimate

Zwei Gabeln machen aktuell die Enduro-Fraktion besonders neugierig: die FOX 38 Factory und die RockShox ZEB Ultimate. Wir haben die zwei edel Gabeln für euch im Test gehabt und am Geisskopf ausführlich fahren können. Mehr erfahrt ihr in unserem Test-Video. 

Wer sich aktuell ein neues Enduro aufbaut, oder sich generell nach einer neuen Gabel umschaut, der wird wohl nicht an den großen Marken wie FOX und RockShox vorbeikommen. Letztes Jahr präsentierten beide Hersteller ihre neuen Gabeln mit 38mm Standrohren für ultimative Steifigkeit und Reserven im ruppigen Gelände.

Quick Facts: FOX 38 Factory

  • Einsatzbereich: Enduro/Freeride
  • Einstellmöglichkeiten: Rebound (HS + LS), Compression: (HS + LS)
  • Laufradgröße: 29″
  • Federung: Luft
  • Federweg: 170mm
  • Standrohrdurchmesser: 38mm
  • Material: Aluminium (Tauchrohr: Magnesium)
  • Gewicht: 2.450g (mit Mudguard)
  • Preis: 1.589 Euro
  • Link: www.foxracingshox.de

Quick Facts: RockShox Zeb Ultimate

  • Einsatzbereich: Enduro/Freeride
  • Einstellmöglichkeiten: Rebound, Compression (HS+ LS)
  • Laufradgröße: 29″
  • Federung: Luft
  • Federweg: 170mm
  • Standrohrdurchmesser: 38mm
  • Material: Aluminium (Tauchrohr: Magnesium)
  • Gewicht: 2.300g (mit Mudguard)
  • Preis: 1.089 Euro
  • Link: www.sram.com

Wir waren vor dem Lockdown mit einer Gruppe von Testfahrern am Geisskopf und haben einige Eindrücke sammeln können. Johannes und Flo halten diese und ihre eigenen Erfahrungen in unserem Test-Video fest. Welche Gabel überzeugt in welcher Situation und wo ist der unterschied zwischen FOX und Rockshox? Mehr erfahrt ihr im folgenden Video:

 

VIDEO: Jack Moir At Home

Auf der Südhalbkugel ist das Wetter schön und Jack Moir ist mit seinem Canyon Strive auf tropischen Hometrails im Australischen Dschungel unterwegs. Jack wechselte 2020 vom Downhill World Cup zur EWS und erzielte dort in seiner ersten Saison einige Erfolge und fuhr auf Platz 5 im Gesamtklassement.