TEST: Dartmoor – „Two6Player“

Bericht erschien exklusiv in der Gravity Mountainbike Magazine Ausgabe #032 [ Mai & Juni 2016]

Unser Testbike ist das „Two6Player Black Pearl“, das in seinem tiefschwarzen Gewand und mit den schönen Schweißnähten richtig edel aussieht. Auf dem Bike ist unter anderem FMB-Fahrer Tomas Zejda unterwegs, der mit anderen Spitzenfahrern auch an der Rahmenentwicklung beteiligt war. Der Aluminium-Rahmen überzeugt durch sein geringes Gewicht von 2,16 Kilo (S) und die Wohlfühl-Geometrie, die in zwei Größen erhältlich ist. Leider lassen sich die horizontalen Ausfallenden nicht über einen integrierten Kettenspanner symmetrisch ausrichten. Die Länge passt jedoch auch ohne Halflink-Kette. Für Tailwhips und Barspins ist die standardmäßig montierte Bremsleitung etwas zu kurz – eine Lenkerumdrehung passt aber. Das „Two6Player“ ist mittlerweile in der fünften Generation und aktuell auf dem neusten Stand der Technik. Das Unterrohr ist hydrogeformt, und für eine erhöhte Stabilität wurde dem Dirtbike ein konisches Steuerrohr verpasst.

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Obwohl die Ausstattung der „Black Pearl“-Variante nicht das Ende der Fahnenstange ist, wiegt das Bike dank leichtem Rahmen nur 12,2 Kilo. Die „Dirt Jumper 1“ gehört aus heutiger Sicht leider zu den schwereren Gabeln und die Steckachse ist nicht mehr zeitgemäß. Die Übersetzung von 25 x 12 Zähnen ist am stimmigsten auf kleineren Dirts. Die Kenda „Kranium“ rollen leicht, durch das flache Profil hat der Reifen aber wenig Grip, wenn die Dirts nicht gefegt sind. Der „Micron“-Vorbau ist mit 30 Millimetern super kurz und sorgt für ein direktes Lenkverhalten. Der breite Sattel der „Fatty“-Sattelstützen-Kombi lässt sich sehr gut klemmen.

//Der breite Sattel der „Fatty“-Combo lässt sich gut klemmen

Durch den langen Radstand liegt das „Two6Player“ gut in der Luft. Dank kurzem Oberrohr und kleinem Reach-Wert steht man nicht zu gestreckt über dem Bike und hat es gut unter Kontrolle. Die Kettenstrebe ist kurz genug, um das Bike wendig und agil zu bewegen. Das „Two6Player Black Pearl“ punktet mit seinen Fahreigenschaften und der edlen Optik. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt: Für 1.199,- Euro gibt’s ein vernünftiges Dirtbike.

//Horizontale Ausfallenden sind ohne Kettenspanner nur halb so gut

Fazit: Das „Two6Player Black Pearl“ ist ein schickes Dirtbike mit toller Geometrie. Leider verfügt der Rahmen nicht über einen integrierten Kettenspanner und die Gabel drückt auf die Waage. Dennoch gehört das Rad mit 12,2 Kilo eher zu den leichteren Dirtbikes.

 

Pro: Preis-Leistung, Gewicht, Optik, Rahmen

Contra: kein Kettenspanner

 

Unverbindliche Preisempfehlung: 1.199,- € | Größe: S, L | Gewicht: 12,20 kg | Farbe: red devil, pearl black with mirror stickers, matt black, petrol painted, miami vice (matt red-yellow)

 

www.dartmoor-bikes.com
www.trailtoys.de

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First Ride: YT Szepter – Das Gravel-Bike mit Mountainbike Genen

YT Industries ist für Premium-Mountainbikes mit einem ausgezeichneten Preis-/Leistungsverhältnis bekannt. Die Marke aus Forchheim versorgt den Markt mit einigen der beliebtesten Bikes der Szene. Jetzt gibt es was neues von der deutschen Marke – Ein Gravel-Bike. Aber YT wäre nicht YT wenn das ganze nichts mit Spaß bei der Abfahrt zu tun hätte. Hier gibt es alle Infos und einen ersten Fahreindruck zum brandneuen YT Szepter. 

Gravel ist seit Enduro der neuste Trend. Die etwas gemütlicheren und für Schotterwege geeigneten Rennräder mit breiten Reifen sind überall zu sehen und machen tatsächlich eine Menge Spaß – selbst wenn es mal über Wurzeln und Steine geht, kann man sich auf den ungefederten Boliden halten und sich durch die Natur kämpfen. Dass YT nun auch ein Gravel auf den Markt bringt, macht zwar Sinn, kam aber doch etwas unerwartet, da die Brand doch eher für Action im Gravity Bereich bekannt ist.

Und genau deshalb hat das YT Szepter auch Features die den Komfort im ruppigen Gelände etwas steigern sollen. Das wird bestimmt nicht jedem Hardcore Gravel Fan gefallen und vielleicht auch die Frage aufstellen, warum man sich nicht einfach ein Hardtail kauft, aber die Kombination aus Speed im Uphill und die Möglichkeit auf moderaten Trails Spaß zu haben, klingt dann doch irgendwie verlockend.

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Zum Launch des neuen YT Szepter wurden wir nach San Clemente in Kalifornien eingeladen. Dort befindet sich einer der wenigen YT Showrooms. Das Ambiente war einladend, die Präsentation gewohnt sytlisch und das Wetter fantastisch. Die Jungs und Mädels von YT haben keine Kosten gescheut und ein volles Programm geboten. Es fing an mit der Vorstellung des neuen Gravel Bikes, dann ging es auf eine Ausfahrt in die kalifornischen Hügel, die mit einer rasanten Abfahrt auf perfekten Trails mit einer Menge Flow endeten. Am nächsten Tag ging es auf eine benachbarte Insel wo neben einer tollen Landschaft auch freilaufende Bisons das Erlebnis abrundeten. Zwischendurch wurde dann noch mit einem Helikopter die Gegend bewundert und bei einem kalten Bier und leckerem BBQ der Tag ausklingen gelassen.

YT Szepter

Optik und Features

Beim Design war die Grundlage des Szepter ein Ralleyauto der Gruppe B, ein Helm eines Gladiators und die Aerodynamik des Lockheed A-12 Aufklärungsflugzeugs. Das Szepter steht definitiv etwas bulliger da als viele andere Gravel Bikes. Das breite Unterrohr, die Versteifung im Bereich der Sitz- und Sattelstrebe, die Federgabel und die Varia-Sattelstütze findet man nicht an vielen Fahrrädern dieser Kategorie. YT bleibt sich seinen Mountainbike Wurzeln definitiv treu.

Das Modell auf dem wir unterwegs waren, kam in einem schlichten Grauton. Wer „etwas“ mehr Farbe mag, kann sich für die ebenfalls schlichte Oliv-Variante entscheiden. Das Szepter verzichtet auf knallige Töne und große Decals.

 

Wer sich mit den Mountainbikes des Forchheimer Herstellers auskennt, weiß, dass es in den letzten Jahren oft keine Möglichkeit gab einen Flasche im Rahmen zu montieren. Beim YT Szepter ist das absolut kein Problem mehr. Gleich vier verschiedene Mounts gibt es im Rahmen. Am Sattel- und auf dem Unterrohr können zwei Flaschenhalter montiert werden und wer Tools, oder Taschen montieren mag, findet dafür gleich zwei Mounts unter dem Oberrohr.

Da YT offensichtlich mit dem Szepter ins Gelände möchte, gibt es an der Gabel und an den Sitzstreben zwei Mudguards die vor herumfliegendem Dreck, Matsch und Wasser schützen.

Gravel der Kategorie nach, Gravity der Natur gemäß. Jede Plattform, die YT konzipiert, ist von purem, freiem Downhill Spirit geprägt. Das SZEPTER ist da keine Ausnahme. – YT Industries

YT Szepter – Geometrie

Der jahrelange Fokus und die Erfahrung im Mountainbike Sport spiegelt sich auch in der Geometrie des Szepter wieder.

Der Ultra-Modulus Carbon-Rahmen mit abgesenkten Sitzstreben, der 69,3 Grad Lenkwinkel und die RockShox Rudy XPLR-Federgabel sollen in jedem den Rebellen wecken, ohne dass dabei die Effizienz zu kurz kommt, die für das Erklimmen von Anstiegen erforderlich ist. Der Drop-Stay Hinterbau ist schnörkellos und reaktionsfreudig, während ein Sitzwinkel von 74,3 Grad über die gesamte Größenpalette die Körperposition bei Anstiegen verbessern soll. Das 30,9 mm Sitzrohr ist mit einer reduzierten 27,2 mm Sattelstütze ausgerüstet, die MTB typisch eine tiefe Absenkung ermöglicht. Eine maximale Einstecktiefe von 275 mm bei den Rahmengrößen L und XL gewährleistet die Kompatibilität mit einer 150 mm Dropper Post und soll so für überlegene Mobilität in anspruchsvollem Terrain sorgen.

Das geschwungene Sitzrohr geht in einen integrierten Fender über, der die dynamische Silhouette des Rahmens unterstützt und gleichzeitig den Schmutz in Schach hält.

YT Szepter

Komponenten und Ausstattung

Jetzt wird es spannend, denn jetzt geht es um die Komponenten und den Preis. YT startet mit zwei Modell-Varianten. Das Szepter Core 4 ist die Top-Variante und ab 4.499 Euro erhältlich.

YT Szepter

Dafür bekommt ihr den YT Ultra Modulus Carbon Rahmen mit einer RockShox Rudy Ultimate mit 40mm Federweg, die SRAM Force XPLR AXS Gruppe mit einer XPLR Kassette mit 1044 Zähnen und HS2 Bremsscheiben in den Größen 180/160mm.

Für 3.299 Euro gibts dann die Core 3 Variante. Hierbei müsst ihr zwar auf die Ultimate Ausstattung verzichten, bekommt aber trotzdem eine Top Performance. Anstatt der Sram Force Gruppe gibt es die Rival XPLR AXS ebenfalls mit einer Kassette mit 1044 Zähnen und Bremsscheiben in den Größen 180/160mm. 

Wir sind uns sicher, dass es in den nächsten Jahren noch viele weitere Modelle des Szepter geben wird. YT ist bekannt dafür das Sortiment mit vielen spannenden Komponenten zu erweitern und einsteigerfreundliche Modelle zu präsentieren.

YT Szepter

Das YT Szepter auf dem Trail

Unser Testfahrer Christof Geiss ist nicht nur auf dem Mountainbike unterwegs, sondern schrubbt viele Kilometer auf dem Gravel-Bike und seinem Rennrad. Egal ob auf dem Weg zur Arbeit, oder um die Koms seiner Freunde zu knacken, der Kerl gibt Gas. Somit war er auch der perfekte Kandidat um nach Kalifornien zu fliegen und für uns den ersten Fahreindruck zu dokumentieren.

Ihm war eins sehr schnell klar – das YT Szepter fühlt sich abgesehen vom Dropbar wie ein Mountainbike an. Die Sitzposition ist zentral und das Tretlager niedrig. Auch der lange Reach macht sich bemerkbar. Christof ist 1,77m groß und war mit der Größe M sehr glücklich. Der Reach hat in der Größe M 398mm. Das hört sich für Mountainbiker nach viel zu wenig an, jedoch darf man nicht vergessen, dass dieses Maß beim Rennrad und Gravel anders ausfällt, da wir hier mit einem langen Vorbau und Dropbar unterwegs sind.

Für die Ausfahrten stellte uns YT das Topmodel Core 4 zur Verfügung.

Da Chris wie schon erwähnt viel mit seinem eigenem Gravler unterwegs ist, ist ihm als erstes der Komfort der Federgabel aufgefallen. Auch wenn nur 40mm Federweg zur Verfügung stehen, ist das ein massives Plus an Komfort und um ein Vielfaches angenehmer. Die RockShox Rudy Ultimate macht wirklich einen sehr guten Job. Mehr Komfort für Arme und Hände, ausreichend Feedback vom Untergrund und alles ohne auch nur einmal unangenehm durchzuschlagen. Selbst wenn man es provoziert. Ein Wippen beim Antreten war kaum zu verspüren. Sollte es doch einmal bei langen Asphaltausfahrten oder Anstiegen stören, hat man immer noch die Möglichkeit mit Hilfe des Lock Outs die Gabel zu sperren.

Auf längeren Tretpassagen, egal ob auf Schotter oder Asphalt, ist die Sitzposition sehr angenehm und lässt einen nicht schnell ermüden. Hier kommt auch der Vorteil des Droperbars zum Zuge. Vorteil ist einfach die bessere Aerodynamik durch die vorgegebene Sitzposition und auf längeren Ausfahrten die Möglichkeit die Hände verschieden zu positionieren.

YT Szepter

Der Rest der Ausstattung funktionierte ebenso tadellos. Die Sram Force AXS schaltet in jeglicher Lage perfekt durch die 12 Gänge. Die Sram Force Bremse macht bei langen Abfahrten auf den Trails einen absolut souveränen Eindruck. Abgerundet wird das Gesamtbild mit der Rockshox Reverb AXS XPLR. Weiter wurde auf hochwertige Komponenten von Zipp und WTB zurückgegriffen. Die Reifen aus dem Hause WTB überzeugten besonders. Sie lieferten auf den staubigen Trails in Kalifornien genug Grip um es laufen lassen zu können und hatten dabei trotzdem einen spürbar geringen Rollwiderstand auf Asphalt.

Dieses Gesamtpaket liefert sehr viel Sicherheit auf den Offroadtrails, sodass man sich immer weiter an die Grenzen wagt. Ohne es zu bemerken, bewegt man das Bike eher wie ein Mountainbike als ein Gravel-Bike. Man beginnt kleine Gaps zu springen und auch Anlieger mit mehr Druck zu fahren.

Unser erstes Fazit zum YT Szepter

YT hat ein Gravelbike entwickelt und hat uns gezeigt, dass die Interpretation des Themas auf alle Fälle eines bedeutet: Eine gute Zeit auf dem Bike! Es wird nicht die erste Wahl für die Kunden sein, welche ein Rennrad mit mehr Komfort suchen und KOMs auf der Straße jagen aber allen anderen die sich nach einem kernigen Gravelbike für Offroad Abenteuer umsehen, sollten mit dem YT Szepter einen perfekten Compagnon gefunden haben. 

YT Szepter

Weitere Informationen findet ihr unter: www.yt-industries.com

 

TEST: Nicolai Saturn 16 – lang, länger, Nicolai

Die Edel-Schmiede aus Niedersachsen ist bekannt für progressiver Geometrien, wunderschöne Schweissnähte, toll verarbeitetes Aluminium und eine abfahrtsorientierte Performance. So soll es auch beim Nicolai Staurn 16 sein. Aber wie gut lässt sich ein Mountainbike mit 160mm Federweg und einem Reach von 494mm in der Rahmengröße M eigentlich fahren?  

Wenn wir ein Test-Bike anfragen versuchen wir immer die perfekt Größe zu finden. In unserer Redaktion arbeiten Mitarbeite mit einer Körpergröße von 1,75m – 1,90m. Der eine mag das Bike etwas verspielter, ein andere mag es etwas länger. Meistens fällt die Wahl auf einen L Rahmen, da diese bei den meisten Herstellern bei einem Reach von 470mm – 485mm liegen. Nicht so bei Nicolai. Das Saturn 16 ist nämlich in den Größen Small bis XXX-Large erhältlich. Der kleinste Reach liegt bei 465mm und wächst im größten Modell auf ganze 576mm.

Wir haben uns dann für das Modell in der Größe M entschieden und waren uns immer noch nicht sicher, ob die Entscheidung die richtige war. Warum erfahrt ihr hier.

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Nicolai Saturn 16

Optik und Features

Nicht jeder ist Fan von der Optik eines Nicholai Bikes. Die runden Alu-Rohre des Hauptrahmens werden mit einem etwas kantigeren Hinterbau kombiniert und an den Schweißpunkten befinden sich CNC gefräste Verstärkungen. Aber wo sich alle einig sind, ist die Perfektion der handgemachten Schweißnähte. Handmade Look!

Denn die Rahmen werden per Hand im WIG-Verfahren geschweißt. Die Schweißer sind dafür speziell geschult und verfügen über langjährige Erfahrung. Für jedes Modell und jede Rahmengröße wird eine präzise Schweißvorrichtung gebaut, die sogenannte Rahmenlehre. Darin werden die CNC-geschnittenen Rohrsätze mit sämtlichen Dreh- und Frästeilen eines Rahmen, die verschweißt werden sollen, passgenau zusammengesetzt und fixiert. Die Rahmenbauteile werden zuerst mit einzelnen Schweißpunkten geheftet, an genau vorgegebenen Stellen in definierter Reihenfolge und dann, um Verzug und Verspannungen zu minimieren, in mehreren Durchgängen verschweißt.

Weiter geht es mit der Farbgebung und den Decals. Wer schon mal ein paar Nicolai Bikes gesehen hat, weiß, dass es die Mountainbikes in den unterschiedlichsten Farben gibt. Wer online eins bestellt, kann sich sein Bike nämlich individuell gestalten und dort selbst die kleinsten Komponenten farblich anpassen.

Das uns zur Verfügung gestellte Saturn 16 kam in einem schlichten grauem Look mit knallig blauen Decals, blauer Dämpferwippe und goldenem Fox Factory Fahrwerk mit orangener Stahlfeder. Schlicht ist vielleicht das Falsche Wort denn das blau springt schon sehr stark ins Auge.

Die Züge und Kabel sind außen am Rahmen verlegt, was die Optik des eh schon industriell aussehenden Rahmen keineswegs beeinträchtigt. Ein Vorteil ist ganz klar die leichte Wartung. Ich persönlich bin Fan von außen verlegten Leitungen.

Da es sich beim Saturn um ein Enduro/All-Mountain handelt, dass auch den Berg hinauf getreten werden will, darf natürlich der Mount für einen Flaschenhalter nicht fehlen. Der befindet sich auf dem Unterrohr und bietet ausreichend Platz für große Flaschen.

Geometrie – lang, länger, Nicolai 

Ich muss gestehen, dass ich ein Fan von etwas längeren Rahmen bin. Diese bieten in Verbindung mit einer ausbalancierten Geometrie ordentlich Stabilität auf ruppigen und steilen Trails und geben mir einfach etwas mehr Selbstbewusstsein in der Abfahrt.

Bei Nicolai wird es jedoch spannend. Wie schon erwähnt ist es gar nicht so leicht einen passenden Rahmen auf Anhieb zu finden. Die Größe S war uns mit 465mm Reach etwas zu klein, aber der 490mm Reach in der Rahmengröße M schon fast zu lang. Ja. Rahmengröße M hat einen Reach von 490mm. Im Vergleich – Das Specialized Enduro in der Größe S4 hat einen 487mm Reach und das längste Modell des kalifornischen Herstellers  kommt auf 511mm. Das überbieten die Niedersachen ganz schnell.

Die weiteren Daten sind modern aber nicht zu extrem. Der Lenkwinkel von 64° passt zum Enduro/Allmountain Einsatzbereich. Die Kettenstrebenlänge ist abhängig davon ob ihr euch für ein 650B oder 29″ Saturn entscheidet. Bei unserem Twenty-Niner in M haben wir eine Länge von 447mm.

Nicolai Saturn 16

Beim Hinterbau wird übrigens auf einen klassischen Horts-Link Vier-Gelenker gesetzt. Ein Horst-Link ist übrigens das Gelenk, dass am Ende der Kettenstrebe kurz vor der Hinterradachse sitzt. Laut Nicolai wurde dieser Aufbau bei ihnen in den letzten Jahren so verfeinert, dass die Anti-Squat-Charakteristik der Federung deutlich verbessert werden konnte.

Tatsächlich spricht der Hinterbau auch sehr feinfühlig an und bietet ein geschmeidiges Gefühl auf ruppigen Abfahrten. Ein Luftfederdämpfer könnte für die Touren-orientierten und kletterwilligen Biker aber noch besser passen. Wer mag, kann sein Saturn deshalb auch zwischen Stahlfeder- und Luftdämpfung umrüsten und dabei auf verschiedene Dämpferaufnahmen setzen die mit einem unterschiedlichen Offset die Kennlinie beeinflussen. Wer gerne an seinem Bike schraubt und mit der Geo spielt, wird sich über solche Features mit Sicherheit freuen.

Mutatoren

Nicolai verbaut an den Lagerpunkten sogennante Mutatoren. Diese dienen als Adapter für Geometrie Tuning und zur Anpassung an 27,5″ oder 29″ Laufräder. Druckstreben-Mutatoren ermöglichen durch verschiedene Längen die Anpassung des Rahmens an die Laufradgrößen 27,5 oder 29 Zoll. Gleichfalls sind sie dazu geeignet,  Lenkwinkel und Tretlagerhöhe in feinen Abstufungen zu regeln. Schwingenmutatoren ermöglichen dagegen ein Feintuning der Kettenstrebenlänge in Hinblick auf Schwerpunkt , Handling, Wendigkeit und Laufruhe.

Rahmengrößensmallmediumlargex-largexxlargexxxlarge
29"27,5"29"27,5"29"27,5"29"27,5"29"27,5"29"27,5"
Empfohlene Rahmengröße164-172 cm170-180 cm178-188 cm185-195cm193-202cm198-210cm
Oberrohrlänge593 mm620 mm647 mm671 mm695 mm713 mm
Sitzrohrlänge405 mm440 mm455 mm475 mm520 mm550 mm
Steuerrohrlänge110 mm110 mm130 mm150 mm170 mm190 mm
Radstand1247 mm1239 mm1272 mm1265 mm1306 mm1340 mm1334 mm1369mm1363 mm1391mm
Sitzrohrüberstand45 mm80 mm80 mm80 mm80 mm80 mm
Überstandshöhe720 mm703 mm720 mm703 mm734 mm717 mm754 mm734 mm798 mm781 mm827 mm810 mm
Reach465 mm469 mm490 mm494 mm515 mm519 mm535 mm539 mm555 mm558 mm570 mm576 mm
Stack618 mm615 mm618 mm614 mm635 mm632 mm654 mm651 mm672 mm669 mm690 mm684 mm
Hinterbaulänge447 mm438 mm447 mm438 mm447 mm453 mm447 mm453 mm447 mm453 mm
Schwingenlänge355 mm347 mm355 mm347 mm355 mm360,5 mm355 mm360,5 mm355 mm360,5 mm
Schwingenmutator41 mm33 mm41 mm33 mm41 mm47 mm41 mm47 mm41 mm47 mm
Druckstrebenlänge368 mm368 mm368 mm368 mm368 mm374,5 mm371 mm374,5 mm371 mm374,5 mm371 mm376,5 mm
Druckstrebenmutator3,5 mm3,5 mm3,5 mm3,5 mm3,5 mm10 mm6,5 mm10 mm6,5 mm10 mm6,5 mm12 mm
Lenkwinkel64,0°64,5°64,0°64,3°64,0°64,5°64,0°64,5°64,0°64,3°64,0°64,5°
Sitzwinkel effektiv78,25°78,5°78,25°78,5°78,25°78,5°78,25°78,5°78,25°78,5°78,25°78,8°

Nicolai Saturn 16

Komponenten und Ausstattung

Eins vor weg – Nicolai bietet keine fertig aufgebauten Bikes auf der Website an. Dafür könnt ihr euch im Konfigurator euern individuell gestaltetes Dream-Bike zusammenstellen oder für 2.799Euro das Frameset bestellen.

Das uns zur Verfügung gestellte Saturn 16 kam mit einer edlen Ausstattung und hat uns keine Wünsche offen gelassen. An der Front arbeitet die Fox Float 36 Factory Gabel mit 160mm Federweg und am Heck der DHX2 SLS Factory Coil Dämpfer. Nicolai hat uns basierend auf unseren Angaben (Gewicht, Körpergröße, Setup Vorlieben) eine 600lb Feder mitgeliefert die jedoch zu hart war. Wir haben die dann durch eine 500lbs Feder getauscht wodurch der Hinterbau sehr sensibel gearbeitet hat.

Gaschaltet wird unser Testmodell mit der Sram GX Eagle und gebremst mit der bissigen Magura MT7 Anlage. Wer nach einer kraftvollen und gut dosierbaren Bremse sucht wird mit dieser definitiv zufrieden sein. Nur die Haptik der Bremshebel ist nicht jedermanns Geschmack.

Die Bereifung stammt aus dem Hause Continental und bietet mit der Kombination aus Baron an der Front und Trail King am Heck ordentlich Grip auf den Trockenen Flow und Enduro Strecken am Geisskopf.

Die Sattelstütze stammt von Bike Yoke und ist in vielen unterschiedlichen Längen erhältlich, sodass auch Fahrer mit langen Beinen den Sattel schön Tief versenken können. Über den Sattel von Sqlab kann man sich streiten. Die einen lieben ihn, wir mochten ihn nicht da uns die vordere Nase zu breit ist und bei langen Uphills sehr unangenehme Druckstellen erzeugt.

Nicolai Saturn 16

Das Nicolai Saturn 16 auf dem Trail

Das Saturn 16 wirkt auf den ersten Blick zwar etwas klobiger und schreit nach DH Geballer, hat uns aber vor allem im Uphill überrascht. Hier klettert es komfortabel den Berg hinauf ohne das der Dämpfer zu wippen beginnt und wir einen Kraftverlust beim Pedalieren spüren. Auch die Sitzposition trägt zu einer tollen Kraftübertragung bei, denn der Sitzwinkel liegt bei steilen 78,5°.

Geht es Bergab wird eins schnell klar – die Kiste ist sehr lang. In der Rahmengröße M ist der Stack jedoch nicht zu hoch, was durchaus für mehr Druck auf dem Vorderrad sorgt und somit mehr Traktion in flachen Kurven bietet. Für mich mit einer Körpergröße von 1,86m war die Länge perfekt und lies sich von mir leicht kontrollieren und ordentlich durch Kurven ziehen. Das viel mir vor allem auf dem Flow Trail am Geisskopf auf denn dort war das Saturn 16 extrem schnell und besaß erstaunlich viel Pop auf den Sprüngen.

Unserem Tester Christof (siehe Bilder) war das Nicolai etwas zu groß, wodurch er es weniger Agil auf den flowigen Strecken befunden hat. Trotzdem war auch er davon begeistert wie leicht das Saturn 16 in die Luft geht und hat es auch auf dem „großen“ Kicker quer stellen können.

Nicolai Saturn 16

Wo das Nicolai Saturn 16 ganz offensichtlich glänzt sind schnelle und verblockte Enduro Trails. Hier sorgt die Kombination aus langem Hauptrahmen, 29″ Laufrädern und flachem Lenkwinkel für viel Stabilität und Sicherheit. Der Progressive Hinterbau braucht zwar ein bisschen Zeit bis das richtige Setup steht, bügelt dann jedoch gekonnt die Unebenheiten auf dem Trail weg.

Fazti: Nicolai Saturn 16 – lang, schnell und besonders

Das Saturn 16 bietet alles was man sich von einem Enduro wünschen kann, eine moderne Geometrie, ein tolles Fahrwerks Design und eine besondere Optik. Spannend ist auch die Balance aus Uphill und Downhill Performance die das Saturn gekonnt meistert. Auch wenn die Marke für Lange und extreme Geometrien bekannt ist, übertreibt es Nicolai beim Saturn nicht und bietet abgesehen vom recht langen Reach einen modernen aber nicht zu extremen Rahmen an. Lang, Flach und Schnell ist hier aber trotzdem noch das Motto.

Nicolai Saturn 16

Weitere Informationen findet ihr unter: www.nicolai-bicycles.com

 

 

 

TEST: Yeti 160 E – Wie gut ist das Race Enduro mit Motor?

2023 wird es die erste E-Enduro Weltmeisterschaft geben. Yeti hat für solche Einsätze ein passendes Bike mit Enduro Genen, einem nicht ganz so großen Akku und einer abfahrtsorientierten Geometrie geschaffen. Was das Yeti 160 E kann, erfahrt ihr hier.

Nicht jeder freut sich über die Existenz von E-Mtbs auf den heimischen Trails. Wer jedoch mal auf einem der unterstützten Bikes saß, der kann fast nicht mehr abstreiten, dass es Spaß macht. Die steilsten Klettersektionen sind auf einmal möglich und die Uphills machen plötzlich noch mehr Spaß. Auch wenn es mal schnell gehen soll, sind E-Bikes wie ein eigenes Shuttle, dass einen angenehm zum Trail-Einstieg befördert.

In der E-Enduro World Series ist das Level der technischen Uphills und Downhills jedoch auf einem ganz anderen Niveau. Die Racer kämpfen sich steilste Kletter-Passagen hinauf und müssen danach die gleichen Trails wie in der klassischen EWS hinabfahren. Dafür braucht es natürlich ein E-Mtbs das nicht zu schwer ist, ausreichend Power besitzt und Bergab mit ordentlich Reserven glänzen kann. Yeti präsentiert genau für diesen Einsatzbereich das 160 E.

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WHILE EVERYONE ELSE WAS RACING
TO MAKE AN E-MTB, WE WERE
MAKING AN E-MTB FOR RACING – Yeti

Optik und Features

Optisch macht das 160 E einiges her. Die schlichte Farbgebung hat uns besonders gut gefallen und passt hervorragend zum cleanen Gesamtbild. Die intern verlegten Züge und die geraden Linien des Rahmens stehen dem modernen E-Mtb wirklich sehr gut.

Die Decals am Rahmen halten sich Grenzen. Das Yeti Logo auf dem Unterrohr ist von der Seite kaum zu sehen und am restlichen Bike sind kleine Details wie die Bezeichnung des Hinterbaus versteckt. Edel ist auch das abgesetzte Yeti Emblem auf dem Steuerrohr.

Was an einem Enduro ebenfalls nicht fehlen darf, ist der Flaschen-Mount. Im 160 E Rahmen befindet sich dafür ausreichend Platz.

Geometrie – Vollgas E-Enduro

Das Yeti 160 E ist in vier Größen erhältlich mit einem Reach der von 430mm – 505mm reicht. Somit sollten sich fast alle Körpergrößen auf dem amerikanischen E-Mtb wohl fühlen. Der Lenwkinkel liegt bei 64,5° und wirkt sich in Verbindung mit dem steilen Sitzwinkel von 78° und den verhältnismäßig langen Kettenstreben von 446mm positiv auf die Uphill Performance aus. Wie macht sich das bemerkbar? Der steile Sitzwinkel sorgt für eine gute Kraftübertragung beim Pedalieren und der lange Hinterbau lässt die Front in sehr steilen Uphill Passagen nicht zu schnell steigen. Der Nachteil ist, dass sich das Bike im Downhill nicht ganz so leicht auf das Hinterrad befördern lässt.

Die Kombination aus einem langen Reach, langen Kettenstreben und dem recht flachen Lenkwinkel lassen das Yeti jedoch im ruppigen, schnellen und steilen Downhill sehr stabil und ruhig auf dem Trail liegen. Wer das Bike etwas verspielter mag, sollte sich eine Größe kleiner aussuchen.

SMMDLGXL
SEAT TUBE LENGTH380.0410.0450.0495.0
TOPTUBE LENGTH560.9591.8613.4641.5
HEADTUBE ANGLE64.564.564.564.5
EFF. SEAT TUBE ANGLE78.078.078.078.0
CHAINSTAY LENGTH446.0446.0446.0446.0
WHEELBASE1208.31239.71262.11291.9
ESTIMATED BB HEIGHT350.0350.0350.0350.0
STANDOVER754.0754.0754.0754.0
HEADTUBE LENGTH95.098.3103.8114.9
AXLE TO CROWN583.7583.7583.7583.7
OFFSET44.044.044.044.0
STACK617.0620.0625.0635.0
REACH430.0460.0480.0505.0
FRONT CENTER762.3793.7816.1845.9

Komponenten und Ausstattung – Edel Racer

Edel trifft es ganz gut. Jedem von uns ist bekannt, dass die Marke aus Colorado nicht gut fürs Portmonee ist. Wer sich aber mit der Geschichte des 1985 gegründetem Unternehmen beschäftigt, weiß wie gut der Ruf der Bikes ist und welche Erfolge mit Fahrern wie Richie Rude, Reed Boggs und Robin Goomes gefeiert werden.

Gibt es Marken mit einem besseren Preis-/Leistungsverhältnis? Mit Sicherheit, aber wer ein Stück vom Image und dem Lifestyle des Brands haben will, wird das gekonnt ignorieren müssen und wollen. Dieser Sport ist nicht vernünftig. Apropos unvernünftig – Das Yeti 160 E in der uns zur Verfügung gestellten T1 Variante kostet schlappe 13.999 Euro. Wer auf die goldene Gabel verzichten mag und sich mit den ebenso guten Performance Komponenten zufrieden gibt, bekommt das Yeti 160 E C1 für ca. 11.450 Euro.

Wie schon erwähnt. Die High End Variante kommt mit komplettem Fox Factory Fahrwerk. Am Heck arbeitet (wenn er funktioniert) der Fox Factory Float X2 butter weich und unterstützt die Performance des sensiblen Hinterbaus. Mit Hilfe des Flip Chips (SixFinity System) kann die Progressivität des Hinterbaus in drei Schritten (25%, 30%, 35%) verändert werden und an den Stil des Fahrers und die Begebenheiten des Trails angepasst werden.

An der Front des 160 arbeitet die Fox Factory 38 E-Tuned mit 170mm Federweg. Diese braucht wohl keine großen Erklärungen mehr. Das Ansprechverhalten und die Performance sind auf einem Top Level und wird nicht ohne Grund an so vielen Bikes von Pro-Racern verbaut.

Des weiteren haben wir einen interessanten Mix an Komponenten am Bike. Die Schaltung stammt aus dem Hause Shimano während bei den Bremsen auf Sram gesetzt wird. Manch einer hätte sich das Umgekehrt gewünscht, jedoch funktionieren beide Komponenten ausgesprochen gut. Die Shimano XT Schaltgruppe mit einer 10-51 Zahn Kassette verfügt in Verbindung mit dem EP8 Motor über eine ausreichende Bandbreite und die Sram Code RSC lässt normalerweise auch keine Wünsche offen. Kombiniert wird diese übrigens mit 220mm Scheiben an der Front und 200mm am Heck. Ausreichend Bremskraft ist hier definitiv vorhanden.

Für den passenden Grip im Uphill und auf den Trails sorgt die Bereifung von Maxxis. Das Yeti 160 E rollt auf einer Kombination aus dem Assegai 2.5 EXO+ an der Front und dem Minion DHR II 2.4 mit Double Down Karkasse am Heck. Unsere Meinung nach eine tolle Kombination für den Enduro Einsatz.

Die Jungs und Mädels setzten beim Yeti 160 E auf den Motor vom japanischen Komponenten Riesen Shimano. Der EP8 bietet mit seinen 85Nm, 250Wh und einem 630Wh Akku ordentlich Power im Uphill und bei Touren. Zwar gibt es mittlerweile stärkere Motoren die auch spezifisch auf den Race Einsatz ausgelegt sind, jedoch sollte das natürliche verhalten des EP8 einer großen Bandbreite von Sportsfreunden gefallen.

Wir haben uns jedoch gefragt ob der 630Wh Akku so angemessen ist? Klar wurde das 160 E unter dem Aspekt designed ein E-Mtb für Enduro Rennen zu bieten und somit sollte das Bike nicht zu schwer werden. Jedoch ist das Yeti in Rahmengröße L und ca. 23,3kg etwas schwerer als vergleichbare E-Mtbs mit größerem Akku.

Das Yeti 160 E auf dem Trail

Starten wir mit dem theoretisch etwas langweiligerem Part. Im Uphill sind E-Mtbs teilweise Mittel zum Zweck und als Mtb mit integriertem Shuttle gedacht. Wer sich aber mal an steile und verblockte Passagen ran traut die ohne Motor nicht zu schaffen sind, wird auf das volle Potential von E-Mountainbike treffen.

Und genau dort glänzt auch das Yeti 160 E. Wie schon bei der Geometrie erwähnt, klettert das Enduro aus Colorado extrem gut. Die Geometrie lässt die Front nicht zu schnell steigen und sorgt somit für Stabilität in wirklich steilen Bergauf Sektionen. Das lädt dazu ein sonst unfahrbare Sektionen zu erforschen und macht unheimlich viel Spaß.

Gehts bergab funktioniert das Yeti mindestens genauso gut. Das Fahrwerk lässt keine Wünsche offen und spricht in Verbindung mit dem tollen Hinterbau Design sehr sensibel an und bietet mit 170mm Federweg ordentlich Reserven für die härtesten Trails. Wenn es steil und schnell wird, liegt das Bike sehr ruhig auf dem Trail und hält seine Spur. Das liegt zu einem an der Länge, aber auch an dem Gewicht und dem potenten Fahrwerk.

Wird es etwas flowiger kommt das 29″ Mountainbike gut durch die Kurven, wirkt aber etwas schwerfälliger als kürzere Bikes. Wer gerne mit dem Rad spielt, sollte sich vielleicht nach einer kleineren Größe umschauen um die Front leichter hoch zu bekommen und etwas agiler in der Luft zu sein.

Die Reifen Kombination aus Assegai und Minion DHR II funktioniert sehr gut und bietet mit der Double Down Karkasse am Heck auch ordentlich Pannenschutz im gröbsten Terrain.

Fazit: Yeti 160 E – Edel Race Enduro

Das Yeti 160 E ist ein Vollblut Enduro mit einer edlen Ausstattung. Das Fox Factory Fahrwerk unterstreicht die Performance der Geometrie gekonnt und macht das E-Mtb aus Colorado zu einem Biest im Downhill. Aber auch im Uphill glänzt das 160 E dank der gekonnten Kombination aus längerem Hinterbau, steilem Sitzwinkel und tiefer Front. Wer sich den Edel Schlitten leisten kann, bekommt also ein ausgewogenes E-Race-Enduro mit dem man die härtesten Trails bergauf und bergab fahren kann.

Mehr Infos zum Yeti 160 E findet ihr hier: www.yeticycles.com

TEST: Transition Spire – Das 170mm Enduro/Freeride Geschoss

Das Transition Spire soll Uphill Performance und Downhill Potenz dank seiner modernen Geometrie, viel Federweg und einer edlen Ausstattung beweisen. Doch was das Enduro-/Freeride-Bike wirklich kann und wie gut es die Balance schafft, erfahrt ihr hier. 

Seid ihr Abergläubisch? Kann es sein, dass manche Bikes vom Pech verflogt werden? Es fing an mit einem defekten X2 Dämpfer. Dann stürzte Christian ohne Fahrfehler, brach sich das Schlüsselbein und wenige Tage später bin ich mit dem Spire eingeschlagen und hab meinen Enduro Fullface Helm komplett zerstört.

Natürlich lag das nicht am Transition Spire, sondern an unvorhersehbaren Trail-Bedingungen und einer extrem schlechten Linienwahl meinerseits. Ach und der Dämpfer ist halt ein X2… sorry Fox. Wenn er funktioniert, macht er seinen Job ausgezeichnet. Wir haben aber mit der Haltbarkeit durchwachsene Erfahrungen…

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Mit dem Spire präsentiert die Bike Schmiede aus Bellingham, Washington ein Super-Enduro/Freeride-Bike, dass Bergab einer reinen DH-Maschine in nichts nachstehen soll. 170mm Federweg, eine moderne Geometrie und edle Komponenten klingen schon mal viel versprechend.

Transition Spire
Photo: Paul Kopp

Optik und Features

Auf den ersten Blick sieht man dem Spire schon seinen Einsatzbereich an. Der flache Lenkwinkel ist direkt zu erkennen und das schnittige Rahmendesign untermalt die brachiale Optik. Typisch Transition ist das Spire schlicht gehalten. Die Züge sind intern verlegt und die Linienführung des Rahmens ist clean und verzichtet auf viele Kurven und Rundungen.

Das uns zur Verfügung gestellte Modell kam in der Primer Grey Farbvariante. Wer das nicht mag, kann die Carbon Modelle auch in Lila und die Alu Varianten in Orange und Alu Raw ergattern. Auf ein klassisches Schwarz wird verzichtet.

Die Decals sind nicht zu aufdringlich – am Unterrohr befindet sich das Transition Logo und am restlichen Rahmen sind Linien platziert, die die Kanten des Spire untermalen.

Natürlich gibt es die Möglichkeit einen Bottlecage zu befestigen und unter dem Oberrohr befindet sich ein Mount für Tools oder ähnliches.

Transition Spire

Geometrie – lang, flach, schnell?

Der amerikanische Hersteller bewirbt das Spire als DH Bike, dass auch den Berg hinauf getreten werden kann. Dementsprechend fällt auch die Geometrie aus.

The Spire blends DH bike capability with mid-travel efficiency in such a way it’s almost two bikes in one. – Transition

Bei dem uns zur Verfügung gestellten Modell in der Größe L haben wir einen Reach von 480mm im low setting. Kombiniert wird dieser mit einem sehr flachen Lenkwinkel von 62,5°, einem Stack von 633mm und einer 448mm langen Kettenstrebe. Auf dem Papier klingt das schon mal sehr nach Stabilität bei schnellen und steilen Abfahrten.

Aber das Spire soll ja auch den Berg hinauf kommen. Dafür gibts einen steilen 78° Sitzwinkel der bei der Kraftübertragung in die Pedale hilft.

Insgesamt ist das Spire in fünf Größen von S – XXL erhältlich. Dabei macht der Reach zwischen den Größen knapp 20mm Sprünge (von 430mm in S – 535mm in XXL).

SM
HIGH/LOW
MD
HIGH/LOW
LG
HIGH/LOW
XL
HIGH/LOW
XXL
HIGH/LOW
A. REACH430 / 425460 / 455485 / 480510 / 505535 / 530
B. STACK619 / 624619 /624628 / 633637 / 642646 / 651
C. EFFECTIVE TT LENGTH547 / 550577 / 580605 / 608633 / 636661 / 664
D. SEAT TUBE LENGTH360390430460490
E. EFFECTIVE ST ANGLE79.6° / 79.1°78.8° / 78.3°78.1° / 77.6°77.5° / 77°77.2° / 76.7°
SADDLE HEIGHT FOR EFFECTIVE ST ANGLE600660720780820
ACTUAL ST ANGLE70.5° / 70°70.5° / 70°70.5° / 70°70.5° / 70°70.5° / 70°
SEAT TUBE OFFSET AT BB100100100100100
F. HEAD TUBE LENGTH100100110120130
G. HEAD TUBE ANGLE63° / 62.5°63° / 62.5°63° / 62.5°63° / 62.5°63° / 62.5°
H. CHAINSTAY LENGTH446 / 448446 / 448446 / 448452 / 454452 / 454
I. WHEELBASE1227 / 12291257 / 12591287 / 12891322 / 13241352 / 1354
J. BOTTOM BRACKET DROP25 / 3225 / 3225 / 3225 / 3225 / 32
K. ESTIMATED BB HEIGHT350 / 343350 / 343350 / 343350 / 343350 / 343
L. STAND OVER HEIGHT685 / 680700 / 695715 / 710730 / 725745 / 740
M. FORK OFFSET4444444444

Komponenten und Ausstattungen

TrailToys war so freundlich und hat uns das Spire in der XT Carbon To Variante zur Verfügung gestellt. Für 7.599Euro bekommt ihr einen High End Carbon Rahmen mit lebenslanger Garantie und eine Menge edler Komponenten.

Das Fahrwerk stammt aus dem Hause Fox. An der Front bügelt die 38 Float Factory mit ihren 170mm Federweg fast alle Unebenheiten weg. Am Heck arbeitet der X2 Float Factory Luftferderdämpfer mit dem das Heck ausgesprochen sensibel anspricht.

Am Bike findet sich die namensgebende komplette Shimano XT Ausstattung. Die XT Bremsen werden mit 203mm Scheiben kombiniert die zwar ordentlich Biss haben, aber an so einem potenten Mountainbike auch durch 220mm Scheiben ersetzt werden könnten.

Geschaltet wird mit der XT Gruppe die über eine Kassette mit 10-51 Zähnen verfügt. Aufgrund des etwas tieferen Tretlalgers hat sich Transition für etwas kürzere 165mm Kurbeln entschieden, was unserer Meinung nach eine gute Entscheidung war.

Die EX 1700 Spline 30 Felgen aus dem Hause DT Swiss sind für ihre Robustheit bekannt und werden aus Aluminium gefertigt. Passend dazu gibt es DT Swiss 350 Straight Pull 36sl Naben.

Passend zum Einsatzbereich gibt es eine Bereifung mit ordentlich Grip. An der Front krallt sich der 29″ Schwalbe Magic Mary, Super Trail, Soft in den Boden und am Heck versucht der Big Betty, Super Trail, Soft mitzuhalten. Prinzipiell ein tolle Mischung, jedoch hatten wir das Gefühl, das es uns hinten etwas an Grip gefehlt hat.

Übrigens. Wer auf Carbon verzichten kann und ca. 1.200Euro sparen möchte, bekommt die gleiche Ausstattung mit Aluminium Rahmen.

XT CarbonGX CarbonXT AluminiumGX AluminiumDeore AluminiumNX AluminiumFrameset Carbon Frameset Aluminium
FRAMESpire Carbon 170mmSpire Carbon 170mmSpire Alloy 170mmSpire Alloy 170mmSpire Alloy 170mmSpire Alloy 170mmSpire Carbon 170mmSpire Alloy 170mm
REAR SHOCKFox Float X2 Factory
2 Position (205x65)
RockShox Super Deluxe
Ultimate Air (205x65)
Fox Float X2 Factory
2 Position (205x65)
RockShox Super Deluxe
Ultimate Air (205x65)
Fox Float X Performance
2 Position (205x65)
Fox Float X Performance
2 Position (205x65)
Fox Float X2 Factory
2 Position (205x65)
Fox Float X2 Factory
2 Position (205x65)
FORKFox Float 38 Grip 2 Factory
170mm Travel/44mm Offset
RockShox ZEB Ultimate
170mm Travel/44mm Offset
Fox Float 38 Grip 2 Factory
170mm Travel/44mm Offset
RockShox ZEB Ultimate
170mm Travel/44mm Offset
Marzocchi Bomber Z1 Air
170mm Travel/44mm Offset
Marzocchi Bomber Z1 Air
170mm Travel/44mm Offset
HEADSETFSA NO.55R/57FSA NO.55R/57FSA NO.55R/57FSA NO.55R/57FSA NO.55R/57FSA NO.55R/57FSA NO.55R/57
(included)
FSA NO.55R/57
(included)
STEMANVL Swage (40mm)ANVL Swage (40mm)ANVL Swage (40mm)ANVL Swage (40mm)RaceFace Aeffect R (40mm)RaceFace Aeffect R (40mm)
HANDLEBARANVL Mandrel Alloy 35
SM (800x20) MD/LG/XL (800x30) XXL (800x40)
ANVL Mandrel Alloy 35
SM (800x20) MD/LG/XL (800x30) XXL (800x40)
ANVL Mandrel Alloy 35
SM (800x20) MD/LG/XL (800x30) XXL (800x40)
ANVL Mandrel Alloy 35
SM (800x20) MD/LG/XL (800x30) XXL (800x40)
RaceFace Chester 35
SM (780x20) MD/LG/XL/XXL (780x35)
RaceFace Chester 35
SM (780x20) MD/LG/XL/XXL (780x35)
GRIPSODI Elite FlowODI Elite FlowODI Elite FlowODI Elite FlowODI Elite FlowODI Elite Flow
SADDLEANVL Forge CromoANVL Forge CromoANVL Forge CromoANVL Forge CromoANVL Forge CromoANVL Forge Cromo
SEATPOSTOneUp Dropper PostOneUp Dropper PostOneUp Dropper PostOneUp Dropper PostOneUp Dropper PostOneUp Dropper Post
BRAKESShimano XT M8120SRAM Code RSCShimano XT M8120SRAM Code RSCShimano Deore M6120SRAM Code R or SRAM Guide RE 4-Piston
ROTORSShimano RT86 (203mm)SRAM Centerline (220mm/200mm)Shimano RT86 (203mm)SRAM Centerline (220mm/200mm)Shimano RT70 (203mm)SRAM Centerline (220mm/200mm)
SHIFTERShimano XT M8100SRAM GX EagleShimano XT M8100SRAM GX EagleShimano Deore M6100SRAM NX Eagle MMX
DERAILLEURShimano XT M8100SRAM GX EagleShimano XT M8100SRAM GX EagleShimano Deore M6100SRAM NX Eagle
CASSETTEShimano XT M8100 (10-51t)SRAM XG 1275 (10-52t)Shimano XT M8100 (10-51t)SRAM XG 1275 (10-52t)Shimano Deore M6100 (10-51t)SRAM PG 1230 (10-50t)
CHAINShimano XT M8100SRAM GX EagleShimano XT M8100SRAM GX EagleShimano Deore M6100SRAM NX Eagle
CHAINGUIDEOneUp Bash GuideOneUp Bash GuideOneUp Bash GuideOneUp Bash GuideOneUp Bash GuideOneUp Bash Guide
CRANKShimano XT M8100 (30t/165mm)SRAM GX Alloy DUB (30t/165mm)Shimano XT M8100 (30t/165mm)SRAM GX Alloy DUB (30t/165mm)RaceFace Aeffect R (30t/165mm)SRAM Descendent 6K DUB (30t/165mm)
RIMSDT Swiss EX 1700 Spline 30Stans Flow S1DT Swiss EX 1700 Spline 30Stans Flow S1Stans Flow DStans Flow D
SPOKESDT Swiss CompetitionSapim Race Double ButtedDT Swiss CompetitionSapim Race Double ButtedPillar Double ButtedPillar Double Butted
HUBSDT Swiss 350 Straight Pull 36SLStans Neo DurasyncDT Swiss 350 Straight Pull 36SLStans Neo DurasyncShimano MT410-BNovatec D791SB-B15/D902SB-B12
TIRE/FRONTSchwalbe Magic Mary, Super Trail, Soft (29x2.4)Schwalbe Magic Mary, Super Trail, Soft (29x2.4)Schwalbe Magic Mary, Super Trail, Soft (29x2.4)Schwalbe Magic Mary, Super Trail, Soft (29x2.4)Schwalbe Magic Mary, Super Trail, Soft (29x2.4)Schwalbe Magic Mary, Super Trail, Soft (29x2.4)
TIRE/REARSchwalbe Big Betty, Super Trail, Soft (29x2.4)Schwalbe Big Betty, Super Trail, Soft (29x2.4)Schwalbe Big Betty, Super Trail, Soft (29x2.4)Schwalbe Big Betty, Super Trail, Soft (29x2.4)Schwalbe Big Betty, Super Trail, Soft (29x2.4)Schwalbe Big Betty, Super Trail, Soft (29x2.4)
INCLUDEDTubeless Valves & SealantTubeless Valves & SealantTubeless Valves & SealantTubeless Valves & SealantTubeless Valves & SealantTubeless Valves & Sealant
WEIGHT33.8 lbs / 15.33 kg (Size MD)33.3 lbs / 15.1 kg (Size MD)36.8 lbs / 16.92 kg (Size MD)36.3 lbs / 16.46 kg (Size MD)36.44 lbs / 16.53 kg (Size MD)36.7 lbs / 16.65 kg (Size MD)7.6 lbs / 3.45 kg (Size MD w/shock)10.6 lbs / 4.81 kg (Size MD w/shock)
Photo: Paul Kopp

Das Transition Spire auf dem Trail

Starten wir mit dem etwas langweiligerem Teil. Wenn die Amerikaner*innen schon mit Vielseitigkeit im Uphill und in Downhill werben, muss sich das Spire auch beweisen. Und tatsächlich geht das lange, flache 170mm Biest gut bergauf. Das liegt unteranderem an der angenehmen Sitzposition bei der man über dem Tretlager sitzt und nicht das Gefühl hat nach vorne zu treten und zum anderen an dem recht leichten Aufbau. Das Spire kommt nämlich in der Rahmengröße L und mit oben genannter Ausstattung „nur“ auf etwas über 15Kg.

Hier hat uns auch die Kombination aus dem griffigen Magic Marry und dem etwas mehr Kompromisse eingehenden Big Betty nicht sonderlich gestört, im Gegenteil, hier macht der Hinterradreifen durchaus Sinn.

Sobald es bergab geht, wird klar, dass das Spire die beworbene Balance schafft. Die progressive Geometrie gibt einem eine gehörige Prise Selbstbewusstsein auf schnellen und steilen Passagen und das potente Fahrwerk schluckt härtere Einschläge gekonnt weg. Auf unseren heimischen Enduro Trails konnten wir es somit ordentlich krachen lassen, hatten eine Menge Spaß und hatten das Gefühl etwas anspruchsvollere Linien nehmen zu können. Zumindest dachte ich das. Hat mich dann einen Helm gekostet, aber das lag an meinem Übermut und an der Kamera die auf mich gerichtet war.

Transition Spire
Photo: Paul Kopp

Unser Tester Christian steht prinzipiell auf etwas verspieltere Mountainbikes die sich angenehm in der Luft bewegen lassen, sich schnell durch Kurven zirkeln lassen und leicht aufs Hinterrad gehen. Das war mit dem Spire auch möglich, hat aber etwas mehr Arbeit und Kraft benötigt. Er tat sich auch etwas schwerer ein passendes Setup zu finden, was den Hinterbau anfangs etwas unruhig wirken lassen hat.

Sobald das Setup jedoch steht, bügelt das Spire über jede Wurzel, verzeiht überschossene Drops und zaubert einem ein Lächeln ins Gesicht. Obendrauf gibts auch sehr bissige Shimano Bremsen, die auch bei längeren Abfahrten einen angenehmen Druckpunkt beibehalten haben. Über größere Scheiben würde sich jedoch der ein oder andere von uns freuen.

Fazit: Transition Spire Vielseitiges Enduro-/Freeride-Bike

Für einen durchaus fairen Preis bietet Transition mit dem Spire ein potentes Enduro mit 170mm Federweg, einer progressiven Geometrie und einer vielseitigen Performance die die Balance zwischen Up- und Downhill gekonnt meistert. Wer eine Maschine für den Bike Park und die lokalen Enduro Trails sucht, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen.

Transition Spire

Weitere Informationen zum Transition Spire findet ihr hier: www.trailtoys-shop.de

Track Check: Epic Bike Park Leogang – Extrem viel FLow auf der Steinbergline

Wir waren vor wenigen Wochen im Epic Bike Park Leogang und haben uns dort für mal etwas genauer umgesehen. Der Park bietet neben viel Air-Time, schnellen Tracks und einer Downhill World Cup Strecke auch einen blauen Flow Trail für Einsteiger und alle Fans von Kurven und Panorama. Im folgenden Video gibts die Strecke in ihrer ganzen Pracht für euch. 

Unseren Bike Park Check findet ihr hier: bike-park-check-so-gut-ist-leogang-wirklich

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TEST: Radon Skeen Trail – Ultimate Fahrwerk, Magura MT5 – 2699€

Radon ist bekannt für ein faires Preis-/Leistungsverhältnis. Mit den neuen Skeen Trail Modellen schießen sie jedoch fast schon den Vogel ab – Rockshox Pike Ultimate, Magura MT5, eine moderne Geometrie und das für „nur“ 2.699 Euro. Wir haben das Trail Bike auf den Strecken im Vinschgau etwas genauer unter die Lupe nehmen können. Unser Fazit gibts hier.

Im letzten Jahr waren wir schon auf dem Radon Swoop unterwegs. Das Freeride Bike des deutschen Direktversenders konnte mit einer modernen Geometrie, viel Potential im rauen Gelände und einem fairen Preis glänzen.

Anfang 2022 waren wir im Vinschgau unterwegs und hatten das brandneue Radon Skeen Trail AL am Start. Das ist der der aus Metal gefertigte kleine Bruder des Carbon Skeen Trail und siedelt sich mit 130mm Federweg an der Front und 120mm am Heck in die Kategorie Downcountry oder Trail-Bike ein.

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Optik und Features

Das Skeen AL ist ein klassischer Viergelenker-Hinterbau und ist in zwei verschieden Farbvarianten erhältlich. Das uns zur Verfügung gestellte Modell kam in einem schlichten Schwarz. Die zweiter Variante wäre ein Metallic-Silver.

Was uns sehr gut gefallen hat sind die dezenten Schweißnähte. Diese werten den Aluminium Rahmen auf und lassen ihn schön schlicht da stehen. Auch die dezenten Decals und im Rahmen verlegten Züge tragen zu der cleanen Optik bei.

Beim Top-Modell sticht die silberne Rockshox Pike Ultimate etwas heraus. Was aber durchaus gewollt wirkt und uns definitiv gefallen hat. Wer will schon sein Ultimate Fahrwerk verstecken?

Radon Skeen Trail

Geometrie – Trail Bike oder Downcountry

Länger, flacher = schneller ist beim Radon Skeen Trail Al nicht das Motto. Das Trail-Bike setzt noch auf den gewohnten Charakter eines Mountainbikes, dass sowohl bergauf als auch bergab performen muss. Andere Marken bieten mittlerweile Bikes mit 130-140mm Federweg an die eine Geometrie haben wie Downhill-Maschinen von vor ein paar Jahren. Das mag zwar dem ein oder anderen gefallen, aber nicht jedem von uns sicher den Berg hinab oder komfortabel bergauf bringen.

Das Skeen wird es in vier verschiedenen Rahmengrößen geben mit einem Reach der in der kleinsten Größe bei 437mm liegt und beim größten Modell auf 490mm kommt. Auch das oben erwähnte Thema spiegelt sich im Lenkwinkel wieder. Dieser bietet zwar mit seinen 67° einiges an Abfahrts-Potential kann aber in schnellen und ruppigen Sektionen nicht mit erhöhter Stabilität glänzen.

Dafür bietet der Sitzwinkel von 76,4° in Kombination mit dem Stack von 623mm in der Rahmengröße 20″ eine sehr angenehme Position bei Uphill Sektion und längeren Touren.

Zwar ist die Geometrie nicht besonders Modern, macht das Skeen jedoch wesentlich verspielter wie die lange und flache Konkurrenz.

RADON SKEEN TRAIL AL
Rahmengröße16"18"20"22"
Sitzrohr [mm]392425455490
Oberrohr horizontal [mm]567588.6611.5633.5
Sitzwinkel eff. [Grad]76.4
Steuerrohrwinkel [Grad]67
Kettenstreben [mm]
direkt435
Steuerrohr [mm]100110120135
Radstand [mm]1172.51194.171217.811240.76
front center [mm]738.7760.3783.95806.89
Tretlagerhöhe zur Nabenachse [mm]-32
Überstandhöhe*
(80mm vor Tertlagermitte gemessen)
717744759788
Reach [mm] X437454474490
Stack [mm] Y605614623636
* Wheel radius [mm]373
rear travel [mm]121

Komponenten und Ausstattung – Der Preis ist heiß

Radon war so freundlich und hat uns das Skeen AL in der super attraktiven Top-Variante zur Verfügung gestellt. Den für 2.699 Euro bekommt hier ein besonderes Paket mit Ultimate Gabel und bissigen Magura Bremsen.

Das auffälligste Feature am Skeen ist definitiv die silberne Rockshox Pike Ultimate mit 130mm Federweg. Kombiniert wird diese mit einem Deluxe Select+ mit 120mm am Heck. Mit dieser Kombination macht man definitiv nichts falsch.

Aufgrund der Pandemie mussten viele Hersteller auf einen bunten Mix an Komponenten zurückgreifen, was vielen Mountainbikes gut getan hat, einigen aber auch nicht. Ob das auch beim Skeen der Grund war, können wir nicht sagen. Aber Radon setzt anstatt auf zur Gabel passenden Sram Bremsen auf Magura MT mit 180mm Scheiben an der Front und am Heck. Das wird viele von euch freuen, denn diese Bremse ist für ihre konstante Leistung bekannt und sollte jeden zum Stehen bekommen.

Radon Skeen Trail

Weiter gehts mit dem Antrieb. Hier wird wieder auf Sram gesetzt. Das Skeen Trail ist mit einer Sram GX Eagle 12-Fach bestückt die mit einer X1 Dub Kurbel und NX Hebel kombiniert wurde.

Ein Trail-Bike muss den Berg hinauf und Bergab kommen. Deshalb müssen die Reifen einen geringen Rollwiderstand und ordentlich Grip kombinieren. Das versucht Radon mit dem Maxxis Forecaster, Dual, Exo Protection 29″ Reifen an der Front und am Heck. Maxxis will mit diesem Reifen ein Zwischending von XC und Enduro Modellen bieten. Das gelingt auch, denn der Forecaster sollt angenehm den Berg hinauf und hat uns auf den staubigen Trails im Vinschgau nicht im Stich gelassen. Wenn es jedoch nass ist oder der Untergrund zu lose wird, kommt der Reifen an seine Grenzen.

Alle weiteren Komponenten findet ihr in den folgenden Tabs. Auch die etwas günstigere Variante Skeen AL 7 findet ihr hier.

Radon Skeen Trail 7Radon Skeen Trail 8

SKEEN TRAIL AL 7.0
PreisPrice2199
RahmenFrameSKEEN TRAIL AL 29
GabelForkRockShox Pike Select, Charger RC, Boost
DämpferRear suspensionRockShox Deluxe Select+, Debon Air
Federweg FrontTravel fork130mm
Federweg RearTravel rear suspension120mm
LaufradsatzWheelsetSUNringlé Düroc 35, 31mm, 110/148mm
BremseBrakesMagura MT Thirty Custom
BremsscheibenBrake discsMagura MDR-C, 180/180mm, 6-bolt
KurbelCrankShimano SLX FC-M7100, 32T, 175mm
InnenlagerInner bearingShimano BB-MT500PA, Pressfit, 92mm
SchalthebelShifterShimano DEORE SL-M6100-R
SchaltwerkRear derailleurShimano SLX RD-M7100-SGS, 12-speed
KassetteCassetteShimano DEORE CS-M6100, 10-51
KetteChainShimano DEORE CN-M6100
KettenführungChain GuideMRP 1X, ISCG05
LenkerHandlebarRace Face Ride, 35 x 760mm, 20mm rise
VorbauStemRace Face Ride, Ø35mm
SteuersatzHeadsetVP, ZS44/ZS56
GriffeGripsSDG Thrice
SattelstützeSeatpostRadon Dropper, 31.6mm
SattelSaddleSDG Bel Air V3
ReifenTiresSchwalbe Nobby Nic, ADDIX Performance Line, 29" x 2.4"
FarbeColourmetallicsilver / black
GewichtWeight14,50 kg*
RahmengrößenFrame size16", 18", 20", 22"
LaufradgrößeWheelsize29"
PedalePedalsnot included
Zulässiges GesamtgewichtMaximum weight allowed115 kg

SKEEN TRAIL AL 8.0
PreisPrice2699
RahmenFrameSKEEN TRAIL AL 29
GabelForkRockShox Pike Ultimate, Charger 2.1 RCT3, Boost
DämpferRear suspensionRockShox Deluxe Select+, Debon Air
Federweg FrontTravel fork130mm
Federweg RearTravel rear suspension120mm
LaufradsatzWheelsetSUNringlé Düroc 35 Expert, 31mm, 110/148mm
BremseBrakesMagura MT Trail Custom
BremsscheibenBrake discsMagura MDR-C, 180/180mm, 6-bolt
KurbelCrankSRAM X1 1000 DUB, 32T, Boost, 175mm
InnenlagerInner bearingSRAM DUB, Pressfit, 92mm
SchalthebelShifterSRAM NX Eagle, Shiftmix
SchaltwerkRear derailleurSRAM GX Eagle, 12-speed
KassetteCassetteSRAM GX Eagle XG-1275, 10-52
KetteChainSRAM SX Eagle
KettenführungChain GuideMRP 1X, ISCG05
LenkerHandlebarRace Face Æffect R, 35 x 780mm, 20mm rise
VorbauStemRace Face Æffect R, Ø35mm
SteuersatzHeadsetVP, ZS44/ZS56
GriffeGripsSDG Thrice
SattelstützeSeatpostRadon Competition Dropper, 31.6mm
SattelSaddleSDG Bel Air V3
ReifenTiresMaxxis Forecaster, Dual, Exo Protection, TR, 29" x 2.35"
FarbeColourdarkpetrol / deepblack
GewichtWeight14,35 kg*
RahmengrößenFrame size16", 18", 20", 22"
LaufradgrößeWheelsize29"
PedalePedalsnot included
Zulässiges GesamtgewichtMaximum weight allowed115 kg

 

Radon Skeen Trail 7

SKEEN TRAIL AL 7.0
PreisPrice2199
RahmenFrameSKEEN TRAIL AL 29
GabelForkRockShox Pike Select, Charger RC, Boost
DämpferRear suspensionRockShox Deluxe Select+, Debon Air
Federweg FrontTravel fork130mm
Federweg RearTravel rear suspension120mm
LaufradsatzWheelsetSUNringlé Düroc 35, 31mm, 110/148mm
BremseBrakesMagura MT Thirty Custom
BremsscheibenBrake discsMagura MDR-C, 180/180mm, 6-bolt
KurbelCrankShimano SLX FC-M7100, 32T, 175mm
InnenlagerInner bearingShimano BB-MT500PA, Pressfit, 92mm
SchalthebelShifterShimano DEORE SL-M6100-R
SchaltwerkRear derailleurShimano SLX RD-M7100-SGS, 12-speed
KassetteCassetteShimano DEORE CS-M6100, 10-51
KetteChainShimano DEORE CN-M6100
KettenführungChain GuideMRP 1X, ISCG05
LenkerHandlebarRace Face Ride, 35 x 760mm, 20mm rise
VorbauStemRace Face Ride, Ø35mm
SteuersatzHeadsetVP, ZS44/ZS56
GriffeGripsSDG Thrice
SattelstützeSeatpostRadon Dropper, 31.6mm
SattelSaddleSDG Bel Air V3
ReifenTiresSchwalbe Nobby Nic, ADDIX Performance Line, 29" x 2.4"
FarbeColourmetallicsilver / black
GewichtWeight14,50 kg*
RahmengrößenFrame size16", 18", 20", 22"
LaufradgrößeWheelsize29"
PedalePedalsnot included
Zulässiges GesamtgewichtMaximum weight allowed115 kg

Radon Skeen Trail 8

SKEEN TRAIL AL 8.0
PreisPrice2699
RahmenFrameSKEEN TRAIL AL 29
GabelForkRockShox Pike Ultimate, Charger 2.1 RCT3, Boost
DämpferRear suspensionRockShox Deluxe Select+, Debon Air
Federweg FrontTravel fork130mm
Federweg RearTravel rear suspension120mm
LaufradsatzWheelsetSUNringlé Düroc 35 Expert, 31mm, 110/148mm
BremseBrakesMagura MT Trail Custom
BremsscheibenBrake discsMagura MDR-C, 180/180mm, 6-bolt
KurbelCrankSRAM X1 1000 DUB, 32T, Boost, 175mm
InnenlagerInner bearingSRAM DUB, Pressfit, 92mm
SchalthebelShifterSRAM NX Eagle, Shiftmix
SchaltwerkRear derailleurSRAM GX Eagle, 12-speed
KassetteCassetteSRAM GX Eagle XG-1275, 10-52
KetteChainSRAM SX Eagle
KettenführungChain GuideMRP 1X, ISCG05
LenkerHandlebarRace Face Æffect R, 35 x 780mm, 20mm rise
VorbauStemRace Face Æffect R, Ø35mm
SteuersatzHeadsetVP, ZS44/ZS56
GriffeGripsSDG Thrice
SattelstützeSeatpostRadon Competition Dropper, 31.6mm
SattelSaddleSDG Bel Air V3
ReifenTiresMaxxis Forecaster, Dual, Exo Protection, TR, 29" x 2.35"
FarbeColourdarkpetrol / deepblack
GewichtWeight14,35 kg*
RahmengrößenFrame size16", 18", 20", 22"
LaufradgrößeWheelsize29"
PedalePedalsnot included
Zulässiges GesamtgewichtMaximum weight allowed115 kg

Gravity Magazine

Das Skeen auf den Trails

Wer keinen Lift in der näher hat, oder generell einfach lieber Tritt, wird sich über die Performance des Skeen im Uphill freuen. Der Sitzwinkel in Verbindung mit dem nicht zu tiefen Stack und des „kurzen“ Reachs machen die Front komfortabel und sorgen für eine aufrechte Position. Das macht sich vor allem bei langen Aufstiegen und Touren bemerkbar. Wir sind im Vinschgau einige Kilometer auf den steilen Bergstraßen unterwegs gewesen und wurden vom Radon Skeen nicht enttäuscht.

Wie schon erwähnt, ist das Skeen aufgrund seiner Geometrie (steiler Lenkwinkel, kurze Kettenstrebe) kein Bike für hohe Geschwindigkeiten in steilen und verblockten Sektionen. Das haben wir auf unseren Runden im Vinschgau schnell gelernt. Wo das Trail-Bike des deutschen Direktversenders jedoch glänzt, ist wenn es um das Spielen auf den Trails geht. Die kurze Kettenstrebe lässt es zu, die Front leicht zu heben, der steile Lenkwinkel und der Reach machen das Rad etwas kürzer wodurch es sich in der Luft einfach bewegen lässt. Im Endeffekt lädt das Skeen zum dazu ein auf dem Trail aktiv zu fahren statt drüber zu bügeln. Es macht Laune bei Jibbs und Tricks und funktioniert dadurch auf flowigen Strecken besonders gut. Nur Fahr-Fehler verzeiht es mit seinen 130mm Federweg nicht ganz so gut.

Das Fazit zum Radon Skeen Trail AL

Was macht das Skeen Trail AL besonders? Wir haben hier ein solides Trail-Bike, dass euch angenehm den Berg hinauf bringt und euch eine gute Zeit auf den Trails beschert. Das liegt vor allem an der Kombination aus einer stimmigen Geometrie mit einer fantastischen Ausstattung – denn das Rockshox Fahrwerk mit der Ultimate Gabel holt auch noch den letzten Rest an Performance aus dem Mountainbike heraus. Ein Knaller ist auf alle Fälle der Preis. Wo bekommt man noch für 2.699 Euro solche Komponenten? Und auch das günstigere Modell ist einen Blick wert, da ist die Preis-Leistung keinesfalls schlechter!

Radon Skeen Trail

Weitere Infos zum Radon Skeen Trail AL findet iher: www.radon-bikes.de