Merida One Sixty – neues Vollgas Enduro

Produktnews/Pressemeldung:  Merida hat mit dem neuen Enduro One-Sixty und dem neuen Trailbike One-Forty mehr als nur Modellpflege betrieben. Komplett neue Plattformen waren laut Merida nötig, um die Bikes dem anzupassen was Fahrer heute den modernen Bikes abverlangen. Man will dabei das aufwändigste Entwicklungs- und Testprogramm abgearbeitet haben, das je ein Merida durchlaufen haben soll. Wir haben alle Informationen für euch aufbereitet.

Merida One Sixty 2022

Merida verspricht: „Das neue One Sixty ist mehr als nur eine Weiterentwicklung des alten Bikes. Es ist ein völlig neuer Ansatz und das kompromissloseste, vielfältigste und spaßigste Long-Travel-Bike, das wir je entwickelt haben. Für manche bedeutet ein grundlegendes Redesign vielleicht eine Optimierung der Winkel, die neueste Laufradgröße und das eine oder andere neue Feature. Beim neuen One Sixty haben wir direkt dort angesetzt, wo die Herausforderungen für Enduro-Fahrer*innen und Racer warten. Das Ergebnis ist ein super spaßiges und flexibles Long-Travel-Bike.“ Das hört sich doch erst mal gut an, solche Versprechen hören wir aber oft, um nicht zu sagen „immer“ wenn ein neues Bike vorgestellt wird. Was ist also Sache? Echte Innovation? Vorsichtige Evolution? Oder sogar eine richtige Revolution? Wir haben uns das mal genau angeschaut und alle Fakten zusammengetragen, so dass du Dir selbst eine Meinung bilden kannst. Dabei beschränken wir uns hier auf das One Sixty Enduro, wenn du mehr zum One Forty Trailbike wissen willst, dann findest du unten im Artikel den Link zu diesem Artikel in unserem Partner-Magazin Velomotion.

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„Du fährst so hart und schnell wie noch nie? Dann sind Kompromisse das Letzte, was du im Hinterkopf haben willst.“ sagt Merida. Da haben sie recht und gleichzeitig wecken sie mit solchen Aussagen die Erwartung, es handele sich beim One Sixty um ein echtes Vollgas Enduro. Neben der „Daten-Analyse“ die wir hier vornehmen, wollen wir unbedingt ein Testbike! Hallo Merida! Hier her!

Wir versprechen uns schon was vom Bike, es steht nicht nur echt gut da, auch hat Merida erkannt, was der Enduro Pilot (und auch die, die es gerne wären) von einem modernen Bike erwarten. Egal, ob du einen Rahmen mit langem Reach oder ob du ein kurzes, wendiges Bike bevorzugst, mit dem du es richtig krachen lassen kannst, das Bike willst du ja nicht nach der Sitzrohrlänge bzw. Rahmenhöhe aussuchen. Das haben ja auch andere Hersteller schon vor einer Weile erkannt und so kann man deren Räder nach dem Reach wählen, je nach Vorliebe. Bei Meridas One Sixty ist das auch so. Agilometer-Größensystem nennt sich das ganze bei Merida. Was nichts anderes bedeutet als dass man sich am Reach orientiert, und dass du die richtige Größe für dich finden kannst, ohne Kompromisse beim Hub, deiner Vario-Sattelstütze oder bei der Stack-Höhe eingehen zu müssen. Sehr gut! Damit das wirklich klappt ist das Steuerohr etwas kürzer, so lässt sich der Stack schön variieren. Was auch zur perfekten Größenanpassung beiträgt ist die neue Merida Team TR Vario-Sattelstütze, die unabhängig von der gewählten Größe maximalen Hub von satten 230 mm Hub bietet, aber stufenlos bis auf 30 mm verstellbar ist

Das Fahrwerk hört auf den Namen „Fast“. Das ist die plakative Abkürzung für „Flexstay-Adjustable-Size-Tuned-Fahrwerkskinematik“ (kurz: FAST), klar, das Kind braucht ja auch hier einen Namen. Glaubt man den Entwicklern, tut es das, was auf der Verpackung steht − es macht schnell. Wir werden es rausfinden, wenn sie uns lassen. Flexstay bedeutet, dass ein Drehpunkt weggelassen wird, um Gewicht und Wartungsaufwand zu minimieren. Die Kinematik soll sowohl mit einem reinen 29-Zoll-Laufrad-Setup als auch mit Mullet-Setup zurechtkommen, durch Flip-Chip im Rocker. Das gibt es, ohne eine Änderung an der Geometrie in Kauf nehmen zu müssen, aber mit unterschiedlichem Fahrverhalten.

Die Kinematik hat größenspezifische Progressionsraten: Sie ist so abgestimmt, dass die Progression der Übersetzungskurve über die verschiedene Rahmengrößen hinweg zunimmt. Dadurch können kleinere, leichtere Fahrer oder Fahrerinnen den gesamten Federweg nutzen, während schwerere Rider oder die, die aufgrund des tendenziell aggressiveren Fahrstils die größere Rahmengröße wählen, von einem progressiven Hinterbau profitieren. Außerdem funktioniert das Bike dank der hohen Progression auch mit Coil-Dämpfern. Zu den 170 Millimetern Federweg der Gabel gesellen sich 162 mm (bei 29″) bzw. 171 mm (beim Mullet Setup) am Heck.

Das alles wird mit einer modernen Geometrie kombiniert, die einen wirklich super steilen Sitzwinkel von 79° und einen eher flachen Steuerwinkel von 64° bietet – sollte helfen, die steilsten Anstiege und die härtesten Abfahrten zu meistern. Über die fünf Rahmengrößen oder eher Rahmenlängen bietet man eine große Bandbreite an verschiedenen Reach-Optionen an.

Merida One Sixty – konstruktive Details

Du brauchst Stauraum an Bord? Die Carbon-Modelle des One Sixty sind mit dem Merida Service Port ausgestattet. In Verbindung mit dem „Wire Port“ Steuersatz ermöglicht das eine einfache, elegante und angeblich geräuschlose interne Kabelführung, bietet aber auch Platz für Notfall-Ausrüstung. Gemeint ist damit eine komplett interne Verlegung, sowohl bei Carbon- als auch bei den Aluminium-Bikes. Keine Kabel, die auf halbem Weg heraushängen, sich verheddern oder beschädigt werden können, so das Versprechen.

Oft sind es ja Kleinigkeiten, die den Unterschied ausmachen. Da sind die Details ausschlaggebend. Mit der „Tube Base Plate“ kann ein Ersatzschlauch an beiden Rahmenversionen des Bikes befestigt werden. Bei den Carbon-Modellen gibt es zudem einen integrierten Fidlock-Flaschenhalter. Damit kann selbst in der kleinsten Rahmengröße eine vollwertige 600-ml-Flasche verwendet werden.

Ein eigener Bremsen Adapter am Hinterbau kommt zum Einsatz. Der Adapter verwendet den Post-Mount-Anschluss, so dass keine spezielle Bremse benötigt wird, sondern nur ein Standard Post-Mount-Bremssattel, der mit einer 200-mm-Bremsscheibe betrieben wird. Du musst dir also keine Gedanken über die Kompatibilität machen. Der Adapter bietet jedoch einige Vorteile, sagen die Entwickler: Zuallererst sitzt der Bremssattel oben auf der Sitzstrebe, ist aber immer noch mit der Kettenstrebe verbunden. Da der Bremssattel nicht zwischen Kette und Sitzstrebe eingeklemmt ist, können alle verfügbaren Bremssättel, unabhängig von ihrer Größe, montiert werden. Das alte Design schützte den Bremssattel zwar möglicherweise vor Stößen, aber der kaum vorhandene Platz schränkte auch die Anzahl der montierbaren Bremssättel ein und machte die Einstellung mitunter schwierig.

Einen Fender am Hinterrad, der den Schmutz abhält, hat man ebenfalls integriert − und wenn du zusätzlichen Schutz vor Schlamm und Spritzwasser benötigst, gibt es auch eine lange Version im Merida Zubehörprogramm. Darüber hinaus haben die Macher viele weitere Protektoren im Bike integriert: ein geräuschdämpfender, dreidimensional geformter Kettenstrebenschutz, Schutzfolien an wichtigen Stellen, wie dem inneren Bereich des Hinterbaus, und ein verlängerter Unterrohrschutz, der das Bike vor Trail-Schmutz und Transportunfällen bewahren können soll. Eine nahezu unsichtbare, aber angeblich sehr effektive Merida ISCG05 Kettenführung hält zudem die Kette im Zaum. Ein nettes Ad On ist die Verwendung von Sätteln mit V-Mount. Der nimmt ein Merida Multitool unter dem Sattel auf.

Das „Non-Slip Tightening System“ zur einfachen Verschraubung von Hauptrahmen, Hinterbau und Umlenkung hat Merida dem One Sixty auch spendiert und es sogar überarbeitet. Das sitzt jetzt auf Lagern mit größerem Durchmesser und vermutlich auch verbesserter Haltbarkeit. Alle Gelenkbolzen lassen sich mit einem 4-mm- oder 6-mm-Inbusschlüssel von nur einer Seite aus anziehen und lösen, ohne dass die gegenüberliegende Seite des Bolzens fixiert werden muss. Die meisten Schrauben können mit dem abnehmbaren Hebel der Merida Hinterachse angezogen werden, wenn eine schnelle Kontrolle auf dem Trail nötig ist. Auf proprietäre Standards hat man bewusst verzichtet und auf ein BSA Tretlager, ein Sram UDH-Schaltauge sowie einen 148-mm-Boost-Standard gesetzt. Danke Merida! Bravo!

All das wurde vom renommierten Zedler-Institut getestet und für eine lange Lebensdauer ausgelegt. Zudem gewährt man auf das Bike fünf Jahre Garantie, selbst wenn es beim Rennen oder im Bikepark eingesetzt wird. Auch sehr schön!

Merida One Sixty – Spezifikationen und wichtige Features

Rahmengewicht (Carbon): 2460 g in Größe M +/- 5%
Rahmengewicht (Aluminium): 3660 g in Größe M +/- 5%
=> ohne Dämpfer, Achse, Sattelklemme, Bügel, Steuersatzlager und Kabelführungen (Gewicht ist auch von der Rahmenfarbe abhängig)
● 73-mm-BSA-Tretlager (inklusive unserem ISCG05 Adapter)
● 34,9-mm-Sattelstütze
● vollständig integrierter Steuersatz
● 148×12 mm Boost
● max. 2,5″ breiter Hinterreifen
● 230×65-mm-Dämpfer
● SRAM UDH-Schaltauge
● Post-Mount-Hinterradbremse mit 200-mm-Bremsscheiben
● für 1fach-Antriebsstrang optimiert (55-mm-Kettenlinie)

Merida Ona Sixty – Kinematik bzw. Hinterbau – Das Zeug für die echten Nerds!

Was hat Merida an der Kinematik des neuen Bikes geändert? Der offensichtliche Unterschied ist der Wechsel von 27,5″-Laufrädern mit einem vertikalen Dämpfer zu 29″-Laufrädern mit einem horizontalen Dämpfer. Das sieht man direkt. Aber laut Merida wurden auch einige wichtige Änderungen an den Werten für den Anti-Squat und den Anti-Rise vorgenommen, die mit der Dämpferprogression übereinstimmen sollen.

Was die Dämpferprogression angeht, so spricht Merida von einem ziemlich einzigartigen Konzept. Generell wollte man mehr Progression am Hinterbau, um mit neueren Dämpfern mit größeren Luftkammern und sogar mit Coil-Dämpfern gut arbeiten zu können. Allerdings hat jede Rahmengröße eine einzigartige Kinematik spendiert bekommen, die eine unterschiedliche Dämpferprogression liefert: Je länger der Rahmen, desto größer ist die Progression. Je schwerer der Fahrer oder die Fahrerin ist oder je aggressiver er oder sie fährt, desto größer ist das Risiko, dass der Dämpfer durchschlägt – gerade beim Up-Sizing eine häufige Gefahr. Eine höhere Progression des Dämpfers bedeutet, dass diesen Fahrerinnen und Fahrern mehr Unterstützung am Ende des Federwegs und mehr Kontrolle in anspruchsvollen Situationen geboten wird.

In Zahlen ausgedrückt:  eine Progression von etwa 6 % in der kleinsten Größe bis zu fast 12 % in der größten Rahmengröße, was einen Bereich abdeckt, der mit einer neutralen Position beim Sag (30 %) beginnt und bis zu 95 % des Federwegs reicht. Dies funktioniert sehr gut mit allen modernen Luft- und Coil-Dämpfern, sagt das Entwickler Team.

Der Anti-Squat-Wert beschreibt das Verhalten der Federung beim Treten. Man wollte ein vernünftiges Maß an Anti-Squat am Anfang und in der Mitte der Federung, um eine wirklich effiziente Tretleistung zu erreichen. Tiefer im Federweg fällt der Anti-Squat ab, da in tieferen Federwegsbereichen die Treteffizienz kaum eine Rolle spielt. Das Endergebnis soll ein Fahrwerksein, das sich gut pedalieren lässt, aber bei Abfahrten und großen Schlägen aktiv ist und ungestört agieren kann.

Der Einfluss des Bremsens auf die Federung wird durch den Anti-Rise-Wert beschrieben. Im Vergleich zu älteren Modellen wurde der Anti-Rise-Wert reduziert, um die Kinematik auch unter Bremslast aktiver zu gestalten. Am Anfang und in der Mitte des Federwegs beträgt der Anti-Rise-Wert etwas weniger als 100 %, was dazu beiträgt, das Bike beim Bremsen auf steilen Trails und schnellen Trails konstant gerade zu halten. Im tieferen Federwegsbereich nimmt der Wert jedoch ab, was zu einem aktiveren Fahrwerk und einer besseren Traktion beim Abbremsen in rauem Gelände oder nach großen Drops führt.

Es wird 5 verschiedene Merida One Sixty Modelle zwischen 3.399€ und 12.999€ geben.

Die beiden günstigsten kommen mit Alu Rahmen die teureren mit Carbon Chassis.

Merida One Sixty 10000Merida One Sixty 8000Merida One Forty 6000Merida One Sixty 700Merida One Sixty 500

Rahmen: ONE-Sixty CF4III Carbon
Fahrwerk: Rock Shox Zeb Flight Attendant 29″, 170mm / Rock Shox Super Deluxe Flight Attendant, 162/171mm
Schaltung: Sram XO1 Eagle AXS
Bremsen: Shimano XTR 4 Kolben (203/203)

Preis: 12.999€

Rahmen: ONE-Sixty CF4III Carbon
Fahrwerk: Rock Shox Zeb Ultimate 29″, 170mm / Rock Shox Super Deluxe Ultimate, 162/171mm
Schaltung: Sram GX Eagle AXS
Bremsen: Shimano XT 4 Kolben (203/203)

Preis: 8.999€

Rahmen: ONE-Sixty CF4III Carbon
Fahrwerk: Rock Shox Zeb Select 29″, 170mm / Rock Shox Super Deluxe Select+, 162/171mm
Schaltung: Shimano SLX
Bremsen: Shimano SLX 4 Kolben (203/203)

Preis: 5.999€

Antrieb: ONE-Sixty Lite III Aluminium
Fahrwerk: Marzocchi Z1 Air 29″, 170mm / Fox Float X Performance, 162/171mm
Schaltung: Shimano SLX
Bremsen: Shimano SLX 4 Kolben (203/203)

Preis: 4.199€

Antrieb: ONE-Sixty Lite III Aluminium
Fahrwerk: Rock Shox Yari RC, 170mm / Rock Shox Deluxe Select+, 162/171mm
Schaltung: Shimano Deore 11fach
Bremsen: Shimano Deore 4 Kolben (203/203)

Preis: 3.399€

Merida One Forty

Das One Forty ist mit deutlich weniger Federweg und touriger Geometrie für die deutlich entspanntere Gangart ausgelegt. Es ist eine klassischer Allrounder, der gut klettert und bergab weniger auf der Jagd nach Sekunden ist. Wenn du über dieses Bike mehr wissen willst, dann lies doch bei unseren Kollegen vom Velomotion Magazin weiter:

www.velomotion.de

www.merida-bikes.com/de

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Video: Hans Rey und Rob Warner in „Gritty in Mexico City“

Die zwei Mountainbike Urgesteine Hans Rey und Rob Warner haben sich in Mexico getroffen um dort die Kultur kennenzulernen und ein paar Runden auf ihren Bikes zu drehen. In Gritty in Mexico City  gehts auf ein Urbanes Abenteuer mit zwei Legenden.

Gritty in Mexico City is Hans Rey‘ latest urban mountain bike adventure. He was joined by Rob Warner, a former downhill World Cup winner and TV host. Watch how they traverse this colourful city in 5 days on their ebikes and find some of the best biking spots in and around this 22 million people metropolis, with its culture, history, volcanos, traffic, pyramids and world class bike trails. No better way to explore than on bikes. Come along for the ride.

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Must Watch: Rapha Films Presents | Descent (Feature Film)

Das ist die Geschichte von Ana Orenz. Rapha erzählt in Descent von dem fast fatalen Sturz der Ultrafahrerin und ihrem Weg zurück in den Sport. Orenz verletzte sich bei einem Sturz das Rückenmark, ihr Gesicht und lähmte ihren Unterkörper. Ihre extrem emotionale und inspirierende Story findet ihr hier. 

Following a near fatal crash in 2021 that left her bed-bound and unable to walk, Ana Orenz could think of only one correct course of action – to return to the race that nearly killed her just one year on.

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Pitched to Rapha on the terrace of Kendal Mountain Film Festival in 2021 by Best Short Film winners Rufus Exton and Steve Bliss, Descent tells the remarkable tale of a life lived in devotion of the bike, where passion becomes obsession and the tests of true strength go far beyond the physical – when the ultimate test of endurance exists inside the mind. A working, single mother and ultra distance cyclist, Ana’s life is geared toward solitude but has been shaped by the presence of others.

From childhood disability to triple-everesting and then sustaining life-altering injuries, this is the journey of coming to terms with a body you no longer recognise and relearning what it is, and is not, capable of. 

#NeverJustARide

E-Enduro – auch für EWS Racer – Orbea Wild 2023

E-Mountainbikes sind nicht jedermanns Sache, machen aber jedem Spaß, der mal eins ausprobiert hat… Aktuell stoßen sie verstärkt ins Race-Segment vor und mit der E-EWS gibt es eine passende Rennserie. Die Spanier von Orbea setzen eher Trends als das sie hinterherlaufen und so gibt es vom überarbeiteten E-Enduro „Wild“ auch eine Variante mit Bosch Race-Motor.

Das neue Orbea Wild 2023 behält seine sportlich-racige Grundcharakteristik, bekommt jedoch zahlreiche technische Upgrades – unter anderem mit dem Smart System und teilweise CX-R Motor – und viele Verbesserungen im Detail. Eigene Wege gehen die Spanier beim Thema Akkuintegration. Dieser ist beim neuen Wild nämlich fest im Unterrohr integriert. Verhältnismäßig lange hat man sich bei Orbea Zeit gelassen, um einen Nachfolger für das zuletzt im Modelljahr 2020 aktualisierte Wild zu präsentieren. Das warten dürfte sich jedoch für viele E-Mountainbiker gelohnt haben, denn das Orbea Wild 2023 zeigt einerseits, wie weit sich die Technik in dieser Zeit entwickelt hat und auch wie viel Erfahrung die Spanier seither sammeln konnten. Unter anderem auch in der EWS-E, wo Orbea-Athletin Flo Espiñeira auf dem „alten“ Wild den Titel einfuhr.

Orbea Wild 2023 – Leichter, steifer und somit auch geiler?

Neben technischen Upgrades stand eine Eigenschaft des neuen Orbea Wild ganz weit vorn im Lastenheft: Rahmensteifigkeit. Das ergibt aus mehrerlei Hinsicht Sinn. Durch ihr höheres Gewicht wirken auf E-MTBs während der Fahrt deutlich größere Kräfte als auf ihre unmotorisierten Pendants. Fehlt es dann an Steifigkeit, stellt sich ein schwammiges und eher unpräzises Fahrverhalten ein; gerade für Race E-MTBs wie das Orbea Wild, das auch in der EWS herhalten muss ein No-Go. Das bisherige Orbea Wild war rund 40% weniger steif als das analoge Enduro im Programm, das Rallon. Mit dem neuen Rahmen konnten die Spanier dieses nun sogar übertreffen und versprechen 50% mehr Steifigkeit im Vergleich zum Vorgänger – bei gleichzeitig geringem Gewicht: Der nackte Carbonrahmen des Orbea Wild 2023 bringt gerade einmal rund 2.700g auf die Waage, fast ein ganzes Kilogramm weniger als der Vorgänger. Komplett gibt es das Rad dann ab knapp über 20 Kilo.

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Zaubern kann jedoch auch das Entwicklungsteam von Orbea nicht – entsprechend war für dieses beeindruckende Verhältnis aus Steifigkeit und Gewicht ein durchaus schmerzhafter Kompromiss nötig. Der Akku des Bosch Systems ist hier nämlich fest verbaut und lässt sich nicht einfach zum Laden entnehmen. Laut Orbea hätte eine Klappe zur Entnahme des Energiespeichers die Steifigkeit um rund 70% reduziert. Angesichts dieser Zahlen also ein nachvollziehbarer Schritt; dennoch dürfte es für einige E-Mountainbiker ein K.O.-Kriterium sein. Beim Akku selbst bekommt man je nach Modell entweder 750 Wh oder 625 Wh. In beiden Fällen konnte man ihn recht tief im Unterrohr platzieren, was für eine ausgewogene Gewichtsverteilung und einen tiefen Schwerpunkt sorgt.

Vom Akku abgesehen bekommt man beim Antriebssystem volle Bosch-Power: Smart System mit Bosch Performance CX oder mit CX Race im Top-Modell. Beide liefern 85 Nm maximales Drehmoment, wobei sich die Race-Variante deutlich kräftiger anfühlt – wie wir in unserem Test selbst erfahren konnten. Bedient wird das System über die neue Mini Remote am Lenker und den System Controller im Oberrohr, so wie es sich für ein sportliches E-MTB auch gehört.

Auch vom Antriebssystem abgesehen bringt der Rahmen einige spannende Features und Detaillösungen mit: Das Sitzrohr verläuft gerade und ohne Durchbrüche im Inneren. So erhält man eine hohe Einstecktiefe für Sattelstützen, was es wiederum ermöglicht, lange Dropper Posts zu fahren – relativ unabhängig von der Rahmengröße bzw. höhe. Auch am Hinterbau selbst wurde gefeilt; verglichen mit dem Vorgänger ist dieser nun deutlich progressiver, stellt aber weiterhin 160 mm Federweg zu Verfügung. An der Front hat man die Wahl zwischen 160 oder 170 mm Federweg.

Orbea Wild 2023: Geometrie

Die Geometrie des Orbea Wild 2023 ist deutlich moderner geworden. Alle Modelle und Größen bauen nun auf 29 Zoll Laufräder und sind vor allem in der Länge bzw. beim Reach deutlich gewachsen. 480mm in Rahmengröße L ist kein extremer Wert, bietet aber eine gute Balance für verschiedene Anwendungsbereiche. Für mehr Laufruhe dürfte der flachere Lenkwinkel sorgen, während der steile Sitzwinkel in Kletterpassagen hilft. Interessant: Die Kettenstreben fallen mit 448 mm verhältnismäßig kurz aus.

RahmengrößeSMLXL
Sitzrohrlänge415415435460
Steuerrohrlänge110120130140
Tretlagerabsenkung25252525
Oberrohrlänge573595622649
Kettenstreben448448448448
Radstand1223124712771306
Steuerrohrwinkel64646464
Sitzrohrwinkel77,577,577,577,5
Stack621630639648
Reach435455480505

Modelle, Ausstattung und Preise

Insgesamt sieben Ausstattungsvarianten bietet Orbea vom neuen Wild 2023. Davon kommen drei mit einem Rahmen aus Aluminium, die sich preislich zwischen 5.699 Euro und 6.999 Euro bewegen. Gerade bei den beiden günstigeren Ausstattungsvarianten muss man einige Kompromisse bei den Komponenten machen. Das Alu-Topmodell kommt dann immerhin schon mit kräftigen Bremsen und einer Fox 38 Performance Gabel an der Front. Bei den Carbon-Varianten dürfte vielen E-Mountainbikern gerade bei den Top-Modellen M-Team und M-LTD das sprichwörtliche Wasser im Mund zusammenlaufen. Das Orbea Wild M-LTD kommt auch mit dem kürzlich vorgestellten Bosch CX Race Motor – zusammen mit einem Fox Factory Fahrwerk und Shimano XTR Komponenten werden hier knapp 12.000 Euro fällig. Beeindruckend ist das Gewicht: Orbea gibt hier echte 20,9 kg mit dem „kleinen“ 625 Wh Akku an.

Wie von den Spaniern gewohnt werden Käufern über das MyO Programm zahlreiche Individualisierungsoptionen geboten. Das reicht von einigen Komponenten wie Federgabel oder Reifen bis hin zur Rahmenfarbe (bei den Carbon-Modellen). So kann man sich bereits ab Werk ein wirklich individuell abgestimmtes und gestaltetes E-MTB zusammenklicken.

Orbea Wild H30Orbea Wild H20Orbea Wild H10Orbea Wild M20Orbea Wild M10Orbea Wild M-TeamOrbea Wild M-LTD

Rahmen: Orbea Wild Hydro Alloy
Motor: Bosch Performance CX Gen4
Akku: Bosch Powertube 625
Fahrwerk: RockShox 35 Silver TK / Fox Float DPS Performance
Schaltung: Shimano Deore/XT 12-fach
Bremsen: Shimano MT410

Preis: 5.699 Euro

Rahmen: Orbea Wild Hydro Alloy
Motor: Bosch Performance CX Gen4
Akku: Bosch Powertube 750
Fahrwerk: RockShox 35 Silver TK / Fox Float X Performance
Schaltung: Shimano Deore/XT 12-fach
Bremsen: Sram DB8

Preis: 6.199 Euro

Rahmen: Orbea Wild Hydro Alloy
Motor: Bosch Performance CX Gen4
Akku: Bosch Powertube 750
Fahrwerk: Fox 38 Float Performance
Schaltung: Shimano Deore/XT 12-fach
Bremsen: Shimano M6120

Preis: 6.999 Euro

Rahmen: Orbea Wild Carbon
Motor: Bosch Performance CX Gen4
Akku: Bosch Powertube 750
Fahrwerk: RockShox 35 Silver TK / Fox Float DPS Performance
Schaltung: Shimano Deore/XT 12-fach
Bremsen: Sram DB8

Preis: 7.299 Euro

Rahmen: Orbea Wild Carbon
Motor: Bosch Performance CX Gen4
Akku: Bosch Powertube 750
Fahrwerk: Fox 38 Float Performance / Fox Float X Performance
Schaltung: Shimano SLX/XT 12-fach
Bremsen: Shimano M6120

Preis: 8.399 Euro

Rahmen: Orbea Wild Carbon
Motor: Bosch Performance CX Gen4
Akku: Bosch Powertube 750
Fahrwerk: Fox 38 Float Factory Grip2 / Fox Float X2 Factory
Schaltung: Shimano XT 12-fach
Bremsen: Shimano XT M8120

Preis: 9.499 Euro

Rahmen: Orbea Wild Carbon
Motor: Bosch Performance CX Race
Akku: Bosch Powertube 750
Fahrwerk: Fox 38 Float Factory Grip2 / Fox Float X2 Factory
Schaltung: Shimano XTR 12-fach
Bremsen: Shimano XTR 9120

Preis: 11.999 Euro

 

Web

www.orbea.com

Die neue elektrische Magura Vyron MDS-V3 Vario Sattelstütze

Vor knapp sechs Jahren präsentierte Magura die ersten elektronisch gesteuerter Fahrradkomponenten der Marke. Die Magura Vyron Sattelstütze war die erste mit Funkfernbedienung ausgestattete Vario-Sattelstütze auf dem Markt und geht nun in die dritte Evolutionsstufe. Dabei soll die Vyron von Grund auf neu entwickelt wurden sein und will hinsichtlich Bedienlogik, Widerstandsfähigkeit und Schnelligkeit neue Maßstäbe setzen.

Sowohl Sattelstütze als auch Remote wurden von Grund auf neu entwickelt. Analog zum Schalthebel auf der rechten Seite ist die Remote der Vyron MDS-V3 ergonomisch an der Lenkerunterseite platziert. Der Hebel ist einfach mit einer kleinen Daumenbewegung erreichbar und kann optional mit der MAGURA Shiftmix-Schelle direkt am Bremsgriff montiert werden. Ein Schutzring aus Aluminium soll für hohe Widerstandsfähigkeit bei Stößen oder Stürzen sorgen.

Die Kommunikation zwischen Remote und Sattelstütze soll laut Magura blitzschnell und verzögerungsfrei per Bluetooth erfolgen, während die Bedienlogik der neuen Vyron MDS-V3 jener von konventionellen, kabelgebundenen Sattelstützen entspricht: solange der Bedienhebel an der Remote betätigt wird, kann die Sattelstütze verstellt werden.

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Matsch, Feuchtigkeit und Schmutz sind Feinde jeder Elektronik. Um die Steuereinheit zu schützen, verzichtet die neue Vyron MDS-V3 auf eine Ladebuchse und setzt stattdessen auf einen gedichteten Elektronikdeckel. Für die Energieversorgung kommt eine austauschbare CR2 Lithiumbatterie mit einer Lebensdauer von mindestens einem Jahr zum Einsatz. Dank des neuen Batteriekonzepts ist die neue VYRON IP67-zertifiziert und überlebt so selbst kurze Tauchgänge – und damit auch die härtesten Tage auf dem Trail.

Magura Vyron

Magura Vyron: Neue Hydraulik für mehr Schnelligkeit

Auch die Hydraulik im Inneren ist kompromisslos auf Geschwindigkeit ausgelegt. Das komplett neu entwickelte Innenleben der Stütze sowie der neue, schnellere Stellmotor soll einen optimalen Ölfluss zwischen den Kammern ermöglichen. Das Ergebnis ist eine blitzschnelle Absenkung der Stütze, wenn es drauf ankommt.
Die Magura MDS-V3 ist in zwei Durchmessern und vier verschiedenen Hubvarianten (100 mm, 125 mm, 150 mm & 175 mm) erhältlich. Durch den Wechsel des Tauchrohrbodens kann der Hub der Sattelstütze mit geringem Aufwand angepasst werden: von 175 auf 150 mm und von 125 auf 100 mm. Das spart Kosten, erhöht die Flexibilität und sorgt dafür, dass die VYRON schnell und einfach an andere Fahrräder montiert werden kann.

Magura Vyron

Preis, Verkaufsstart, Service

Der UVP der Magura Vyron MDS-V3 liegt bei 579,90€ (inkl. 19% dt. MwSt). Sie ist ab dem 21. November im Fahrradfachhandel bestellbar und wird voraussichtlich ab Dezember ausgeliefert. Verkaufsstart ausschließlich in Europa. Bis zum 28.02.2023 können die ersten 1000 Kunden ihre VYRON auf www.magura-vyron.com für einen kostenfreien Intervallservice im Wert von 139 € registrieren. Der Servicetermin ist frei wählbar und wird nach ca. einer Saison Nutzung empfohlen.

Magura Vyron: Technische Details:

• Material: Aluminium
• Länge: 396 / 421 / 446 mm / 471 mm (je nach Hubvariante)
• Verstellbereich: 100 mm / 125 mm / 150 mm / 175 mm
• Traveloption: von 175 auf 150 mm / von 125 auf 100 mm (und entgegengesetzt)
• Mindesteinstecktiefe: 120 mm
• Sitzposition: 0 mm Setback
• Batterie: austauschbar | CR2 in Sattelstütze, CR2032 in Remote
• Batterielaufzeit: ca. einem Jahr Einsatz
• Fernbedienung: Wireless Remote Control
• Montage: kompatibel mit einzelner Klemmschelle, MAGURA Shiftmix & SRAM Matchmaker
• Dichtigkeit: IP67 Zertifizierung (staubdicht und Schutz vor zeitweiligem Untertauchen)
• Gewicht: 700 g (Sattelstütze) / 40 g (Remote) ; Angaben +/- 5%; ohne Batterien
• UVP: 579,90 € (inkl. 19% dt. MwSt) / 492,92 GBP

Magura Vyron

Was unterscheidet die VYRON von ihrem Vorgänger?

Magura – Alles. Die neue VYRON wurde von Grund auf neu entwickelt. Sie bietet ein komplett neues Innenleben, neue Elektronik und eine neu entwickelte, ergonomische Remote. Besonders spürbar ist der Wechsel von der ANT+ Funktechnologie auf blitzschnelles Bluetooth für eine intuitivere Bedienlogik. Die Dauer des Daumendrucks bestimmt nämlich, wie lange die Sattelstutze verstellt werden kann, wodurch man als Fahrer nicht mehr auf ein festes Zeitintervall des Stellmotors angewiesen ist. Und das mit bis zu 175 mm Hub.

Die neue VYRON soll besonders widerstandsfähig sein. Was wurde unternommen, um die neue VYRON besonders haltbar zu konstruieren?

Wasser und Schmutz sind Feinde jeder Elektronik. Um den Stützenkopf der neuen VYRON effektiv vor Dreck und Wasser zu schützen, verzichtet sie auf eine Ladebuchse und setzt stattdessen auf eine austauschbare CR2 Lithiumbatterie und einen gedichteten, verschraubten Batteriedeckel. Entsprechend ihrer IP67-Zertifizierung überlebt sie so auch kurze Tauchgänge.

Weitere Informationen findet ihr unter: www.magura.de

TEST: Patagonia Dirt Roamer Storm – Nachhaltige und stylische MTB-Regenbekleidung

Stylisch, bequem, regenresistent und recycelt – das ist die neue Patagonia Dirt Roamer Storm Mountainbike Kollektion. Passend zur nassen und kalten Jahreszeit konnten wir Jacke und Hose auf unseren Hometrails testen und waren nicht nur von der Optik begeistert. 

Wer sich mit Outdoor-Marken und Modetrends befasst, wird mit Sicherheit schon mehrfach über das berühmte Logo mit den Bergen und dem weißen Schriftzug gestolpert sein. Patagonia macht sich schon seit Jahren einen Namen in der Branche und ist ein Aushängeschild für nachhaltige Produktion und funktionelle Bekleidung.

Patagonia begann mit der Idee des Gründers Yvon Chouinard bessere Kletterausrüstung zu besitzen. So startete die Marke mit Karabinern, Haken und weiterer Ausrüstung unter dem Namen Chouinard Equipment. Seine innovativen Ideen sorgten dafür, dass er neue Bekleidung für den Sport produzierte und nach einer Reise nach Patagonien einen neuen Namen für sein Brand fand.

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Knapp 50 Jahre nach der Gründung ist nun eine weitere Sportart in das Patagonia Sortiment dazugestoßen. Mountainbike Bekleidung für Männer und Frauen ist nun auch erhältlich. Natürlich funktionell, nachhaltig und stylisch.

Patagonia Dirt Roamer – Key Facts:

  • Elastisches, 3-lagiges 119 g/m², 40-Denier Glattgewebe aus 100% Recycling-Nylon mit weicher Innenseite aus Polyestergestrick und einer PFC-freien DWR Imprägnierung (dauerhaft wasserabweisend ohne perfluorierte Chemikalien)
  • Hergestellt in Vietnam
  • Fair Trade Certified™-konfektioniert
  • Größen: XS-XXL
  • Gewicht (Größe XXL): Jacke: 400g , Hose: 380g
  • Preis: Jacke: 320Euro , Hose: 290Euro

Patagonia Dirt Roamer

68% unserer Stoffe diese Saison werden aus recycelten Materialien hergestellt. Weniger als 10% der weltweit produzierten Fasern werden aus recycelten Materialien hergestellt. – Patagonia

Optik und Features

Uns wurde die neue Dirt Roamer Kollektion zur Verfügung gestellt. Diese besteht aus einer Jacke und einer Hose, die in jeweils zwei Farben erhältlich sind. Natürlich haben wir uns für die schwarzen Varianten entschieden. Damit macht man einfach nie was falsch. Wer mag, kann die Jacke in Blau und die Hose in Grün erwerben.

Patagonia Dirt Roamer

Wir haben die Hose und Jacke in XXL bestellt, da ich etwas größer bin. Die Jacke hat mir bei meiner Körpergröße von 1.86m auch perfekt gepasst und bietet an kalten Tagen ausreichend Platz für einen dicken Pulli. Die Hose fällt jedoch etwas größer aus. Nicht nur an der Hüfte sondern auch in der Länge hatten wir etwas zu viel Stoff. Da sich die Regenhose aber mit einem Zug am Bund enger ziehen lässt, hat sie dann doch recht gut gesessen und ist bei der Abfahrt nicht verrutscht.

Wenn es mal zu warm in den Klamotten ist, kann man leicht die großen Lüftungsschlitze an der Seite der Jacke öffnen und den 3/4 Reißverschluss am Kragen öffnen. Der Vorteil dieses 3/4 Zippers ist, dass während der Fahrt keine groben Ausbeulungen am Bauch entstehen was bei durchgehenden Verschlüssen oft der Fall ist. Die Hose besitzt zwei Taschen, die auch als Lüftung dienen und einen Reißverschluss am Hosenbund, der sich weit öffnen lässt. Somit kann man den Beinen etwas Luft gönnen, oder die Knieschoner nach einem schwitzigen Anstieg anziehen ohne sich im Regen ausziehen zu müssen.

Was die Taschen der Hose angeht, waren wir etwas von der Anordnung verwirrt. Diese sitzen nämlich etwas zu weit an der Seite wodurch zum Beispiel das Smartphone etwas seltsam am Bein sitzt. Die Jacke verfügt dafür über eine recht große Tasche am Rücken wo Handschuhe, Tools, Snack und die Liftkarte locker Platz finden.

Wichtig ist an einer Regenjacke auch eine große Kapuze unter der ein Helm oder sogar ein Fullface Platz findet. Das ist hier ebenfalls kein Problem. Am Hinterkopf befindet sich noch eine Kordel mit der wir die weite der Kapuze an unseren Helm anpassen können damit diese während der Fahrt nicht verrutscht.

Die Dirt Roamer lässt sich leicht in ihre eigene Rückentasche verstauen. Wer die Jacke auf seine Touren mitnehmen mag, wird sich über das kleine Packmaß freuen. Zwar passt sie nicht in die Swat Box eines Specialized Rahmens, findet aber Platz im Flaschenhalter oder im Rucksack.

Patagonia Dirt Roamer

Material und Verarbeitung

Das strapazierfähige 3-lagige H2No Performance Standard-Shell ist laut Hersteller wasserdicht, atmungsaktiv, dehnbar und recycelt; Eine feuchtigkeitsableitende, weich gestrickte Rückseite beseitigt Feuchtigkeit auf der Haut. Das können wir auch zum Großteil bestätigen. Wir waren bei Regen und schlechtem Wetter auf den Trails, haben die Jacke zum Commuten angehabt und wurden nie nass. Die Atmungsfähigkeit bei wasserdichten Jacken ist immer mit etwas Vorsicht zu genießen – denn wie atmungsaktiv kann etwas sein, das nichts hinein lässt. Spätestens wenn die Jacke nass und die Poren damit verschlossen sind, sinkt die Atmungsaktivität deutlich. Dementsprechend sollte man auch bei der Patagonia Dirt Roamer Storm Kollektion ein bisschen mehr Deo auftragen und bei wärmeren Temperaturen die großzügig geschnittenen Lüftungsschlitze öffnen.

Was uns auch gefallen hat, ist die Geruchsneutralität der Jacke. Regenjacken mögen es nicht wenn man sie zu oft wäscht, was aber bei Sportswear nicht unbedingt einfach ist. Die Dirt Roamer nehmen aber kaum Geruch auf und riechen nach etwas Lüften fast wieder frisch. Auch der Dreck lässt sich leicht abbürsten.

Da der Mountainbike Sport nicht immer Unfallfrei ausgeht hat die Patagonia Dirt Roamer Jacke abriebfeste Verstärkungen an Unterarmen, Schultern und an dem verlängerten hinteren Saum. Letzterer schützt auch extrem gut vor Spitzwasser und ist vergleichsweise tief geschnitten.

Welche Materialien werden für die Bekleidung genau verwendet? Patagonia setzt auf die H2NO Performance Standard-Shell. Diese besteht aus einem 3-lagigen 3,5-oz-40-Denier-Stretch-Leinwandgewebe aus 100 % recyceltem Nylon mit einem weichen, recycelten Polyester-Strickrücken und einer PFC-freien DWR-Imprägnierung. Welche als dauerhafte wasserabweisende Beschichtung, die keine perfluorierten Chemikalien enthält, beworben wird.

Im Rahmen unserer Partnerschaft mit Fair Trade USA stellt Patagonia schon seit 2014 Fair Trade-zertifizierte Bekleidung her. Wir sind sehr stolz, dass wir mittlerweile mehr Fair Trade-zertifizierte Modelle anbieten als jedes andere Bekleidungsunternehmen. Bis dato konnten mehr als 50.000 Arbeiterinnen und Arbeiter in 10 Ländern auf der ganzen Welt von diesem Programm profitieren. – Patagonia

In diesem Jahr hat es Patagonia geschafft, dass 85% des Nylon-Anteils in ihrer Ausrüstung recycelt ist. Obendrauf ist die Produktion Fair-Trade Zertifiziert. Für jedes gekaufte Produkt mit Fair-Trade Zertifikat zahlt Patagonia eine Prämie.

Die Dirt Roamer Regenjacke und Hose werdem in Vietnam hergestellt.

Patagonia Dirt Roamer

Im Einsatz

Schon beim Auspacken fällt auf, dass die zwei Produkte ziemlich leicht sind und sich recht dünn aber trotzdem stabil anfühlen. Das Material verfügt über einen angenehmen Stretch und die Arme der Jacke sind nicht zu weit geschnitten. Bei der ersten Auffahrt zum Trail Einstieg wurde nur schnell klar, dass die die Seiten geöffnet werden müssen um etwas Luft hinein zu lassen. Auch den 3/4 Zipper an der Front kann man mit dem zweiten Verschluss öffnen um mehr Luft in die Jacke zu lassen. Im Sommer dürfte die Jacke tatsächlich etwas zu warm sein, an kalten Herbsttagen ist sie jedoch perfekt und im Winter sollte man mit den richtigen Layern auch ausreichend vor Kälte geschützt bleiben.

Der sehr tief gezogene Rücken bietet übrigens extrem viel Schutz vor Spitzwasser und Dreck. Ich habe die Jacke fast täglich auf meinem Arbeitsweg an und meine Jeans wird dank des tiefen Hecks der Jacke so gut wie gar nicht nass.

Was auch positiv aufgefallen ist, sind die eng verschließbaren Bünde am Handgelenk. Der großzügig geschnittene Klettverschluss ermöglicht einen engen Sitz wodurch kein Fahrtwind in die Jacke bläst und die Jacke sich unangenehm aufbläht. Man will ja gut aussehen. Lediglich die Kapuze macht im Fahrtwind was sie will, wer mag kann diese aber mit dem Bund am Hinterkopf etwas enger ziehen, damit diese weniger Angriffsfläche für den Wind bietet.

Wenn es mal stärker regnet, machen die Hose und die Jacke ihren Job ausgezeichnet. Das Wasser perlt gut ab und Dreck und Matsch lassen sich leicht abspülen. Auch die Hose überzeugt. Wir hatten ausreichend Platz für etwas größere Downhill Knieschoner. Dadurch war der Kniebereich nicht so stark unter Spannung was nicht zu einer erhöhten Belastung der Nähte geführt hat. Andere enger geschnittene Regenhosen haben nämlich das Problem, dass sie zu sehr spannen und dadurch an den Nähten leicht undicht werden. Das war hier nicht der Fall.

Jedoch muss der weite Look der Hose gefallen. Wobei hier im Gegenzug zu der Jacke wahrscheinlich eher die Funktion über der Optik steht. Die Jacke hingegen tragen wir auch im Alltag.

Kommen wir zu einem weiteren wichtigen Thema. Wie stabil ist das 3-lagige Material. Um ehrlich zu sein bin ich nicht einmal so richtig mit der Jacke gestürzt. Einmal bin ich am Baum hängen geblieben, was absolut keine Spuren hinterlassen hat und einmal bin ich in der Luft ausgeklickt und mit dem Hintern auf dem Hinterrad gelandet was ein kleines Loch zur Folge hatte. Dieses Loch geht aber nur durch die erste Schicht der Jacke und ist kleiner als ein Speichennippel.

Ist der Preis gerechtfertigt?

Natürlich gibt es wesentlich günstigere Alternativen. Aber vergleichen wir die Jacke und Hose mit der Konkurrenz von POC oder Rapha ist der Preis nicht mehr ganz so utopisch. Obendrauf kommt noch die nachhaltige Produktion und das Fair-Trade Siegel. Und wenn ich mich mal zurückerinnere, wie viele Regenjacken ich in meinem Leben hatte, die nach zweimal Waschen nicht mehr dicht waren, dann würde ich im Nachhinein lieber einmal viel ausgeben und wäre happy. Wie heißt es so schön – You get what you pay for. Trotzdem ist und bleibt es ein Haufen Geld.

Fazit

Fair-Trade, recycelte Materialen und Wasserdicht klingt für Regenbekleidung perfekt. Obendrauf muss sie noch stylisch aussehen, gut sitzen und funktionell sein. Patagonia erfüllt all diese Aspekte und bietet zusätzlich eine Menge Komfort und ein tolles Marken-Image. Natürlich ist der Preis etwas höher, jedoch lohnt sich die Investition. Hier bekommt man genau das was man bezahlt. Hohe Qualität und eine wasserdichte Regenbekleidung.

Patagonia Dirt Roamer

Fotos: Paul Kopp

Bike: Marin Rift Zone Alu 2023

Weitere Klamotten: Crankbrothers Mallet Schuhe, Troy Lee Designs A3 Helm

Video: Smooth und sytlisch – Rise – Kaidan Ingersoll

Ein Mountainbike Edit muss Bock auf Radfahren machen und genau das schafft das neue Commencal Video mit Kaidan Ingersoll. Hier gibts super stylische Freeride Action vom feinsten.

„I am incredibly thankful for the opportunity to film my first mountain bike edit with the COMMENCAL team. I have always felt such amazing support from this company and love how much passion they have for the sport. My mission with this video was to try and create an edit that’s as action-packed as possible, giving the audience an idea of what can be done on the COMMENCAL FRS. I chose the FRS because my style of riding caters more towards the freeride discipline and I feel as though there’s no better bike for it. The FRS is perfect for all types of riding, whether that’s ripping technical terrain, flowy jumps, or even sending big tricks.“ – Kaidan Ingersoll.

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