Test: Trek Rail 7 E-MTB – Hingucker und Spaßgarant

Trek Rail 7

Dank eines sehr ausbalancierten und hochwertigen Rahmen macht das Trek Rail 7 eine Menge Freude auf den Trails. Mit dem überzeugenden Antrieb, der tollen Geometrie und einer schönen Akkuintegration haben die Amerikaner alles richtig gemacht.  Auch die Ausstattung überzeugt weitestgehend, wenngleich sie das große Potenzial des Rahmens etwas einschränkt.

Trek Rail 7: Die Fakten

Federweg: 160mm/150mm
Laufradgröße: 29 Zoll
Antrieb: Bosch Performance CX
Display / Bedieneinheit: Bosch Purion
Akkukapazität (Testrad): 625Wh
Rahmenmaterial: Alu

Gewicht Komplettad (Größe L ohne Pedale): 23,34kg
Zulässiges Gesamtgewicht: 136kg
Preis: 5.499 Euro

RahmenAlpha Platinum Aluminium
FedergabelRockShox Yari RC
AntriebBosch Performance CX
AkkuBosch Powertube 625
DämpferRockShox Deluxe Select+
LaufräderBontrager Line Comp 30
Reifen VRBontrager XR5 Team Issue 2,6"
Reifen HRBontrager XR5 Team Issue 2,6"
SchaltwerkShimano XT M8100
SchalthebelShimano XT M7100
Kurbele*thirteen e*spec Plus
UmwerferOhne
BremseShimano MT520
BremsscheibenShimano RT76 203/203mm
SattelstützeTranzX JD-YSP18 130mm (L)
SattelBontrager Arvada
VorbauBontrager Rhythm Comp
LenkerBontrager Rhythm Comp
Trek Rail 7
Das Paket aus Bosch CX Motor und dem 625Wh Akku macht enorm viel Freude. Der Motor ist kräftig und dynamisch und der schlanke Akku verschafft ihm eine große Reichweite. Lediglich die hohe Lautstärke könnte den einen oder andren stören.

Die Sitzposition auf dem Trek Rail 7 wurde durchaus mit einem sportiven Fahrer im Hinterkopf abgestimmt. Der Rahmen fällt recht lang aus, die Front nicht allzu hoch, um am Vorderrad genügend Druck ausüben zu können. Die Abmessungen sind jedoch nirgendwo so extrem, dass sich auch Einsteiger nicht auf dem optisch auffälligen E-MTB zurechtfinden würden. Eine ähnlich gute Balance findet das Fahrwerk. In seinem Grundcharakter würden wir dieses zwar auch eher als sportlich-straff bezeichnen, doch es lässt den Komfort in gemäßigtem Gelände nicht links liegen.

Runde Gesamtperformance im Gelände

Mit 150mm bzw. 160mm Federweg und dem sportiven Handling blüht das Rail auf dem Trail förmlich auf. Dank des tiefen Schwerpunkts und der zentralen Position auf dem Rad kommt man in den Genuss eines satten Fahrgefühls, das extrem viel Sicherheit vermittelt. Gemeinsam mit der großen Laufruhe lädt das Bike dann auch dazu ein, die Grenzen auszuloten. Die positiven Fahreigenschaften bleiben auch bei hohem Tempo und grober Fahrweise weitestgehend erhalten, auch wenn die RockShox Yari RC an der Front dann ziemlich ins Schwitzen kommt. Die recht einfache Dämpfung ist mit schnellen Schlägen etwas überfordert und neigt zum Verhärten.

Geometrie Trek Rail 7

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S M L XL
Sitzrohr (in mm) 410 420 450 500
Oberrohr horizontal (in mm) 588 613 634 666
Steuerrohr (in mm) 105 105 110 120
Kettenstrebe (in mm) 448 448 448 448
Radstand (in mm) 1196 1221 1243 1277
Lenkwinkel (in °) 64.5 64.5 64.5 64.5
Sitzwinkel (in °) 75 75 75 75
Reach (in mm) 420 445 465 495
Stack (in mm) 626 626 630 639

Trek Rail 7

Überraschend gut schlagen sich die recht günstigen 4-Kolben-Bremsen von Shimano. Grund dafür mögen auch die großen, hochwertigen Bremsscheiben sein, mit denen man auch während längerer Abfahrten keine Schwierigkeiten hat, das etwas über 23kg schwere Rail zum Stehen zu bringen. Positiv außerdem: Selbst bei heftigem Gerumpel bleibt das Bike leise und gibt nur minimales Klappern von sich. Für steiles Gelände hätten wir uns lediglich eine Variostütze mit mehr Hub gewünscht. So gut die Tranz-X auch funktioniert, 130mm Hub in den Größen L und XL sind für ein Rad mit derartig großem Trail-Potential unserer Meinung nach zu wenig.

Solider Kletterer mit Bosch-Power

Eine ähnlich überzeugende Vorstellung liefert das Trek E-MTB beim Klettern ab. Zu verdanken ist diese starke Uphill-Performance unter anderem natürlich dem überzeugenden Bosch CX Motor. Der Antrieb der Schwaben bringt eine beinahe perfekte Balance zwischen Unterstützungskraft, Sensibilität und Natürlichkeit mit. Leichte Abzüge gibt es für die bei hoher Unterstützungsleistung ziemlich unangenehme Geräuschkulisse.

Geisskopf Freeride

Der Antrieb allein macht aus einem E-MTB jedoch noch keinen guten Kletterer. Glücklicherweise bringt das Rail dafür auch die passende Geometrie mit. Man sitzt nicht zu hecklastig und kann aus dieser zentralen Position heraus auch im Sitzen sehr viele Anstiege bequem erklimmen. Etwas an seine Grenzen kommt das Bike, wenn es sehr technisch und sehr steil wird. Hier wäre eventuell ein noch steilerer Sitzwinkel hilfreich. Das ist jedoch nicht mehr als das viel zitierte Haar in der Suppe und kann den ansonsten rundum gelungenen Eindruck kaum trüben.

Unser Testfazit

Mit dem Rail 7 bringt Trek einen Hauch von Highend-Performance in erschwingliche Preisregionen. Dieser Eindruck bezieht sich vor allem auf den rundum gelungenen Rahmen. Seine Geometrie sollte Einsteiger wie Fortgeschrittene zufriedenstellen, er bietet Features wie die seitliche Akkuentnahme und kann mit einem tollen Hinterbau glänzen. Die Ausstattung ist solide, limitiert das große Potential des Bikes jedoch hier und da etwas – gerade deshalb ist das Rail 7 auch eine super Grundlage, um nach dem Kauf noch etwas zu tunen.

Wenn ihr noch mehr E-MTB Tests lesen wollt, dann schaut doch unbedingt mal auf unserer Partnerseite von Velomotion vorbei. Die Tests findet ihr hier: www.velomotion.de

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UPDATE: Enduro World Series – Das ist der aktuelle Kalender

Die Enduro World Series hat den Kalender aktualisiert. Nachdem vor einigen Tagen verkündet wurde, dass eines der favorisiertesten Rennen in Whistler, Canada abgesagt wurde, werden diese Saison alle Rennen in Europa stattfinden. Das ganze soll den Fahrern ermöglich eine einfachere Saison zu haben, da sie sich nicht mit den unterschiedlichen Reiserestriktionen zwischen den Kontinenten rumschlagen müssen.

Das erste Rennen findet am 23. Juni im schönen Südtirol statt und endet mit dem letzten Rennen der Saison am zweiten Oktober in Großbritannien. Genau wie 2020 wird somit die kommende Rennserie wieder in der zweiten Jahreshälfte stattfinden.

EWS

Wie auch schon im letzten Artikel zur EWS erwähnt, wird die Trophy Of Nations 2021 nicht stattfinden. Die Veranstalter haben sich gegen das Rennen der Nationen entschieden, da aufgrund der Pandemie nicht jedes Land teilnehmen kann und die Bedingungen unfair wären.

EWS

Mehr News zu der EWS findet ihr auf: www.enduroworldseries.com

RAAW Jibb – Trails, Spaß und Shred

Die Jungs und Mädels von Raaw präsentieren das Jibb; ein Bike mit 135/150mm Federweg, abfahrtsorientierter Geometrie und viel Spaßpotential. Der kleine Bruder vom Enduro Madonna ergänzt die Palette der Allgäuer und wird das neue 29er Trail-Bike.

Der Geschäftsführer Ruben gründete die Marke Raaw vor ca. vier Jahren um seine langjährige Liebe zum Fahrrad zu vertiefen. Nach dem Studium zum Maschinenbauer und einigen Jahren bei zwei großen Herstellern entschied er sich, sich selbstständig zu machen. Darauf entstanden die ersten eigenen Ideen und Skizzen für ein eigenes Bike. Gefesselt von der Idee, gründete er seine eigene Firma und etablierte sich nur wenige Jahre später mit seinen Produkten in der Gravity Szene.

Raaw jibb
Im Hintergrund: Ruben der Geschäftsführer und Produktentwickler auf seiner neuesten Kreation – Dem Jibb

Das Jibb – Keyfacts

  • Material: Aluminium
  • Laufradgröße: 29″
  • Federweg: 135mm (Hinten), 150mm (Vorne)
  • Preis: Rahmen ab 2.290 Euro, limitierte Komplettbikes ab 5.490 Euro

Raw oder Mattschwarz

Der kleine Bruder des Enduro-Boliden Madonna kommt genauso stylisch daher und wird entweder als Alu Raw mit mattem Klarlack, oder in Mattschwarz erhältlich sein. Auch hier werden Schweißnahtfetischisten wieder auf ihre Kosten kommen. denn das Jibb ist nur mit Aluminium (AL 6066 T6) erhältlich und bietet keine Carbon-Alternative. Das Raw-Finish ist mit einer Schicht Klarlack geschützt, um Veränderungen der Oberfläche durch Umwelteinflüssen oder Schweiß vorzubeugen. Technisch wäre ein roher (Raw) Rahmen kein Problem, dennoch ist er ohne diese Schicht Lack für Raaw “unfertig”.

Aus unserer Sicht ist Aluminium das ideale Material für ein Mountainbike: es ist leicht, stabil und stoßfest, und erlaubt so eine überaus haltbare Konstruktion. Wir setzen auf aufwändige, moderne Herstellungstechniken wie Hydroforming, Schmieden und CNC-Fräsen, um ein Produkt zu schaffen, das bestens funktioniert und aktuellen, hohen Praxisansprüchen mühelos standhält. – Raaw

 

Raaw jibb

Preise und Verfügbarkeit

Auch die Bike-Branche konnte der Corona Pandemie nicht entgehen und somit muss sich auch Raaw den aktuellen Begebenheiten anpassen. Deshalb wird es das Jibb nur in einer limitierten Auflage als Komplettrad geben. Wer sich sein Trail-Bike lieber selbst zusammenstellt, kann das neue Modell der Allgäuer auch als Frameset bestellen. Rahmen und Set sind in vier verschiedenen Größen erhältlich.

Frame Kits

Jibb Frame-Kits sind ab sofort weltweit verfügbar. Der Preis startet bei 2.290 Euro (inkl. MwSt.) in der EU und bei 1.924,37 Euro (exkl. MwSt.) in allen weiteren Ländern.

Frame-Kits mit Formula-Dämpfern werden sofort ausgeliefert. Bei der Wahl eines Fox-Dämpfers muss man sich noch bis zum April gedulden.

Komplettbikes

Eine limitierte Anzahl an Komplettbikes ist direkt bestellbar und wird voraussichtlich im Mai ausgeliefert. Aufgrund der weltweiten Beschränkungen beim Versand von Sperrgut sind Komplettbikes nur in Europa erhältlich. Die Preise beginnen bei 5.490 Euro.

Das Jibb ist sowohl für lange Touren als auch für Bikepark Tage geeignet und macht es so zu einem aktiven Allrounder, der dich aktiv dazu einlädt mitzuarbeiten. – Raaw

Raaw jibb

Geometrie für Jibbs und Sends

Nicht nur Enduros bekommen immer mehr Federweg, auch Trail-Bikes werden immer potenter. Das gilt auch für das Jibb. Raaw stattet den “kurzhubigen” 29er mit 135mm am Heck und 150mm Federweg in der Front aus. Alternativ passt laut Hersteller auch eine 160mm Gabel ins Jibb, was allerdings zu einer leichten Veränderung der Geometrie führt.

Die Sitzposition des Jibb ist sehr zentral. Verglichen mit dem Madonna befindet sich der Sattel ein wenig weiter hinten, um den 10 mm kürzeren Reach zu kompensieren. Dies führt dazu, dass sich die Sitzposition zwischen Madonna und Jibb bei gleicher Rahmengröße sehr ähnlich anfühlen soll.

Raaw ist davon überzeugt, dass das Gleichgewicht zwischen Front und Heck des Bikes einen großen Teil zum Fahrverhalten beiträgt. Genau deswegen wachsen beim Jibb die Kettenstreben proportional zur Größe des Hauptrahmens mit. Die verschieden Rahmengrößen werden mit jeweils passenden Kettenstrebenlängen ausgeliefert. Um die individuellen Vorlieben jeden Fahrers zu berücksichtigen und Raum für Experimente zu lassen, lässt sich die Kettenstrebenlänge über Inserts weiter anpassen. Der Lenkwinkel von 65,5° soll viel Traktion am Vorderrad generieren und dem Fahrer das nötige Vertrauen und maximale Kontrolle auf dem Trail bieten. In Kurven gibt das Jibb laut Hersteller aktives und kontrolliertes Feedback und verleitet so dazu, die Bremsen komplett aufzumachen.

Mit 35 mm ist das Tretlager-Offset (BB Drop) auf dem Papier gleich wie beim Madonna. Durch den kürzeren Federweg steht das Jibb auf dem Trail allerdings höher, was zu einem aktiven, leichtfüßigen und verspielten Charakter beitragen dürfte.

SMLXL
Federweg (h/v)135/150 (+10)135/150 (+10)135/150 (+10)135/150 (+10)
Reach420445470495
Stack608622636649
Kettenstrebenlänge440440445450
Tretlagerabsenkung35353535
Tretlagerhöhe335–340335–340335–340335–340
Sitzrohrlänge395420445470
Sitzwinkel, effektiv77.577.577.577.5
Sitzwinkel, real74.574.574.574.5
Offset Sitzrohr zu Tretlager35353535
Oberrohrlänge, horizontal561589619648
Steuerrohrlänge100115130145
Lenkwinkel65.565.565.565.5
Gabellänge560560560560
Gabel-Offset44444444
Radstand1172120312401276
Körpergröße in cm158–170167–180177–190186–199
Empfohlene Vorbaulänge35–5035–5035–5035–50
Empfohlene Kurbellänge170170170170
Raaw jibb
Ein seltener Anblick: Ein Trail-Bike mit 135mm und Coil-Dämpfer.

Die geraden Linien des Jibb unterstreichen den wesentlichen Entwicklungsansatz bei RAAW, bei dem Funktionalität und Dauerhaltbarkeit höchste Priorität genießen. Das Unterrohr verläuft geradlinig zum Tretlager. Das sorgt für eine hohe Bodenfreiheit und bietet herumfliegenden Steinen keine Angriffsfläche. – Raaw

Raaw jibb
Der Kettenstrebenschutz verhindert Kratzer und nervige Geräusche.

Rahmenschutz und weitere Funktionen

Am Jibb kommt der gleiche, bewährte Kettenstrebenschutz wie beim Madonna zum Einsatz. Er besteht aus weichem Gummi und sorgt dank des markanten Rippenprofils nicht nur für einen aggressiven Look, sondern auch für eine deutliche Dämpfung der Kettenschläge. Die nahtlos ins Material integrierten Rippen sind in Richtung Tretlager massiver ausgeführt. Damit ist jeder Millimeter Kettenstrebe effektiv abgedeckt und selbst auf harten Abfahrten vor Kettenschlag geschützt. Zusätzlich schützt ein Silikonelement die Innenseite der rechten Sitzstrebe. Der Unterrohrschutz wird aus weichem, 5 mm dickem Gummi gefertigt. Er wird einfach auf den Rahmen aufgeklebt und deckt die volle Breite des Unterrohres ab.

Raaw jibb

Natürlich trägt der moderne und hippe Mountainbiker keinen Rucksack mehr. Deshalb bietet das Jibb verschiedene Möglichkeiten, Zubehör oder Werkzeug direkt am Rad zu befestigen. Dazu finden sich unter dem Oberrohr gleich zwei Flaschenhalter-Gewinde, an die sich problemlos Storage-Lösungen von Drittanbietern (z.B. Wolf Tooth oder Race Face) befestigen lassen. Natürlich findet auf dem Unterrohr zusätzlich eine Flaschenhalteraufnahme Platz.

Raaw jibb

Mehr zu Raaw findet ihr hier: www.raawmtb.com

VIDEO: Yoann Barelli – Neues “Into The Gnar” Video mit Remy Metailler

Yooooooooooooo Everyone

Guess What, I’m back with some new episodes of “Into The Gnar” !!!!!

The goal this year is to have one episode dropping every month and to have a guest at every episode to make it more fun. Each episode will be Filmed by Alex Chapellier to make the whole series more professional and more enjoyable for you to watch.

For this episode we ride Hueso, double black diamond trail Squamish with some really cool features and have @Rémy Métailler with a surprise guest appearance hahaaaaaaaa !!!

Enjoy 🙂

NEWS: EWS Whistler und Trophy of Nations für 2021 abgesagt

Aufgrund der weitergehenden Pandemie hat die Enduro World Series verkündet, dass sowohl der Fahrer und Fan Liebling in Whistler, Kanada, als auch die Trophy Of Nations 2021 nicht stattfinden wird.

Damit sich der EWS Zirkus nicht mit zu vielen unterschiedlichen Grenzmaßnahmen und Kontrollen rumschlagen muss, einigten sich die Veranstalter die Saison 2021 auf Europa konzentrieren. Das ermöglicht den Teams sich in einem Gebiet aufzuhalten und verhindert Probleme mit Reiserestriktionen.

Die Trophy Of Nation wird ebenfalls auf 2022 verschoben, da sehr wahrscheinlich nicht alle Nationen am Rennen 2021 teilnehmen können. Da die EWS eine möglichst faire Saison ermöglichen will, hielt sie diese Entscheidung für sehr wichtig.

Mehr Informationen findet ihr unter: www.enduroworldseries.com

VIDEO: Remy Metailler – Wie man mit Angst umgeht

Wenn man den Profis zuschaut, glaubt man manchmal, dass sie vor nichts Angst haben. Doch der Anschein trügt.  Remy Metailler zeigt in seinem neuen Edit wie er sich an neue Features herantastet und wie er mit seiner Angst umgeht und sie auf dem Trail einsetzen kann.

Fear is something very few athletes talk about, but I don’t hide that I’often scared. This is how I manage it though.

Bulls Wild Creed Team – Das Enduro des deutschen Meisters

Wild Creed

Mit dem Wild Creed bringt der breit aufgestellte Fahrradhersteller sein erstes spezifisch für den Enduro Einsatz konzipiertes Mountainbike auf den Markt und setzt dabei auf Erfahrungen und Ideen vom deutschen Enduro Meister Christian Textor. Ob die Marke im Gravity Bereich unterschätzt wird und was das langhubige Race Bike kann, erfahrt ihr hier.

Wenn ich an Enduro Räder denke, fallen mir spontan Marken wie Trek, Canyon, Specialized und Rocky Mountain ein, aber Bulls hatte ich bis vor einigen Wochen nicht unbedingt mit agressiven und Abfahrts orientierten Fahrrädern in Verbindung gebracht.

Der Deutsche Enduro Meister und erfolgreiche EWS Fahrer Christian Textor fährt nun seit einigen Jahren für das Deutsche Unternehmen und erklärte uns in einem interview alles über seine Karriere bis hin zur Entwicklung des Wild Creeds (Das Interview findet ihr hier). Kurz nach dem Gespräch mit “Texi” schickte uns Bulls das Wild Creed in der Team Edition zum testen und wir waren gespannt.

Bulls Wild Creed Team – kurz und sachlich:

  • 29″
  • Carbon Rahmen
  • RockShox Lyrik Ultimate / Super Deluxe Coil Ultimate
  • Shimano XTR
  • Gewicht: 13,9 Kg
  • Preis: 4.849 Euro

Die Entwicklung mit Christian Textor

Bei der Entwicklung des Wild Creed hat Bulls von Anfang an mit Christian zusammen gearbeitet um seinen Anforderungen zu entsprechen. Der junge Familienvater ist sehr stolz auf das Endprodukt und fuhr damit in der letzten Saison trotz Verletzung und aufgrund von Corona veränderten Trainingszeiten einige sehr gute Ergebnisse ein.

Moderne Enduro Bikes müssen mittlerweile einem hohen Standard entsprechen, da die Trails immer anspruchsvoller, länger und verblockter werden. Daher setzen einige Hersteller auf sehr flache Lenkwinkel und einen langen Reach und Radstand. Das macht die Fahrräder zwar häufig sehr stabil in schnellen und steilen Abschnitten, aber weniger wendig und verspielt in Kurven oder langsameren Sektionen.

Ich bin stolz auf das gesamte Rad als solches, wenn man so will ist es das erste konsequent eigenentwickelte Bike was Bulls in diesen Sektor gebracht hat und für mich die größte Belohnung der Zusammenarbeit. Es ist etwas besonderes ein Bike anzuschauen an dem du mitgearbeitet hast, wo Leidenschaft und viele Stunden grübeln und testen drin stecken. Die Möglichkeit für so eine Zusammenarbeit findet man nicht bei vielen Herstellern. – Christian Textor

Bulls Wild Creed

Interessante Optik mit versteckten Features

Wir haben das Enduro des deutschen Herstellers direkt ausgepackt und haben festgestellt, dass es in natura noch mal deutlich besser aussieht, als auf den Fotos die wir zuvor gesehen hatten. Der Schwarze Carbon Rahmen wirkt mit den blauen Highlights und der roten Lyrik Ultimate echt stimmig und fällt auf. Das Unter- und Oberrohr lässt das Wild Creed recht bullig wirken, sieht dadurch aber definitiv schwerer aus als es tatsächlich ist.

Interessant fanden wir auch das offene Fach zwischen Unterrohr und Sitzrohr, dass unterhalb des Flaschenhalters genügend Platz für einen Ersatzschlauch und Tools bietet. Das ganze wirkt clever gelöst, da es zusätzliche Gewicht am Fahrrad in der näher des Tretlagers verstaut und den Schwerpunkt somit niedrig hält. Ich weiß diese Aussage wirkt fast komisch, aber es gibt unter uns sogenannte Leichtbau-Fetischisten, die penibel auf jede Kleinigkeit achten und bei solchen Details bestimmt auf ihre Kosten kommen.

Bulls Wild Creed
Interessantes Feature: Der “Kofferraum” versteckt sich unter dem Flaschenhalter und bietet Platz für Ersatzschlauch und Werkzeug

Besonderes Feature ist sicher der „Kofferraum in dem ein Schlauch unter der Flasche Platz findet, was trotzdem optisch Clean aussieht und schwerpunktmäßig optimiert ist. Außerdem bin ich beeindruckt wie gut dieses Bike mit ein und demselben Fahrwerkssetup funktioniert, ob ich Hometrails fahre, in Whistler die größten Jumplines springe oder Enduro World Series race geht das alles mit ein und demselben Setup. Das geht so nicht mit vielen Bikes. – Christian Textor

Premium Ausstattung für einen Top Preis

Kommen wir zu einem der interessantesten Punkte am Wild Creed. Bulls verbaut beim Team ein wirklich rundes und gut arbeitendes Arsenal an Komponenten. Für ausreichend Reserven auf ruppigen Trails sorgt die RockShox Lyrik Ultimate RCT in der Front und der Super Deluxe Coil Ultimate RCT im Heck. Beide kommen mit 160mm Federweg und stehen für ordentlich Performance und werden neben oft in der Enduro World Series gefahren. Natürlich kann man sich darüber streiten ob man lieber Stahlfeder- oder Luftdämpfung fährt, jedoch ist das Ansprechverhalten beim Super Deluxe Coil sensibler als bei seinem Luft-gedämpften Gegenstück.

Der Antrieb und die Bremsen kommen aus dem Hause Shimano. Für genügend Bremskraft sollen die 4-Kolben Deore XT in Verbindung mit 203mm Center Lock Scheiben vorne und hinten sorgen und für ausreichend Übersetzung im Uphill sorgt die Deore XT 12-fach Schaltung mit 10-51 Zähnen und einem XTR Schaltwerk.

Die weiteren Komponenten sind ein bunter aber auch schlauer Mix von verschiedenen Herstellern. Der Sattel kommt von Fizik, die Griffe von Ergon und Vorbau und Steuersatz sind von Race Face und Acros.

Für den nötigen Grip und gute Rolleigenschaften sorgt die Kombination von Schwalbes Magic Mary in der Front und dem Big Betty am Heck. Beide Reifen haben sich in den letzten Jahren in der Szene bewehrt und vor allem der grobstollige Magic Marry begeistert im Enduro und Downhill Bereich mit ausgesprochen guter Haftung in allen Situationen.

Bulls Wild Creed Team
Größe:M,L,XL
Rahmen:Carbon
Laufradgröße:29"
Gabel:Rock Shox Lyrik Ultimate RC2 160mm
Dämpfer:Rock Shox Super Deluxe Coil Ultimate RCT 160mm
Bremse:Shimano Deore XT BR-M8120
Bremsscheiben:203 Center Lock
Schaltung:Shimanor Deore XT 12-fach
Sxchalthebel:Shimano Deore XT SL-M8100
Schaltwerk:Shimano XTR RD-M9100-SGS
Kurbelgarnitur:Shimano Deore XT FC-M8100
Kassette:Shimano Deore XT CS-M8100-12 10-51T
Kette:Shimano Deore XT CN-M8100
Vorbau:Race Face Affect
Steuersatz:Acros
Lenker:Race Face Turbine
Sattelstütze:Limotec Alpha 1 Light, absenkbar
Sattel:Fizik Alpaca Terra
Griffe:Ergon GD10
Reifen:Schwalbe Magic Mary / Big Betty

Bulls Wild Creed

Geometrie – etwas gegen den Strom

Moderne Enduros werden oft immer flacher und länger und zielen dabei auf den Einsatz für hohe Geschwindigkeiten bei Rennläufen.

Das Wild Creed fokusiert sich jedoch eher auf den Spagat zwischen Race und Wendigkeit und bietet mit seinem 65.5° Lenkwinkel und dem 470mm Reach (bei größe L) etwas konservativere Zahlen als die Konkurrenz. Christian Textor beweist mit seinen Rennergebnissen, dass man mit dieser Geometrie zum Erfolg fahren kann und besteht auf die Allround Fähigkeiten seines Wild Creed.

Ein Enduro muss in erster Linie zuverlässig sein, außerdem möglichst vielseitig einsetzbar was bedeutet das es in jedem Terrain funktioniert.
Den Spagat den ein Enduro im Sinne der technischen Anforderungen schaffen muss ist enorm groß und meiner Meinung nach ist die Kategorie Enduro damit die größte und spannendste Herausforderung in Sachen Entwicklung. – Christian Textor

GRÖßEM - 44 cmL - 47 cmXL - 50 cm
OBERROHRLÄNGE610 mm632 mm654 mm
REACH450 mm470 mm490 mm
STACK618 mm627 mm636 mm
SITZROHRLÄNGE44 cm47 cm50 cm
SITZROHRWINKEL75.5 °75.5 °75.5 °
KETTENSTREBE435 mm435 mm435 mm
RADSTAND1203 mm1228 mm1252 mm
TRETLAGEROFFSET25 mm25 mm25 mm
LENKWINKEL65.5 °65.5 °65.5 °

Wild Creed

Einen ausführlichen Test werdet ihr in den nächsten Wochen auf unserer Seite und auf YouTube bekommen. Leider liegt im Bayrischen Wald mittlerweile so viel Schnee, dass ein Test unter realen Bedingungen leider noch nicht möglich ist. Jedoch können wir nach der ein oder anderen Ausfahrt sagen, dass das Wild Creed auf dem Trail echt die ein oder andere Überraschung mit sich bringt. Wir freuen uns definitiv auf die nächste Runde mit dem Bulls Enduro und sind gespannt wie es weiterhin performen wird.

Mehr Informationen zum Wild Creed Team und weiteren Bulls Fahrrädern findet ihr unter: www.bulls.de