Test Ride: Specialized Stumpjumper EVO 2021

Specialized Stumpjumper EVO

Von Schnee und Regen über rutschige Wurzeln und steile Abfahrten – passender hätten die Bedingungen zum Launch des neuen Specialized Stumpjumper Evo nicht sein können. Wir waren letzte Woche für ein paar Tage nach Saalbach eingeladen und konnten dort das neue, aggressive Trailbike zum ersten Mal testen. Wir hatten eine Menge Spaß und wollen euch an unseren ersten Testfahrten teilhaben lassen.

Eine kleine Gruppe an Medienvertretern, ein tolles Chalet am oberen Ortsende von Saalbach und ein Trailbike der Extraklasse waren bei der Vorstellung des neuen Specialized Stumpjumper EVO die Schlagworte für ein absolut spannendes Event. Unsere Unterbringung sorgte bereits von Anfang an für ein Gefühl von Heimat. Natürlich trugen neben den tollen Zimmern auch das leckere Essen und die Sauna zur Gemütlichkeit in diesen Tagen ihren Teil bei – an dieser Stelle nochmal ein riesen Dankschön an die Jungs von Specialized, die uns bestens versorgt haben. Einzig und allein das Wetter wollte nicht so wirklich mitspielen – doch wie schon tausendfach gehört gibt es kein schlechtes Wetter, sondern nur falsche Kleidung. So packten wir uns dick ein, warfen die Regenkleidung über und schon konnte die wilde Testerei auf den vielseitigen Trails in Saalbach Hinterglemm losgehen.

Specialized Stumpjumper EVO

Die wichtigsten Daten des brandneuen Stumpjumper EVO kompakt zusammengefasst

  • Einsatzgebiet: Trailbike
  • Laufradgröße: 29 Zoll
  • Federweg vorne: 160mm
  • Federweg hinten: 150mm
  • Laufradgröße: S1 – S6
  • Rahmenmaterial: Carbon oder Aluminium
  • Varianten, Preise und Verfügbarkeit: Das Stumpjumper EVO 2021 ist ab sofort erhältlich

Bevor wir zu den praktischen Eindrücken auf den Trails kommen, noch ein paar Worte zum Konzept, der Grundidee und dem Einsatzgebiet des Stumpjumper EVO 2021. Kurz gesagt – das Stumpjumper soll ein Trailbike sein, wie es im Bilderbuch steht und in erster Linie jedem Rider ein Lächeln in sein Gesicht zaubern. Erste auffällige Veränderung zum Vorgänger: Der Federweg wuchs hinten wie vorne jeweils um 10mm an, was schon so einiges über den Charakter des erneuerten Bikes aussagt. Jedoch wurde nicht nur auf die Performance bergab Wert gelegt; auch die Klettertauglichkeit des EVOs wurde miteinbezogen. Damit wollen die US-Amerikaner ein möglichst vielseitiges Bike, welches ein Maximum an Kontrolle verspricht, entwickelt haben.

Technisch hat sich so einiges geändert und so erinnert die Silhouette zwar an das Vorgängermodell, doch eigentlich steht hier ein völlig neues Bike vor einem. Die meisten dieser Veränderungen werden wohl nur Kennern und Technik-Nerds auffallen und um euch jetzt nicht noch länger auf die Folter zu spannen, zeigen wir hier noch in bildlicher Form einige Details auf, gehen kurz auf die Geometrie ein und kommen dann zum interessantesten Teil: der Produktvorstellung – dem First Ride.

Specialized Stumpjumper EVO
Unter dem Trinkflaschenhalter verbirgt sich am EVO natürlich die SWAT Box mit 15% mehr Stauraum als beim Vorgänger und Platz für die speziell entworfene Trinkblase, eine Regenjacke oder anderen Proviant.

Vielseitigkeit vom Feinsten am Stumpjumper EVO 2021

Insgesamt zwölf verschiedene Einstellungsmöglichkeiten bietet Specialized bei allen ihrer sechs „S“-Größen, die von S1 bis S6 reichen und respektive den Größen XS-XXL entsprechen. Diese Vielfalt an Möglichkeiten der Individualisierung erreichte Specialized durch drei Punkte: Eine Steuersteuersatzschale mit drei Einbauvarianten (steep, middle, slack), einen Flipchip im Horst-Link (high, low) und der Möglichkeit das Stumpjumper EVO auch als Mullet-Bike, also mit 29 Zoll Bereifung vorne und 27,5 Zoll hinten zu fahren. Mit diesen Möglichkeiten kann sich jeder Konsument das EVO genau nach seinen Vorlieben anpassen.

Bestärkt wird dies durch das hauseigene „S“-Sizing, welches sich zwar an der konventionellen Größentabelle richtet, sich jedoch sehr spezifisch auf verschiedene Fahrstile anpassen lässt. Um euch das ein bisschen näher zu bringen findet ihr hier sämtliche Illustrationen. Falls ihr Fragen zum Sizing, der Geometrie oder anderen Themen zum Bike habt – lasst gerne einen Kommentar da.

Die Größentabelle bildlich dargestellt

Geometrie

Modern, lang und flach sind wohl die treffendsten Worte um das neue EVO kurz und knackig zu beschrieben und genau so sieht es auch auf dem Papier aus. Durch die zahlreichen Optionen ist natürlich auch die Geometrietabelle enorm umfangreich.

Das Stumpjumper EVO 2021 auf den Trails in Saalbach Hinterglemm

Nicht zuletzt durch die ansprechende, aggressive Optik und das potente Vorgängermodell waren die Erwartungen entsprechend hoch, bevor es an die ersten Testruns ging. Mein Start-SetUp war bei „Low“ am Heck und „Middle“ bei der Steuersatzschale. Nach dem Einstellen an meine Bedürfnisse und dem Einbremsen auf der Teerstraße ging es mit der Testcrew auch schon zur Reiterkogelbahn, wo die Blue-Line zum Einfahren auf uns wartete.

Specialized Stumpjumper EVO

Anfangs hatte ich das Gefühl, dass mir die Rahmengröße S4 bei einer Körpergröße von 1,80m etwas zu groß sei, da ich nicht sofort den sogenannten Wohlfühlfaktor erreichte – was wohl auch an den 4°C gelegen haben könnte. Dieses Gefühl verließ mich nach einer flowigen Abfahrt jedoch schnell und ich hatte fortan keine Probleme mich mit dem Bike zu arrangieren.

Besonders auf ruppigen Abschnitten konnte mich das Stumpjumper EVO vollends überzeugen, da es auch in brenzligen Situationen viel Sicherheit gab, der Spur treu blieb und auch nach der letzten Stufe noch mit massig Reserven parat stand. Hier war gut zu erkennen wie ausgeklügelt die Suspension am EVO ist, denn auch mit der günstigeren Fahrwerksvariante von Fox gab es hier nichts zu meckern. Hier zeichnete sich definitiv die viele Arbeit der Entwicklung ab und es wirkte durchgehend so, als ob Geometrie, Kinematik und Ausstattung optimal aufeinander abgestimmt sind – an dieser Stelle ein großes Lob an Specialized!

Specialized Stumpjumper EVO

Auf flowigen, verspielten Strecken, wie dem Hacklbergtrail, der Blue-Line oder auch der Z-Line in Hinterglemm zeigte das EVO großes Potenzial auch auf angelegten Kurven und anderen Obstacles ein wahrer Garant für ein Maximum an Spaß zu sein. Hier muss ich jedoch anhängen, dass bei meiner Körpergröße ein S3, zumindest für diesen Belang, die sinnvollere Lösung gewesen wäre. Doch hatte ich vor allem durch die recht kurz wirkenden Kettenstreben viel Spaß und nutze auch die ein oder andere Gelegenheit für Spielereien auf und neben dem Trail.

Specialized Stumpjumper EVO

Mein persönliches Fazit zum Specialized Stumpjumper EVO 2021

Um es kurz und knapp zu sagen: Sollte ich in absehbarer Zukunft das Bedürfnis haben, mich bei einem Endurorennen anzumelden, wäre das EVO im Moment meine erste Wahl und somit kann ich es wärmstens empfehlen. Nicht nur für Rennfahrer, sondern auch einem breiten Klientel vom Anfänger bis zum Erfahrenen Shredder da durch die ausgeklügelte Technologie und die Größengebung beinahe für jeden ein sehr flexibles und „rundes“ Rad dabei sein sollte.

Artikel und Bilder von Johannes Schreiner.

Specialized im World Wide Web

www.specialized.de

 

 

 

 

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Johny Salido – “Keep on Keeping on | Dreaming of Rampage”

©Juan Diego Taylor

Als der mexikanische Freerider Juan Diego „Johny“ Salido durch seinen zweiten Platz beim Marzocchi Proving Grounds im September 2019 eine Wildcard für die Red Bull Rampage erringt, ist er vollkommen überwältigt. Denn diese Wildcard ist die Eintrittskarte zu seinem größten Traum. Die Dokumentation „Keep on Keeping on | Dreaming of Rampage“ begleitet Johny auf seinem Trip zur Red Bull Rampage 2019 – von der Qualifikation bis zum Sturz vor dem Finale – und spiegelt eindrücklich wider, wie viel ihm dieses Event bedeutet. Die Dokumentation gibt es hier zu sehen:


In „Keep on Keeping on | Dreaming of Rampage“ wird schnell klar, dass Juan Diego Salido alias Johny Salido schon seit dem Kindesalter mit Herzblut fürs Mountainbiken lebt. Seit seinem neunten Lebensjahr genießt er jede Sekunde auf seinem Bike, hat in jungen Jahren mit Top-Platzierungen bei Contests überrascht und konnte es schließlich kaum fassen, dass sein Lebenstraum in Erfüllung gehen sollte: Als erster Mexikaner überhaupt konnte er sich im September 2019 mit einer Silber-Medaille beim Marzocchi Proving Grounds für die letztjährige Rampage qualifizieren. Auf die Teilnahme am jährlichen Treffen der besten Freerider der Welt im Zion National Park in Utah hat der 21-Jährige aus Guadalajara, Mexiko lange hingearbeitet: „Mein größter Traum war es schon immer, Seite an Seite mit den besten Ridern der Welt bei Red Bull Rampage zu fahren und dort als erster die mexikanische Flagge zu repräsentieren“.

Johny bei Red Bull Rampage 2019 ©Juan Diego Taylor

Schon einige Wochen vor dem Event machen sich Johny und seine Crew auf die Reise nach Utah, zum größten Freeride-Event der Welt. Die Vorfreude ist groß, die Stimmung ausgelassen.

Was Red Bull Rampage einzigartig macht: Die Rider, die am Event teilnehmen, sichten und bauen zusammen mit ihrem Team, bestehend aus maximal zwei Shapern und einem Kameramann, ihre eigene Line – so können sie sich auf ihrem Bike ganz individuell verwirklichen. Dafür haben sie einen Scouting-Tag, acht Tage zum eigentlichen Bau der Line plus zwei Erholungstage. Johny und seine Crew schuften hart und stellen dabei ihre Kreativität unter Beweis. Sie nutzen die verfügbare Zeit komplett aus, um die beste Line in den roten Sandstein zu meißeln.

Die Vorbereitungen für das große Event ©Juan Diego Taylor

Einen Tag vor dem Finale findet Johnys Traum der Rampage ein jähes Ende. Bei einem massiven Step-Down Backflip verletzt er sich schwer, gibt aber trotz großer Schmerzen nicht auf. Sein Team hingegen bemerkt schnell, dass etwas mit ihm nicht in Ordnung ist: „Johny ist irgendwie außergewöhnlich ruhig, gestern war er es nicht. Entweder ist er voll im Tunnel oder er macht sich Sorgen.“

Nach seinem ersten Übungs-Run am Finaltag bricht der 21-Jährige zusammen und wird direkt ins Krankenhaus eingeliefert. Im Zusammenhang mit seinem schweren Sturz hat er innere Blutungen erlitten, verursacht durch einen Milz-Riss. Somit ist sein Traum vorerst geplatzt – zumindest teilweise, denn er nimmt auch viel Positives mit. Johny ist Teil des Mega-Events gewesen, hat sich mit Top-Ridern ausgetauscht und seine eigene Line gebaut. Nur was er wirklich auf dem Bike draufhat, kann er am Finaltag der Rampage nicht mehr zeigen.

Der Titel der Dokumentation „Keep on Keeping on | Dreaming of Rampage“ macht deutlich, dass Johny Salido seinen Traum nicht aufgibt und weiterhin dafür kämpfen wird, dass dieser Wirklichkeit wird.

Johny und seine Crew @Juan Diego Taylor

Johny Salido:
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Instagram: johnysalido
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Freeride Fiesta:
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Anmeldung für Mondraker Enduro Team 2021 in Davos ab morgen möglich

News: Das etablierte Team-Enduro-Plauschrennen „Mondraker Enduro Team“ steht für grenzenlosen Spaß, großartige Kameradschaft und beste Trails inmitten einer beeindruckenden Berg-Kulisse. Vom 2. bis 4. September geht der Event für erfahrene Mountainbiker in Davos Klosters bereits in die fünfte Runde. Am morgigen Freitag um 16.00 Uhr öffnet das Anmeldeportal für die 2021er Veranstaltung.

Mondraker Enduro Team ist eines der wenigen Enduro-Rennen für Teams in Europa. Mit der komplett neuen offenen Kategorie „Fun Team“ wird seit 2020 zudem größeren Teams von drei bis sechs Personen eine Teilnahme an dem Event ermöglicht. Neben dieser besonderen Kategorie bleiben natürlich auch die bewährten Kategorien für Zweierteams Men, Women, Mixed und 77+ bestehen. Die Startplätze am Event sind allerdings limitiert, insgesamt steht das Rennen für 450 Teilnehmer offen. Die genaue Anzahl der Teams hängt letztendlich somit auch von der Größe der angemeldeten „Fun Teams“ ab. Die bisherigen Austragungen waren sehr schnell ausverkauft, sowohl für Zweier- wie auch für Fun-Teams – wer dabei sein möchte, sollte also nicht zu lange warten. Das Anmeldeportal wird morgen um 16.00 Uhr freigeschaltet.

„Die Region Davos Klosters bietet eine unglaubliche Fülle von attraktiven Mountainbike-Trails – die Ideen gehen uns also noch lange nicht aus!“ – Rennleiter Michi Wild von der lokalen Bike Academy Davos

Mondraker Enduro Team

Mondraker Enduro Team: Klassische Stages und jede Menge Downhill-Spaß

Die teilnehmenden Teams werden in den drei Tagen insgesamt etwa 120 Kilometer zurücklegen. Bewältigt werden müssen hierbei knapp 1.500 Höhenmeter bergauf, dafür geht es rund 12.000 Höhenmeter bergab. Wie bei einem klassischen Enduro-Rennen stehen auch bei diesem Event sogenannte „Stages“ auf dem Programm. Diese führen laut Veranstalter vorwiegend bergab und dauern jeweils einige Minuten. Zwischen diesen Abfahrten legen die Teilnehmer verschiedene Transfer-Etappen ohne Zeitmessung zurück, oft unterstützt von Bergbahnen. Die Trails sollen abwechslungsreich und attraktiv sein – mitunter aber auch technisch anspruchsvoll, da es sich ausschließlich um alpine, natürliche Wege und nicht um ausgebaute Flowtrails handelt. Der Veranstalter betont, dass ein gewisses Fahrniveau auf dem Mountainbike Voraussetzung für Spaß bei dem Rennen ist.

„Unser Ziel ist es, erfahrenen Mountainbikern aus aller Welt in bester Gesellschaft die schönsten Trails der Destination Davos Klosters zu zeigen“ – Britta Wild

Web: www.enduro-team.ch

Das Neue Canyon Spectral 29 CF: Ein Bike für alles!

CANYON SPECTRAL CF 29

Das neue Canyon Spectral 29 CF soll Canyons Bike für alle Situationen werden. Die Koblenzer übernehmen das verspielte Fahrverhalten des Spectral 27.5 und integrieren es in ein laufruhiges 29er. Doch leichter gesagt als getan. Hier die Fakten. 

Wer in den letzten Jahren mal auf einem Spectral saß, hat mit Sicherheit das verspielte Fahrverhalten des kleinen 27.5 Zoll Trailbikes bemerkt. Canyon baut mit dem dem neuen Modell auf dieser Eigenschaft auf, kombiniert das Ganze aber mit einer neuen Geometrie, Kinematik und größeren Laufrädern. Mit  flacherem Lenkwinkel und längerem Reach soll das Spectral 29er eine optimale Lastenverteilung sowie eine ideale Balance aus Laufruhe bei Highspeed und agilem Lenkverhalten bei niedrigen Geschwindigkeiten bieten.

Canyon Spectral
Ein verspieltes Trailbike für alle Situationen? Die Koblenzer haben sich was vorgenommen.

Leichter Carbon Rahmen mit modernen Standards

Für ein vollgefedertes Mountainbikes mit 160 mm Federweg in der Front und 150 im Heck ist der Rahmen mit 2.598 Gramm einer der leichteren. Canyon ist hier sehr Stolz auf das Verhältnis von Steifigkeit zu Gewicht und das Erfüllen ihrer strengen, hauseigenen Teststandards. Das Canyon Spectral 29 CF entspricht den Anforderungen der Kategorie 4 und ist somit für anspruchsvolle, verblockte und steile Strecken geeignet und scheut nicht vor Sprüngen und Besuchen im Bike-Park zurück.

Der Wiedererkennungswert des Klassikers bleibt auch beim 29er erhalten.

Ein Trail Bike mit einem niedrigen Gesamtgewicht ist eine Sache – ein Trail Bike, das selbst den Strapazen der Enduro World Series und Tagen im Bikepark gewachsen ist, ist um einiges beeindruckender. Das Spectral 29 schafft genau diesen Spagat.

Canyon Spectral

Neue G5 Komponenten und schrauberfreundliches Design

Der Direktversender vom Deutschen-Eck verbaut auch bei den neuen Spectral Modellen seinen eigenen G5 Komponenten. Das ist jedoch nicht wie so oft nur dem Preis geschuldet – dadurch, dass die Komponenten selbst entwickelt und nicht nur zugekauft werden, können sie sowohl was Belastung als auch was Design angeht auf das Gesamtkonzept hin abgestimmt werden und sollen so ihren Teil zum runden Fahrgefühl beitragen.

Wie auch schon bei den neuen Sender Modellen werden hier nun auch austauschbare Gewindeeinsätze an fast allen Drehpunkten verbaut. Diese Idee hatten die Mechaniker des Canyon CLLCTV Downhill Teams. Dadurch ist nicht nur die Wartung einfacher, sondern bei Beschädigungen und Verschleiß wird nicht gleich ein neues Rahmenteil fällig, sondern es genügt, das Gewinde auszuwechseln. Darüber hinaus verbauen die Koblenzer langlebige doppelt abgedichtete Lager und sorgen mit der im Rahmen integrierten Kabelführung für einen leichten Austausch von Bremsleitungen, Schaltzügen und co.

Ausstattung und Preise

Das neue Spectral 29 CF wird es zunächst ausschließlich als Voll-Carbon-Bike geben und in fünf verschiedenen Ausstattungsvarianten erhältlich sein. Das Fahrwerk ist entweder mit Rockshox oder Fox Federelemten erhältlich. Hier gilt es zu beachten, dass Canyon bei den Rockshox Varianten auf agilere Bikes mit weniger Gesamtgewicht und einem Federweg von 150mm an der Front setzt. Für alle Shredder werden Fox Komponenten verbaut: 160mm Gabel mit steiferem 36mm Chassis und dem DPX2 Dämpfer der sich für härtere Trail-Abfahrten eignet. Die Bikes mit Fox Fahrwerk verfügen außerdem über einen um 0,5 Grad flacheren Lenkwinkel – für mehr Spaß und Kontrolle bergab. Das Spectral verfügt auch über einen “Flip-Chip” mit dem der Lenk- und Sitzwinkel um 0,5 Grad sowie die Tretlagerhöhe um 8 mm verändern werden kann.

Tab-NameCanyon Spectral 29 CF 8.0Canyon Spectral 29 CF 9.0Canyon Spectral 29 CF LTD

Gabel: RockShox Pike Select RC 150 mm
Dämpfer: RockShox Deluxe Select+
Schaltung: Sram GX Eagle
Bremsen: Sram G2
Laufräder: DT Swiss M1900
Reifen: Maxxis Minion DHF / Maxxis Dissector

Gewicht: 14,16 kg
Preis: 3.299 Euro

 

Gabel: Fox 36 Performance Elite Grip2 160 m
Dämpfer: Fox DPX 2 Performance Elite
Schaltung: Shimano XT M8100
Bremsen: Shimano XT M8120
Laufräder: DT Swiss XM1700
Reifen: Maxxis Minion DHF / Maxxis Minion DHR

Gewicht: 14,44 kg
Preis: 3.999 Euro

 

Gabel: RockShox Pike Ultimate RCT3 150 mm
Dämpfer: RockShox Deluxe Ultimate
Schaltung: Sram X1 Eagle
Bremsen: Sram G2 RSC
Laufräder: DT Swiss XMC1501
Reifen: Maxxis Minion DHF / Maxxis Dissector

Gewicht: 13,42 kg
Preis: 4.999 Euro

Gabel: Fox 36 Factory Grip2 160 mm
Dämpfer: Fox DPX2 Factory
Schaltung: Shimano XTR M9100
Bremsen: Shimano XTR M9120
Laufräder: DT Swiss XMC1200
Reifen: Maxxis Minion DHF / Maxxis Minion DHR

Gewicht: 13.57 kg
Preis: 5.999 Euro

Neben den vier verschiedenen Ausstattungsvarianten ist das Spectral 29 CF in drei Farb-Kombinationen erhältlich. Vom knalligen X-Ray Green über das dominante Rot bis hin zum klassischen Schwarz sollte für jeden was dabei sein.

Veränderte Geometrie für mehr Fahrspaß

Beim Spectral setzt Canyon wie schon bei den Sender Modellen auf ein speziell abgestimmtes Suspension-Design bei dem das „Anti-Squat“-Verhalten zu Beginn des Federwegs und um den SAG-Punkt verbessert wird, um die Effizienz beim Pedalieren zu erhöhen (ohne die damit verbundenen Nachteile eines erhöhten Pedalrückschlags). Als nächstes wurde der Federkennlinie etwas mehr Progression spendiert: Dadurch sollen Traktion und Kontrolle auf ruppigen Trails erhöht und der komplette Federweg ideal genutzt werden – ohne durchzuschlagen.

Im Vergleich zum Vorgänger wirkt die Geometrie leicht sportlicher und kombiniert mit einem flacherem Lenkwinkel und größeren Laufrädern das typische Bild eines abfahrtsorientierten Trailbikes. Wie schon oben genannt ist die Geometrie mit dem “Flip-Chip” leicht anpassbar.

Spectral 29 CF

Verspieltes Trailbike für ruppige Abfahrten

Die präsentierten Modelle scheinen auf dem Papier einiges her zu machen und die “Ein Bike für alles” Philosophie will viel versprechen. Das Canyon 29 CF scheint ein guter Spielgefährte für die heimischen Trails zu sein und verspricht mit seinen Technischen Daten und Ausstattungen ein rundes Gesamtkonzept. Sobald wir ein Testmodell auf unsere Hometrails ausführen konnten, berichten wir euch mehr.

Mehr Infos zum Spectral und weiteren Canyon Bikes findet ihr hier: www.canyon.com

ChainFin by NinjaMount – A silent bike is a fast bike!

NINJA MOUNT

Die aus Bayern stammende Brand Ninja Mount stellt uns mit dem heutigen Tag ein völlig neuartiges Produkt vor – die ChainFin. Diese soll vor allem für ein leises Bike sorgen, denn: A silent bike is a fast bike! Alles was ihr zur neuesten Idee der jungen Tüftlerschmiede wissen solltet erfahrt ihr hier.

Bisher ist Ninja Mount durch einige clevere Actioncam-Mounts bekannt. Nun jedoch steht Daniel, der hinter der Brand steckt und ganz nebenbei ein sympathischer Typ ist, mit einer neuen Idee vor der Haustür. Ihn störten Nebengeräusche am Fahrrad, sofern sie nicht von der Nabe oder “furzenden” Reifen in den Kurven kamen. Aus diesem Grund hat er sich für unschöne Töne aus der Kettenregion etwas einfallen lassen – ChainFin.

Wer kennt es nicht: Man shredded mit seinem Bike genüsslich Runde für Runde auf den Trails, doch die Euphorie wird immer wieder vom unangenehmen Geräusch einer an den Rahmen schlagenden Kette getrübt. Genau hier kommt das Produkt ChainFin ins Spiel und soll diesem Problem Abhilfe schaffen – auch wenn es hart zur Sache geht. Sie sollen die Schläge der Kette an den Rahmen abfangen und somit die unangenehmen Geräusche beseitigen. Die im Spritzguss hergestellten Fins – pro Set sind vier Stück enthalten – können dabei individuell an den jeweiligen Fahrradrahmen angepasst werden. Ebenfalls befinden sich eine Anleitung und Kabelbinder für die Montage im Lieferumfang.

Wir hatten bereits vor dem Release die Möglichkeit die ChainFin an verschiedenen Bikes zu testen. Optisch fallen die Fins kaum ins Gewicht und die Montage erfolgt durch die Kabelbinder simpel und schnell – egal an welchem Bike. Durch die flexible Anbringung können die Streben optimal geschützt werden und der Kontakt zwischen Rahmen und Kette wird vermieden. In der Praxis überzeugte uns die ChainFin und wir sind der Meinung, dass sie für einen Einführungspreis von 16,99€ eine Investition wert ist.

ChainFin – Alles auf einen Blick

  • Set besteht aus vier ChainFins (inklusive ausreichend Kabelbinder)
  • Dämpfender & flexibler Kunststoff
  • Spezielles Design ermöglicht Montage an unterschiedlichsten Rahmenformen
  • In Deutschland hergestellt & Auslieferung in einer kunststofffreien Verpackung
  • Verfügbarkeit: ab sofort
  • UVP: 18,99€ / Einführungspreis: 16,99€
  • https://www.ninja-mount.com/product/chainfin-by-ninja-mount/

NINJA MOUNT – Alles was du zur Brand wissen solltest

ninja mount
Hinter der Brand Ninja Mount steckt Daniel Blank, der selbst leidenschaftlicher Biker/Tüftler ist und am liebsten in bergaborientierten Bike-Destinationen im In- und Ausland unterwegs ist.

NINJA MOUNT wurde 2017 von Daniel Blank gefoundet, der sich mit Tüfteleien rund um das Bikererlebnis beschäftigt. Sein Projekt wurde mit Hilfe von Kickstarter ins Rollen gebracht und sein erstes Produkt war ein Actioncam-Mount für Integralhelme. Mittlerweile befinden sich nicht nur verschiedene Mounts sondern auch ein stylischer Mudguard und ab sofort auch die ChainFin im Sortiment und wir sind gespannt was uns der sympathische Tüftler als seine nächste Idee vorstellt. Falls ihr immer die neuesten Infos rund um Ninja Mount erhalten wollt – hier der Link zum Instagram-Profil.

Im folgenden Video seht ihr Danny Hart bei seinem Siegesrun im Worldcup-Finale 2019 in Snowshoe – gefilmt mit dem NINJA MOUNT Actioncam-Mount.

Interview: Christian Textor – über die Enduro World Series, Familie und Sponsoren

Christian Textor

Seine Ursprünge hat er im Dirtjump und Trials, er fuhr Erfolgreich Downhill Rennen und ist mittlerweile der erfolgreichste deutsche Enduro Racer; Christian Textor. Wir hatten den 29 Jahre jungen Familienvater und 3-fachen deutschen Enduro-Meister aus dem beschaulichen Siegerland im Interview und haben uns über seine Motivation, EWS Karriere und den Support durch seine Familie unterhalten.

In den letzten Jahren hat sich der Mountainbike-Sport immer wieder verändert, neue Disziplinen kamen dazu und andere verschwanden fast ganz von der Bildfläche. Doch keine Sportart dominierte in den letzten Jahren so stark wie Enduro. Fahrrad-Hersteller richteten ihre ganze Aufmerksamkeit auf diesen neuen Markt, MTBs wurden neu Entwickelt, Abfahrtsorientierte Boliden konnten nun auch bergauf getreten werden und Singlecrown Gabeln wurden immer steifer und potenter. 2013 fand das erste offizielle Rennen der Enduro World Series (EWS) statt und setzte somit den Startpunkt für ein ganz neues Kapitel der Mountainbike-Geschichte.

Christian Textor dominiert nicht nur die Deutsche Enduro Meisterschaft sondern fährt seit einiger Zeit ziemlich erfolgreich in die Top 20 Ränge der EWS. Im Gespräch erzählte er uns einiges aus seinem Leben, wie er zum Sport kam und wie ihn seine Familie dabei unterstützt.

Christian Textor
Christian beim Rennen der EWS in Rotorua, Neuseeland / photo by: Boris Beyer

Hallo Christian, stell dich doch bitte einmal kurz vor.

Ich bin der Christian, werde in weniger als zwei Monaten 30 Jahre alt, komme aus dem schönen Siegerland, bin glücklich verheiratet und habe zwei Kinder. Ich komme selbst aus einer großen Familie und genieße es. Bin ein absoluter Familienmensch.

Wie steht denn deine Familie zum Sport?

Meine Familie liebt den Sport. Ich habe auch einen Haufen Nichten und Neffen die sich total für den Radsport begeistern. Das ganze Thema Fahrradfahren wird immer mehr ein Teil der Familie.

Jetzt wo du die nächste Generation zum Sport bringst. Wie fing denn eigentlich bei dir alles an?

Das fing eigentlich alles mit meinem großen Bruder an. Er hat damals mit Trials im Garten gestartet, hat Paletten aufgestellt und Tricks geübt. Als kleiner Bruder will man natürlich immer mithalten und deshalb war da der Ehrgeiz bei auch ziemlich groß und der Progress etwas schneller als bei ihm.

Wie ging es dann weiter. Wie kamst du zum deinem ersten Rennen?

Eigentlich hatte sich bei mir der ganze Sport eher Richtung Freeride und Dirtjump entwickelt. Damals habe ich in Magazinen die ersten Einflüsse vom Sport bekommen, habe von Kids-Races gelesen, aber kam leider Anfangs nicht selbst dazu. Der Sport war damals noch nicht so bekannt und meine Eltern natürlich noch nicht so involviert, deshalb war es für mich nicht leicht an ein Rennen zu kommen. Somit fand erst mal alles daheim statt. Aber das hat sich dann durch die ganzen Magazine und Filme wie New World Disorder weiterentwickelt, das Ganze hat mich sehr inspiriert und geprägt. Durch diese Inspiration habe ich mich dann an die ersten Sprünge und Tricks getraut.

Also bist du erst mal beim Dirtjump und Freeride geblieben?

Ja. Die ersten Jahre bin ich hauptsächlich Dirtjump gefahren und habe auch an Contests teilgenommen. War aber schon immer eher ein technisch versierter Fahrer und lieber auf Trails unterwegs. Mit 19 hat mich dann ein Kollege mit auf ein Donwhillrennen geschleppt und da wurde ich auf Anhieb Zweiter mit meinem Slopestyle Bike.

Und da kam dann der Umschwung zum Downhill?

Mir wurde durch das Rennen klar, dass ich auf herausfordernden Rennstrecken echt gut aufgehoben bin. Habe mir damals auch im folgenden Jahr direkt ein Downhill-Bike gekauft und bin beim German- und European-Cup als Freeman an den Start gegangen. Habe direkt alle Rennen in der Hobby-Klasse gewonnen. In der nächsten Saison habe ich mir eine Lizenz geholt und bin dann in der entsprechenden Klasse gestartet. Ich habe mich damals nur leider verletzt, habe mir den Oberschenkel und die Hüfte gebrochen. Das war bei einem Fotoshootings in Schweden zum dem mich die deutschen Profi-Fahrer mitgenommen hatten, Ich war dort der Underdog und deshalb war das ganze eine große Sache für mich.

Christian Textor
Christian bei der EWS in Neuseeland / photo: Boris Beyer

Das klingt übel. Wie ging es dann weiter für dich?

Das Shooting und die Rennen haben mich heiß auf die Szene gemacht. Ich wollte damals mehr. Habe mir wieder eine Lizenz gelöst, bin mehr Rennen gefahren, haben auch ganz gut danach gefeiert und hatten einfach eine gut Zeit. Ich habe damals gemerkt, dass meine Ambitionen sehr hoch sind, bin teilweise in die Top 10 gekommen.

Jetzt warst du aber im Downhill recht erfolgreich. Wieso kam der Wandel zum Enduro

Das kam tatsächlich dadurch, dass ich mir für das Training ein Bike besorgt hatte mit dem ich Kilometer schrubben konnte. Bei mir daheim gibts es nur Hügel, kleinere Berge, aber keinen Lift, deshalb muss man einfach bergauf fahren um dann Trails ballern zu können. Mein Training für die Downhill-Rennen war damals quasi das was wir heute Enduro nennen.

Ich bin auch weiterhin DH gefahren. Sogar recht erfolgreich. Bin im European Cup unter die Top 10 gekommen, habe German Cups gewonnen und hatte einige Podium Plätze bei Deutschen Meisterschaften.

Und 2016 kam dann Bulls auf mich zu und fragte mich ob ich nicht Lust auf Enduro Rennen hätte?! Ich hatte zwar immer Bock auf das ganze, bin es aber nie angegangen und dank der Möglichkeit durch Bulls ging dann das ganze offiziell für mich los.

Was war für dich der Reiz am Enduro?

Ich hatte direkt Spaß daran neue und unbekannte Strecken zu fahren. Es ist einfach was ganz anderes wenn du die Strecke nicht kennst und auf Sicht fahren musst; viel intuitiveres Fahren. Und die Stimmung im Sport ist unglaublich entspannt.

Fing das Sponsoring von Bulls dann mit deiner Enduro Karriere an?

Nein. Das mit Bulls ging schon 2013 los. Es gab damals eine Kooperation mit der Mountainbike Rider, die ein Downhill Team gründeten, bei dem Wyn Masters und noch ein paar deutsche Fahrer dabei waren. Das lief etwas über drei Jahre und wurde dann beendet.

Ich stand damals als einziger Fahrer im Raum und Bulls kam auf mich zu und fragte mich ob ich nicht weiterhin für sie fahren will und bin dann in der Saison 2016 parallel zum DH auch noch bei Enduro Rennen an den Start gegangen.

Das war quasi eine One-Man-Show. Da es kein nationales Team gab, war ich neben Mark Opperman (fährt inzwischen für Bulls E-Bike Rennen) der einzige deutsche im Enduro.

Ich habe gelesen, dass du damals noch nicht auf einem Enduro Mountainbike unterwegs warst, sondern mit dem Bulls Wild Ronin gestartet bist.

Es gab Anfangs keine Enduro Bikes von Bulls. Das Wild Ronin ist ein All-Mountain und war nicht für den harten Enduro Einsatz geschaffen. Wir haben es damals zweckentfremdet, Komponenten ausgetauscht, haben sogar einen verstärkten Link produziert und das ganze hat tatsächlich gut genug funktioniert. Bin so in meiner ersten EWS Saison auf drei Top 20 Positionen gekommen.

Wie hat Bulls auf den Erfolg reagiert?

Das war die Bestätigung für sie weiterhin aktiv mit mir in einer Kooperation zu bleiben und ein neues Enduro Modell zu entwickeln. Ich bin super zufrieden mit unserer Zusammenarbeit. Bulls hat mich damals in den kompletten Entwicklungsprozess des Wild Creed mit einbezogen. Ich bin super happy mit dem Endprodukt und dem konstanten Fortschritt im Hause.

2019 bin ich dann auf Madeira den ersten Prototypen des Wild Creed gefahren.

EWS Whistler
EWS Whistler Stage Top of the world mit dem Gipfel des Black Tusk im Hintergrund / photo by: Boris Beyer

Klingt nach einer traumhaften Zusammenarbeit. Nach deiner erfolgreichen 2019er Saison kam das leider etwas holprige Jahr 2020. Wie lief die von Covid geprägte Saison?

2020 war eine schwierige Saison. Interessant, kurz, aber anstrengend, da man nie wusste wo man wirklich dran ist. Ich habe immer wieder mit dem Training für die Rennen begonnen, dann wurde aber wieder alles verschoben, dann musste man wieder neu trainieren und das hat ehrlich gesagt alles sehr stressig gemacht. War echt anstrengend für Geist und Seele und es war dann ganz nett am Ende einen Schlussstrich zu ziehen. Ich freue mich auf eine hoffentlich “normale” Saison 2021.

Du hattest dich vor deinem ersten Rennen in Zermatt verletzt?

Ja. Die Saison startete tatsächlich nicht so gut für mich. Habe mir kurz vorher bei einem Sturz drei Kapseln in der Hand gerissen und das hat mir die entscheidende Phase im Training geraubt. War aber in Zermatt trotzdem ready und bin dann leider bei einem Überholmanöver auf der ersten Stage im Rennen weggerutscht und wieder auf die Hand gestürzt. Und das obwohl mir die sehr speziellen Bedingungen in Zermatt echt gefallen haben (Schnee, Matsch und Regen).

Somit war meine Hand wieder kaputt und der Reha-Prozess ging dann wieder von vorne los.

Aber in Pietra Ligure warst du wieder am Start?

Da war ich wieder gerade so ready. Habe vorher nur knapp vier Tage im Bikepark trainieren können und somit hat mir etwas Pace gefehlt. Ich war zwar körperlich fit, aber im Vergleich zu den anderen Fahrern hatte ich viel zu wenig Zeit auf dem Rad und auf Trails. Das Rennen war schwer für mich und ich hatte Mühe auf Speed zu kommen und dran zu bleiben. Mich hat es zwar gefreut mit meiner verletzten Hand das Rennen fahren zu können, jedoch waren es nicht die erhofften Ergebnisse.

Lief es dann im EWS Klassiker Finale Ligure besser für dich?

Ich konnte die Zeit zwischen den Rennen in Italien noch sehr gut zum trainieren nutzen und fühlte mich für Finale und die folgenden Rennen sehr fit. Mir der Absage der letzten zwei Rennen kam dann nur leider der nächste Dämpfer. Ich habe mich echt bereit gefühlt und war richtig traurig, dass die Saison dann leider doch so früh rum war.

Mit Finale hatte ich noch eine Rechnung offen. Die letzten Jahre endeten für mich immer mit einem Crash und deshalb war ich umso mehr motiviert gut zu fahren. Ich habe dann trotz meiner erschwerten Vorbereitung auf den schwierigen Strecken zwei Top 20 Ergebnisse holen können und war auch auf den tretlastigen Sektionen stark.

Das hat mein Selbstbewusstsein dann nochmal gestärkt.

Die Saison 2021 geht ja aber auch quasi bald schon wieder los.

Genau. Ende März gehts nach Südamerika, falls Covid nicht dazwischen kommt. Ich hoffe das Beste.

Christian Textor
Whistler 2019 / photo by: Boris Beyer

Nun noch zu einem letzten Thema. Du bist Berufssportler, viel auf Reisen und zwischen den Saisons musst du trainieren. Wie packst du Familie und Sport-Karriere unter einen Hut?

Bis Anfang des Jahres waren wir noch zu dritt, dann kam unsere Tochter zu Welt. Ich sollte eigentlich kurz nach der Geburt nach Südamerika, aber da das Rennen abgesagt wurde, konnte ich daheim bleiben und quasi Vaterschafts-Urlaub nehmen. Das war dann ein ganz positiver Nebeneffekt.

Und wenn du Unterwegs bist, begleitet dich deine Familie auf deinen Reisen?

2019 sind wir auf fast allen Reisen gemeinsam unterwegs gewesen. Meine Frau und mein Sohn waren immer mit; wir haben zusammen viel erlebt, die Welt gesehen, Neuseeland bereist und einen Roadtrip durch Nordamerika gemacht.

Jetzt mit vier Personen wird das ganze bestimmt nicht einfacher, aber wir versuchen trotzdem alle unter einen Hut zu bekommen und zusammen zu reisen. Wenn die Kids in den Kindergarten kommen, wird es natürlich auch noch mal etwas schwieriger werden, dann sind wir weniger flexibel und ich werde quasi alleine auf Geschäftsreisen gehen müssen.

Im Winter wollen wir aber zusammen als Familie für meinen Trainingsblock nach Italien reisen.

Also, deine Frau und Familie unterstützt dich und begleitet dich überall, oder?

Ja. Wir haben mittlerweile viele gemeinsame Freunde durch den Sport. Sie ist gerne dabei und unterstützt mich immer.

Ich bin wirklich sehr dankbar für die Unterstützung meiner Familie.

Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast!

 

Neuseeland Vizes
Christian mit seiner Frau und Sohn am Strand in Neuseeland / photo by: Boris Beyer

Mehr über Christian findet ihr auf seinen Sozialmedia-Accounts: Instagram, YouTube, Bulls

 

Außergewöhnliche aber erfolgreiche Mountainbike-Saison in Saalfelden Leogang

Rider nehme große Jumps auf Hot Shots fired by GoPro line ©Klemens König

Im Jahr 2020 ist Mountainbiken so beliebt wie nie zuvor. Trotz oder vielleicht gerade wegen der besonderen Umstände haben viele ihre Leidenschaft zum Gravity-orientierten Radfahren und dem Auspowern in der Natur entdeckt. Dementsprechend nimmt die Bike-Saison 2020 in der Region Saalfelden Leogang ein sehr zufriedenstellendes Ende. Für mehr Airtime und Adrenalin sorgte die umgebaute Hot Shots fired by GoPro. Neue Elemente im Riders Playground des Epic Bikepark Leogangs eignen sich ideal für Einsteiger. Als Austragungsort der UCI 2020 Mountainbike Weltmeisterschaft waren das Salzburger Land und Saalfelden Leogang dieses Jahr mit erschwerten Bedingungen konfrontiert, welche diszipliniert und erfolgreich gemeistert wurden.

Viele Rider begeisterte 2020 besonders die umgebaute Hot Shots fired by GoPro: Die  großen Sprünge sorgen für jede Menge Spaß, viel Airtime und Adrenalin. Auf 3,1 Kilometern und 385 Tiefenmetern können die Fahrerinnen und Fahrer an ihren Sprung-Skills arbeiten und diese weiter ausbauen. Manche der Tables sind bis zu acht Meter lang und fordern viel Erfahrung auf dem Bike. Die Hot Shots eignet sich für erfahrene Bikerinnen und Biker und schlängelt sich mit einer Breite von etwa 2,5 Metern von der Asitz Bergstation durch den Wald mit Tables, Anliegern und Doubles und führt bis zum Flow Link des Epic Bikepark Leogang.

Learn early – from Rookie to Pro

Hat man noch nicht ganz so viel Zeit auf dem Bike verbracht, kann man sich im Riders Playground austoben, welcher 2020 deutlich ausgebaut wurde. Er befindet sich im Talbereich der Asitzbahn und gilt als einer der größten Einsteiger-Bereiche in den europäischen Bikeparks. Neu hinzugekommen ist hier der Mini Speedster – für alle, die schon mal etwas Downhill-Luft schnuppern möchten. Die zweite neue Strecke – die Maxi Line ist ein bunter Mix aus Tables, Drops und engen Radien, wo das neu Erlernte auf die Probe gestellt werden kann. Darüber hinaus gibt es im Riders Playground seit diesem Sommer auch eine Bike School Area mit kleinen Obstacles für die Bikeschule Elements Outdoorsport, die sich ideal zum Trainieren der Bike-Basics, wie zum Beispiel dem Bunny Hop, eignet. Für mehr Komfort für Klein und Groß sorgt zudem ein weiteres neues Förderband, welches die Fahrerinnen und Fahrer im Riders Playground bequem zu den zwei neuen Lines sowie zum Fuße des Velosolutions Pumptracks bringt.

Kids im Riders Playground mit einem Coach in Saalfelden Leogang am Verbessern ihrer Bike-Position
Kids und Trainer im Riders Playground in Saalfelden Leogang © Klemens König

Insgesamt blickt man im Bikepark trotz der Herausforderungen des Jahres 2020 auf eine erfolgreiche Bike-Saison zurück:

Wir konnten zwar im Frühjahr aufgrund von Covid-19 erst zwei Wochen später starten und mussten jetzt seit dem 02. November den Bikepark schließen, aber im Großen und Ganzen hat der Mountainbike-Sport 2020 einen extremen Aufschwung erlebt.

Headshaper Reini Leitner
über die diesjährige Situation in Saalfelden Leogang

Saison-Highlight Mountainbike WM

Der Höhepunkt des Jahres war die Austragung der UCI 2020 Mountainbike Weltmeisterschaften vom 07. bis 11. Oktober in Saalfelden Leogang. Nach acht Jahren fand der Kampf um die ersehnten Regenbogentrikots zum zweiten Mal im Pinzgau statt, dieses Mal in den Disziplinen Cross-Country, Downhill und E-MTB. Auch unter erschwerten Bedingungen war das Event ein voller Erfolg. Das ausgeklügelte Sicherheitskonzept und die disziplinierte Umsetzung zeigten, dass internationale Mountainbike-Wettkämpfe auch in schwierigen Zeiten durchgeführt werden können. Vor allem die Athletinnen und Athleten waren mehr als dankbar über die Austragung der Weltmeisterschaft, die ein Kräftemessen auf höchstem Niveau ermöglichte.

Vor allem die Trail-Builder und Shaper der Region Saalfelden Leogang standen mit der kurzfristigen Übernahme der Cross Country WM von Albstadt vor einer großen Herausforderung: „Wir haben erst Ende Juni Bescheid bekommen, dass wir die ursprünglich in Albstadt geplante Cross Country Weltmeisterschaft übernehmen werden. Ansonsten hätte dieses Jahr keine XC WM stattgefunden. Bis alle Genehmigungen zum Streckenbau vorlagen, war es Ende August. Das heißt, wir hatten noch 1,5 Monate für den Bau einer neuen XCO-Weltmeisterschaftsstrecke“, berichtet Reini Leitner.

Reece Wilson aus Großbritannien springt über den Kicker auf der Downhill-Strecke in Saalfelden Leogang
Reece Wilson (GBR) auf dem Weg zu seinem ersten Downhill WM-Titel © Moritz Ablinger

In zwei Teams von sechs bis acht Shapern wurden der neue Teil der Downhill-Strecke sowie die Cross Country Strecke unter vollem Einsatz Ende September fertig gestellt.

Doppel-Weltcup und ein neuer Trail für 2021

Mit dem Ende der Bike-Saison am 02. November blickt Saalfelden Leogang zufrieden und sogleich mit Freude in die Winter-Saison – voraussichtlich ab dem 04. Dezember sind die Ski-Lifte im Pinzgau geöffnet. Vorfreude bringt zudem besonders die Austragung des ersten UCI Doppel-Weltcups vom 12.-13. Juni 2021 in Saalfelden Leogang im Cross-Country und Downhill sowie das geplante BIKE Festival, welches beides im Epic Bikepark Leogang stattfinden wird. Vom 10.-12.09.2021 wird es die Möglichkeit geben, sich im Rahmen des Festivals gegenseitig auszutauschen, die neuesten Bikes für 2022 zu testen sowie am Touren und Workshop Programm teilzunehmen, um die Bike-Skills auszubauen und das Pinzgau und seine Trails noch besser kennenzulernen. Und Riders aufgepasst: Schon im Frühjahr 2021 könnt ihr euch auf Neuigkeiten im Epic Bikepark Leogang freuen. Es passiert auch im kommenden Jahr wieder viel in der beliebten Mountainbike-Region und es wird hier definitiv alles andere als langweilig.

Weitere aktuelle News, Termine und Informationen zu den Strecken des Epic Bikepark Leogang gibt es auf bikepark-leogang.com, instagram.com/BikeparkLeogang oder facebook.com/BikeparkLeogang.