Test Ride: Specialized Stumpjumper EVO 2021

Specialized Stumpjumper EVO

Von Schnee und Regen über rutschige Wurzeln und steile Abfahrten – passender hätten die Bedingungen zum Launch des neuen Specialized Stumpjumper Evo nicht sein können. Wir waren letzte Woche für ein paar Tage nach Saalbach eingeladen und konnten dort das neue, aggressive Trailbike zum ersten Mal testen. Wir hatten eine Menge Spaß und wollen euch an unseren ersten Testfahrten teilhaben lassen.

Eine kleine Gruppe an Medienvertretern, ein tolles Chalet am oberen Ortsende von Saalbach und ein Trailbike der Extraklasse waren bei der Vorstellung des neuen Specialized Stumpjumper EVO die Schlagworte für ein absolut spannendes Event. Unsere Unterbringung sorgte bereits von Anfang an für ein Gefühl von Heimat. Natürlich trugen neben den tollen Zimmern auch das leckere Essen und die Sauna zur Gemütlichkeit in diesen Tagen ihren Teil bei – an dieser Stelle nochmal ein riesen Dankschön an die Jungs von Specialized, die uns bestens versorgt haben. Einzig und allein das Wetter wollte nicht so wirklich mitspielen – doch wie schon tausendfach gehört gibt es kein schlechtes Wetter, sondern nur falsche Kleidung. So packten wir uns dick ein, warfen die Regenkleidung über und schon konnte die wilde Testerei auf den vielseitigen Trails in Saalbach Hinterglemm losgehen.

Specialized Stumpjumper EVO

Die wichtigsten Daten des brandneuen Stumpjumper EVO kompakt zusammengefasst

  • Einsatzgebiet: Trailbike
  • Laufradgröße: 29 Zoll
  • Federweg vorne: 160mm
  • Federweg hinten: 150mm
  • Laufradgröße: S1 – S6
  • Rahmenmaterial: Carbon oder Aluminium
  • Varianten, Preise und Verfügbarkeit: Das Stumpjumper EVO 2021 ist ab sofort erhältlich

Bevor wir zu den praktischen Eindrücken auf den Trails kommen, noch ein paar Worte zum Konzept, der Grundidee und dem Einsatzgebiet des Stumpjumper EVO 2021. Kurz gesagt – das Stumpjumper soll ein Trailbike sein, wie es im Bilderbuch steht und in erster Linie jedem Rider ein Lächeln in sein Gesicht zaubern. Erste auffällige Veränderung zum Vorgänger: Der Federweg wuchs hinten wie vorne jeweils um 10mm an, was schon so einiges über den Charakter des erneuerten Bikes aussagt. Jedoch wurde nicht nur auf die Performance bergab Wert gelegt; auch die Klettertauglichkeit des EVOs wurde miteinbezogen. Damit wollen die US-Amerikaner ein möglichst vielseitiges Bike, welches ein Maximum an Kontrolle verspricht, entwickelt haben.

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Technisch hat sich so einiges geändert und so erinnert die Silhouette zwar an das Vorgängermodell, doch eigentlich steht hier ein völlig neues Bike vor einem. Die meisten dieser Veränderungen werden wohl nur Kennern und Technik-Nerds auffallen und um euch jetzt nicht noch länger auf die Folter zu spannen, zeigen wir hier noch in bildlicher Form einige Details auf, gehen kurz auf die Geometrie ein und kommen dann zum interessantesten Teil: der Produktvorstellung – dem First Ride.

Specialized Stumpjumper EVO
Unter dem Trinkflaschenhalter verbirgt sich am EVO natürlich die SWAT Box mit 15% mehr Stauraum als beim Vorgänger und Platz für die speziell entworfene Trinkblase, eine Regenjacke oder anderen Proviant.

Vielseitigkeit vom Feinsten am Stumpjumper EVO 2021

Insgesamt zwölf verschiedene Einstellungsmöglichkeiten bietet Specialized bei allen ihrer sechs „S“-Größen, die von S1 bis S6 reichen und respektive den Größen XS-XXL entsprechen. Diese Vielfalt an Möglichkeiten der Individualisierung erreichte Specialized durch drei Punkte: Eine Steuersteuersatzschale mit drei Einbauvarianten (steep, middle, slack), einen Flipchip im Horst-Link (high, low) und der Möglichkeit das Stumpjumper EVO auch als Mullet-Bike, also mit 29 Zoll Bereifung vorne und 27,5 Zoll hinten zu fahren. Mit diesen Möglichkeiten kann sich jeder Konsument das EVO genau nach seinen Vorlieben anpassen.

Bestärkt wird dies durch das hauseigene „S“-Sizing, welches sich zwar an der konventionellen Größentabelle richtet, sich jedoch sehr spezifisch auf verschiedene Fahrstile anpassen lässt. Um euch das ein bisschen näher zu bringen findet ihr hier sämtliche Illustrationen. Falls ihr Fragen zum Sizing, der Geometrie oder anderen Themen zum Bike habt – lasst gerne einen Kommentar da.

Die Größentabelle bildlich dargestellt

Geometrie

Modern, lang und flach sind wohl die treffendsten Worte um das neue EVO kurz und knackig zu beschrieben und genau so sieht es auch auf dem Papier aus. Durch die zahlreichen Optionen ist natürlich auch die Geometrietabelle enorm umfangreich.

Das Stumpjumper EVO 2021 auf den Trails in Saalbach Hinterglemm

Nicht zuletzt durch die ansprechende, aggressive Optik und das potente Vorgängermodell waren die Erwartungen entsprechend hoch, bevor es an die ersten Testruns ging. Mein Start-SetUp war bei „Low“ am Heck und „Middle“ bei der Steuersatzschale. Nach dem Einstellen an meine Bedürfnisse und dem Einbremsen auf der Teerstraße ging es mit der Testcrew auch schon zur Reiterkogelbahn, wo die Blue-Line zum Einfahren auf uns wartete.

Specialized Stumpjumper EVO

Anfangs hatte ich das Gefühl, dass mir die Rahmengröße S4 bei einer Körpergröße von 1,80m etwas zu groß sei, da ich nicht sofort den sogenannten Wohlfühlfaktor erreichte – was wohl auch an den 4°C gelegen haben könnte. Dieses Gefühl verließ mich nach einer flowigen Abfahrt jedoch schnell und ich hatte fortan keine Probleme mich mit dem Bike zu arrangieren.

Besonders auf ruppigen Abschnitten konnte mich das Stumpjumper EVO vollends überzeugen, da es auch in brenzligen Situationen viel Sicherheit gab, der Spur treu blieb und auch nach der letzten Stufe noch mit massig Reserven parat stand. Hier war gut zu erkennen wie ausgeklügelt die Suspension am EVO ist, denn auch mit der günstigeren Fahrwerksvariante von Fox gab es hier nichts zu meckern. Hier zeichnete sich definitiv die viele Arbeit der Entwicklung ab und es wirkte durchgehend so, als ob Geometrie, Kinematik und Ausstattung optimal aufeinander abgestimmt sind – an dieser Stelle ein großes Lob an Specialized!

Specialized Stumpjumper EVO

Auf flowigen, verspielten Strecken, wie dem Hacklbergtrail, der Blue-Line oder auch der Z-Line in Hinterglemm zeigte das EVO großes Potenzial auch auf angelegten Kurven und anderen Obstacles ein wahrer Garant für ein Maximum an Spaß zu sein. Hier muss ich jedoch anhängen, dass bei meiner Körpergröße ein S3, zumindest für diesen Belang, die sinnvollere Lösung gewesen wäre. Doch hatte ich vor allem durch die recht kurz wirkenden Kettenstreben viel Spaß und nutze auch die ein oder andere Gelegenheit für Spielereien auf und neben dem Trail.

Specialized Stumpjumper EVO

Mein persönliches Fazit zum Specialized Stumpjumper EVO 2021

Um es kurz und knapp zu sagen: Sollte ich in absehbarer Zukunft das Bedürfnis haben, mich bei einem Endurorennen anzumelden, wäre das EVO im Moment meine erste Wahl und somit kann ich es wärmstens empfehlen. Nicht nur für Rennfahrer, sondern auch einem breiten Klientel vom Anfänger bis zum Erfahrenen Shredder da durch die ausgeklügelte Technologie und die Größengebung beinahe für jeden ein sehr flexibles und „rundes“ Rad dabei sein sollte.

Artikel und Bilder von Johannes Schreiner.

Specialized im World Wide Web

www.specialized.de

 

 

 

 

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VIDEO: Commencal Enduro Camp mit Cecile Ravanel

Das Commencal Enduro Team übt für die laufende Saison. Damit das junge Team viel lernt und sich gut vorbereiten kann, werden sie von Pro Racer Cecile und Cedric Ravanel unterstützt. 

“Their faces say it all. A young team looking ahead. Working hard to progress and be at their best. Our last training camp with the COMMENCAL HQ crew was full of lessons and rich in emotions. Now we’re ready to start the season”.

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FIRST RIDE: Specialized Turbo Kenevo SL – ⚡ Enduro auf Steroiden ⚡

Specialized Turbo Kenevo SL

Specialized präsentiert das neue Kenevo SL. Mit diesem Light-E-MTB kombinieren die Kalifornier ihren leichten SL-Antrieb mit den Fahreigenschaften des beliebten Enduros und setzen dabei auf moderne Geometrie, viel Federweg und eine ordentliche Menge Spaß in der Abfahrt.

In den letzten Jahren hat kaum eine Marke den eMTB Markt so sehr mitbestimmt wie Specialized. Mit dem Levo Gen 3 brachten sie vor wenigen Wochen eine potente, leistungsstarke und überarbeitete Version des beliebten Trail-E-Bikes heraus.

Nun bekommt auch das etwas abfahrtsorientertere Kenevo ein neues Modell. Dabei setzen die Kalifornier aber nicht auf ihren kräftigsten Motor, sondern auf ein Gesamtkonzept, das mit extrem viel Spaß im Downhill und natürlichem Unterstüzungsverhalten im Uphill glänzen soll.

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Das Specialized Kenevo SL – kurz und knapp

  • Rahmen: Carbon
  • Federweg: 170mm
  • Motor: Turbo SL 35 Nm
  • Akku: 240 Wh
  • Gewicht: 19,21 kg
  • Preis: ab 9.499 Euro

Optik fürs Grobe

Ähnlich wie beim Levo SL könnte man auf den ersten Blick fast übersehen, dass es sich hier um ein E-Bike handelt. Die schlanken Rohre fallen trotz integriertem Akku nicht viel breiter aus als die des unmotorisierten Enduros. Generell erinnert der komplette Aufbau an das 2019 überarbeitete Modell. Die Anlenkung des Dämpfers, sowie der Aufbau des gesamten Rahmens wurde von dem langhubigen Mountainbike übernommen und an das Kenevo angepasst.

Farblich gibt es das Kenevo SL abhängig von der Ausstattungsvariante in vier verschiedenen Ausführungen. Das Expert ist in einem schicken Grau/Weiß und einem knalligen Gelb erhältlich. Die S-Works Modelle gibt es in Grün/Schwarz und Grau/Schwarz.

Specialized kenevo SL
Das Kenevo wirkt in Anliegern recht lang, sorgt aber im schnellen Gelände für viel Stabilität

Heißt Kenevo – sieht aus wie ein Enduro

Wie schon oben erwähnt – Das SL erinnert weniger an das bekannte Kenevo, sondern ähnelt dem unmotorisiertem Enduro wie ein Ei dem anderen. Der einzig wirklich auffällige Unterschied ist der kleine Motor am Tretlager.

Die Geometrie – point and shoot!

Was nach wenigen Metern auf dem neuen Kenevo SL klar wird, ist, dass dieses Bike fürs Grobe gemacht ist. Der moderne Reach von 489mm und der lange Radstand schreien nach schnellem Downhill. Dazu kommt der dank verschiedener Headset Schalen anpassbare Lenkwinkel von 64,5°, 63,5° und 62,5°. 62,5°? Ja, das ist möglich und tatsächlich extrem flach.

Aber nicht nur das Headset ist anpassbar, auch das Tretlager kann um 6mm angehoben oder gesenkt werden.

Wenn wir die Geometriedaten vom Enduro und dem Kenevo SL vergleichen, fällt einem direkt die Ähnlichkeit auf. Der “größte” Unterschied befindet sich an der Länge der Kettenstreben.

Bikes Größe: S4Kenevo SLEnduro Turbo Kenevo
Reach:485487495
Radstand:128712741293
Lenkwinkel:63.5°63.9°64°
Sitzwinkel:76°76°77°
Kettenstrebe:447442454

Wenn wir uns die Geometrie des Kenevo SL genauer anschauen wird schnell klar, dass hier auf Speed und Stabilität im roughen Gelände gesetzt wird. Wie schon oben erwähnt, bringt der extrem flache Lenkwinkel in Verbindung mit dem langen Reach von 485mm (Größe S4) ein ausgesprochen hohes Maß an Laufruhe mit sich. Das SL will schnell fahren, braucht dafür aber einen aktiven Fahrstil. Wer nicht genügend Druck auf das Vorderrad bringt, wird schnell an die Grenzen des langhubigen Boliden kommen.

Bewährtes Fahrwerk-Design – Demo, Enduro, Kenevo SL

Als Specialized das Enduro 2019 vorstellte, warben die Kalifornier mit dem bewährten Suspension-Design des Demos. Auch beim Kenevo SL ist nun das im World Cup geprüfte Fahrwerks-Design verbaut. Es basiert in erste Linie auf einem Viergelenker mit Horst-Link, das vor den Ausfallenden verwendet wird. Das Ganze soll den Ingenieuren ermöglichen den Achsweg für das Stoßkraftmanagement zu optimieren und Anti-Rise und Anti-Squat auf die Tretleistung abzustimmen. Einer der Nebeneffekte ist, dass sich beim in die Eisen gehen die Bremskräfte entkoppeln und somit weiterhin mehr Kontrolle über das Rad behalten werden kann.

Die spezielle Fahrwerksanlenkung des Kenevo SL wurde bereits bei unserem DH-Weltmeisterbike, dem Demo, zum ersten Mal eingeführt und später an das Enduro angepasst. Sie bietet eine unübertroffene Kombination aus Kontrolle, Stoßkraftmanagement bei großen Schlägen, Pedalierleistung und Haltbarkeit. – Specialized

Das Sechstreben Design des Hinterbaus wurde im Vergleich zum Enduro noch etwas überarbeitet und bietet nun mehr Steifigkeit. Diese spürte man auch auf dem Trail. Das Fahrwerk arbeitet extrem plüschig, lässt sich aber selbst in losen und flachen Kurven mit viel Druck auf den Trail drücken.

Uns ist jedoch aufgefallen, dass der neue Hinterbau beim Pedalieren etwas mehr wippt. Das Enduro hatte uns in der Vergangenheit mit seiner überraschend guten Uphill Performance begeistert. Diese leidet nun unter dem Wippen beim Kenevo etwas, jedoch macht diesen Kraftverlust der Motor wieder wett.

Achsweg – Kurven für die Nerds

Der Achsweg des Kenevo SL bewegt sich im ersten Drittel des Federwegs nach hinten und dann in der Mitte des Federwegs vertikal, bevor er sich zum Ende des Federwegs hin in eine Vorwärtsbewegung verwandelt. Im Klartext bedeutet dies, dass der rückwärtige Weg im ersten Teil des Federwegs dem Rad ermöglichen soll, mit der Stoßkraft nach hinten zu “schwingen”. Dies verringert ein Hängenbleiben des Rades und hilft dabei, Geschwindigkeit mitzunehmen. Auf dem Trail fällt einem diese Bewegung kaum auf, achten wir jedoch mal etwas genauer auf den Untergrund stellt man schnell fest, dass das Fahrwerk mehr arbeitet als man mitbekommt, da kleinere Unebenheiten auf den Trails weggebügelt werden. Der Dämpfer fühlt sich tatsächlich nach viel mehr Federweg an, als er eigentlich hat. Natürlich sind 170mm viel, jedoch bringt man diese mit dem Kenevo gefühlt nie ans Limit.

Komponenten fürs Grobe

Nicht nur die Geometrie ist für das harte Gelände geschaffen, auch die Komponenten fühlen sich dort wohl. An der Front arbeitet bei unserem Kenevo SL in der Expert Variante eine Fox Float 38 Performance Elite (Quasi eine Factory nur ohne Kashima) und am Heck sitzt der Fox Performance Float X2. Dieses Fahrwerk harmoniert mit der Geometrie unglaublich gut und bügelt auf dem Trail über alles was ihm vorgelegt wird. Trotzdem hätten wir uns bei einem Preis von 9.499 Euro über ein Factory Fahrwerk gefreut.

Über die Bremse kann man sich wie gewohnt streiten, jedoch macht die Sram Code RS was sie soll. Die 4-Kolben Bremsanlage wird vorne mit einer Scheibe von 220mm und am Heck mit 200mm kombiniert und lässt sich auch bei längeren Abfahrten angenehm kontrollieren ohne an Bremskraft durch Überhitzen zu verlieren.

Komponenten Specialized Kenevo SL Expert

Rahmen: FACT 11m Vollcarbon
Antrieb: Specialized SL 1.1
Akku: 320 Wh + optional 160 Wh Range Extender

Federgabel: Fox 38 Performance Elite Grip2, 170mm
Dämpfer: Fox Float X2 Performance

Schaltung: Sram Xo1 Eagle
Bremsen: Sram Code RS 220/203 mm
Laufräder: Roval Traverse 29
Sattelstütze: X-Fusion Maniac

Preis: 9.499 Euro

Komponenten Specialized Kenevo SL S-Works

Rahmen: FACT 11m Vollcarbon
Antrieb: Specialized SL 1.1
Akku: 320 Wh + optional 160 Wh Range Extender

Federgabel: Fox 38 Factory Grip2, 170mm
Dämpfer: Fox Float X2 Factory

Schaltung: Sram XX1 Eagle AXS
Bremsen: Sram Code RSC 220/203 mm
Laufräder: Roval Traverse SL 29
Sattelstütze: RockShox Reverb AXS

Preis: 13.999 Euro

SWAT
Integrierte Tools sind extrem praktisch. Specialized glänzt hier mit dem SWAT Tool im Headset

Ein Hoch auf Specialized – SWAT

Wer häufig mit seinem Mountainbike unterwegs ist und so wie die meisten von uns auf einen Rucksack verzichtet, freut sich über Details wie das SWAT System von Specialized. Das kalifornische Kult Unternehmen verbaut dieses System nun schon seit ein paar Jahren und sorgte mit dem im Headset integrierten Tool und dem im Unterrohr eingelassenen Stauraum für eine der besten Neuerungen in der Szene.

Beim Specialized Kenevo SL müssen wir natürlich auf die SWAT-Box im Unterrohr verzichten (hier sitzt der Akku), dafür haben wir aber immer noch das praktische Multitool im Headset. Außerdem dürfen wir uns über ordentlich Platz im Rahmen freuen und sogar große Trinkflaschen im montierten Flaschenhalter verstauen. Wem das nicht reicht – der kann ja einfach seine Banane mit einem hippen Bikestrap ans Oberrohr fesseln.

Specialized Kenevo SL

Das Herzstück – Specialized SL 1.1 Motor

Eines der wichtigsten Elemente an einem E-Bike ist natürlich der Motor. Specialized ist im Bereich Light-E-MTB einer der Pioniere und präsentierte schon beim LEVO SL den überarbeiten und leichten SL Motor. Auch beim neuen Kenevo dürfen wir uns wieder über den 35Nm “starken” Antrieb freuen. Das Unternehmen bewirbt den Motor mit dem Spruch “2x Du”. Wie wir finden trifft es das auch ganz gut. Man kann von einem 35Nm Motor zwar keine Leistung wie von einem vor Power strotzendem Bosch oder Specialized Motor mit um die 90Nm erwarten – Da will das Kenevo SL aber auch überhaupt nicht hin.

2x Du

Was ist damit gemeint? Gehen wir davon aus, dass wir regelmäßig 240 Watt treten können dann unterstützt uns der Motor mit genau dieser Leistung. Das Fahrgefühl ist dabei einem unmotorisierten Mountainbike extrem ähnlich und fühlt sich sehr natürlich an. Neben den bekannten Modi: Eco, Trail und Turbo ist beim SL vor allem die ausgeschaltete Performance des Motors interessant. Schalten wir das Kenevo nämlich aus, entkoppelt sich der Motor und wir fühlen uns wie auf einem etwas zu schweren Mountainbike ohne Motor. Geht es dann mal steil bergauf schalten wir wahlweise zwischen den Modi und bekommen ausreichend Power für steile und technische Uphill Sektionen.

Mastermind Tubro Control Unit

Die MasterMind Turbo Control Unit (TCU) ist im Wesentlichen das “Gehirn” des Bikes. Es ist die Hard- und Software, die steuert, wie der Motor, der Akku, das Fahrrad und du interagieren. Sie ermöglicht unter anderem Echtzeit Tuning während der Fahrt und zeigt alle relevanten Daten an. Spannend finden wir auch, dass hier für Updates auf die Verwendung von Kabel verzichtet werden und die neuste Software einfach wireless von der Mission Control App auf das Fahrrad gespeilt werden kann.

Wer es gerne etwas individuell mag, kann sich sein Setup dank der Mission Control App konfigurieren. Das gilt auch für das neue Display, das nun seit dem Launch des Levo verbaut wird. Der schmale Bildschirm integriert sich formschön in das Oberrohr und bietet einem alle Infos, die man sich wünscht. Ablesbar sind hier die Geschwindigkeit, Modus, Uhrzeit, Power und und und.

S-Sizing – Die Specialized Größen

Das Kenevo SL ist neben der uns zur Verfügung gestellten S4 Größe noch in drei weiteren Varianten erhältlich – S2, S3 und S5. Diese Angaben ähneln zwar den klassischen S-XL Größen sollen aber die Grenzen zwischen Körpergröße und bevorzugtem Fahrstil, bzw. Verhalten des Bikes verschwimmen lassen.

Nehmen wir an, wir sind alle 1,85m groß. Normalerweise würde hier nun das S4 Modell hervorragend passen. Möchte ich jedoch ein wendiges und etwas verspielteres Fahrrad, kann ich mir eine Nummer kleiner holen, oder möchte ich ein langes Racebike hole ich mir eine Nummer größer. Es ist also unabhängig von deiner Körpergröße welches Fahrrad zu dir passt. Am Besten aber einfach mal beim lokalen Specialized Händler vorbeischauen und eine Probefahrt vereinbaren.

Specialized Kenevo SL
Das Kenevo fühlt sich auch in der Luft wohl und sorgt mit seinem poppigen Fahrwerk für ordentlich Airtime

Das Kenevo SL auf dem Trail

Auf geht’s zum wichtigsten Teil des Tests. Die Performance im Uphill und Downhill. Ersteres gestaltet sich mit dem neuen Kenevo SL erstaunlich gut. Zwar kann man hier keine Kunststücke in steilen Kletterpassagen erwarten, da der Radstand ordentlich lang und der Lenkwinkel ziemlich flach ist, jedoch sorgt der steile Sitzwinkel von 76° für eine effiziente Pedalier-Position. Wollen wir uns jedoch an wirklich steile Sektionen wagen, schalten wir den Motor auf Trail oder Turbo und kommen mit etwas Kraft auch den fiesesten Stich hoch.

Kurz zu den einzelnen Modi

Starten wir im ausgeschalteten Modus – hier fällt nicht wirklich auf, dass wir auf einem E-Bike sitzen. Der Motor entkoppelt sich komplett und unter uns befindet sich dann ein nur etwas schweres Mountainbike. Schalten wir auf Eco fühlen wir direkt eine angenehme Unterstützung, müssen jedoch immer noch Kraft aufbringen um bergauf fahren zu können. Anders sieht es hier im Trail Modus aus. Der Trail Modus schiebt uns ordentlich den Berg rauf, auch steilere Passagen meistern wir hier angenehm. Kommen wir jedoch mal an unsere Grenzen schalten wir den Turbo an. Hierbei ist jedoch zu bedenken, dass Trail und Turbo stark an der Akku Kapazität nagen und wir so nicht allzu lange Touren fahren konnten. Ist jedoch mal der Akku leer, pedaliert sich das SL im Gegensatz zum klassischen Kenevo recht angenehm nach Hause.

Downhill – Augen zu und durch

Wie schon erwähnt bringt die Geometrie einige Vorteile im anspruchsvollen Gelände mit sich. Der extrem flache Lenkwinkel und der lange Reach sorgen für eine exzellente Laufruhe auf dem Trail. Trotz der 170mm Federweg und der erwähnten Geometrie wirkt das Kenevo SL jedoch sehr poppig. Wenn wir mal an einer Wurzel oder einem Stein abziehen wollten, fiel uns das unerwartet leicht.

Wir waren auf unseren Hometrails im Bayerischen Wald unterwegs und haben uns hauptsächlich auf die naturbelassenen Enduro Strecken konzentriert. Hier fühlt sich das Kenevo SL extrem wohl. Sobald die Trails steil, schnell und ruppig werden merkt man das ausgewogene Zusammenspiel des durchdachten Fahrwerks und der potenten Geometrie. Das Bike gibt einem das Gefühl von Point an Shoot – Zielen und drüber schießen.

Das Fazit zum Specialized Kenevo SL

Das Kenevo SL ist ein reines Enduro Mountainbike, das mit seinem leichten Motor für extra Reserven im Uphill sorgt. Wer auf die Enduro-Runde mit seinen durchtrainierten Freunden und Freundinnen nicht verzichten mag, kann dank des SL 1.1 Antriebs ordentlich mithalten. Wer nun denkt, dass das Bike ideal für den Enduro Einsteiger ist, der täuscht sich jedoch. Die progressive Geometrie verlangt einem einen aktiven Fahrstil ab und will unter Kontrolle gehalten werden. Wer jedoch ausreichend Druck auf dem Vorderrad halten kann, wird mit diesem poppigen Monstertruck eine Menge Spaß auf anspruchsvollen und schnellen Trails haben.

Alles in Allem ist das Specialized Kenvo SL ein verdammt ausgewogenes Gesamtkonzept, das für ein fettes Grinsen im Downhill sorgt.

⚡ Mehr Fahreindrücke findet ihr in unserem folgenden Video zum Specialized Kenevo. ⚡

Mehr zum Kenevo SL findet ihr unter: www.specialized.com

 

Specialized präsentiert das 2021 Enduro Team

Specialized präsentiert das neue 2021 Enduro Team. Mit dabei ist die deutsche Sofia Wiedenroth, die beiden Franzosen Kevin Miquel und Cecce Camoin und der Neuseeländer Charles Murray

I am very proud of the team that we have put together for 2021 and beyond. You may have noticed our absence from the EWS over the last few seasons, but we took some time to learn from our previous experiences and we are ready to return with an exciting team. We realized that it is important to be present in traditional enduro events, but we are also extremely pleased to be present at e-bike events moving forward. Turbo is a very exciting category for Specialized and we look forward to racing the Turbo Levo in the E-EWS and other e-bike events. When it came to selecting the riders, it was a very natural fit. We are constantly looking for new talent and I believe that this team has potential to grow together. There is a good dynamic in the team with various nationalities and the banter started the minute we got together at the team camp in Finale Ligure. Now it is time to have some fun and win some races. – Benno Willeit, Specialized Bicycles, MTB Program Manager

Francescu-Maria Camoin fährt schon seit einigen Jahren für Specialized. Der junge Franzose wird mit seinem S-Works Enduro an einigen EWS Rennen teilnehmen und für einige E-EWS Events auf das Turbo Levo wechseln.

Doch ein Franzose reicht dem Team nicht und deshalb musste ein zweiter her. Kevin Miquel ist ein absoluter All-Rounder. Er fuhr XCO, Road und BMX bevor er sich auf Enduro festgelegt hat. Kevin hat 2019 für einigen Wirbel in der Enduro World Series gesorgt und endete auf einem dritten Platz im Gesamtklassement.

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“New bike, new team mates, new staff. Everything new is exciting. I can’t wait for the first races all together” – Kevin

Charles Murray ist ein 25-jähriger Neuseeländer mit dem Spitznamen Chazmaz. Charlie landete mit seinen konstanten Top 10 EWS Ergebnissen auf dem Specialized Radar.

Sofia Wiedenroth ist ebenfalls für ihr All-Round Talent bekannt. Sie ist seit über 18 Jahren auf dem Rad unterwegs und holte sich 5 German XCO Titel. Sofia baut ihr Können in den letzten Jahren in der Enduro World Series weiter aus, wird aber eventuell auch bei dem ein oder anderen Gravel Rennen zu sehen sein.

“Ohhh I am so looking forward to this season with a complete new constellation of team members, staff and sponsors. Everything is so new and exciting. After the first training camp the vibes in the team where already so good that I really look forward for the first races to happen” – Sofia

First-Ride: Specialized Turbo Levo S-Works – stärker, aggressiver und moderner

Specialized Levo

Kaum eine Marke prägte den E-MTB Sport so sehr wie der amerikanische Hersteller Specialized. Die dritte Generation des Specialized Levo unterscheidet sich auf den ersten Blick kaum vom Vorgänger-Modell, kommt vorerst nur in Carbon aber besticht durch neue Features und optimierter Geometrie. Mehr dazu erfahrt ihr hier.

Das Levo hat innerhalb des Specialized Portfolios schon immer die Rolle des Allrounders eingenommen. Wer noch mehr Federweg will, greift zum Kenevo. Wer mehr Wert auf geringes Gewicht legt, für den kommen die „SL“ Modelle in Frage. Das neue Turbo Levo bleibt dieser Kategorisierung treu; wirkt dennoch aufgefrischt und deutlich modernisiert – ohne es offenkundig nach außen zur Schau zu stellen.

Specialized Levo
Die überarbeitete Geometrie kommt dem Kenevo immer näher und macht Spaß bei der Abfahrt

Specialized S-Works Turbo Levo  – kurz und knapp

  • Rahmenmaterial: Carbon
  • Laufradgröße: Mullet 29″/27,5″
  • Antriebstyp: Specialized 2.2
  • Federweg: 160 / 150mm
  • Gewicht: 22,0 kg (Größe S3)
  • Preis: 13.999 Euro

Bekannte Optik und neue Laufradgröße

Das uns zur Verfügung gestellte Levo S-Works kam in der Metallic White Silver / Chrome / Dream Silver – kurz Schwarz/Weiß – Variante. Lack und Optik tragen zu einem cleanen Gesamtbild bei. Klar kann man sich über die harte Kante von schwarz auf weiß am Unterrohr wundern, wenn der Übergang an der Sattelstütze sauber ausschattiert. Alles Geschmacksache und deshalb liegt es nicht an uns das zu bewerten.

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Die S-Works Variante ist in zwei Farbvarianten erhältlich. Einmal wie in dem oben genannten schwarz/weiß und dann gibt es das ganze noch in schwarz/blau. Wer es lieber etwas bunter mag und auf den S-Works Rahmen verzichten kann, der findet mit dem knallig roten Levo Pro eine gute Alternative. Die Farbe knallt und wird definitiv auf den grünen Trails zum Hingucker.

Trotz Dämpfer mit Piggyback ist Platz für eine große Trinkflasche

Erst auf den zweiten Blick fällt auf, dass der Rahmen eine komplette Neuentwicklung gegenüber dem Vorgängermodell ist. Die Linienführung des neuen Levos ist nahezu identisch zum Vorgänger, schlanke und gefällige Rohrformen dominieren und der bekannte, asymmetrische Rahmen umschließt die Dämpferaufnahme. Durch das leicht veränderte Design lassen sich aber nun selbst große Dämpfer wie der Fox X2 in Kombination mit einer Trinkflasche im Rahmendreieck unterbringen.

Business in the Front, Party in the Back

Neu ist auch die Laufradgröße, denn die dritte Generation des Levos läuft nicht mehr ausschließlich auf 29er, sondern setzt jetzt auf einen Laufradmix. Die Kombination aus 29 Zoll am Vorderrad und 27.5 am Heck (jeweils in 2.6 Zoll Breite) soll nicht nur das Fahrverhalten verbessern, sondern auch die Reifenfreiheit am Hinterbau erhöhen. Den modernen Mullet Mix sieht man mittlerweile immer häufiger an E-MTBs. Ob wir den Laufradmix zukünftig auch vermehrt an Enduro und Downhill Bikes sehen werden, bleibt abzuwarten.

Specialized Levo
Kleineres Laufrad am Heck bedeutet auch mehr Freiraum.

Neue Kinematik, neue Geometrie – samt Geometrieverstellung

In Sachen Kinematik haben die Ingenieure an ein paar Stellschrauben gedreht. Als Basis für die Kurve des Hinterbaus diente die Kinematik des Stumpjumper EVOs – aber auf Federweg und Drehmoment des Levos angepasst. Heißt konkret: Sensibles Ansprechen, top Support im mittleren Federwegsbereich und Durchschlagschutz am Ende des Federwegs. Durch einen nach hinten verlaufenden “Achspfad” im ersten Federwegsbereich soll zudem das “Überrollverhalten” verbessert werden.

Kennlinie Specialized Levo
Achspfad Specialized Levo

Auch die Geometrie des neuen Levo haben die Specialized-Ingenieure angepasst: Die Kettenstreben können aufgrund der kleineren Laufradgröße am Heck nun kürzer ausfallen; der Sitzwinkel ist steiler und der Lenkwinkel um ca. 1 Grad flacher. Außerdem ist es nun möglich die Geometrie noch weiter anzupassen.

Über einen Flip Chip am Ausfallende lässt sich die Tretlagerhöhe anpassen und spezielle Steuersatz-Schalen ermöglichen eine Veränderung des Lenkwinkels um +- 1 Grad. Heißt konkret: Wer den Lenkwinkel des „alten“ Levos fahren möchte, kann dies genauso tun wie der, der progressive Setups bevorzugt.

Neu sind auch die Größen: Wie bereits von anderen Specialized-Modellen bekannt, setzen die Amerikaner auf eine Größenskalierung von S1 – S6. Das bedeutet, dass sich die unterschiedlichen Größen nicht mehr primär über die Länge des Sitzrohres definieren, sondern vielmehr über die Länge des Bikes. Das soll kleinen Fahrer/innen ermöglichen auch lange Bikes zu fahren und umgekehrt. Bemerkenswert zeigt sich die Größe S6: mit 532 mm Reach fällt sie mehr als lang aus.

 S1S2S3S4S5S6
Stack605617626635644653
Reach412432452477502532
Steuerrohr105105115125135145
Sitzrohr380390405425445465
Kettenstreben442442442442442442
Radstand117912001225125512841318
BB-Drop252727272727
Lenkwinkel64,564,564,564,564,564,5
Sitzwinkel7877,276,776,276,276,2

Ausstattung nur vom Feinsten

Das uns zur Verfügung gestellte Levo S-Works lässt keine Wünsche offen. Das High-End Modell der Levo Reihe kommt mit einer Ausstattung, die nicht nur gut aussieht, sondern auch ausgezeichnet funktioniert.

Für exzellente Performance und Dämpfung im harten Gelände sorgt das Factory Fahrwerk aus dem Hause Fox. An der Front arbeitet die steife, Kashima beschichtete Fox 38 mit Grip2 Kartusche. Am Heck schluckt der Fox X2 Factory Dämpfer Schläge und Unebenheiten auf dem Trail weg. Aufgrund der vielen Einstellmöglichkeiten des Fahrwerk-Setups sollte man jedoch einen Tag auf den heimischen Trails einplanen um das beste aus den Komponenten herausholen zu können. Sobald das Setup gefunden ist, performt das Factory Fahrwerk auf einem ganz hohen Level.

Wer auf ein knackiges Schaltgefühl steht, sollte die AXS Schaltung von Sram ausprobieren. Wie bei den meisten Premium Bikes wird auch hier die elektronische und kabellose Schaltung der Amerikaner verbaut, sogar in der Top-Variante XX1 mit Carbon-Käfig. Kombiniert wird das Ganze mit einem 34 Zahn Sram X-Sync Eagle Kettenblatt und 12-Fach XG-1299 Kassette mit 10-52er Übersetzung.

Wie die Schaltung funktioniert die Vario-Sattelstütze auch elektronisch. Die Reverb AXS von RockShox hat sich in den letzten Jahren an den High-End Modellen sämtlicher Hersteller etabliert und funktioniert wie die AXS Schaltung problemlos. Wer skeptisch ist, sollte wissen, dass man sich schnell an das System gewöhnt und wer nach jedem Ausflug die Akkus überprüft, wird auch nie das Problem haben, dass der lang haltende Stromfluss zur Neige geht.

Gebremst wird mit der Magura MT7 und wird mit den Loic Bruni Hebeln kombiniert. Nach der Magura-typisch etwas längeren Einbrems-Phase entfaltet die MT7 unbändige Power und bleibt dennoch sehr gut dosierbar.

Damit man im Uphill und im Downhill auch ausreichend Grip auf dem Trail hat, verbaut Specialized eine hauseigene Reifenkombination. Am Heck rollt der 27,5″ Eliminator und in der Front sorgt der 29″ Butcher für Grip und Kontrolle. Beide kommen in der pannensicheren Grid Trail Variante und mit einer Breite von 2,6″.

Motor, Akku, Display. Was ist neu?

Auch am Antriebssystem scheinen die Änderungen am neuen Turbo Levo auf den ersten Blick eher gering zu sein. Als Aggregat kommt der bekannte „Specialized Motor“ zum Einsatz, welcher nun den Zusatz „2.2“ bekommt. Auf Basis des Brose Motors stellt er 90 Nm Drehmoment bereit und weist einige Hard- und Software Upgrades auf: Ein neuer Freilauf sowie ein aktualisierter Riemen sollen die Zuverlässigkeit erhöhen. Redundant abgedichtete Stecker noch besser vor Wassereintritt schützen. Dank neuer Firmware soll er zudem noch feinfühliger und natürlicher ansprechen und seine Leistung über den gesamten Ride noch konstanter abgeben.

Beim Akku bleibt alles beim Alten. Der schlanke, mit 700 Wh recht üppige Akku lässt sich mittels Bolzen entnehmen und ist formschön im Unterrohr integriert. Bei den derzeit erhältlichen (Carbon-) Varianten entfällt zudem die 500 Wh Option.

Display? Hat sich das Specialized Turbo Levo nicht immer dahingehend ausgezeichnet, dass es gerade eben kein Display hatte? Richtig! Das neue Levo erhält nun erstmals ein echtes Display, auch wenn es kaum auffällt und es an gewohnter Stelle auf dem Oberrohr sitzt.

Die „Mastermind TCU“ genannte Einheit ist nicht nur das Gehirn des Antriebssystems, sondern weist auch einige Neuerungen gegenüber früheren Versionen auf. Das Farbdisplay lässt sich über die bekannte „Mission Control App“ quasi frei konfigurieren und zeigt jetzt unter anderem Daten über Restreichweite, Höhe und Energieverbrauch an. Ebenfalls neu ist „Micro Tune“. Mittels eines Tastendrucks lassen sich die Unterstützungsstufen nicht mehr in gewohnter Weise (Eco, Trail, Power) ändern, sondern fein in 10% Schritten anpassen – während der Fahrt. Laut Specialized soll das eine einfache Anpassung unterschiedlicher Leistungsniveaus bei Gruppen-Rides ermöglichen.

Funktionen der Mastermind TCU:

  • Over-the-Air-Updates
  • Restreichweite
  • Feinanpassung der Unterstützungsstufe in 10% Schritten (Micro Tune)
  • Personalisierte Displayanordnung
  • Uhrzeit
  • Live Consumption
  • Herzfrequenz-Kopplungsfunktion
  • Präzise Höhenmessung

Specialized Levo 2021: Ausstattungsvarianten

Das Turbo Levo wird vorerst in zwei Modellvarianten erhältlich sein. Beide ausnahmslos in Carbon, beide mit 700 Wh und beide sehr hochwertig ausgestattet. Man kann jedoch davon ausgehen, dass weitere Modelle – auch aus Aluminium – folgen werden.

Specialized Levo 2021 S-Works

Rahmen: FACT 11m Vollcarbon
Antrieb: Specialized 2.2
Akku: 700 Wh

Federgabel: Fox 38 Factory Grip2
Dämpfer: Fox X2 Factory

Schaltung: Sram XX1 Eagle AXS
Bremsen: Magura MT7 203/203 mm
Laufräder: Roval Traverse SL
Sattelstütze: RockShox Reverb AXS

Preis: 13.999 Euro

 

Specialized Levo 2021 Pro

Rahmen: FACT 11m Vollcarbon
Antrieb: Specialized 2.2
Akku: 700 Wh

Federgabel: Fox 38 Factory Grip2
Dämpfer: Fox X2 Factory

Schaltung: Sram X01 Eagle
Bremsen: Sram Code RSC 200/200 mm
Laufräder: Roval Traverse Carbon
Sattelstütze: Fox Transfer

Preis: 11.499 Euro

Specialized Levo
Das Gewicht eines E-Bikes verspricht oft mehr Stabilität in der Luft

Unser erster Eindruck auf dem Trail – First Ride Video

Natürlich waren wir gespannt, als wir die Möglichkeit hatten das neue Specialized Turbo Levo der dritten Generation zu testen. Die Tatsache, dass das Testbike dann in der edlen und exklusiven S-Works Ausstattungsvariante bei uns ankam, verstärkte nur noch mehr unsere Vorfreude. Schließlich konnte sich das Levo in der Vergangenheit bereits beweisen und kann wie kaum ein anderes E-Bikes eines: Draufsetzen und Wohlfühlen! Ob das beim neuen Levo genauso der Fall ist, sollte sich schnell zeigen.

Um es kurz zu machen: Ja, das neue Levo ist nach wie vor das „Draufsetzen und Wohlfühlen-Rad“. Die Geometrie ist nun zwar deutlich moderner, bringt aber selbst Anfänger nicht in Verlegenheit.

Bei der Ausstattung der S-Works Variante gibt es nichts zu kritisieren. Erstaunlich: Specialized setzt konsequent auf maximale Performance bei den Komponenten (Fox 38, X2, Magura MT7, stabile Reifen) und schafft es trotzdem das Gewicht auf einem niedrigen Niveau zu halten. Unser Testbike in Rahmengröße S3 kam auf beachtliche 22,0 kg!

Antrieb? (Brose)typisch top! So leise wie frühere Specialized Motoren empfanden wir das Aggregat allerdings nicht. Womöglich ein Tribut, den man den Hardware-Updates zollen muss.

Neues Display? Genial! Quasi genauso unauffällig wie bisher, bietet die neue Mastermind TCU dank der Mission Control App einen echten Zugewinn. Welche Information haben wir uns am häufigsten anzeigen lassen? Die Uhrzeit! 😀

Fahrverhalten? Modern und gegenüber den Vorgängermodellen noch potenter! Speziell in der flachen Geometrie-Einstellung ist das neue Levo ein echtes Baller-Gerät!  Für einen ausführlichen Test ist es an dieser Stelle sicherlich noch zu früh, wir freuen uns aber bereits jetzt schon auf weiter ausgedehnte Testkilometer auf dem neuen Specialized Turbo Levo. Die ersten Impressionen wollen wir euch aber natürlich nicht vorenthalten:

Specialized Turbo Levo
Das S-Works Levo macht einiges her. Edle Komponenten und super Verarbeitung haben jedoch ihren Preis

Mehr Informationen zu Specialized findet ihr auf: www.specialized.com

Die neuen Specialized Rime Flat Schuhe – Ride and Hike

Specialized präsentiert den neuen Rime Flat-Pedal Schuh. Für das neuste Modell der Kalifornier wurde die Slip-Not Sohle überarbeitet und setzt nun auf mehr Steifigkeit bei ausreichend Grip auf den Pedalen und zu Fuß. Außerdem soll der Schuh bequeme, ganztägige Geh-Performance bieten mit der man das Bike auch über den gröbsten Trail tragen kann.

Erst letzte Woche haben wir euch den neuen Specialized Downhill Schuh vorgestellt. Das neuste Modell aus dem Hause des Kalifornischen Fahrrad Herstellers zielt jedoch eher auf den All-Mountain Einsatz ab. Er soll auf dem Bike überzeugen aber auch wenn das Bike auch mal geschoben werden muss.

Der Rime Flat Schuh soll dank überarbeiteter Slip Not ST Sohle (St steht für super tacky, was so viel wie “super klebrig” heißt) optimierten Grip auf dem Pedal und zu Fuß bieten. Wer kennt es nicht. Der Trail ist zu Steil im Uphill und das Bike muss geschoben werden, oder man ist in den Bergen unterwegs und muss auf den felsigen Trails das Fahrrad Schultern und tragen. In solchen Fällen ist ein Schuh mit ausreichend Grip und Komfort extrem wichtig.

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Wie bei allen Schuhen der Marke, setzt Specialized auf Komfort und Körper Geometrie. Auch beim Rime ist die Ergonomie des Schuhs so geformt, dass das Fußgewölbe gestützt wird und der Varus Keil in Verbindung mit personalisierbaren Einlagen Fehlhaltungen der Knie und Hüfte vermeiden soll.

Auch die Zehen sollen dank der Zehenbox in unübersichtlichen Trails und Abfahrten vor Stößen und Prellungen geschützt werden. Die gepolsterte EVA-Zwischensohle sorgt für mehr Komfort und dämpft Aufprälle und Vibrationen ab.

Die spezielle Gewebekonstruktion soll die Wasseraufnahme reduzieren und die Trocknungszeit drastisch reduzieren. Geschweisste Mesh- und TPU-Obermaterialien eliminieren Nähte und sind auf Haltbarkeit ausgelegt.

Den Rime Flat Schuh gibt es in zwei Farben. Das White Mountain Modell sticht dabei besonders raus und erinnert ein wenig an Sneaker aus den 90er. Definitv ein Hingucker auf dem Trail. Wer es schlichter mag, kann auf das schwarze Modell setzen. Beide Varianten sind ab einer Schuhgröße von 36 bis 48 erhältlich und kosten 129.90 Euro.

  • Fuß Längsgewölbestütze – Unterbau des Längsgewölbes, unterbindet gängige Fußfehlstellungen
  • Metatarsal Button – Polster am Mittelfußknochen für mehr Komfort
  • Varus Keil – hebt die Innenseite des Fußes an um eine Lineare Pedalierbewegung zu fördern und Kniefehlstellungen zu vermeiden
  • Verschweißtes Mesh und TPU Obermaterial sind sehr widerstandsfähig.
  • SlipNot™ ST Gummisohle für zuverlässige Traktion
  • Wasserabweisende XPEL™ Materialkonstruktion reduziert Wasseraufnahme undbeschleunigt die Trocknungszeit.
  • Gepolsterte EVA-Schaum-Zwischensohle für mehr Komfort.
  • Relaxed Fit Leiste für eine super Balance zwischen Pedalgefühl und Off-Bike-Komfort.
  • Gewicht:  438g bei Größe XL
  • Preis: 129.90 Euro

Specialized

Mehr Informationen zu den Schuhen und Specialized findet ihr auf: www.specialized.com