Vali Höll’s – YT TUES World Champs Bike

YT Tues Vali Höll

Am Wochenende stehen die UCI World Champs in Leogang an und obwohl 2020 ein besonderes Jahr ist und wir auf einiges verzichten mussten, bekommen die Pro-Racer auch dieses Jahr wieder Custom Bikes von ihren Sponsoren. Auch Vali Höll wird dieses Jahr wieder mit einem traumhaften Custom YT TUES Rennen fahren und wir stellen euch diesen Carbon Boliden hier vor.

Vali fährt nun schon seit 2014 für den Deutschen Direktversender und das ziemlich erfolgreich. Die Junioren Weltmeisterin wird diese Jahr ihre erste Saison in der Pro Kategorie bestreiten und hat ihr Talent und Können schon am letzten Wochenende beim Crankworx DH In Innsbruck mit einer Goldmedaille unter Beweis gestellt. Wir haben von YT einige Bilder und Details zu Ausstattung zu Verfügung gestellt bekommen und haben diese für euch festgehalten.

YT TUES

Das Cockpit: Vali fährt einen 760mm breiten Descendant Lenker mit einem Rise von 25mm und Griffen von ODI. Bei den Bremsen setzt sie auf Sram Code RSC mit einem Rotor Durchmesser von 220mm vorne und hinten.

Für ausreichend Federweg sorgt die RockShox Boxxer Ultimate Gabel vorne und der RockShox Super Deluxe 250×72.5 Dämpfer hinten.

yt tues

Srams XG-795 Kassette für die X01 DH Schaltgruppe sorgt für den richtigen Antrieb. Vali setzt auf Clipless Pedale und fährt seit einigen Jahren die Crank Brothers Mallet DH.

Bei den Reifen fiel die Wahl auf Den Maxxis DHF 2.50 vorne und den DHRII 2.4 mit Downhill Karkasse hinten. Die Felgen sind die EX471 25mm von DT Swiss. Vali fährt 26PSi vorne und 28Psi hinten ohne Inserts.

Ein absolutes Highlight ist auch die Lackierung. Das schön glänzende Rot fällt direkt auf und die vielen kleinen Details erstrecken sich über den ganze Rahmen.

Auf dem Oberrohr befindet sich das YT Motto – LIVE UNCAGED

YT hat einen Teaser zum Herstellungsprozess des World Champs Bikes veröffentlicht.

Wir sind von Valis Downhill-Machine absolut begeistert und freuen uns endlich wieder auf ein spannendes Wettkampf-Wochenende. Mehr Infos zu YT findet ihr auf der Website des Unternehmens.

Bikes: YT-Industries

Rider: Vali Höll

Photograf: Isac Paddock

 

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Außergewöhnliche aber erfolgreiche Mountainbike-Saison in Saalfelden Leogang

Rider nehme große Jumps auf Hot Shots fired by GoPro line ©Klemens König

Im Jahr 2020 ist Mountainbiken so beliebt wie nie zuvor. Trotz oder vielleicht gerade wegen der besonderen Umstände haben viele ihre Leidenschaft zum Gravity-orientierten Radfahren und dem Auspowern in der Natur entdeckt. Dementsprechend nimmt die Bike-Saison 2020 in der Region Saalfelden Leogang ein sehr zufriedenstellendes Ende. Für mehr Airtime und Adrenalin sorgte die umgebaute Hot Shots fired by GoPro. Neue Elemente im Riders Playground des Epic Bikepark Leogangs eignen sich ideal für Einsteiger. Als Austragungsort der UCI 2020 Mountainbike Weltmeisterschaft waren das Salzburger Land und Saalfelden Leogang dieses Jahr mit erschwerten Bedingungen konfrontiert, welche diszipliniert und erfolgreich gemeistert wurden.

Viele Rider begeisterte 2020 besonders die umgebaute Hot Shots fired by GoPro: Die  großen Sprünge sorgen für jede Menge Spaß, viel Airtime und Adrenalin. Auf 3,1 Kilometern und 385 Tiefenmetern können die Fahrerinnen und Fahrer an ihren Sprung-Skills arbeiten und diese weiter ausbauen. Manche der Tables sind bis zu acht Meter lang und fordern viel Erfahrung auf dem Bike. Die Hot Shots eignet sich für erfahrene Bikerinnen und Biker und schlängelt sich mit einer Breite von etwa 2,5 Metern von der Asitz Bergstation durch den Wald mit Tables, Anliegern und Doubles und führt bis zum Flow Link des Epic Bikepark Leogang.

Learn early – from Rookie to Pro

Hat man noch nicht ganz so viel Zeit auf dem Bike verbracht, kann man sich im Riders Playground austoben, welcher 2020 deutlich ausgebaut wurde. Er befindet sich im Talbereich der Asitzbahn und gilt als einer der größten Einsteiger-Bereiche in den europäischen Bikeparks. Neu hinzugekommen ist hier der Mini Speedster – für alle, die schon mal etwas Downhill-Luft schnuppern möchten. Die zweite neue Strecke – die Maxi Line ist ein bunter Mix aus Tables, Drops und engen Radien, wo das neu Erlernte auf die Probe gestellt werden kann. Darüber hinaus gibt es im Riders Playground seit diesem Sommer auch eine Bike School Area mit kleinen Obstacles für die Bikeschule Elements Outdoorsport, die sich ideal zum Trainieren der Bike-Basics, wie zum Beispiel dem Bunny Hop, eignet. Für mehr Komfort für Klein und Groß sorgt zudem ein weiteres neues Förderband, welches die Fahrerinnen und Fahrer im Riders Playground bequem zu den zwei neuen Lines sowie zum Fuße des Velosolutions Pumptracks bringt.

Kids im Riders Playground mit einem Coach in Saalfelden Leogang am Verbessern ihrer Bike-Position
Kids und Trainer im Riders Playground in Saalfelden Leogang © Klemens König

Insgesamt blickt man im Bikepark trotz der Herausforderungen des Jahres 2020 auf eine erfolgreiche Bike-Saison zurück:

Wir konnten zwar im Frühjahr aufgrund von Covid-19 erst zwei Wochen später starten und mussten jetzt seit dem 02. November den Bikepark schließen, aber im Großen und Ganzen hat der Mountainbike-Sport 2020 einen extremen Aufschwung erlebt.

Headshaper Reini Leitner
über die diesjährige Situation in Saalfelden Leogang

Saison-Highlight Mountainbike WM

Der Höhepunkt des Jahres war die Austragung der UCI 2020 Mountainbike Weltmeisterschaften vom 07. bis 11. Oktober in Saalfelden Leogang. Nach acht Jahren fand der Kampf um die ersehnten Regenbogentrikots zum zweiten Mal im Pinzgau statt, dieses Mal in den Disziplinen Cross-Country, Downhill und E-MTB. Auch unter erschwerten Bedingungen war das Event ein voller Erfolg. Das ausgeklügelte Sicherheitskonzept und die disziplinierte Umsetzung zeigten, dass internationale Mountainbike-Wettkämpfe auch in schwierigen Zeiten durchgeführt werden können. Vor allem die Athletinnen und Athleten waren mehr als dankbar über die Austragung der Weltmeisterschaft, die ein Kräftemessen auf höchstem Niveau ermöglichte.

Vor allem die Trail-Builder und Shaper der Region Saalfelden Leogang standen mit der kurzfristigen Übernahme der Cross Country WM von Albstadt vor einer großen Herausforderung: „Wir haben erst Ende Juni Bescheid bekommen, dass wir die ursprünglich in Albstadt geplante Cross Country Weltmeisterschaft übernehmen werden. Ansonsten hätte dieses Jahr keine XC WM stattgefunden. Bis alle Genehmigungen zum Streckenbau vorlagen, war es Ende August. Das heißt, wir hatten noch 1,5 Monate für den Bau einer neuen XCO-Weltmeisterschaftsstrecke“, berichtet Reini Leitner.

Reece Wilson aus Großbritannien springt über den Kicker auf der Downhill-Strecke in Saalfelden Leogang
Reece Wilson (GBR) auf dem Weg zu seinem ersten Downhill WM-Titel © Moritz Ablinger

In zwei Teams von sechs bis acht Shapern wurden der neue Teil der Downhill-Strecke sowie die Cross Country Strecke unter vollem Einsatz Ende September fertig gestellt.

Doppel-Weltcup und ein neuer Trail für 2021

Mit dem Ende der Bike-Saison am 02. November blickt Saalfelden Leogang zufrieden und sogleich mit Freude in die Winter-Saison – voraussichtlich ab dem 04. Dezember sind die Ski-Lifte im Pinzgau geöffnet. Vorfreude bringt zudem besonders die Austragung des ersten UCI Doppel-Weltcups vom 12.-13. Juni 2021 in Saalfelden Leogang im Cross-Country und Downhill sowie das geplante BIKE Festival, welches beides im Epic Bikepark Leogang stattfinden wird. Vom 10.-12.09.2021 wird es die Möglichkeit geben, sich im Rahmen des Festivals gegenseitig auszutauschen, die neuesten Bikes für 2022 zu testen sowie am Touren und Workshop Programm teilzunehmen, um die Bike-Skills auszubauen und das Pinzgau und seine Trails noch besser kennenzulernen. Und Riders aufgepasst: Schon im Frühjahr 2021 könnt ihr euch auf Neuigkeiten im Epic Bikepark Leogang freuen. Es passiert auch im kommenden Jahr wieder viel in der beliebten Mountainbike-Region und es wird hier definitiv alles andere als langweilig.

Weitere aktuelle News, Termine und Informationen zu den Strecken des Epic Bikepark Leogang gibt es auf bikepark-leogang.com, instagram.com/BikeparkLeogang oder facebook.com/BikeparkLeogang.

Video: Oisin O’Callaghan – “One Dream”

Oisin O'Callaghan

Vor einem Jahr bewies sich Oisin O’Callaghan vor dem YT-Mob und wurde das neue Mitglied im Rennstall von Teambesitzer Martin Whiteley. 2020 wurde seine erste Junioren-Worldcup-Saison, doch keiner konnte mit solch beeindruckenden Resultaten rechnen . Der junge Oisin wurde in seiner ersten Downhill Worldcup Saison Weltmeister und ist der erste irische Träger des Regenbogen Jerseys.

Oisins O’Callaghan erzählt in “One Dream” seine Geschichte vom ersten Fahrrad, bis hin zum Sieg der Weltmeisterschaft in Leogang.

5. November 2020 – Forchheim: Vor einem Jahr wartete Oisin O’Callaghan gespannt darauf, ob er 2020 einer der beiden neuen Fahrer für den YT MOB werden würde. Mit seiner großartigen Performance bei der MOB World Tour 2019 hat Oisin bewiesen wie motiviert er ist und so Teambesitzer Martin Whiteley davon überzeugt, ihn ins Team zu holen. Dieses Jahr sollte seine erste Junioren-Worldcup-Saison der Kick-off in eine glänzende Zukunft seiner Downhill-Karriere sein. Aber keiner konnte ahnen, dass der 16-jährige eine echte Achterbahnfahrt erleben würde, bevor er am Ende seines ersten ‚großen‘ Rennens das Rainbow Jersey überziehen würde. Aber wer ist Oisin (sprich: Ush-een) und wie begann seine MTB-Geschichte? ‚One Dream‘ gewährt uns einen Blick hinter die Kulissen und außerdem haben wir mit dem jungen Iren über seinen erstaunlichen Start seiner jungen Karriere sprechen können.

 

Oisin, zunächst einmal: Herzlichen Glückwunsch! Wie waren die letzten Wochen für dich?
Die letzten Wochen waren für mich die verrückteste Zeit meines Lebens! Angefangen bei meinem ersten Rennen mit den Besten der Welt, bei dem ich einfach nur sehen wollte, wo ich im Vergleich zu den anderen stehe – und am Ende gewinne ich und werde Junioren-Weltmeister! Dann ging es weiter nach Slowenien zu den Runden 1 & 2 des World Cups und ich gewinne beide! Es war verrückt, aber auf eine gute Art und Weise. Davon habe ich geträumt, seit ich ein kleines Kind war. Diesen Traum jetzt zu leben, ist einfach unbeschreiblich.

Auch in ‚One Dream‘ sagst du, dass du schon als Kind davon geträumt hast, Weltmeister zu werden. Dieses Ziel hast du in deinem allerersten UCI-Rennen der Saison erreicht. Was waren deine Gedanken, als du an den Start gegangen bist?
Mein Ziel waren die Top 5. Das hätte ich schon krass gefunden und darüber wäre ich auch echt glücklich gewesen, schließlich war das mein erstes Rennen auf dem Level. Mir war es wichtig herauszufinden, wie gut ich im Vergleich zu den Junioren im zweiten Jahr bin, damit ich an einigen Dingen arbeiten kann, die ich für die nächsten Rennen noch verbessern muss.

Wusstest du zu diesem Zeitpunkt, dass du der erste irische Mountainbike-Fahrer überhaupt bist, der das Rainbow Jersey tragen darf? Wie war die Reaktion zu Hause in Irland?
Zu dem Zeitpunkt konnte ich nicht glauben, dass ich geschafft hatte, was ich geschafft hatte. Das habe ich erst begriffen, nachdem mir gesagt wurde, dass noch nie jemand aus Irland die Regenbogenstreifen getragen hat und ich Geschichte geschrieben habe. Die Leute zu Hause drehten durch, und ich bekam so viele Nachrichten, dass ich mein Telefon erstmal ausschalten musste. Jetzt freue ich mich riesig darauf, wieder nach Hause zu kommen und alle zu sehen.

Oisin O'Callaghan

Letztes Jahr hast du an der YT MOB World Tour teilgenommen. Wenn du darauf zurückblickst, wo du damals warst und wo du heute bist, was hast du deiner Meinung nach am meisten verbessert? In welchen Bereichen hast du die größten Fortschritte gemacht, seitdem du dem YT MOB beigetreten bist?
Seitdem ich beim YT Mob bin, habe ich sehr an meiner Positionierung auf dem Bike gearbeitet, damit ich besser angreifen kann. Das ist etwas, das ich im Winter viel geübt habe, Woche für Woche. Ich glaube, das ist jetzt schon ganz gut, kann aber trotzdem auch noch besser werden.

Dieses Jahr war eine ziemliche Achterbahnfahrt, weil die Rennen nach und nach abgesagt wurden und dein erstes Jahr im Junioren-Weltcup immer wieder verschoben wurde. Wie hast du dich vorbereitet und was hat dir geholfen, nicht den Fokus zu verlieren?
Ich hatte mich mental darauf vorbereitet, dass die Rennen wegen COVID abgesagt werden würden, sodass es für mich kein großer Schock war. In diesem Sommer verbrachte ich meine gesamte Zeit in Europa, hauptsächlich in Morzine, wie ich es jeden Sommer tue, um fit zu bleiben – den Fokus habe ich zum Glück nie wirklich verloren.

In ‚One Dream‘ sehen wir dich und deine Freunde auf einem Trail, der während des Lockdowns gebaut wurde. Wie wichtig ist Trail Building für dich und für dein Zuhause in Irland?
Ich selbst baue gar nicht so viele Trails, aber ich helfe gerne anderen dabei. Beim ersten Lockdown musste ich raus und einen Trail bauen, sonst hätte ich nicht trainieren können. Ich denke auf jeden Fall, dass ich in diesem Winter noch ein bisschen mehr machen werde, denn ich finde es echt cool und entspannend, einen Trail mit viel Flow zu bauen. Es macht zudem einfach super viel Spaß, einen Trail zu fahren, den man selbst gebaut hat.

Du arbeitest viel mit einem lokalen Trail Center zusammen. Kannst du uns mehr über die Entwicklung erzählen und wie das Trail Center dich als Rider nach vorne gebracht hat?
Schon als ich noch ganz klein war, bin ich mit meinen Freunden hier hingefahren und habe einfach Spaß auf den Trails gehabt. In meinem Trail-Center hier vor Ort habe ich wahrscheinlich fast alle meine Skills gelernt.

Wo in der Welt fährst du am liebsten und welcher Race Track ist bis jetzt deine Lieblingsstrecke?
Sicherlich Morzine, weil es dort so viele und so unterschiedliche Trails gibt. Von den Race Tracks ist Lousã mein Favorit oder der ganz neue untere Abschnitt von Leogang.

Wie sehen deine nächsten Ziele aus, jetzt wo du bereits die Regenbogenstreifen trägst? Was motiviert den amtierenden Weltmeister?
Ich will den World Cup Overall gewinnen. Die Chance habe ich in Lousã ja leider verpasst, also werde ich nächstes Jahr noch mehr auf diesen Titel hinarbeiten. Meinen Titel als Junioren-Weltmeister im nächsten Jahr zu verteidigen, wäre auch ziemlich gut.

Alles Gute weiterhin Oisin!

YT-Industries im Interview mit Oisin

Oisin O'Callaghan

Mehr über Oisin erfahrt ihr hier: Instagram, YouTube, YT-Industries

Video: Vali Höll – One lesson at a time

Vali Höll

2020 sollte wohl das Jahr für Valentina Höll werden. Sie beendete die Schule, verließ den Junioren-Weltcup und stieg zu den Elite-Frauen auf. Das erste Rennen ihrer Elite World Cup Saison sollte in heimischen Gefilden stattfinden, Leogang, nur ein paar Kilometer von ihrem Heimatort, dem Spielberghaus, entfernt. Die Vorfreude war mit Sicherheit groß, Vali landete beim Qualifying auf Position Eins, doch dann kam alles anders als geplant. In “One lesson at a time” zeigt sich Vali privat und nimmt uns mit hinter die Kulissen ihres World Cup Erlebnis in Leogang.

Vali, die erste Frage auf Anhieb muss lauten: Wie geht es dir nach der Operation? Ist es gut gelaufen?

Die OP ist gut verlaufen, leider war doch mehr kaputt als erwartet. Für mich heißt es jetzt erst mal chillen und für ungefähr 6 Wochen einen Gips tragen. In 10 Tagen entscheiden wir, ob man dann schon langsam mit der Physio im Athlete Performance Center beginnen kann. Zum Glück ist Red Bull mit den Ärzten schon seit Anfang an in Verbindung.

Der Sprung, bei dem du dich verletzt hast, war neu in diesem Jahr. Kannst du sagen, was da schief ging?

Ich bin den Sprung schon die ganze Woche lang gesprungen, es war jetzt nicht wirklich etwas Krasses. Am Sonntag hatte es ja ziemlich viel geregnet und da war die Anfahrt ein bisschen langsamer als sonst. Ich bin den Sprung dann gecased. Der Sturz selber war nicht wirklich crazy, also da hatte ich schon größere diesen Sommer (lacht). Ich bin noch weggegangen, damit andere weiterfahren können und als ich dann hinunter auf meinen Knöchel schaute, war dieser schon sehr angeschwollen. Aber zum Glück hatte ich keine zu großen Schmerzen.

Vali Höll
Vali beim Training in Leogang – photo: Isac Paddock // Ale Di Lullo

Natürlich möchten viele Fans wissen, wie lange die Reha jetzt dauert bzw. wann wir dich wieder auf dem Bike sehen werden. Weißt du schon mehr?

Januar werde ich wieder Biken gehen, aber das passt eh gut, hatte bis jetzt immer eine Bike-Pause.

Wir wünschen dir in jedem Fall eine schnelle Erholung! Lass‘ uns die Uhr etwas zurückdrehen. ‘One lesson at a time’ führt uns hinter die Kulissen der Weltmeisterschaft und die Vorbereitung. Wir sehen dich mit deiner Familie und Mat Gallean sprechen. Wie wichtig war ihr Support, um dorthin zu gelangen, wo du jetzt bist?

Klar Familie ist alles, ohne sie wäre ich nicht auf dem Bike. Man muss schon extrem viel Glück haben Eltern zu haben die einen unterstützen, aber nie unter Druck setzten.

Als du mit dem Racing angefangen hast und bevor du mit 16 dem Weltcup Circuit beigetreten bist, an welche Renn-Situation erinnerst du dich am liebsten zurück?

Crankworx waren immer die coolsten Rennen. Das erste Mal bin ich beim Kidsworx in Whistler, 2014, mitgefahren.

Seitdem waren viel Leidenschaft und harte Arbeit nötig, um die Racerin zu werden, die du heute bist. Wenn du dir die Reise ansiehst, die du unternommen hast, um dich von einem der größten Talente des Sports zu einer ernsthaften Konkurrentin auf Elite-Level zu entwickeln, welche Schlüsselmomente sind dir in Erinnerung geblieben, die für diesen Verlauf essenziell waren?

Ich denke an die Wochen zurück, als ich vormittags in die Schule ging und nachmittags ins Gym. Ich ging ausdem Haus als es dunkel war und kam auch wieder heim als es dunkel wurde. Wenn ich so zurückschaue, war das schon krass. Normalerweise würde man mit seinen Freunden ins Kino oder Feiern gehen, aber mir war das Training einfach so wichtig. Ich wusste, dass das Training im Gym mir helfen würde, auch wenn ich jetzt nicht,wie viele andere,den ganzen Winter über bikengehen konnte.

2020 sollte das Jahr sein, indemdu die Schule beendest, deine erste Elite-Weltcup-Saison fährst und an der WM zu Hause teilnimmst. Wie schwierig war es für dich als Athletin zuzusehen wie Weltcups reihenweise abgesagt wurden, während du deinen Schulabschluss machen solltest?

Ich fand’s eigentlich ganz chillig, so konnte ich mich auf die Matura konzentrieren und dann aufs Biken.

Wie sahen die Wochen vor den Weltmeisterschaften aus? Wie bereitet man sich auf ein Event wie dieses vor, nachdem es fast ein Jahr lang kaum Rennen gegeben hat?

Ich bin die Woche davor das Crankworxin Innsbruck gefahren, welches ich auch gewonnen habe. Das war komplett unerwartet, so aber kam ich mit einem guten Gefühl nach Leogang.

Viele würden sagen, dass die WM-in Leogang für dich eine Niederlage gewesen sein muss. Wie sah aber deine eigene Erwartungshaltung aus und welches Fazit ziehst du?

Bis auf den Sturz bin ich mega zufrieden. Ich kam gut mit den Verhältnissen zurecht und fühlte mich stark. Ich denke, dass auch andere gemerkt haben, dass ich gut drauf war. Ich kam nicht an mit dem Ziel Erste zuwerden, sondern mein Bestes zu geben–und das tat ich auch.

Jetzt bist du das erste Mal in deiner jungen Karriere damit konfrontiert, von einer Verletzung zurückzukommen. Hast du dich an andere gewandt, die evtl. Comeback-Erfahrung haben, oder haben sich Fahrerinnen bei dir gemeldet, um dir beim Umgang mit und auf dem Weg zur Genesung Support anzubieten?

Rachel Atherton gab mir einige Tipps, sowie auch Tracy Moseley. Es haben mir mega viele geschrieben und ich bin ganz überwältigt davon. Ich schaffe es leider gar nicht allen zurückzuschreiben.

Du bist sicherlich eine Inspiration für viele junge Rider da draußen. Welchen Rat würdest du anderen ‚Young Talents‘ geben, die mit ihren ersten Rennen loslegen?

Genießen, Spaß haben und setzt euch realistische Ziele. Ich habe nie gesagt, dass ich World Champion werden will, sondern immer nur, dass ich mein Bestes geben will. Manchmal reicht sein Bestes aus, um bedeutsame Rennen zu gewinnen.

Danke und alles Gute, Vali

– Das Interview führte YT-Industries mit Vali –

Fresh Kit, Training in Leogang – photo: Isac Paddock // Ale Di Lullo
Mehr Infos über Vali findet ihr hier: Instagram, YouTube
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UCI Downhill World Championship – Ergebnisse und Rückblick der Schlammschlacht in Leogang

Loic Bruni

Wer hätte so ein Rennen erwartet? Schneefall im Startbereich, tiefe Furchen wie beim Motorcross, verletzte Favoriten und Gewinner mit denen fast niemand gerechnet hätte. Die Schlammschlacht in Leogang forderte ihre Opfer, sorgte für Spannung, Verzweiflung und Freudentränen. Alles war an diesem Wochenende möglich. 

Das Wetter war an diesem langen Renn-Wochenende der entscheidende Faktor. Freitag verkündete die UCI, dass bei zu starkem Schneefall am Renntag die Ergebnisse des Qualifying gewertet werden. Diese Ankündigung sorgte somit schon für ein sehr starkes Qualifying; Loris Vergier führte die Elite Männer an und Vali Höll holte ihre Führung bei den Frauen. Doch der Schnee hielt sich in Maßen und eins der anspruchsvollsten Downhill Rennen aller Zeiten fand statt.

Marine Cabirou stürzt beim Training, photo: Bartek Wolinsk

Die Rennergebnisse

Junior FrauenJunior Männer
1. CHAPPAZ LauryneFRA
5:41.5021. O CALLAGHAN Oisin IRL4:02.142
2. GUTÖHRLE SophieAUT+46,8092. SLACK DanGBR+2.141
3. PIERRINI LéonaFRA+53,8123. ELLIOTT JamesGBR+10.705
4. GONZALEZ GRIMAU AinaESP+1:05,0864. LUFFMAN DennisGBR+10.714
5. ERICKSON EllaUSA+2:01,5585. MUMFORD LukeGBR+13.580
Elite FrauenElite Männer
1. BALANCHE CamilleSUI5:08.4261. WILSON ReeceGBR3:51.243
2. NICOLE MyriamFRA+3.1302. TRUMMER DavidAUT+3.197
3. HRASTNIK MonikaSLO+16.9663. THIRION RémiFRA+5.953
4. HANNAH TraceyAUS+20.0124. WALLACE MarkCAN+6.655
5. PARTON MikaylaGBR+23.1645. KERR BernardGBR+7.203

Die kompletten Ergebnisse der Rennen findet ihr hier

Kurze Zusammenfassung des Elite Männer Rennen. Die extrem matschige und steile Sektion im Wald forderte den Fahrern alles ab und führte zu Stürzen und Fehlern. Der Schlamm war dort so tief und dick, dass einige sogar stecken blieben und schieben mussten.

  • Johannes Fischbach für längere Zeit auf Hotseat
  • Max Hartensen fährt grüne Zeiten, stürzt vor dem Epic Gap Jump
  • Jack Moir, kommt mit 2 Sekunden Vorsprung in den Wald, neue Linie über Drop im Wald, geht in Führung
  • Reece Wilson, sehr stark im Wald, beendet mit 7.663 Sekunden Vorsprung auf Moir
  • Aaron Gwin verliert 7 Sekunden in der Top Sektion, geht im Wald ins Band, 22.603 Sekunden langsamer
  • Reece Wilson immer noch auf dem Hotseat
  • Finn Iles kann Linie im Wald nicht halten, rutscht in Schlammloch, bleibt stecken
  • Die Top 10 starten
  • Mark Wallace fährt sauber im Wald, trotzdem +6,65 Sekunden langsamer
  • Brook Macdonald stürzt zweimal in der Top Sektion
  • David Trummer macht kleine Fehler im Wald, mit +3 Sekunden auf Platz 2
  • Qualifying Sieger Loris Vergier, verliert Zeit im Wald
  • Laurie Greenland trotz Handverletzung stark, stürzt im Wald
  • Urgestein Greg Minaar, startet stark, stürzt an den Baumstümpfen und verliert Zeit
  • Zweifacher World Champ Danny Hart startet aggressive, Fehler im Wald
  • Troy Brosnan, +0,233 im ersten Split, +0,753 im zweiten, stürzt im Wald, beendet +8.268 langsamer
  • World Champ Loic Bruni, stürzt mehrmals im Wald
  • Reece Wilson ist World Champion!
Loic Bruni im Ziel, photo: Bartek Wolinsk

Zusammenfassung des Elite Frauen Rennen. Valentina Höll stürzte leider beim Training als sie aufgrund der widrigen Bedingungen nicht genügend Geschwindigkeit für das große Epic-Gap hatte und etwas zu kurz landete. Keine der Elite Frauen sprang diesen Sprung beim Rennen, da es durch den extrem schlammigen Wald sehr schwer war die Geschwindigkeit zu bekommen.

  • Myriam Nicole mit starkem Lauf lange im Hotseat
  • Tahnee Seagrave stürzt im Wald, verliert das Fahrrad und braucht fast die Minute um wieder an ihr Bike zu kommen
  • Camille Balanche, starkes Rennen, erste ohne Sturz im Wald, geht in Führung
  • Marine Cabirou startet stark, stürzt zweimal im Wald
  • Nina Hoffman startet mit aggressiver Linie, stürzt kurz nach dem Start
  • Tracey Hannah, grüne Zeiten in den ersten Splits, stürzt im Wald
  • Camille Balanche wird die erste, weibliche Weltmeisterin aus der Schweiz.
Camille Balanche starke Leistung trotz der extremen Verhältnisse, photo: Bartek Wolinsk

Photos: Bartek Wolinsk/ Red Bull Media

UCI World Championship – Red Bull live stream

Brook Mcdonald

Schnee, Matsch und Zerstörung, trotz widriger Bedingungen werden heute zum zweiten Mal seit 2012 die UCI World Champs in Leogang ausgetragen. Wer World-Champion 2020 wird und ob das Rennen bei Schneefall abgebrochen wird, erfahrt ihr im Red Bull live stream.

Die Wetterbedingungen machen den diesjährigen Kurs in Leogang besonders anspruchsvoll. Vom abschüssigen Startbereich, bis hin zum neuen, wurzeligen Waldstück nach dem berühmten Motorway wird den Athleten ihr ganzes Können abverlangt. Die UCI verkündete freitags, dass bei zu starkem Schneefall am Sonntag die Zeiten des Qualifying als Rennzeiten gezählt werden. Das sorgte somit für ein sehr spannenden Freitag. Die Bestzeiten findet ihr hier.

TOP 10 Elite Frauen

Elite Women DH

TOP 20 Elite Männer

MENS RESULTS

Wir sind uns sicher, dass der heutige Renntag ein spannender wird und freuen uns auf die Live Übertragung auf Red Bull TV. Die Elite Frauen starten um 12:30 Uhr, die Elite Männer folgen um 14:30 Uhr. Den Link zum Event findet ihr hier:

Live Stream

 

 

Test: Scott Gambler Tuned 900

scott gambler

Kaum ein Bike sorgte beim Release für so viel Furore auf dem Downhill-Markt wie das Scott Gambler. Das Race-Bike aus der schönen Schweiz bietet neben der Wahl von 29″ oder 27.5″ eine ganze Auswahl an individuellen Einstellungsmöglichkeiten. Wir durften das 15,7kg Leiche Top-Modell vor einiger Zeit testen und wollen euch hier das Scott Gammler 900 in der Top Variante  und seine Schwestermodell vorstellen.

Das Scott Gambler, schon seit weit mehr als einem Jahrzent bekannt aus dem Downhill-Worldcup und beinahe allen bekannten Freeride-Events, kommt für die Saison 2020 komplett modernisiert daher. Bei der Entwicklung des Gamblers legte Scott extrem viel Wert auf einen superleichten Rahmen, der jedoch auch die nötige Stabilität für die härtesten Tracks der Welt aufweisen und vor allem eins sein soll – schnell. Doch stand nicht nur die pure Steifigkeit und das niedrigste Gewicht im Vordergrund, sondern auch das passende Niveau des lateralen Flex wurde nach eigenen Angaben bedacht. Um hier aus dem Vollen zu schöpfen, arbeitete Scott eng mit ihren Teamfahrern zusammen, so waren in den letzten Jahren bei Brendan Fairclough und Lucas Dean verschiedenste Prototypen im Downhill-Worldcup im Einsatz.

scott gambler

Der bewährte Eingelenker-Hinterbau wich bei der Reinkarnation des Bikes einem klassischen Viergelenker mit Horst-Link und somit hatte das Scott Gambler 2020 ein komplett überarbeitetes Suspension Design verpasst bekommen. Optisch sind daher quasi keine Gemeinsamkeiten zu erkennen, denn gegenüber des Vorgängermodells sieht das Gambler 2020nabsolut clean und weniger verschachtelt aus. Treu blieb Scott der enormen Vielzahl an Einstellmöglichkeiten, da unter anderem der Lenkwinkel, die Länge der Kettenstreben oder auch die Höhe des Tretlagers perfekt an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden können. Hier mussten gegenüber der 2013 gelaunchten Vorgänger-Version zusätzlich einige Faktoren berücksichtigt werden, da das Gambler zwar in 29 Zoll ausgeliefert, doch die Wahl der Laufräder dem Rider selbst überlassen wird.

Uns war nur das getestete Scott Gambler Tuned 900 verfügbar, welches mit Highend-Ausstattung, einem laut Hersteller 2650g leichten HMX-Carbonrahmen und vielen weiteren, smarten Detaillösungen daher kommt. Nun ist das Gambler in vier verschiedenen Versionen erhältlich, wobei von zwei Alu-Bikes, über ein Hybridbike mit Alu-Hinterbau und Kohlefaser-Hauptrahmen, bis zum Vollcarbon-Bike alles geboten ist, was das Bikerherz begehrt. Die Preise variieren hier zwischen 3699€ und 7999€. Scott spricht durch die verschiedenen Rahmenmaterialien und Ausstattungsvarianten ein breites Klientel, vom Vollblut-Racer bis zum gelegentlichen Bikeparkbesucher, an. Die Möglichkeiten bei der Wahl der Ausstattung reichen vom günstigeren Rock Shox/X-Fusion-Fahrwerk bis zur Top-Variante mit Fox Factory-Fahrwerk. Auch in Sachen Laufräder lassen die Hersteller, wie oben bereits kurz erwähnt, dem Endkunden alles offen, da auch der Aufbau mit 650b oder auch als Mullet-Bike, mit 29 Zoll vorne und 27,5 Zoll hinten, beim Gambler kein Problem darstellt. Alle Modelle werden jedoch mit 29 Zoll Laufrädern ausgeliefert. Zusätzlich zu den Komplettbikes bietet Scott das Gambler Tuned 900 auch als Frame-Kit inklusive Fox DHX2 und Syncros Steuersatz für 4199€ an.

 

Scott Gambler 900Scott Gambler 910Scott Gambler 920Scott Gambler 930

Schott gambler

Rahmen: Gambler HMX Carbonrahmen
Dämpfer: Fox DHX2 200mm
Gabel: Fox 49 Factory Float 203mm
Schaltung: Sram XO1 DH
Bremse: Sram Code RSC
Laufradsatz: Syncros Revelstoke DH 1,5 TR
Gewicht: 15,79kg (nachgewogen)

Preis: 7.999 Euro

scott gambler

Rahmen: Gambler HMX Carbon/Alu-Rahmen
Dämpfer: Fox DHX2 200mm
Gabel: Fox 40 Performance Elite 203mm
Schaltung: Sram GX DH
Bremse: Sram Code R
Laufradsatz: Formula DHL-157/92
Gewicht: 16,7kg (Herstellerangabe)

Preis: 5.999 Euro

scott gambler

Rahmen: Gambler Alu-Rahmen
Dämpfer: Fox VAN RC 200mm
Gabel: Fox 40 Performance Elite 203mm
Schaltung: Sram GX DH
Bremse: Shimano BR-MT 520
Laufradsatz: Formula DHL-157/92
Gewicht: 17,1kg(Herstellerangabe)

Preis: 4.399 Euro

scott gambler

Rahmen: Gambler Alu-Rahmen
Dämpfer: X-Fusion Vector R 200mm
Gabel: Rock Shox Boxxer Select 200mm
Schaltung: Sram X5
Bremse: Shimano BR-MT520
Laufradsatz:Formula DHL-157/92
Gewicht: 16,9kg (Herstellerangabe)

Preis: 3.699 Euro

Die Einstellmöglichkeiten kurz zusammengefasst

  • Wahlweise 27,5 Zoll oder 29 Zoll
  • Anpassbare Länge der Kettenstreben von 435mm bis 450mm
  • 4-Wege-Flip-Chip am unteren Dämpferauge für eine optimale Anpassung der Höhe des Tretlagers und Optimierung der Kinematik, je nach Laufradgröße
  • Mitgelieferte Steuersatzschalen für einen anpassbaren Lenkwinkel von 62° bis 64°

Am Scott Gambler 2020 gibt es zwei Möglichkeiten der Längenanpassung der Kettenstreben und somit auch der Gesamtlänge um +-15mm. Dies sorgt dafür, dass der Rider das Bike optimal an die Gegebenheiten des Tracks anpassen kann, also zusammengefasst gesagt: Lange Einstellung für mehr Laufruhe und kurz für mehr Agilität. Das wird jedoch nicht nur durch die Länge der Kettenstreben beeinflusst, sondern auch die Wahl der Laufradgröße spielt hier eine entscheidende Rolle. So kann das Scott Gambler beispielsweise mit 650b und langer Hinterbaueinstellung ebenso gefahren werden, wie mit 29 Zoll und kurzen Streben.

Neben der Länge der Kettenstreben beeinflusst auch der Flip-Chip im unteren Dämpferauge die Fahreigenschaften des Bikes erheblich. Dieser bietet dem Biker zwei verschiedene Höheneinstellungen des Tretlagers, mit dem es um 8,5mm oder um 24,2mm abgesenkt werden kann. Ebenfalls bedeutsam erscheinen uns auch die zwei Bohrungen im Flip-Chip, die über ein lineares oder ein progressives Verhalten entscheiden. Diese Geometrie- und Dämpferoptionen sollen dazu beitragen, den Massenschwerpunkt des Fahrers zwischen den Rädern ideal zu platzieren, sodass ein optimales Level aus Balance und Traktion gegeben ist. Zu guter Letzt kann auch der Lenkwinkel durch die mitgelieferten Steuersatzschalen optimal auf die Gegebenheiten der Strecke, des Bike-Setups und der persönlichen Vorlieben des Riders angepasst werden.

scott gambler

Geometrie des Scott Gambler 2020

Die Geometriedaten des Scott Gambler sind durch die enorme Anzahl an Einstellmöglichkeiten enorm umfangreich, da jegliche Anpassungen vielerlei Werte beeinflussen. Alle Größen verbindet jedoch vor allem eines – sie sind allesamt lang und flach, wie die meisten der aktuellen 29 Zoll Race-Downhillbikes. Der Lenkwinkel bewegt sich zwischen 62° und 64° und der Radstand variiert von 1207,6mm in Größe S, bis zu 1302,8mm in Größe XL. Anders als bei den früheren Gambler-Plattformen sind nun vier Rahmengrößen von S bis XL verfügbar, die Reach-Werte von 400,2mm bis 495,0mm aufweisen. Für kleinere Fahrer der Größen S und M wählte Scott den Sitzwinkel etwas steiler, damit diese den Sattel tiefer stellen können und trotzdem der gefürchtete Kontakt zwischen Reifen und Sattel vermieden werden kann.

S/900 S/700 M/900 M/700 L/900 L/700 XL/900 XL/700
Low BB Setting High BB Setting Low BB Setting High BB Setting Low BB Setting High BB Setting Low BB Setting High BB Setting
Lenkwinkel in ° 62,9 63,2 62,9 63,2 62,9 63,2 62,9 63,2
Steuerrohrlänge in mm 110 110 110 110 110 110 110 110
Oberrohrlänge horizontal in mm 537,4 535,7 567,5 565,7 621,0 618,9 651,1 648,9
Überstandshöhe in mm 719,3 712,3 711,6 705,0 712,1 705,8 709,6 703,6
Tretlagerabsenkung in mm -24,2 -8,5 -24,2 -8,5 -24,2 -8,5 -24,2 -8,5
Tretlagerhöhe in mm 346,4 342,6 346,0 342,6 345,4 342,6 346,2 342,6
Radstand in mm 1207,6 1212,8 1237,6 1242,8 1270,0 1272,8 1297,6 1302,8
Sitzrohrlänge in mm 405,0 405,0 405,0 405,0 405,0 405,0 405,0 405,0
Sitzwinkel in ° 66,8 67,2 66,8 67,2 63,8 64,2 63,8 64,2
Kettenstrebenlänge in mm 438,7 435,0 438,7 435,0 438,7 435,0 438,7 435,0
Reach in mm 400,2 405,0 430,3 435,0 460,4 465,0 490,5 495,0
Stack in mm 636,2 631,3 636,2 631,3 633,5 631,3 636,2 631,3

Details des Gambler Tuned 900

Das Scott Gambler Tuned kommt in einem knalligen Orange daher, bietet einige smarte Detaillösungen und reiht sich optisch klasse in die Produktpalette neben die neuen Ransom- und Genius-Modelle ein. Die am Gabelanschlag eingeführten Züge für Schaltung und Bremse verlaufen innenverlegt im Rahmen, kommen nahe des Dämpfers erst wieder zum Vorschein und sorgen so für ein aufgeräumtes Bike. Dort sind sie durch eine Klemme und einige Kabelbinder fixiert, die klappernden Leitungen vorbeugen sollen. Der eingelassene Rahmenschutz an der Unterseite des Unterrohrs und die Gummibeschichtung an der Kettenstrebe antriebsseitig sollen ebenfalls für ein leises Bike sorgen.  Dies tun sie in der Praxis auch, jedoch könnten sie seitens des Herstellers etwas großzügiger gewählt werden, da der Rahmen im Test einige kleine Lackabplatzer davontrug. Was neben den klug verlegten Zügen jedoch ebenfalls gefällt, ist das Syncros Trail DH Schutzblech an der Front, welches Fahrer und Bike bei schlechten Bedingungen zuverlässig schützt.

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Die Ausstattung des Gambler Tuned 900

Das Scott Gambler Tuned 900 kostet knapp 8000€ und bringt daher natürlich nur die edelsten Komponenten mit. Beim Fahrwerk setzen die Schweizer auf eine Fox 49 und einen Fox DHX2, jeweils in der Factory-Ausführung mit 203mm/200mm Federweg. Am Scott Gambler Tuned 900 fungiert der leichte Sram XO1-DH-Antrieb, der mit sieben Gängen und einem 34T Kettenblatt an der XO1 DH-Kurbel ausreichend Bandbreite bietet. Ebenfalls aus dem Hause Sram kommt die bissige Guide RSC mit 200mm großen Bremsscheiben.

Bis auf die Maxxis Assegai Reifen in 29×2,50 kommen alle weiteren Komponenten von der Scott Eigenmarke Syncros, wie die Syncros Revelstoke DH 1.5 Alu-Laufräder. Vor allem die Syncros Hixon iC DH Carbon Lenker-Vorbau-Kombi mit 15mm Rise, 8° Backsweep und 800mm Breite sticht hier hervor und an diesem sind die Syncros Pro DH dual Lock-On Griffe montiert. Ebenfalls von Syncros kommt der Steuersatz, ebenso wie der Comox Sattel, der durch seine spezielle Form für den Einsatz an 29 Zoll Downhillbikes entwickelt wurde.

Rahmen Gambler HMX Carbonrahmen
Federgabel FOX 40 Factory Float 203mm
Dämpfer FOX DHX2 200mm
Laufräder Syncros Revelstoke DH 1,5 TR
Reifen VR Maxxis Assegai 29×2.5″
Reifen HR Maxxis Assegai 29×2.5″
Schaltwerk SRAM XO1 DH Short cage/7-Speed
Schalthebel SRAM XO1 DH Trigger Shifter
Kurbel SRAM X01 DH DUB Carbon 34T Alloy Chainring DM/165mm
Umwerfer
Bremse SRAM Code RSC
Bremsscheiben SRAM Centerline (200mm)
Sattelstütze Syncros DH1.5/31.6mm/Alloy7050
Sattel Syncros Comox 1.5 Titanium Rails
Vorbau
Lenker Syncros Hixon iC DH Carbon 15mm Rise/8°/800mm

Das Scott Gambler Tuned 900 auf dem Trail

Um das Scott Gambler auch in der Praxis genau unter die Lupe zu nehmen, ging es auf die Downhillstrecke der MTB-Zone Geißkopf und verschiedenste lokale Trails, die dem Bike bei schlechten Bedingungen in den nasskalten Monaten alles abverlangen sollten. Auf dem Testbike in Größe L mit 460,4mm Reach, in der langen Kettenstreben- und tiefen-/linearen Tretlager-Einstellung, fühlte ich mich schnell wohl und hatte bei einer Körpergröße von 1,80m das Gefühl sehr zentral und tief im Bike zu stehen. Dieses Setup war vor allem auf der DH-Strecke in Bischofsmais mein Favorit, da ich so nie das Gefühl hatte zu tief im Federweg zu stehen und der Hinterbau auch in der linearen Einstellung sehr aktiv und „poppig“ wirkte. Auf steileren Strecken bevorzugte ich das progressive Setting in Verbindung mit kurzen Streben für maximale Kontrolle und Traktion.

Hier spielten jedoch natürlich auch persönliche Vorlieben eine Rolle. Vor allem versierte Fahrer mit Hang zur Technik können sich hier mit den verschiedensten Setting-Kombination voll austoben und das Gambler auf jegliche Situationen anpassen. Die verbaute 500 lbs Stahlfeder im DHX2 Federbein wirkte bei ca. 80kg Testfahrergewicht straff, doch mit der passend abgestimmten Fox 49 passend für hartes Gelände und meinen persönlichen Geschmack. Bereits vorweg kann verraten werden, dass das Fahrwerk extrem sensibel arbeitete, kleine Schläge sauber herausfilterte und bei größeren Schlägen die nötigen Reserven bot.

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Das geringe Gewicht von 15,7kg machte sich am Gambler Tuned 900 schnell positiv bemerkbar, denn es ließ sich absolut spielerisch über die Tracks steuern und seinen Fahrer beinahe vergessen, dass es auf 29 Zoll Rädern mit 1270mm Radstand läuft. Besonders auf angelegten Bikepark-Strecken machte es sich erstaunlich gut, denn in Anliegern ließ es sich, auch im langen Kettenstreben-Setting, agil und dynamisch durch die Kurven zirkeln. Bim springen über Tables und Gaps ließ sich das Gambler leichter als vermutet quer stellen, lud zu Spielereien ein und verzieh auch schräge Landungen problemlos. Auf großen Jumps mit sehr steilen Absprüngen fühlte ich mich im Test nicht immer zu 100% wohl – hier würde jedoch wohl schon der Aufbau als Mullet-Bike Abhilfe schaffen, wie Scott-Teamfahrer Brendog zuletzt in Südafrika während des Dark Fest´s, auf einigen der größten Sprüngen der Welt, eindrucksvoll bewies. Hier sollte man jedoch auch erwähnen, dass das Gambler Tuned vor allem mit 29 Zoll Laufrädern grundsätzlich ein klassisches Racebike darstellt und weniger ein Parkbike, doch durch die verschiedenen Setting-Optionen und die freie Wahl der Laufräder kann bei Bedarf gehörig am Charakter des Gamblers gefeilt werden.

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In gröberem Gelände lief das Gambler genau so, wie man es von einem modernen 29 Zoll Downhill-Racebike erwartet. Es strahlte viel Laufruhe aus und ließ sich zudem absolut präzise steuern. Durch ruppige Passagen ließ sich viel Speed generieren, denn die 29er Alu-Laufräder rollten über (fast) alles problemlos hinweg und sorgten gefühlt für etwas mehr Komfort, da Rahmen und Cockpit in Kombination doch recht steif wirkten. Besonders für weniger geübte Fahrer empfiehlt sich an diesem Bike statt der Syncros Lenker-Vorbau-Kombination ein konventionelles Cockpit aus Aluminium, das weniger Steifigkeit aufweist. Persönlich hatte ich im Test zwar wenig Probleme, doch musste an ausgewaschenen Stellen und bei Bremswellen der Lenker gut festgehalten werden, dies kann vor allem auf längeren Strecken für mächtig Armpump sorgen.

In Steinfeldern marschierte das neue Gambler in toller 29er-Manier und wusste besonders durch Effektivität zu begeistern, da es auch bei der falschen Linienwahl zielstrebig in Richtung Tal ging. Was besonders gefiel war, dass das Bike absolut leise, ja schon fast geräuschlos fährt, was im Test unter anderem durch die leise Syncros Nabe und die interne Zugführung begünstigt wurde.

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Fazit

Das Gambler Tuned 900 wusste im Test zu überzeugen und zeigte all das auf ,was für ein modernes Downhill-Racebike nötig ist. Die Ausstattung wirkte sehr durchdacht und ließ kaum Wünsche offen, denn neben des exzellent arbeitenden Fahrwerks gab es auch sonst an der Wahl der Komponenten nur wenig zu meckern – leider war der Testzeitraum zu kurz um ein abschließendes Fazit, in Hinsicht auf die Haltbarkeit der Anbauteile und des Rahmens zu geben. Bis auf eine kleine Delle am vorderen Laufrad, einige kleinere Lackabplatzer an den Kettenstreben und dem Tretlager kam es im Test zu keinerlei Defekten.

Artikel und Bilder von Johannes Schreiner

Web www.scott-sports.com