Biker vs. Hiker – Entflechtung und Koexistenz im Bike Kingdom Lenzerheide

Wo viele Mountainbiker und viele Wanderer die Berge genießen wollen, kommt es immer wieder zu unschönen Szenen und Konflikten zwischen den Parteien. Von rücksichtslosen Bikern, die durch Gruppen von Wanderern rasen oder Wanderern, die den Mountainbiker partout nicht passieren lassen wollen, hört man immer wieder. In der Schweizer Bikedestination Lenzerheide ist man sich der Problematik bewusst, hat mit der Neupositionierung als Bike Kingdom 2020 aber bereits erste Maßnahmen getroffen, um ein friedliches Mit- und Nebeneinander von Mountainbikern und Wanderern zu ermöglichen.

Die besonderen Begleitumstände des Jahres 2020 zeigen, dass selbst im Bike Kingdom Lenzerheide mit über 900 Kilometern an befahrbaren Singletrails Konflikte à la „Biker vs. Hiker“ nicht ausbleiben. Zum generellen Boom des Mountainbikens in der Schweiz kommen die eingeschränkten Reisemöglichkeiten und die Suche nach Erholung und Urlaub, die besonders zur Ferienzeit viele in die Berge treibt und damit Schwachstellen aufzeigt.

Zur Konfliktlösung setzt man in Lenzerheide seit jeher auf eine gelebte Koexistenz von Bikern und Wanderern, die von Respekt und Toleranz geprägt ist. Selbstverständlich ist das Bike Kingdom auch Teil der Fairtrail-Kampagne des Kantons Graubünden. Hier geht es um die Sensibilisierung für ein harmonisches Mit- und Nebeneinander sowie gegenseitige Rücksichtnahme. Um dies zu erreichen, setzt Graubünden unterschiedliche Kommunikationsmaßnahmen ein. Darüber hinaus wurden mit der Neugründung des Bündner Bike-Königreichs bereits 1,8 Millionen Schweizer Franken in die Entflechtungsmaßnahmen von Bikern und Wanderern investiert. So besteht das Bike Kingdom nicht mehr nur aus Rothorn und Piz Scalottas, sondern umfasst insgesamt sechs Regionen, auf die sich die Mountainbiker verteilen können und die Ballungszentren so entlasten. Die Vielzahl an neuen gesonderten Biketrails zeigt bereits Wirkung: Gemäß ersten Auswertungen der Bike Kingdom App bewegen sich 80 Prozent der Biker auf den neuen Trails und nicht auf den klassischen Wanderwegen.

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Getrennte Wege im Grünen für Biker und Fußgänger im Bike Kingdom Lenzerheide
© Maximillian Schwan, Ferienregion Lenzerheide

Auch die Bike Kingdom App trägt zur Entspannung der Lage vor Ort bei. Mit über 26.000 Downloads in anderthalb Monaten und mehr als 3.000 Sessions pro Tag kann ihr Einsatz schon jetzt als voller Erfolg betrachtet werden. In ihrer Funktion als digitaler Tourguide weist die App auch auf die weniger befahrenen Trails außerhalb der Hotspots hin und kann mittels Streuung der individuellen Challenges die Entzerrung im Bike Kingdom sogar ein wenig beeinflussen. Die Auswertung der App-Daten ermöglicht bereits die weitere Planung für zukünftige Maßnahmen.

Selbstverständlich stehen den Mountainbikern im Bike Kingdom auch weiterhin sämtliche Wege und Trails offen, sofern dies nicht ausdrücklich verboten ist. Auf den sogenannten Shared Trails gilt der Grundsatz: „Spaß haben, aber Rücksicht nehmen.“

In diesem Jahr kommen durch den außergewöhnlichen Sommer deutlich mehr Bikerinnen und Biker in die Ferienregion, wodurch auch Schwachstellen zum Vorschein kommen.
“Das Bedürfnis nach Erholung in der Natur wird immer größer und sowohl in Naherholungsgebieten als auch touristischen Zentren wird der Wunsch nach einem harmonischen Miteinander mit Sicherheit auch in Zukunft weiterhin zunehmen“, sagt Bruno Fläcklin, Tourismusdirektor der Ferienregion Lenzerheide. Im Bike Kingdom sind die derzeitigen Maßnahmen dafür bereits sehr gut und konsequent, aber es ist ein Prozess und somit noch nicht abgeschlossen. Neben dem Thema Entflechtung am Berg werden derzeit weitere Themen wie Entflechtung am See oder auch Entflechtung im Dorf diskutiert.

Für mehr Information zum Bike Kingdom Lenzerheide:

Webseite: www.bikekingdom.ch
Facebook: www.facebook.com/bike.kingdom
Instagram: www.instagram.com/bike.kingdom

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UCI Snowshoe DH World Cup Race 2 Ergebnisse – Spannug pur!

Das letzte Rennen der Saison sollte nochmal alle Karten mischen. Auf der zweiten Strecke in der kleinen Gemeinde im Pocahontas County wurde nicht nur um den Tagessieg gefahren, sondern auch um den Sieg im Gesamtklassement der Saison. Somit war für ein spannungsgeladenes Rennen gesorgt.

Junior Women

1. Izabela Yankova: 4:10.233
2. Siel Van Der Velden: 4:14.654
3. Ella Erickson: 4:33.782
4. Caitlyn Farmer: 4:48.425
5. Emma Artz: 5:36.595

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Junior Men

1. Jordan Williams: 3:20.430
2. Jackson Goldstone: 3:20.556
3. Oisin O Callaghan: 3:23.300
4. Tristan Lemire: 3:24.478
5. Preston Williams: 3:24.505

Elite Women

Nach einer extrem durchwachsenen Saison für Vali Höll, konnte sich die junge Österreicherin in ihrer ersten Elite-Saison den zweiten Sieg und somit auch den Sieg im Gesamtklassement sichern. Myriam Nicole scheint auf einem höheren Level zu fahren, stürzte aber auch beim zweiten Rennen in Snowshoe und musste sich somit geschlagen geben. Trotz langer Verletzungspause scheint Marine Cabirou wieder in alter Form zu sein und landete mit mehr als 5 Sekunden Vorsprung auf Camille Balanche auf Platz 2.

1. Vali Höll: 3:39.679
2. Marine Cabirou: 3:39.935
3. Camille Balanche: 3:45.100
4. Tahnee Seagrave: 3:46.236
5. Nina Hoffmann: 3:46.948

Elite Men

Nachdem Gesamtklassement Führer Thibaut Daprela nach einem Sturz nicht mehr an den Start gehen konnte, war wieder alles Möglich. Die Kommentatoren waren wieder ausser sich vor Aufregung. Der Kampf um den Gesamtsieg schien jedoch nicht nur Rob Warner und Co. nervös zu machen, sondern wirkte sich auch auf die Athleten aus. Loris Vergier machte einen von ihm unerwarteten Fehler und kam von der Strecke ab. Dem Druck konnte am Ende nur einer standhalten und das war Super Bruni. Der Franzose ging mit einem knappen Vorsprung auf Troy Brosnan in das Ziel und konnte sich seinen Sieg und den Overall sichern.

1. Loic Bruni: 3:13.379
2. Troy Brosnan: 3:13.800
3. Angel Suarez: 3:14.010
4. Amaury Pierron: 3:14.154
5. Luca Shaw: 3:14.707

Das Rennen in Snowshoe war aber nicht nur das letzte Rennen der Saison, sondern auch das letzte Rennen von zwei Racer. Mick Hannah verkündetet vor wenigen Tagen, dass er sich von seiner Karriere als World Cup Racer verabschiedet und sich neuen Zielen annimmt. Hannah kann auf eine zwanzigjährige World Cup Geschichte zurückschauen in der er für viele junge Athleten zu einem Vorbild wurde.

Auch Emilie Siegenthaler verabschiedet sich vom World Cup Zirkus. Die Schweizerin konnte einige Erfolge in ihrer Karriere feiern und war zuletzt zusammen mit Bernard Kerr und Sam Gale für das Pivot Factory Racing Team im Downhill World Cup unterwegs.

Ein Ende mit Style. Mick Hannah kurz vor seinem letzten World Cup Ziel.

VIDEO: Highspeed Action in Chatel mit Brendog und Mateo Verdier

Brendan Fairclough und Mateo Verdier geben Gas im Bikepark Chatel. Dabei geht aber nicht immer alles gut und vor allem Mateo muss in der ein oder anderen Situation etwas leiden. 

What are dreams made of? Most people wouldn’t ever dream of crashing in front of their idol, but Chatel local and certified sender, Mateo Verdier, isn’t most people…. Brendan Fairclough spends the day going big with Mateo, learning secret lines and laying down his signature style at the iconic park. Even after 2 big crashes on some extra spicy sections, the day still reached dream status for Mateo. Gaps got gapped and lines were shared in exchange for some hoots, some hollerin’ and some high fives! Sometimes it doesn’t take much to keep the dream alive.

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Join Mateo and Brendan as they flex their creativity in a dream-worthy session at the Chatel Bikepark.

Orbea Occam (LT) – Trailbike nun in zwei Varianten

Orbea präsentiert das neue Occam in gleich zwei Varianten mit unterschiedlichem Federweg und fast unendlichen Farbkombinationen. Das Occam mit 140 wird als reines Trail-Bike beworben und das Occam LT soll als Light-Enduro für eine Menge Spaß sorgen.

Das aktuelle Occam wurde 2020 von Orbea gelauncht und fand mit einer Kombination aus moderner Geometrie, leichtem Rahmen und starker Uphill-Performance zahlreiche Fans.

In dieser Saison bekommt das Trailbike einige Detailverbesserungen und mit dem Occam LT eine komplett neue Variante. Das klassische Occam bleibt bei 140mm Federweg, die LT Variante soll mit ihren 150mm Federweg als leichtes Enduro Bike etwas mehr Reserven bieten. Orbea will mit der 150mm Variante die Downhill-Performance des Occam pushen um Fahrern, die mehr Spaß bei der Abfahrt haben eine neue Plattform zu bieten – das kürzlich vorgestellte Rallon ist inzwischen nämlich ein rassiges Endurobike.

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Neues Wippen-Design

Orbea bringt ein neues, zweiteiliges Design für die Dämpferwippe von Occam und Occam LT. Weniger Bauteile bedeuten weniger Verbindungen und damit auch weniger Schrauben, die sich lösen können. Nebenbei haben die Spanier mehr Platz in der Achse geschaffen. So kann dort ein praktisches Multitool untergebracht werden, das von einem Magneten sicher festgehalten wird. Jedem Enduro- und Trail-Fahrer sollte das gefallen.

Mehr Dämpferhub und längere Gabel am LT

Die 10 mm Federwegsplus am Occam LT bekommt man durch einen Dämpfer mit mehr Hub – 55 mm, statt den 50 mm am normalen Occam. Passend dazu gibt’s dann auch an der Front eine Gabel mit 150 mm Federweg. Durch die neuen Fahrwerkskomponenten ändert sich auch die Geometrie, vor allem Lenk- und Sitzwinkel fallen im Vergleich zum Occam etwas flacher aus.

Für die Praxis noch bedeutender sind die Fahrwerkskomponenten selbst, die sich in ihrer Ausrichtung klar unterscheiden: Da wäre der Wechsel von der Fox 34 am Occam auf die deutlich steifere Fox 36 am Occam LT und auch die Auswahl der Dämpfer zeigt klar, wohin die Richtung geht. Neben Luftdämpfern mit Piggyback werden auch Coil-Dämpfer angeboten, was dank des progressiven Hinterbaus ebenfalls sehr gut funktionieren sollte. Ähnliches gilt für die übrigen Komponenten – ob nun die 4-Kolben Bremsen mit großen Scheiben oder Reifen mit robusterer Karkasse: Am Occam LT gibt’s deutlich mehr Reserven, auch wenn das natürlich mit etwas Mehrgewicht verbunden ist.

Drei LT Modelle mit Alu oder Carbon

Mit drei Occam LT Modellen geht Orbea an den Start, wobei sich auch sämtliche “normalen” Occam Modelle schon ab Werk mit mehr Dämpferhub und längeren Gabeln ausstatten lassen. Die Auswahl ist groß, es gibt Modelle mit Alu- und Carbonrahmen und die Preise beginnen bei ca. 3.000 Euro.

Bei ausgewählten Modellen hat man außerdem dank Orbea MyO komplett freie Wahl, was die Rahmenfarbe angeht.

Orbea Occam M10 LTOrbea Occam M30 LTOrbea Occam H20 LT

Rahmenmaterial: Carbon
Dämpfer: Fox DHX2 Factory
Gabel: Fox 36 Factory Grip2
Schaltung: Shimano XT M8100
Bremsen: Shimano XT M8120 203/203 mm
Laufräder: Race Face Turbine R30

Preis: 5.699 Euro

Rahmenmaterial: Carbon
Dämpfer: Fox Float X Factory
Gabel: Fox 36 Performance
Schaltung: Shimano XT/SLX 12-fach
Bremsen: Shimano M6120 203/203 mm
Laufräder: Race Face Ar 30c

Preis: 3.999 Euro

Rahmenmaterial: Alu
Dämpfer: Fox Float X Performance
Gabel: Fox 36 Performance
Schaltung: Shimano SLX M7100
Bremsen: Shimano M6100 203/20 mm
Laufräder: Race Face AR 30c

Preis: 3.199 Euro

VIDEO: Vali Höll & Reece Wilson’s Winning Runs from Snowshoe Round #1

Sie haben es endlich geschafft und konnten es kaum glauben. Valentina Höll und Reece Wilson holten sich in der ersten Runde des World Cups in Snowshoe ihre ersten Goldmedaillen in der Elite Kategorie. Hier gibts die Siegesläufe.

One could say Vali Höll & Reece Wilson have much in common – they are both former Downhill MTB World Champions, they end most of their races north of the top 10 mark, they both ride Trek bikes… and from today on, they will both be known as the riders who earned their first ever elite world cup wins in Snowshoe, USA.

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UCI Snowshoe DH World Cup Race 1 Ergebnisse – Sie haben es endlich geschafft

Die erste Runde des sogenannten “Double-Header” Rennen in Snowshoe ist geschafft. Die Athleten gingen gestern auf der ersten Strecke an den Start und sorgten mal wieder für extrem spannende Momente. Valentina Höll und Reece Wilson konnten dem Druck widerstehen und ihr Können auf der anspruchsvollen Strecken vollends entfalten. 

Junior Women

1. Izabella Yankova: 4:00.555
2. Phoebe Gale: 4:05.768
3. Siel van der Velden: 4:11.943
4. Ella Erickson: 4:24.159
5. Emma Artz: 4:36.667

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Junior Men

1. Jordan Williams: 3:16.597
2. Jackson Goldstone: 3:20.141
3. Tristan Lemire: 3:22.191
4. Oliver Davis: 3:23.068
5. Remy Meier Smith: 3:23.524

Elite Women

Marine Cabirou kam nach einem extrem starken Lauf ins Ziel. Die Französin musste sich nur Valentina Höll geschlagen geben, die extrem smooth und konzentriert durch die Schlüsselstellen kam. Camille Balanche konnte nicht ganz mit dem Tempo der jungen Österreicherin mithalten und ging auf Position 1. Nun konnte nur noch eine Person die Zeit von Höll unterbieten – Myriam Nicole ging schon in der ersten Sektion in die grünen Zahlen und konnte ihren Vorsprung weiter ausbauen. Doch in einem der Steinfelder verlor sie die Kontrolle und stürzte.

Somit konnte sich Valentina Höll ihren ersten Sieg in der Elite Women Kategorie holen. Glückwunsch!

1. Vali Holl: 3:40.233
2. Camille Balanche: 3:44.850
3. Marine Cabirou: 3:45.928
4. Myriam Nicole: 3:50.128
5. Tahnee Seagrave: 3:50.647

Elite Men

Dieses Rennen würfelte die Punkte für den Stand im Gesamtklassement nochmal richtig durcheinander. Die aktuelle Nr. 1 des World Cups Thibaut Daprela musste sich aufgrund einer gebrochenen Felge geschlagen geben und ist nun in Reichweite von Loic Bruni und Loris Vergier. Bruni saß lange Zeit auf dem Hotseat und musste sich nur einem extrem schnellen Reece Wilson geschlagen geben. Wilson holte sich somit seinen ersten World Cup Sieg und konnte es vor Freude kaum fassen. Der 25 jährige Brite konnte zwar letztes Jahr die schlammigen und steilen Hänge der World Champs bewältigen und holte sich 2020 das Rainbow-Jersey, konnte sich aber bisher kein Gold im World Cup holen.

1. Reece Wilson – 3:10.066
2. Loic Bruni +0.032
3. Loris Vergier +0.580
4. Finn Iles +1.289
5. Mark Wallace +1.332

VIDEO: Loic Bruni’s Snowshoe Course Preview

Super Bruni nimmt uns mit auf die Strecke in Snowshoe, West Virginia. Die Strecke bietet mit technischen Sprüngen, extremen Steinfeldern und sehr flachen Passagen eine große Abwechslung und verzeiht absolut keine Fehler. Wer hier gewinnen will muss konzentriert bleiben und die perfekte Linie finden. 

Don’t be fooled by by the smooth appearance of Super Bruni’s practice run, the Downhill track in Snowshoe, West Virginia, is something even the world’s finest gravity mountain bike racers need to get used to. Judging by the intensity of the first practice runs, the last two races of the UCI MTB Downhill World Cup season will be nothing short of a spectacle.

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