Photostory: Die Rückkehr des „Ziegen-Königs“

Der aufbrausende Wind lässt die Haare auf den Unterarmen zu Berge stehen, die aus einem dicken, roten Oakley-Kapuzenpulli hervorragen. Der „Goat King“ von 2004 lehnt sich über seinen 580 mm Lenker, gekleidet in Baggy-Jeans und weißen High-Top-Schuhen. Er fokussiert den monströsen 10 Meter-Drop, der unmittelbar vor ihm lauert.

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Die Möglichkeit zu scheitern ist allgegenwärtig, ein solcher Gedanke hat hier aber definitiv nichts zu suchen. Wir schreiben das Jahr 2005 und befinden uns beim Adidas Slopestyle im österreichischen Saalbach. Timo Pritzel, amtierender Träger des Style-Awards 2004 dieser Veranstaltungsserie, sitzt gerade auf dem größten Obstacle,der bis zu diesem Zeitpunkt je in einem europäischen Contest gedropped wurde. Eines steht fest: Landet er diesen Sprung nicht perfekt, so wird es ein anderer mit Sicherheit tun -schließlich tummelt sich die Crème de la Crème des Freeride-Sports auf der Startliste: Gracia, Berrecloth, Strait, MacCaul, Bourdon, Vanderham, Zink, … Die Liste der Freeride-Giganten ist lang und alle versuchen sich an diesem furchteinflößenden „Leap of Faith“, wie viele den 10 Meter-Drop nannten, bevor esweiter geht mit einem Wall-Ride, einem Gap über eine Gondel und einigen Doubles bis ins Finish. Klar ist auf alle Fälle: Europäer zählen mittlerweile ebenfalls zur Slopestyle-Elite wie die bis dato dominierenden Amis, in diesem Fall dank des deutschen Riders Timo Pritzel.

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„2004 konnte ich in Saalbach den Dirt Jam Style Award gewinnen und wurde zum ‚Goat King‘ gekrönt. Kurz darauf wusste ich warum, als mich die niedlichenAugen eines Baby-Geißleins anstrahlten. Und als sie den kleinen Bock auch noch nach mir benannten – ich war gerührt und sprachlos!“ – Timo Pritzel

 

Am Ende des Tages konnte Timo den Erfolg aus dem Vorjahr zwar nicht wiederholen, aber ihm brannte vielmehr die Frage unter den Fingernägeln, was denn aus seinem Vorjahres-Gewinn, dem Ziegenkitz, geworden sei. 2004 wurde Timo natürlich schnell klar, dass das hektische Stadtleben von Berlin mit der Aufzucht eines alpenländischen Tieres nicht unbedingt in Einklang zu bringen ist. Nacheinem schmerzvollen Abschied folgte deshalb die Übergabe seines kurzweiligen Gewinns aus Fleisch und Blut an einen fürsorglichen Bauern aus Saalbach Hinterglemm. Obwohl Timo die nächsten Sommersaisonen immerwieder für Wettkämpfe nach Saalbach kam, verlor er über die Jahre den Kontakt zu seinem „Zögling“ und bald fristete die kurze Verbundenheit ein Dasein in Vergessenheit. Genau genommen bis letzten Herbst, als Tibor Simai zu einem Treffen mit seinem langjährigen Freund aufrief– will er doch das Backcountry hinter den gebauten Strecken von Saalbach Hinterglemm vor dem Wintereinbruch noch einmal mit einem guten Freund in Angriff nehmen.

 

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Natürlich konnte Timo das Angebot nicht ausschlagen, zumal auch noch ein Funken Hoffnung in ihm schlummerte, seinen fast vergessenen, 4-beinigen Freund vielleicht doch noch einmal wiederzusehen. Zudem wäre das auch der perfekte Anlass um das All-Mountain-Bike seines neuen Sponsors Propain ausgiebig im einem der besten Mountainbike-Reviere der Alpen zu testen und mit seinem Kumpel eine lässige Zeit zu verbringen. Jeglicher Zweifel an der Reise ins österreichische Saalbach Hinterglemm war verflogen – Die Zusage fiel ihm somit leicht von den Lippen.

 

Die Freundschaft der Beiden geht übrigens sehr weit zurück – genau genommen ganze 26 Jahre. Tibor war nicht nur als Judge bei den damaligen Contests aktiv, als muskelbepackter Vorzeigeathlet der BMX Szene mit einigen Champions-Titeln und Vorbildfunktion für viele Nachwuchsbiker, war er auch für den jungen Timo Inspiration, um sich intensiver mit dem Thema Mountainbike auseinander zu setzen.

 

„Mit 18 traf ich Timo auf einem Schulausflug nach Berlin, als ich mir bei einer Raststation etwas zu Essen holte. Der kleine Kerl kam auf mich zu und fragte, ob ich der Tibor sei, der BMXer, und wir unterhielten uns eine Weile über Bikes und Rennen. Dieser kleine Junge war Timo. Ich denke es war 1989! Danach trafen wir uns öfters auf BMX-Veranstaltungen, traten sogar gegeneinander an. Es ist großartig, dass sich der Kontakt, trotz unterschiedlicher Karrieren und Plätze, festigte!“ – TiborSimai

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Einige Tage und einige Anrufe später fanden sich Timo und Tibor oberhalb der Baumgrenze im hintersten Eck von Saalbach Hinterglemm wieder. Es war früh morgens als sie an ihrem geplanten Ziel angekommen sind. Neben den beiden tummelte sich ein Rudel Gämse, die auf die beiden Biker aufmerksam geworden sind. Nach kurzer Musterung, tranken sie genüsslichaus einem glasklaren Bergsee und verließen im Anschluss im verspielten Zick-Zack-Lauf das majestätische Hochplateau, wo sie sich gerade allesamt befanden.

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Die Sonne bannte sich ihren Weg immer mehr durch die beeindruckenden Erhebungen der Alpen und flutete das Tal mit einem intensiven Farbspiel, das sie erstaunen ließ. Das Spektakel war leider nur von kurzer Dauer, doch die beiden Profis wussten es wahrlich zu nutzen. Diese Seite der Bergwelt ist den wenigsten Bikern bekannt. Dazu bedarf es einen eisernen Willen frühmorgens aus den Federn zu kriechen. „Early bird“ eben. Diese österreichische Wildnis, die man hier vor Augen bekommt, ist es aber allemal wert. Die Wege wurden per Fuß geschaffen, seien es im Sommer die zahlreichen Wanderer, oder seit Ewigkeiten die Schafe auf den Almen. Dieser Kontrast zu den perfekt geshapten Park-Trails ist einzigartig und Balsam für die Seele zugleich nach einem Sommer in den vielen Bikeparks, die Europa mittlerweile zu bieten hat. Neo-Local Tibor zeigte auf Anhieb seine Affinität zu diesem Untergrund. Geschmeidig und kraftvoll spielte er mit der Strecke. Timo zog ihm gleich.

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„Obwohl ich ein Stadt-Kind bin, liebe ich die Berge! Ich bin zwar als Dirt-Biker bekannt geworden, doch immer wieder stahl ich mich in die nächstgelegenen Wälder um Cross-Country zu fahren, oder wie wir es heute zu sagen pflegen: Enduro! Mir ist das wichtig, da ich in der Stadt lebe und eine Auszeit in der Naturbei mir Wunder wirkt. Öfters starte ich meine morgendlichen Runden vor meinerArbeit als Yoga-Lehrer in Berlin, aber wir haben leider keine Berge. So ist eineReise nach Saalbach, um mit meinem Kumpel Tibor die alpine Gegend mit dem Bike zuerkunden, eine wahrhaftige Wohltat.“ – Timo Pritzel
 
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Nach einer kurzen „Brotzeit“ bzw. einer Stärkung mit getrockneten Feigen am Gipfel des Reichkendlkopfes – die beiden werden ja von einem namhaften Rohkost-Lebensmittelhersteller gesponsort – starteten sie ihren epischen Ride hinunter in den Ortsteil Lengau. Für einen Dirtjumper stellte sich Timo in den verblockten Passagen außerordentlich geschicktan und manövrierte sein Bike gekonnt durch knifflige Passagen –in Skate-Schuhen und ohne Handschuhe wohlgemerkt.

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Als sie die letzten Kilometer über den Forstweg zu Tal preschten, und Dreck und Schlamm vom ihren Reifen spritzte, war eines klar: Timo hatte den inoffiziellen Backcountry -Test von Tibor bravourös gemeistert. Besiegelt von steilen und verblockten Wurzelpassagen, vergleichbar mit jenen der Downhill-Weltcupstrecke von Val Die Sole.

Jeder Athlet wird dir die Wichtigkeit einer ausgewogenen Ernährung bescheinigen und nach diesem kräftezerrenden Morgen-Ride wusste man warum. Da gab es nur eine Abhilfe: Ein Abstecher zum berühmten Spielberghaus in Saalbach um die leeren Energiereserven wieder zu befüllen. Kurz darauf saßen sie vor einer dampfenden Leberwurst aus regionalem Fleisch und die wahrscheinlich besten,knusprigsten Wedges im ganzen Tal waren das kulinarische i-Tüpfelchen ihres Zwischenstopps.

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Da die Sonne wieder zum Vorschein kam, war den beiden der Genuss eines Nachschlags auf der Sonnenterrasse leider vergönnt, sowie Timo’s obligatorischer und vor allem regenerativer Mittagsschlaf – Schließlich hatten die Kumpels ein straffes Programm: Als nächstes standen mit der Milka Line und dem Panorama Trail ein paar Bikeparksessions auf der To-Do-Liste, wo sie nun aber in den Genuss einer komfortablen Gondelauffahrt kamen.Nach wenigen Metern auf den besagten Trails wurde eines augenscheinlich: Timo war in seinem Element. Jeder noch so kleine Kickerwurde mit einem Trick veredelt – Timo stylte dabei gefühlte 3 Meter über dem Boden. Ein beeindruckendes Bild, wenn man Bike-Profis bei deren Signature-Moves von hinten beobachten darf, wie bspw. Timo’s legendärer „One-Foot Tabletop“! Tibor und Timo bolzten die Trails mit enormer Geschwindigkeit und Style – man fühlt sich in die 90er zurückversetzt, inmitten einer BMX-Bahn und die Zwei am Feilschen um die besten Plätze und die coolsten Moves.

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Tibor bekam von diesem unvergesslichen Tag nicht genug und plante eine Sonnenuntergangstour mit Timo. Mit dem Schattberg X-press ging es mit der letzten Seilbahn hinauf in höhere Lagen. 2.000 Höhenmeter fühlten sich mächtig an und der Ausblick auf die Hohen Tauern mit dem bekannten Kitzsteinhorn lässt einen ehrfurchtsvoll inne halten. Nach den ersten Metern am Hacklberg Trail bogen sie in die wohl technisch anspruchsvollste Strecke von Saalbach Hinterglemm ein: dem berüchtigten Bergstadl Trail. ZuBeginn zeigt er sich flowig und verspielt, eine Aufwärmphase wie sich später herausstellte. Die schwierigen und steilen Passagen wurden in der Abenddämmerung in eingoldenes Licht getaucht – Einfach unvergesslich! Getoppt wurde diese Abfahrt nur noch von einem herrlichen Dinner im angesagten Bergstadl, der direkt im Anschluss des Trails auf die beiden wartete. Und hier ließ Tibor dann auch die Bombe platzen: „Timo, ich habe deinen Ziegenbock gefunden! Und morgen wird’s ein Wiedersehen geben!“

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Der nächste Tag startete aber vorerst mit einem „Katz und Maus“-Spiel auf der legendären X-Line powered by Conti am Schattberg. Diese eherdownhill-lastige und knapp 6,8 km lange Freeride-Strecke krönte den spaßigen Aufenthalt in den Bergen. Tibor kennt die Strecke wie seine Westentasche und zauberte sein Bike kraftvoll über Anlieger, Sprünge und Wurzeln. Doch bei den Jumps stahl Timo seinem Münchner Kumpel wieder einmal die Show. Timo ist zwar eher die Dimensionen von Nine Knights und Co gewohnt, doch der riesige Road-Gap am Ende der X-Line machte auch Timo mit seinem Enduro mächtig Spaß. Danach lockte natürlich noch eine feine Abkühlung im eiskalten Fluss am Fuße des Schattbergs, bevor es zurück nach Hinterglemm und zu dem arrangierten Treffen zwischen Timo und seinem Ziegenbock ging. Ein Hauch von ‚Vater trifft seinen verschollenen Sohn’ schürte eine leichte Nervosität in den beiden. Wie sieht der Bock nach all den Jahren wohl aus? Leben Ziegen überhaupt 10 Jahre und länger? Viele Fragen, wenige Antworten! Doch das Warten hatte bald ein Ende. Tibor führte den angespannten Timo zu dem Platz unter der Reiterkogelbahn, wo damals der Adidas Slopestyle Contest stattfand und Timo zu seinem Triumph fuhr. Die Blicke Richtung Berg schweifend erspähten sie einen Ziegenverschlag unter dem Schutz von Bäumen. Eine Herde aus Ziegen und Böcken stand dicht gedrängt neben der kleinen Hütte, doch ein Mitglied der tierischen Gruppierung stach besonders hervor. Die Suche hatte ein Ende.

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„ Der riesige Bock war beeindruckend, fast ein bisschen respekt einflößend. ich denke er ist der Chef der Truppe. Als ich ihn dann aus dem Gehege für einen kleinen Spaziergang nahm, war es ein wenig einschüchternd. Es war wichtig keine Angst aufkommen zu lassen und ihm von Anfang an klar zu zeigen, dass ich sein „Vater“ bin und ich denke er akzeptierte das auch so. Zum Schluss verglichen wir noch unsere Ziegenbärte. Wer gewonnen hat, braucht man glaube ich nicht genauererörtern“ – Timo Pritzel

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Und das war’s – nach 10 langen Jahren dickem und vollem Bartwuchs endlich wiedervereint! Auch ohne einer DNA-Verifizierung lässt sich die augenscheinliche Zusammengehörigkeit von Timo und seinem 4-beinigen Freund festmachen. Dem Bart sei Dank! Auch zehn lange Jahre nach der Krönung zum „Goat King“von Saalbach hält Timo’s Passion somitweiter an – vier Beine, 2 Räder und prächtige Bärte. Ride On!

 

 

Bilder: Nathan Hughes

 

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Video: Gee Atherton’s GoPro Course Preview: DH World Cup Lousa

Gee Atherton

Die letzten Zwei Rennen der World Cup Saison finden in Lousa, Portugal statt und Gee Atherton nimmt uns mit auf die erste Strecke des Rennwochenende. Die 2,5km lange Strecke hat von flachen Sprint-Sektionen, zerbombten Anlegern, über extrem steile und wurzelige Passagen einiges zu bieten und wird für ein spannendes Rennen am Freitag sorgen. 

The 2020 UCI MTB Downhill World Cup will conclude on the lush, green slopes above the picturesque town of Lousa. This Portuguese venue will host the World’s elite DH riders for the first time and the setting for the final two races of the season could not be better. The 2,5km long track includes everything needed for a world class downhill spectacle – from fast open sections, tight berms & loose loam to insanely steep sections full of roots, flat out pedalling sections and jump lines. – Red Bull

Mehr über Gee Atherton findet ihr hier: Instagram, YouTube, Atherton Bikes

Video: Bernard Kerr – der ultimative Track Walk

Bernard Kerr

Bernard Kerr nimmt uns in diesem fast 30 minütigen Video mit hinter die Kulissen eines World Cups und zeigt uns die komplette Strecke in Lousa. Beim Track Walk trifft er auf andere Athleten wie Brendog, Aaron Gwin und den Action-Sports Filmer Clay Porter. 

Wer Lust auf einen ausführlichen Track-Walk hat und etwas hinter die Kulissen eines UCI Rennen schauen will, sollte sich unbedingt die Videos von Bernard anschauen. Denn er zeigt nicht nur die perfekte Fassade eines World Cups, sondern ermöglicht tiefere Einblicke, spricht über Sponsoren und zeigt den Alltag eines Mountainbike-Profis auf sympathische Art und Weise.

Mehr über Bernard Kerr findet ihr hier: Instagram, YouTube, Pivot

 

Video: Wyn TV – Track Walk World Cup Lousa

Wyn TV

Das World Cup Jahr 2020 neigt sich dem Ende zu und die letzten zwei Rennen finden diese Woche im “trockenen” Lousa in Portugal statt. Wyn Masters ist wieder auf dem Track unterwegs und unterhält sich mit den Athleten über die neue Strecke und die perfekte Linienwahl.

Wyn Masters ist mittlerweile wohl eins der bekanntesten Gesichter des World Cups. Der sympathische Neuseeländer ist nicht nur durch seine Erfolge im Sport bekannt, sondern auch durch sein Engagement für die MTB-Szene. Seit einiger Zeit produziert er bei sämtlichen World Cups und EWS Rennen sein YouTube Format Wyn Tv bei dem er Athleten und Kollegen interviewt und einen großen Einblick in den Sport gewährt.

Mehr über Wyn findet ihr hier: Instagram, Wyn TV, GTbicycles

 

Alutech eFanes – CNC-Gefrästes Alu Monster

eFanes

Das neue Alutech eFanes wird Liebhabern von Aluminium, fetten Schweißnähten und deutscher Handwerkskunst einiges an Freude verursachen. Denn das norddeutsche Unternehmen präsentiert mit seinem ersten E-Bike ein CNC-gefrästes, aus zwei Hälften bestehendes und zusammengeschweißtes Mountainbike, dass unteranderem mit viel Federweg und einer beeindruckenden Optik punktet.

Über die Fertigung des eFanes

Der aus 6061er Aluminium bestehende Rahmen wird in zwei Hälften aus dem vollen Block gefräst. Dieser Fertigungsprozess findet in Deutschland statt. Der dabei entstehende Fräsabfall wird einerseits zur Produktion von Kleinfrästeilen weiter verwendet, andererseits zu 100% recycelt. Der ganze Fräsprozess braucht dabei zwischen sechs bis 24 Stunden, wobei hier schon an einer Optimierung gearbeitet wird.

E-MTB

Wenn die zwei Hälften fertiggestellt sind, werden sie unter der Verwendung eines Speizalschutzgases bei niedrigeren Temperaturen und einer Dauer von bis zu sechs Stunden zusammengeschweißt.

Alutech schafft mit diesen Prozessen eine Produktion mit geringen Stückzahlen, Fertigungen auf Anfrage und flexible Formgebungen. Die Materialstärken können dabei an die Kraftverläufe angepasst werden, was zu einer Gewichtsreduktion führt. Ein CNC gefräster eFanes Rahmen soll somit leichter als ein vergleichbarer Rahmen aus einem Rohrsatz sein.

Stolz ist das Unternehmen auch auf die Möglichkeiten die das Verfahren bietet, sowie, dass die Produktion in Deutschland stattfinden kann und wollen somit ein Zeichen setzten, dass die Herstellung von Rahmen und Teilen nicht im Ausland stattfinden muss.

Alutech eFanes

Die Komponenten und Spezifikationen

Das neue E-MTB der Schleswig-Holsteiner kommt mit 170mm Federweg, einer Fox 38 Float in der Front und einem Fox Float X2 Dämpfer im Heck. Geschaltet wird Dank Sram Eagle AXS elektronisch und für genügend Bremskraft soll die Sram Code RSC mit 203mm Scheiben sorgen.

Einsatzbereich:Enduro
Laufradgröße:275 / 29 (Mullet)
Modelljahr:2021
Versandgewicht:30,000 Kg
Artikelgewicht:21,150 kg / Stk
Farbe / Design:alu gebürstet - ohne Klarlack
Dämpfer:FOX Float X2 Kashima 230-65mm (170mm Federweg)
Gabel:FOX 38 Float / Grip2 / 29 / Kashima / 170mm / 1.5 / black
Steuersatz:Acros mit Lenkanschlag
Vorbau:TwinWorks CNC, 35mm, 5°, schwarz
Lenker:SQLab 30X Carbon high 12° backsweep
Griffe:SQLab 7OX medium
Sattelklemme:BikeYoke Squeezy 39mm
Sattelstütze:Bike Yoke Revive 185mm 34.9mm
Sattel:SQLab 60X
Schalthebel:SRAM XX1 Eagle AXS Controler / 12speed
Schaltwerk:SRAM XX1 Eagle AXS with battery cover / 12speed
Kettenführung:e*thirteen Typ EP8
Kurbelsatz:e*thirteen Typ EP8 carbon / 165mm / Kettenblatt 34Zähne
Kette:SRAM XX1 Eagle rainbow 12speed
Kassette:SRAM XX1 Eagle XG1299 12speed 10-52T Rainbow color
Bremsen:SRAM Code RSC 203/203mm
Laufräder:DT Swiss HXC / Carbon rim 30mm / front 29 15x110mm / rear 275 12x148mm
Bereifung:Maxxis Minion DHF 29x2,5 / Maxxis DHRII 27,5x2,6
Schläuche:Schwalbe SV19 40/62-584/635 (275/29x1.50-2.50)
Pedale:optional
Preis: 15.999,90 €

Die Kombination aus hohem Fertigungsstandard und premium Komponenten führt natürlich zu hohen Kosten. Somit kommt der CNC gefräste Alu-Bolide mit Fox Fahrwerk auf einen stolzen Preis von 15.999,90 €. 

eFanes

eFanes Geo

ML
A Reach450 mm480 mm
B Stack613 mm623 mm
C Oberrohr (Horizontal)596 mm625 mm
D Oberrohr (Parallel)575 mm602 mm
E Sitzrohrlänge435 mm450 mm
F Einbaulänge Dämpfer230x65 mm230x60 mm
G Sitzwinkel76,5°76,5°
H Sitzwinkel (Parallel)70,0°70,0°
I Kettenstrebe428,5 mm428,5 mm
J Radstand1214 mm1244 mm
K Länge Front785 mm815 mm
L Tretlagerhöhe*353 mm353 mm
M Überstandshöhe*718 mm723 mm
N Tretlagerabsenkung9 mm9 mm
O Lenkwinkel64°64°
P Nachlauf42 mm42 mm
Q Gabel Einbaulänge562 mm562 mm
R Steuerrohr Länge110 mm120mm
* VR: 29 x 2.5” / HR: 27.5 x 2.6“ | Front: 29 x 2.5” / Rear: 27.5 x 2.6”

Mehr Infos zum neuen Alutech eFanes findet ihr unter folgender Internet-Adresse:

www.alutech-cycles.com

 

Video: Die ultimative Brandon Semenuk RAW 100 Compilation

Brandon Semenuk

Vor gut einer Woche kam der neueste Teil der RAW 100 Serie von Brandon Semenuk raus. Nun gibt es von Red Bull eine Compilation des Kanadiers in der alle Teile von Utah, Kalifornien bis British Columbia dabei sind. Style, Tricks und spektakuläre Aufnahmen garantiert! 

Brandon Semenuk and RAW 100… enough said. Watch the ultimate Brandon Semenuk compilation that follows the Canadian freeride mountain biker along his epic RAW 100 MTB sessions across California, Utah and British Columbia. – Red Bull

Test-Ride: Orbea Rise E-MTB

Orbea Rise

Mit dem neuen Rise E-MTB  will Orbea den Markt verändern. Den Spaniern gelingt die Kombination aus geringem Gewicht, viel Fahrgefühl und Unterstützungsleistung wie keiner anderen Marke. Für sportliche E-Mountainbiker ist das mit speziellem Shimano EP8-RS Motor ausgestattete und unter 17 kg leichte Bike ein Traum.

Orbea Rise: Die technischen Daten

Antrieb: Shimano EP8-RS
Akku: 360 Wh integriert
Federweg: 140 mm / 150 mm
Laufradgröße: 29 Zoll

Gewicht: ab 16,5 kg
Preis: ab 5.999 Euro

Ein E-MTB für E-MTB-Muffel?

Mal ehrlich – E-Mountainbikes gibt es inzwischen in sämtlichen Ausprägungen und für fast alle Fahrertypen. Vom klischeehaften Biergarten-Touristen bis hin zum Gravity-liebenden Bikepark Fahrer ist inzwischen für fast jeden etwas dabei. Dennoch beäugen viele Mountainbiker den Trend nach wie vor kritisch. Zu schwer sind ihnen die motorisierten Bikes und schlicht zu weit weg vom „echten“ MTB. Auch bei den Spaniern von Orbea gibt bzw. gab es diese Stimmen. Die Basken haben mit dem Wild FS zwar ein absolutes Top-E-MTB im Programm, das sich jedoch ebenfalls nicht von den eingangs angesprochenen Kritikpunkten freimachen kann.

Deshalb wurde hinter den Kulissen schon seit vielen Jahren an einem anderen E-MTB getüftelt. Eines für die Mountainbiker dort draußen, die mit dem Thema E-MTB bislang wenig anfangen konnten. Leicht, sportlich, aber dennoch mit so viel Unterstützungsleistung, dass man – entsprechende technische und konditionelle Fertigkeiten vorausgesetzt – auch im technischen Uphill seinen Spaß haben kann.

Herausgekommen ist nun dabei das brandneue Orbea Rise. Trotz ausgewachsenem Mittelmotor von Shimano bringt es in seiner Top-Variante lediglich 16,5 kg auf die Waage und ist damit kaum schwerer als ein modernes Enduro ohne Motor. Das als klassisches Trailbike konzipierte, neue E-MTB möchte den Markt aufmischen und nach einer ersten Testfahrt würden wir sagen – es hat das Zeug dazu.

Shimano EP8-RS: Besonderer Motor für ein besonderes E-MTB

Das Antriebssystem bestimmt wesentlich den Charakter eines E-Mountainbikes; der spezielle Ansatz hinter dem Orbea Rise erfordert hier deshalb auch wenig überraschend eine Sonderlösung. Man hat sich bei Orbea lange mit dieser Frage beschäftigt und auch die Konstruktion eines eigenen Systems in Betracht gezogen. Als Shimano jedoch vor einiger Zeit die ersten Infos zum EP8 veröffentlichte, war klar: Dieser Motor wäre perfekt. Kompakte Abmessungen, sportlicher Charakter und mit 2,6 kg Gewicht sehr geringes Gewicht – er scheint wie gemacht für das Orbea Rise, zumindest auf den ersten Blick.

Der neue E-MTB Antrieb der Japaner ist jedoch nicht nur klein und leicht, sondern mit 85 Nm auch ausgesprochen kräftig. Eigentlich eine positive Eigenschaft, doch mag das irgendwie nicht so recht zum sehr sportlichen Charakter des Rise passen und würde zudem einen großen Akku erfordern, um den kräftigen Motor während eines langen Trail-Tags zuverlässig mit Energie zu versorgen. Weniger Drehmoment, höhere Effizienz, kleiner Akku – das waren die Anforderungen der spanischen Konstrukteure an den Motor des Rise. Tatsächlich gelang es dann, Shimano von diesem Vorhaben zu überzeugen und der EP8-RS war geboren.

Orbea Rise

Der Motor ist hardwareseitig identisch mit dem bekannten EP8, jedoch wurde die Software teils drastisch verändert und auf den Charakter des Orbea Rise angepasst. Der größte Unterschied ist wahrscheinlich die Begrenzung des Drehmoments auf „nur“ 60 Nm. Das ist zwar einerseits deutlich weniger als bei einem „ausgewachsenen“ E-MTB, andererseits jedoch auch klar mehr als beispielsweise beim Specialized Levo SL mit 35 Nm, das einer der wenigen Konkurrenten im Bereich leichte E-MTBs derzeit ist. Auch die Unterstützungscharakteristik wurde angepasst. Der EP8-RS unterstützt vor allem in dem für sportive Fahrer interessanten Kadenzbereich zwischen 75 und 90 U/m und gibt auch schneller mehr Power ab, um ein lebendiges und agiles Fahrgefühl zu vermitteln.

Fest integrierter Akku mit 360 Wh und optionaler Range Extender

Durch die Begrenzung des Drehmoments und die Feinabstimmung bei der Unterstützungsleistung erreicht man eine messbar höhere Effizienz und so war es auch kein Problem, die Akkukapazität zu verringern. Im extrem schlanken Unterrohr des Rise steckt ein fest verbauter 360 Wh Akku, der laut Orbea jedoch für mindestens 1.700 hm (in der höchsten Unterstützungsstufe) Reichweite bzw. -höhe sorgen soll. Das Laden erfolgt über eine seitlich des Sitzrohrs und mit fester Klappe versehene Buchse.

Orbea Rise
Der 360 Wh Akku ist fest im schlanken Unterrohr verbaut.

Wem die 360 Wh nicht ausreichen, der hat die Option einen Range Extender nachzurüsten, der ganz einfach im Flaschenhalter befestigt wird. Mit diesen 252 Wh Zusatzkapazität kommt man auf 612 Wh Gesamtleistung, die wiederum dann für beeindruckende 4.000 hm im Eco-Modus ausreichen sollen.

Orbea Rise Reichweite

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INTEGRIERTER AKKU (360 WH)
Unterstützung Eco Trail Boost
Laufzeit (Herstellerangabe) 4,5 Stunden 3 Stunden 2 Stunden
Reichhöhe (Herstellerangabe) 2.500 hm 1.700 hm 1.200 hm
+ Range Extender (612 Wh)
Laufzeit (Herstellerangabe) 8 Stunden
Reichhöhe (Herstellerangabe) 4.000 hm
Der Range Extender fällt optisch kaum auf. | Foto: Orbea

Ab Werk ohne Display, dafür mit innovativer Garmin-Schnittstelle

Passend zu diesem reduzierten Ansatz kommt das Orbea Rise in allen Ausstattungsvarianten ab Werk komplett ohne Display. Zwei kleine, im Kabel der neuen Shimano-Steuereinheit integrierte LEDs geben rudimentär Auskunft über Ladestand des Akkus und die gewählte Unterstützungsstufe. Wer auf ein Display nicht verzichten möchte, hat am Rise jedoch einige Optionen: So lässt sich über MyO beispielsweise das bekannte Shimano Display für einen Aufpreis nachrüsten. Alternativ kann man über die entsprechende neue Shimano App die Daten auf seinem Smartphone anzeigen lassen. Garmin-Besitzer erhalten am Rise zudem ein einzigartiges Feature; der EP8-RS lässt sich per Garmin IQ App mit zahlreichen Endgeräten koppeln (auch Smartwatches z.B. Fenix), die dann als Display-Ersatz fungieren können.

Modernes Trailbike mit Reserven

Nun genug der Worte über Antrieb, Akku, Display und Konnektivität – lasst uns über das Orbea Rise als Mountainbike sprechen. Die Spanier platzieren das neue E-MTB ganz klar im Bereich der Trailbikes – mit 140 bzw. 150 mm Federweg vorn, 140 mm hinten, 29er Laufrädern und der modernen Geometrie scheint es hier auch perfekt zu passen. Durch die verschiedenen Modellvarianten (siehe unten) hat man zudem die Wahl, ob man eher mit gewichts-optimierten oder robusten Komponenten unterwegs sein möchte.

Orbea

Der Hinterbau ist auf dem Papier fast durchweg progressiv und dürfte damit insgesamt deutlich straffer sein als beispielsweise beim Wild FS, dafür aber auch viele Reserven für Sprünge, Schläge und flotte Fahrten über anspruchsvolle Trails mitbringen. Die Reifenwahl mit dem Maxxis Rekon am Hinterrad mit robuster Exo+ Karkasse und dem Dissector Vorderreifen scheint dem Einsatzbereich ebenfalls angemessen. Etwas verwundert waren wir über die 180 mm Bremsscheibe am Vorderrad, die für leichte, geübte Fahrer zwar ausreichen dürfte. Dennoch hätten wir die wenigen Gramm Mehrgewicht für größere Fading-Reserven wohl in Kauf genommen.

Orbea
Die 140 mm des Orbea Hinterbaus sind angenehm progressiv, was für große Reserven und ein straffes Fahrverhalten sorgt.
Ungewohnt: Die kleinen 180 mm Bremsscheiben an der Front könnten bei schweren Fahrern ins Schwitzen kommen.

Die Geometrie des Rise scheint gelungen: Mit 66° bzw. 65,5° fällt der Lenkwinkel flach genug für trail-erprobte, aktive Fahrer aus, ohne Anfänger zu verschrecken. Der steile Sitzwinkel rückt den Schwerpunkt in eine effiziente Tret- und Kletterposition und die nicht zu kurzen Kettenstreben versprechen Traktion am Hinterrad beim Erklimmen von Steilstücken. Dank des großzügigen Reach von über 470 mm in Größe L bietet das Bike jedoch viel Platz für Gewichtsverlagerungen.

Geometrie Orbea Rise 140 mm
SMLXL
Sitzrohr (in mm)381419457508
Oberrohr horizontal (in mm)565592619649
Steuerrohr (in mm)95105120140
Kettenstrebe (in mm)445445445445
Tretlagerhöhe (in mm)336336336336
BB Drop (in mm)35353535
Radstand (in mm)1180120512291255
Lenkwinkel (in °)66666666
Sitzwinkel (in °)77777777
Reach (in mm)425450474500
Stack (in mm)604613627646
Geometrie Orbea Rise 150 mm
SMLXL
Sitzrohr (in mm)381419457508
Oberrohr horizontal (in mm)565592619649
Steuerrohr (in mm)95105120140
Kettenstrebe (in mm)445445445445
Tretlagerhöhe (in mm)336336336336
BB Drop (in mm)32323232
Radstand (in mm)1180120512291255
Lenkwinkel (in °)65.565.565.565.5
Sitzwinkel (in °)76.576.576.576.5
Reach (in mm)425450474500
Stack (in mm)604613627646

Orbea Rise: Vier Ausstattungsvarianten zwischen 6.000 und knapp 10.000 Euro

Mit vier Ausstattungsvarianten geht das Rise an den Start: Trotz der preislich großen Diskrepanz von fast 4.000 Euro haben alle Modelle sowohl den Carbonrahmen als auch den Shimano EP8-RS Motor mitsamt 360 Wh Akku gemein. Unterschiede gibt es neben den verbauten Komponenten auch bei der Ausrichtung: Während das M10 und M-Team mit 150 mm Federweg an der Front, Dämpfer mit Piggyback und insgesamt abfahrtslastiger Ausstattung daherkommen, sind das Einstiegsmodell M20 und das sehr leichte M-LTD mit 140 mm vorn und gewichts-optimierten Parts ausgestattet.

Orbea Rise
Farbenfrohe Vielfalt: Dank MyO sind der farblichen Gestaltung des Rise kaum Grenzen gesetzt.

Farblich bietet Orbea jeweils drei Varianten – zudem lassen sich alle Orbea Rise Modelle per MyO farblich und bei einigen Komponenten auf die individuellen Bedürfnisse anpassen.

Orbea Rise M20Orbea Rise M10Orbea Rise M-TeamOrbea Rise M-LTD

Antrieb: Shimano EP8-RS<

Akku: Orbea RS Internal 360 Wh
Gabel: Fox 34 Performance 140 mm
Dämpfer: Fox float DPS Performance
Schaltung: Shimano SLX M7100
Bremsen: Shimano Deore M6100
Laufräder: Race Face AR 30c

Gewicht: ca. 18 kg
Preis: 5.999 Euro

Antrieb: Shimano EP8-RS
Akku: Orbea RS Internal 360 Wh
Gabel: Fox 36 Factory Grip2 150 mm
Dämpfer: Fox DPX2 Factory
Schaltung: Shimano XT M8100
Bremsen: Shimano XT M8120
Laufräder: Race Face Turbine R30

Gewicht: ca. 18 kg
Preis: 7.599 Euro

Antrieb: Shimano EP8-RS
Akku: Orbea RS Internal 360 Wh
Gabel: Fox 36 Factory Grip2 150 mm
Dämpfer: Fox DPX 2 Factory
Schaltung: Shimano XTR M9100
Bremsen: Shimano XTR M9120
Laufräder: Race Face Turbine R30

Gewicht: ca. 17,5 kg
Preis: 8.999 Euro

Antrieb: Shimano EP8-RS
Akku: Orbea RS Internal 360 Wh
Gabel: Fox 34 Factory 140 mm
Dämpfer: Fox Float DPS Factory
Schaltung: Shimano XTR M9100
Bremsen: Shimano  XTR M9120
Laufräder: Race Face Next-SL

Gewicht: ca. 16,5 kg
Preis: 9.599 Euro

Erste Trail-Impressionen mit dem Orbea Rise

Wir hatten die Möglichkeit das neue Orbea Rise einen knappen Tag lang im Bikepark Geißkopf zu testen. Der Geißkopf stellt dabei für uns das ideale Testrevier dar. Abwechslungsreiche Strecken – von flowig bis knüppelhart – sowie eine speziell für E-Mountainbikes gebaute Uphillflow-Strecke machen nicht nur Spaß, sondern geben auch relativ schnell einen ersten Eindruck über die Eigenschaften eines Bikes.

The Pack
Noch vor dem ersten Aufsitzen zog das Rise die Blicke magisch auf sich.

Der erste Kontakt mit dem Orbea Rise erfolgte beim Entladen der Räder aus dem Van und wurde prompt mit den Worten „Oha, das ist leicht!“ begleitet. Aber auch das Erscheinungsbild des Rise wusste sofort zu gefallen. Schlanke, wohl-proportionierte Rohrformen ließen das Orbea nur auf den zweiten Blick (hin zum Motor) als E-Bike erkennen. Das Fahrwerkssetup war schnell gefunden, wobei die Fox 36 Grip2 Gabel mit zwei Druck- und Zugstufen ein wenig Erfahrung erfordert.

Im Uphill fühlt man sofort die Unterschiede des Shimano EP8 RS Motors gegenüber der Standard-Version. Klar, 60 Nm sind nicht nur auf dem Papier deutlich weniger als 85 Nm, auch auf dem Trail ist dieser Unterschied spürbar. Auch merkt man, dass die maximale Leistungsabgabe des EP8 RS erst zwischen einer Trittfrequenz von 75 – 90 U/min erfolgt. Wer aber denkt, das Orbea Rise lässt sich nur unter hoher Kraftanstrengung bewegen, der irrt. Mit der richtigen Kadenz und höchster Unterstützungsstufe lässt sich das Bike trotzdem sehr kraftsparend bergauf bewegen – nur eben etwas langsamer als klassische E-MTBs mit stärkeren Motoren. Die Geräuschkulisse entspricht übrigens genau dem, was man von anderen EP8 Bikes kennt, schließlich wurde die Hardware nicht angetastet. Der Motor ist entsprechend weder besonders leise, jedoch auch nicht besonders laut.

Orbea in Action
Trotz „nur“ 60 Nm klettert das Rise auch knifflige Kletterpassagen nach oben.

Seine großen Stärken zeigt das Orbea Rise dann im Fahrverhalten bergab. Durch das geringe Gewicht hat man selten den Eindruck auf einem E-Bike zu sitzen. Spielend wechselt das Bike die Richtung, lässt sich dank der sehr gut gewählten Kettenstrebenlänge von 445 mm einfach aufs Hinterrad ziehen und macht vor allem eines: Spaß! Das Fahrwerk ist sehr potent und der straffe, sehr schluckfreudige Hinterbau kann mehr einstecken als es seine 140 mm Federweg vermuten lassen. Die Shimano XTR Bremsen mit (nur) 180 mm Bremsscheiben an Front und Heck lassen sich vorzüglich dosieren und bieten ausreichend Bremsleistung. Schwere Fahrer sollten allerdings über das Nachrüsten von größeren Scheiben nachdenken. Überzeugend zeigte sich auch die Bereifung. Die Dissector (VR) und Rekon (HR) aus dem Hause Maxxis sind ein guter Mix aus geringem Gewicht und Traktion. Die EXO+ Karkasse am Hinterrad erhöht zudem den Pannenschutz. Ein kleiner Kritikpunkt war für uns die in der Abfahrt etwas höhere Geräuschkulisse, die einerseits vom Klappern des EP8-Freilaufs herrührte, jedoch auch von den intern verlegten Zügen und Leitungen. Zumindest bei letzterem kann man jedoch selbst recht einfach Abhilfe schaffen.

M5 stehe

Cornering

Die kurze Testsession des Orbea Rise hat uns vor allem eines gezeigt; nämlich wie viel Fahrspaß leichte E-Bikes tatsächlich bieten! Dabei betritt Orbea hier keineswegs Neuland. Leichte E-MTBs gibt es bereits. Diese haben meist aber auch ein spürbar schwächeres Antriebssystem mit an Bord. Das optimale Verhältnis von (Motor-)Leistung zu Gewicht ist Orbea perfekt gelungen. Zwar können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussage über die tatsächliche Reichweite treffen, aber mit dem optional erhältlichen Range Extender sollten auch Reichweiten-Phobiker beruhigt sein.

Chapeau Orbea!

www.orbea.com